Peter Buwalda Bonita Avenue

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Inhaltsangabe zu „Bonita Avenue“ von Peter Buwalda

Ein furioses Werk über das Ende eines Idylls – kraftvoll und überragend. Joni Sigerius (Susanne Wolff), Stieftochter eines angesehenen Mathematikers und Rektors einer holländischen Universität, hat zusammen mit ihrem Freund Aaron (Benno Fürmann) ein Unternehmen aufgezogen, das sie vor anderen lieber geheim halten will. Als es auffliegt, fliegt wenig später in der Stadt Enschede, in der die Familie lebt, auch eine Feuerwerksfabrik in die Luft. Für Siem Sigerius (Axel Milberg) schlägt das plötzliche Wissen ein wie eine Bombe, erschüttert den Boden, auf dem er vermeintlich mit beiden Beinen steht. Da im Sommer desselben Jahres auch noch sein Sohn aus der Haft entlassen wird, bleibt in der Familie kein Stein mehr auf dem anderen: Ist Nähe ein Garant dafür, dass man einander auch vertraut? Bonita Avenue - benannt nach einer Straße in Kalifornien, wo die Familie in früheren Jahren glücklich lebte - ist ein mitreißender, reich nuancierter, kraftvoll-bildhafter Roman über das Auseinanderbrechen einer Patchworkfamilie, über einen Vater, dessen Kinder die Erwartungen, die er an sie stellt, durchkreuzen, über Familien - geheimnisse, Wahrheit und Lüge, Schein und Sein. (12 CDs, Laufzeit: 15h)

Fesselnd, abgrundtief beklemmend, erbarmungslos legt Buwalda alle Geheimnisse der Familie offen und Milberg,Wolff&Fürmann lesen großartig.

— franzzi
franzzi

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  • Das fatale Ende aller Lügen

    Bonita Avenue
    franzzi

    franzzi

    26. May 2014 um 19:59

    Gegen die Protagonisten in Peter Buwaldas "Bonita Avenue" sind die Buddenbrooks von Thomas Mann eine schrecklich nette Familie. Diese Protagonisten, der Vater und angesehene Universitäts-Professor, seine Stieftochter, deren langjähriger Freund - und das dunkelschwarze Schaf, der leibliche Sohn aus erster Ehe, erleben eine zerstörerische Hölle aus Lügen, versteckten Neigungen, Hass und Tragik, die einen umhaut. In der Hörbuchfassung leihen drei große Schauspieler der Geschichte ihre großartigen Stimmen. Axel Milberg, Susanne Wolff und Benno Fürmann schlüpfen in die Rolle von Familienoberhaupt Siem Sigerius, der eiskalten (weil traumatisierten) Joni Sigerius und des völlig kaputten und dem Wahn verfallenen Ex-Freundes Aaron. An den Anfang stellen sie ein riesiges Netz aus Fragezeichen: Warum ist Aaron so verrückt geworden, dass er monatelang zugedröhnt in der Psychiatrie saß? Warum ist Joni Hals über Kopf vor ihrer Familie aus den Niederlanden geflohen und redet mit keinem mehr? Und was ist mit Siem Sigerius passiert, von dem alle nur in der Vergangenheitsform sprechen? Und was ist mit dem verstoßenen Sohn Wilbert, der schon als Kind nicht mehr zu retten schien, der den Verlust des Vaters, der ihn für eine andere Familie verließ, nie verkraftet und der schließlich zum Mörder wird?! Dann dröselt sich das Geflecht aus Lügen, fatalem Schweigen, Familiengeheimnissen, Scham und Verlust langsam auf - eine kaum erträgliche Auflösung. Trotz der ruhigen und oft emotionslos klingenden Vorlesestimmen entfaltet diese Geschichte eine große Sogkraft. Man will wissen, wie das alles passieren konnte, woher die Verletzungen stammen, die Zerrüttungen, warum der Vater, der so beliebt war und dem alles zu gelingen schien, den Freitod wählte? Man kann nicht aufhören und legt wie gebannt immer die nächste der 12 Audio-CDs ein, bis man schließlich die ganze Geschichte kennt, vor dem Scherbenhaufen steht, den nur der Zuhörer (oder Leser) von Buwaldas Roman kennt. Denn die drei Erzählperspektiven ergeben nur zusammen ein Bild, jedem einzelnen der drei Erzähler fehlt ein wichtiges Puzzleteil. Man möchte fast behaupten: Und das ist auch besser so. Es erscheint schier unmöglich, dass ein paar Lügen, ein paar aufgeschobene Aussprachen und ein falsches Geständnis an anderer Stelle so eine fatale Wirkmacht entfalten und eine scheinbar glückliche Patchwork-Familie für immer zerstören. Und doch erzählt Peter Buwalda diese Geschichte absolut glaubhaft, sie wirkt kein bisschen konstruiert. Und er schildert sie in einer erschreckenden Unaufgeregtheit. Die komplizierte Struktur aus mehreren Erzählperspektiven und darin verwobenen Rückblenden bis in die Kindheit des Vaters funktionieren einwandfrei und ist kein bisschen verwirrend. Ein Kunststück, das nicht nur Buwalda selbst gelingt, sondern auch den Machern der gekürzten Hörbuchfassung.

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