Peter Burke Eyewitnessing

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  • Rezension zu "Eyewitnessing" von Peter Burke

    Eyewitnessing
    Ein LovelyBooks-Nutzer

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    18. April 2009 um 13:31

    Museen und Archive sind voll davon, doch die Wissenschaft orientiert sich lieber bevorzugt an Textdokumenten als an Bildern - und wenn Bilder verwendet werden, so würden diese nur ein Beiwerk sein, um Schlussfolgerungen besser begründen zu können. Der Kulturhistoriker Peter Burke führt in seinem Buch “Eyewitnessing. The Uses of Images as Historical Evidence” in einen relativ neuen Bereich der wissenschaftlichen Forschung ein - der Ikonographie als auch Ikonologie. Mit zahlreichen Beispielen und verschiedenartigen Kapiteln versucht Burke in Zeiten des von W. J. Mitchell ausgerufenen Pictorial Turns Ernsthaftigkeit in das visuelle Forschen zu bringen - inklusive Quellenkritik versteht sich. Bilder hatten schon vor dem Aufkommen der Fotografie Bedeutung, wenn auch nicht so breitenwirksam. So schufen Bilder eine gewisse Basis beim Entstehen von Revolutionen oder auch dann, um wie beispielsweise die kath0lische Kirche Analphabeten zu erreichen und die Predigten visuell noch einmal ins Gedächtnis zu rufen. Viele seiner Darstellungen beziehen sich auf damalige Gemälde, aber auch Statuen, Fotos und Skizzen, doch sind seine Hinweise auch heute noch gut auf Plakate oder Filmsequenzen anwendbar. In einem seiner Kapitel beschäftigt sich Burke mit Porträts von Herrschern, die bestimmten Praktiken folgten und mit Posen, Gestiken, Objekten und Symboliken mit einer ganz speziellen Bedeutung der damaligen Zeit aufgeladen wurden. So beziehen sich einige spätere “Machtmenschen” wie Stalin gerne auf das Napoleon-Bild von Jacques-Louis David, wo er die Hand in seine Weste steckt. Dann stellt sich immer wieder die Frage, wo eigentlich der Betrachter steht - blickt dieser zur dargestellten Person auf oder ist die Person doch eher in Augenhöhe mit der Bevölkerung visualisiert? Ja sogar Hintergründe erhalten eine Bedeutung, Landschaften und auch die Objekte darauf. Architektonische Abbildungen von Städten können völlig menschenleer dargestellt werden, aber auch - so wie heute - mit symbolischen Figuren von glücklichen Müttern mit Kindern bestückt sein. Handeschütteln, Bilder von sportlich joggenden oder mit dem Besen kehrende Politiker. Alles ist mit Bedeutung aufgeladen. Missverständnisse sind ohne Beachtung des Kontextes eines Bildes vorprogrammiert. In Eugene Delacroix’s Gemälde “Liberty Leading the People” ist beispielsweise ein Mann in Zylinder zu sehen, der heute eher zur Oberschicht gezählt wird, doch muss man dabei wissen, dass damals auch die Arbeiterschicht gerne diese Kopfbedeckung trug. Burkes Buch zeigt, wie vielfältig dieses Thema der Bilder eigentlich ist. Es geht um die Auswahl der Bilder mit bestimmten Absichten. Es geht um die nicht einfache Erforschung von Ungeschriebenem, wie sich die Menschen damals verhalten haben. Plötzlich stellen sich die Fragen, warum in der mittelalterlichen Kunst kaum Kinder vorkamen, warum scheinbar auch in Asien nur arbeitende Männer auf Gemälden dargestellt wurden, und wie das Andere und Fremde gezeigt wird. Ein spannendes Buch zu einem spannenden Thema.

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