Peter Buwalda Bonita Avenue

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Inhaltsangabe zu „Bonita Avenue“ von Peter Buwalda

Was, wenn die eigenen Kinder sich gegen einen wenden? Joni Sigerius, Stieftochter eines angesehenen Mathematikers, hat zusammen mit ihrem Freund ein Unternehmen aufgezogen, dessen Existenz sie lieber geheim halten will. Als es dennoch auffliegt, fliegt in Enschede, wo die Familie lebt, auch eine Feuerwerksfabrik in die Luft. Da im Sommer desselben Jahres auch noch Jonis Stiefbruder aus der Haft entlassen wird, bleibt in der Familie kein Stein mehr auf dem anderen.

Nichts für schwache Nerven. Eine dramatische Geschichte über den Zerfall einer Familie, meisterhaft erzählt aus verschiedenen Perspektiven.

— elfriede4

Fantastisch geschrieben. Man sieht verzweifelt zu, wie eine Familiengeschichte eskaliert. Großartig.

— BluevanMeer

Das beste Buch, das ich in den letzten Jahren gelesen habe. Meilenweit.

— papaverorosso

Ein ganz außergewöhnliches Romandebüt, das mich nachhaltig beeindruckt hat.

— Ein LovelyBooks-Nutzer

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  • Leserunde zu "Eine Weihnachtsgeschichte" von Charles Dickens

    Eine Weihnachtsgeschichte

    Luftpost

    Dies ist ein Lesemarathon der Werwolf-Spielgruppe und der Challenge Gruppe “Zukunft vs. Vergangenheit”. ______________________________________________________________________________ Der Marathon findet vom 27. - 30.12. statt. Anmeldungen sind bis zum 25.12., 24 Uhr möglich! Bitte gebt bis dahin auch eure voraussichtliche Lesezeit an.______________________________________________________________________________ Dieses Mal müssen wir den Weihnachtswichteln helfen, die Geschenke für die Kinder auf der ganzen Welt rechtzeitig fertig zu bekommen. Teams gibt es diesmal nicht. Wir werden alle zusammen arbeiten. Außerdem wird es in diesem Marathon keine schwierigen Rätsel geben, ihr könnt also jederzeit einsteigen. ______________________________________________________________________________ Zu unseren Werwolf-Runden hier auf Lovelybooks veranstalten wir immer einen thematisch passenden Lesemarathon. Um dieser Tradition treu zu bleiben, findet auch dieses Mal einer dieser Marathon statt. Ihr könnt auch teilnehmen, wenn ihr diese Werwolf-Runden nicht kennt! Neulinge sind immer willkommen. Es sind keine Kenntnisse zu “Momo” oder “Die Weihnachtsgeschichte” notwendig, um hier teilzunehmen und man hat dadurch auch keinerlei Vorteil. Die Wahl der Lektüre ist euch absolut selbst überlassen und muss nichts mit dem Thema zu tun haben. Der Spaß bei unserem Lesemarathon steht natürlich an erster Stelle. Und frei nach dem Motto “Alles kann, nichts muss” könnt ihr euch eure Zeit einteilen, wie ihr wollt. Unser Ziel ist es, einen spannenden und abwechslungsreichen Marathon zu gestalten, zusammen zu lesen und gemütliche Stunden zusammen zu verbringen.  ______________________________________________________________________________ Die AnmeldungBitte gebt bei eurer Bewerbung an, wie viel ZEIT ihr mit Lesen verbringen wollt, da es dieses Mal wieder planungsrelevant ist. (Ob ihr letztendlich mehr oder weniger lest, ist natürlich nicht ganz so wichtig, hilft uns aber bei der Einschätzung). Ihr dürft euch bei der Anmeldung auch gerne einmal “Unterm Tannenbaum” umsehen und euch drei Geschenke aussuchen. ______________________________________________________________________________ Der AblaufDer Marathon startet am Mittwoch, den 27.12. um 9.00 Uhr. Es werden wieder im Abstand von 3 Stunden Aufgaben gepostet, diese sind keine Gruppenaufgaben und können von jedem Leser zu jeder Zeit bearbeitet werden. Ausgenommen sind hier einzelne Aufgaben, wie z. B. die Sammelaufgabe. Dies wird aber bei der Aufgabenstellung extra erwähnt. Die gelesene Zeit zählt bis zum 30.12. um 21.00 Uhr. Das Finale des Marathons findet anschließend statt. ______________________________________________________________________________ Zeit eintragen Wir sammeln diesmal Zeit und keine Seiten. Eure gelesene Zeit könnt ihr im Dokument in “Die Elfenwerkstätten” eintragen. Rundet dabei bitte immer auf 5 Minuten. Beispiele: Ihr habt 12 Minuten gelesen => Ihr dürft 15 Minuten eintragen.Ihr habt 38 Minuten gelesen => Ihr dürft 40 Minuten eintragen. Um Weihnachten zu retten, müsst ihr die Werkstätten aller Kontinente mit genug Zeit versorgen, damit alle Geschenke produziert werden können! _____________________________________________________________________________________ Das Orga-TeamDieses Mal besteht das Orga-Team aus stebec, BlueSunset, Henny176, katha_strophe & sternchennagel. Bei Fragen, Anregungen etc. meldet euch einfach bei der Luftpost. _____________________________________________________________________________________ Vergangene RundenDoctor Who | Phantom der Oper | Panem | Piraten | Märchenland | Vampire Diaries | Wunderschöne Winterzeit | Supernatural | Game of Thrones | Asterix - Der Gallier | Alice im Wunderland _____________________________________________________________________________________ Teilnehmerliste:⭐️ AnnikaLeu | 720 Minuten⭐️ BlueSunset | 720 Minuten⭐️ Buchgeborene | 765 Minuten⭐️ Elke | 180 Minuten⭐️ Fire | 300 Minuten⭐️ Henny | 600 Minuten⭐️ histeriker | 720 Minuten⭐️ Joel | 60 Minuten⭐️ katha | 240 Minuten⭐️ kattii | 300 Minuten⭐️ kaytilein | 600 Minuten⭐️ Knorke | 300 Minuten⭐️ LadySamira | 300 Minuten⭐️ LaLecture | 600 Minuten⭐️ mabuerele | 720 Minuten⭐️ mareike | 600 Minuten⭐️ Melanie | 1200 Minuten⭐️ Mitchel | 240 Minuten⭐️ mysticcat | 720 Minuten⭐️ papavero | 720 Minuten⭐️ Pippo | 960 Minuten⭐️ samea | 720 Minuten⭐️ Snorki | 800 Minuten⭐️ stebec | 870 Minuten⭐️ sternchen | 600 Minuten⭐️ Traubenbaer | 480 Minuten⭐️ Vucha | 720 Minuten

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    • 999
  • Vom Scheitern und seinen Konsequenzen

    Bonita Avenue

    Babscha

    01. January 2017 um 04:30

    Simon "Siem" Sigerius ist die Hauptfigur dieses Buches. Er ist verheiratet, als Rektor einer privaten Universität im niederländischen Enschede eine angesehene Persönlichkeit mit eloquentem Auftreten, brillant vernetzt, ein Mathegenie und als ehemaliger Landesmeister im Judo dabei mit beiden Beinen fest im Leben stehend. Sollte man zumindest glauben. Aber genau so ist es eben nicht. Er ist eine innerlich zerrissene, von seinen Dämonen und Obsessionen gequälte Person, geprägt von einem lieblosen Elternhaus und geschlagen mit einem hochkriminellen Sohn aus erster Ehe, dem er seinen eigenen unbezwingbaren Hang zum Jähzorn vererbt hat und der schon in jungen Jahren wegen Totschlags zu einer langjährigen Haftstrafe verurteilt wird. Auch seine Ehe steht unter keinem guten Stern. Entfremdung auf allen Ebenen, Unverständnis und Sprachlosigkeit sind die langjährigen Folgen völlig unterschiedlicher Lebensentwürfe und Persönlichkeiten der Eheleute Sigerius. Und dann ist da noch Joni, die ältere seiner beiden Stieftöchter, eine ganz spezielle junge Frau, die sich mit Aaron, einem Fotografen aus Utrecht anfreundet und konsequent ihre eigenen undurchschaubaren Ziele verfolgt. Just als Siem die Chance erhält, niederländischer Wirtschaftsminister zu werden, wird sein Sohn, der nur noch auf Rache sinnt, aus der Haft entlassen. Und Siem erfährt durch Zufall, in welcher Parallelwelt des Internets Joni und ihr offensichtlich schizophrener Freund unterwegs sind, um dort das große Geld zu machen. Damit gerät die gesamte Familie vollständig ins Wanken und auf eine unaufhaltsame Schussfahrt Richtung Abgrund. Keine leicht zu goutierende Kost, die Buwalda hier auf hunderten zumeist fesselnden Seiten präsentiert. Permanente wahllose Zeitsprünge mit Vor- und Rückblenden über Jahrzehnte erfordern einen konzentrierten Leser, der das zunächst undurchschaubare Puzzle erst nach und nach selber zu einem verzwickten, verschachtelten, packenden Familiendrama zusammensetzen muss. Während die weiteren Protagonisten weitgehend gesichtsloses Beiwerk bleiben, konzentriert sich der Autor auf wenige Hauptpersonen und vernetzt geschickt deren Schicksalswege. Jeder ist hier genauso Opfer wie Täter, schuldig wie unschuldig, schicksalsgetrieben wie eiskalt berechnend, womit man als Leser mit seinen doch eher begrenzten Sympathien dann immer wieder hin und her springt. Trotz vieler bewusst gesetzter Autorenkniffe und Handlungsstränge erscheint die ganze Geschichte, vielleicht abgesehen von dem zuletzt überbordenden showdown, schlüssig und glaubhaft und bleibt damit durchgängig interessant und überzeugend. Insbesondere die Hauptperson brennt sich dem Leser in ihrer ganzen komplizierten Vielschichtigkeit und Problematik förmlich ein. Man ist echt froh, von einem solchen Scheißleben, wie es dieser bestimmt ist, verschont zu sein. Insgesamt ein genauso starkes wie düsteres Buch, das man besser in der intensiven Stille eines nächtlich abgedunkelten Zimmers als in der Beliebigkeit des ÖPNV genießen sollte.

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    • 2
  • Leseentdeckung!

    Bonita Avenue

    wandablue

    So geht Belletristik! Genau so! Bonita Avenue, Berkeley, USA, ist in seiner produktivsten Phase der Wohnsitz des Mathematikers und Uniprofs Siem Sigerius und seiner Familie. Wie der Arc de Triomphe steht Sigerius im Mittelpunkt dieses sprachgewaltigen Romans, auf den die gewichtigen Strassen bzw. Protagonisten zulaufen. Von seiner Persönlichkeit, erdrückend und prägend, vital, ehrgeizig und unter der Oberfläche doch labil, sind alle angezogen, werden belebt oder zerbrochen, je nach deren eigener Charakterbeschaffenheit. Nach einem frühen Umbruch in Sigerius Vita hat das Leben ihm neue Trumpfkarten in die Hand gegeben, allerdings ist da irgendwo auch ein Schwarzer Peter daruntergemischt ... wie ärgerlich! Ein Roman wie aus dem Lehr- und Bilderbuch, spannend, bildhaft, kraftvoll, zeichnend und meißelnd, mit exakter und kreativer Handhabung der Sprache, ein Autor, der alles herausholt was herauszuholen ist, und der ganz nebenbei den Unibetrieb aufs Korn und mit ins Visier nimmt, so dass das vorliegende Familienepos eine besonders elegante Note bekommt wie bei einem guten Wein das Buquett. Zu Recht wurde Peter Buwalda für sein Werk, erschienen erstmals 2010 in den Niederlanden mehrfach in seiner Heimat ausgezeichnet. Fazit: Ein Lesevergnügen für alle, die schwerere Kost mit leichter Hand serviert bekommen möchten und bisher meine persönliche Leseentdeckung des Jahres 2013.

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    • 2
  • Ein Familien-Albtraum

    Bonita Avenue

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    16. February 2014 um 16:38

    Siem Sigerius ist zweifacher Judomeister und ein Mathematik-Genie. Das merkt er aber erst, als ein Unfall seine Judokarriere beendet. Er studiert Mathematik, geht ans MIT und bekommt sogar die Field-Medaille für Mathematik verliehen. Aus den USA zurückgekehrt wird er rector magnificus an einer niederländischen Provinz-Universität, der Lubantia. Als Person ist er eine Lichtgestalt, der Exsportler mit den Blumenkohlohren und dem ungewöhnlichen Tattoo. Er ist beliebt und angesehen bei allen, bei Studenten und Wissenschaftlern gleichermaßen. Und auch seine Familie kann sich sehen lassen. Seine Frau Tineke, die für ihren erfolgreichen Mann alles zurückstellt, kümmert sich liebevoll um die Familie und schreinert nebenbei Möbel. Seine beiden Töchter, Joni und Janis, sind intelligent und begabt. Joni ist zudem bildschön und sehr ehrgeizig. Sie ist mit Aaron zusammen, der in der Familie ein und aus geht. Aaron verehrt Siem. Die beiden trainieren zusammen Judo und hören gemeinsam Jazz. Siem ist für ihn ein Vorbild in jeder Beziehung. Aaron sieht sich bereits als seinen Schwiegersohn und Joni als die Mutter seiner Kinder. Die Familie Sigerius wohnt in einem Bauernhaus am Rand des Campus,... ...einem weiß verputzten, komplett umgebauten Domizil, das so attraktiv war, dass Passanten spontan »Sollten Sie irgendwann einmal umziehen«-Zettel durch den Briefschlitz in der dunkelgrünen Eingangstür warfen. Die perfekte Familienidylle, so scheint es. Aber die Wahrheit sieht ganz anders aus. Joni und Aaron betreiben gemeinsam eine Sex-Website, mit Joni als Hauptdarstellerin. Die beiden sind bereits Millionäre mit dieser Site geworden und besitzen unter anderem eine Luxus-Yacht, die im Mittelmeer auf sie wartet. Ganz dumm ist, dass Siem sich in eine seiner Studentinnen verliebt hat und wegen unerfüllter Sehnsucht ein zahlender Besucher gerade jener Website wird. Wegen veränderter Haar- und Augenfarbe bei Joni schiebt er die Erkenntnis, dass seine Tochter im Porno-Business ist, erst mal von sich. Aber der Verdacht nagt weiter an ihm.  Er hat auch noch ganz andere Probleme: Beruflich steht ein Karrieresprung für ihn an, er soll Wissenschaftsminister werden. Klar, dass eine Tochter, die Porno-Queen ist, nur schlecht in seine Pläne passt. Doch dann wird auch noch Wilbert, sein ungeliebter Sohn aus seiner ersten Ehe mit einer Alkoholikerin, vorzeitig aus der Haft entlassen, wo er wegen Totschlags jahrelang einsaß. Der ist auf seinen Vater und dessen Familie gar nicht gut zu sprechen. Hat man ihm doch immer sehr deutlich gezeigt, dass er nicht in diese Familie gehört und passt. Seine Verbrecherkarriere begann vermutlich mit einer Falschaussage von Joni, durch die er zum ersten Mal verurteilt und eingesperrt wurde.  Dann explodiert die Feuerwerkskörper-Fabrik in Enschede und Aarons Haus wird für eine Zeit unbewohnbar. So bleiben er und Joni vorübergehend im Bauernhaus, die ganze Familie hockt aufeinander. Die im Geheimen schwelenden Konflikte kommen nun ans Licht und dann meldet sich auch noch Wilbert... Das Buch ist ein Pageturner, einmal angefangen, konnte ich es kaum noch weglegen. Was alles ganz harmlos beginnt, spitzt sich immer mehr zu und endet schließlich in einem Fiasko. Tatsächlich wird in dem Buch sogar noch eine Leiche zersägt. Das kann man am Anfang des Buches überhaupt nicht vermuten.  Die Geschichte wird rückblickend und aus den Perspektiven der drei Hauptfiguren Siem, Joni und Aaron erzählt. Zwischen den einzelnen Figuren und zwischen Gegenwart und Vergangenheit springt das Buch in den einzelnen Kapiteln hin und her. Der Leser erfährt, wie alle drei über die Ereignisse unterschiedlich denken, das macht das Buch so spannend.  Der alles bestimmende Grundton in diesem Buch heißt: Sex. Das Buch wäre sicher nicht so erfolgreich geworden, wenn Aaron und Joni mit Drogen gedealt hätten. Nein, es ist ein  Hauch von Porno, der dem Buch die besondere Stimmung gibt. Auch bei Siem geht es letztlich darum, sogar bei Wilbert geht es auch um dieses Thema.  Und immer ist Joni irgendwie darin verstrickt, diese berechnende und ehrgeizige Frau, die nichts anderes macht, als ihre eigenen Ziele zu verfolgen. Leider kann man ihr deswegen noch nicht einmal böse sein, denn sie ist nicht so eiskalt, wie ihr Händeln den Anschein erweckt.  Genau wie Siem. In seinem Bemühen, die Familienidylle zu erhalten, alles richtig zu machen und Steine, die seinen beruflichen Weg behindern können, aus dem Weg zu räumen, macht er einen Fehler nach dem anderen. Bis es für ihn nur noch einen einzigen Ausweg gibt. Aaron ist immer nur das Opfer. Er geht psychisch daran kaputt, dass er bis zum Schluss nichts weiß und nichts versteht, er leidet nur. Er erfährt nicht einmal, dass sich einer seiner  Träume erfüllt hat. Er tat mir bis zum Schluss leid, obwohl auch er nicht ohne Schuld ist.  Die Figuren sind psychologisch so vielschichtig, dass ich auch nach dem Beenden des Buches noch lange über sie nachgedacht habe. Wer ist eigentlich Schuld am Untergang der Familie Sigerius? Auch wenn Joni immer ihre Finger im Spiel hatte, so einfach lässt sich die Frage dann doch nicht klären. Scham, Angst und Verlogenheit jedes einzelnen in diesem Buch spielen auch eine große Rolle. Die drei faszinieren mich immer noch.  In einem Anflug von Schuldbewusstsein legte er eine Hand auf den komatösen Berg neben sich. Nach dem zerbrechlichen Körper dort in der Gasse ähnelten Tinekes Rücken und Hüften dem noch warmen Kadaver eines Nashorns.  Solche Sätze lassen starke Bilder entstehen. Die Sprache dieses Buches ist intelligent, direkt und originell. Die verwendeten Metaphern sind neu und unverbraucht. Es gibt sehr viele, sehr lange Sätze mit ganz vielen Kommas - macht aber nichts, ich wollte beim Lesen auch nie einen Punkt setzen. Ich habe es verschlungen.  Er bleibt stumm, seine vorlaute Zunge liegt im Mund aufgebahrt. Noch ein Beispiel dafür, warum ich dieses Buch so mag. Es war wirklich eine Freude, es zu lesen. Bonita Avenue ist für mich sicher ein Anwärter für mein persönliches "Buch des Jahres". Ich empfehle es gern mit allen möglichen Sternen.  Peter Buwalda, 1971 in Brüssel geboren und im niederländischen Venlo aufgewachsen, arbeitete als Journalist, Redakteur und Verlagslektor, bevor er "Bonita Avenue" schrieb. Gleich nach seinem Erscheinen 2010 wurde das Buch in Holland zum Ereignis, erreichte seitdem 25 Auflagen und stand anderthalb Jahre auf der Bestsellerliste. Es war für zwölf Preise nominiert und wurde fünffach ausgezeichnet. Peter Buwalda lebt in Harleem.

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  • Klasse!

    Bonita Avenue

    boekenwurm

    23. December 2013 um 07:47

    Es ist schon eine Weile her, dass ich dieses Buch gelesen habe, in der niederländische Version. Bereits da war zu ahnen, es ist nur eine Frage der Zeit bis dieser Roman in deutscher Sprache erscheint. Eine fantastische Familiensaga, nicht der üblichen Sorte. Spannend und packend bis zur letzten Seite.

  • vom Zerfall einer Familie

    Bonita Avenue

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    27. April 2013 um 09:58

    Warum das Buch "Bonita Avenue" heißt, habe ich mich gefragt. Bonita Avenue ist der Name der Straße, in der die Familie Sigerius, um die es hier geht, eine zeitlang in den USA lebte. Sie steht für die schönste und sorgloseste Zeit, die die Patchwork-Familie miteinander hatte.  Protagonisten bzw. Hauptakteure des Auseinanderbrechens der scheinbar perfekten Familie sind drei Personen: Siem Sigerius, der Familienvater, wobei die beiden Töchter der Familie von Siems Ehefrau Tineke mit in die Ehe gebracht wurden, ihn aber als vollwertigen Vater ansehen und akzeptieren. Joni, die ältere der beiden Töchter. Ihr Part wir aus Ich-Perspektive erzählt, während der Rest der Handlung in dritter Person erzählt wird, allerdings immer im Fokus auf einen der beiden anderen Protagonisten. Aaron, Jonis Freund, der gleichzeitig Siems Judo-Partner ist und seinen quasi-Schwiegervater zutiefst bewundert. Als ein von Joni und Aaron lang gehütetes Geheimnis ans Licht kommt und zeitgleich Siems krimineller Sohn aus erster Ehe aus dem Gefängnis entlassen wird, wird die Familie förmlich gesprengt. Ort des Geschehens ist Enschede im Jahr 2000, als dort (ganz real) eine Feuerwerksfabrik explodierte und eine Katastrophe auslöste. Diese spielt auch im Buch eine wichtige und steht zudem symbolhaft für die Ereignisse innerhalb der Familie. Erählt wird die Geschichte in Rückblicken und aus wechselnden Perspektiven. Der aktuelle (heutige) Erzählstrang spielt eine fast schon untergeordnete Rolle und ist über lange Strecken unterbrochen durch Rückblicke vergangener Ereignisse. Recht früh in der Erzählung kennt der Leser somit einige wichtige Ereignisse, die geschehen sind bzw. sich ereignen werden. Nach und nach ergibt sich erst das Bild eines Ganzen. Insbesondere im letzten Viertel des Buches fügen sich viele Puzzelteile zusammen und es kommt zu einigen überraschenden enthüllungen.  Das Leseerlebnis war für mich ein auf und ab. Es fiel zunächst schwer, in die Geschichte hineinzukommen, da mir anfangs nicht ersichtlich war, worum es geht. Auch konnte ich mich für keinen der Charaktere richtig erwärmen. Siem erscheint mir als Figur zu überzeichnet. Judomeister, spät entdecktes Mathegenie, das es zum Professor in den Niederlanden und den USA geschafft hat, Direktor einer Universität und schließlich sogar Minister - das ist ein bisschen viel des Guten. Umso tiefer dann die Abgründe und der Fall, auch hier war es mir am Ende etwas zu heftig. Joni ist mir unsympatisch und ihr Verhalten oftmals unverständlich. Aaron tut mir vor allem leid. Im Verlauf packte mich die Geschichte dann aber und ich wurde immer mehr hineingesogen. Enttäuschend war dann leider das Ende, das den aktuellen Erzählstrang einfach im Nichts hängen und vieles offen lässt.

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  • Unsere Lieblingsquotes im April

    litschi

    Hallo ihr Lieben, vielleicht habt ihr es schon mitbekommen: Wir küren ab jetzt jeden Monat unsere Lieblingskurzmeinung! Wieso? Weil das Schreiben einer Kurzmeinung (Quote) eine Kunst für sich ist - und das wollen wir belohnen! In einer Kurz-meinung versucht man in 140 Zeichen kurz und knackig auszudrücken, wie einem ein Buch gefallen hat. Andere Leser sehen so was sie vom Buch erwarten können. Wie schreibt man einen Quote? Ihr könnt ganz einfach selbst eine Kurzmeinung zu einem Buch schreiben. Dazu geht ihr einfach auf die Buchseite und klickt auf die kleine Sprechblase unter dem Buch. So sieht das dann aus. Wie wird der Lieblingsquote des Monats April ermittelt? Da wir nicht alle Kurzmeinungen im Blick haben, könnt ihr uns helfen, indem ihr eure Lieblingsquotes in dieses Thema postet. Vielleicht könnt ihr auch in ein paar Worten erklären, warum euch gerade diese Kurzmeinung so gut gefallen hat. Bitte vergesst nicht den Nickname des Verfassers dazu zu schreiben. Dieser bekommt nämlich, im Gewinnfall, ein tolles Überraschungspaket von uns! Das war übrigens unsere Lieblingskurzmeinung im März  Und nun: viel Spaß! :)

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    • 29
  • Leserunde zu "Bonita Avenue" von Peter Buwalda

    Bonita Avenue

    Rowohlt_Verlag

    Lesen Sie mit uns den Debütroman der neuesten literarischen Entdeckung der Niederlande! Was, wenn die eigenen Kinder sich gegen einen wenden? Joni Sigerius, Stieftochter eines angesehenen Mathematikers und Rektors einer holländischen Universität, hat zusammen mit ihrem Freund Aaron ein Unternehmen aufgezogen, das sie vor anderen lieber geheim halten will. Als es auffliegt, fliegt in der Stadt Enschede, in der die Familie lebt, auch eine Feuerwerksfabrik in die Luft. Für Siem Sigerius, den Stiefvater, schlägt das plötzliche Wissen ein wie eine Bombe, erschüttert den Boden, auf dem er vermeintlich mit beiden Beinen steht. Da im Sommer desselben Jahres auch noch sein Sohn aus der Haft entlassen wird, bleibt in der Familie kein Stein mehr auf dem anderen, denn: Ist Nähe ein Garant dafür, dass man einander auch vertraut? «Bonita Avenue» – benannt nach einer Straße in Kalifornien, wo die Familie in früheren Jahren glücklich lebte – ist ein mitreißender, reich nuancierter, kraftvoll-bildhafter Roman über das Auseinanderbrechen einer Patchwork-Familie, über einen Vater, dessen Kinder die Erwartungen, die er an sie stellt, durchkreuzen, über Familiengeheimnisse, Wahrheit und Lüge, Schein und Sein. Um schon einmal vorab in den 640 Seiten langen Roman «Bonita Avenue» hinein zu schnuppern, finden Sie hier eine kurze Leseprobe: http://www.rowohlt.de/fm/131/Buwalda_Bonita_Avenue.pdf Wir suchen 20 interessierte Testleser, die das Romandebüt des niederländischen Autors Peter Buwalda mit uns gemeinsam lesen, diskutieren und rezensieren möchten! Schreiben Sie uns, warum Sie unbedingt an dieser Leserunde teilnehmen möchten und bewerben sich damit bis einschliesslich Dienstag, den 12. Februar 2013 im Unterthema "Bewerbung für die Leserunde" für ein Testexemplar. Wir freuen uns auf Ihre Beiträge und eine tolle Leserunde!

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    • 219
  • Bonita Avenue

    Bonita Avenue

    Buchfan276

    12. April 2013 um 19:32

    Ein gewaltiges und atemberaubendes Buch ist "Bonita Avenue" des holländischen Autors Peter Buwalda. Es geht um die Familie Sigerius. Siem Sigerius ist ein Professor an einer Universität, ehemals erfolgreicher Judoka, seine Tochter Joni betreibt zusammen mit ihrem Freund Aaron eine Erotikwebsite. Zudem wird Siems erster Sohn Wilbert aus dem Gefängnis entlassen. Die Pornoseite kommt auf, eine Feuerwerksfabrik explodiert, und mehr möchte ich noch gar nicht verraten. Nur so viel vielleicht: Am Ende geht die ganze "Heile-Welt-Struktur" in die Brüche und die wahren Gesichter aller Protagonisten kommen ans Licht. Zunächst fällt es einem als Leser wahnsinnig schwer, in die Handlung des Buches hineinzufinden. Eine weit ausholende, sperrige Handlung, dazu kommen Zeit- und Ortswechseln, größtenteils auch noch unangekündigt, sodass man erst nach ein-zwei Seiten merkt, dass man sich jetzt ganz wo anders befindet, erschweren das Verständnis enorm. Aber schon nach kurzer Zeit fällt einem das Lesen um ein Vielfaches leichter, wenn man in die Struktur des Buches hineingefunden hat. Schön fand ich vor allem, dass immer wieder neue Problemstellungen und Fragen aufgeworfen werden, durch die der Leser immer wieder zum aktiven Mitdenken animiert wird und so auch an der Geschichte beteiligt ist. Die Charaktere des Buches wurde sehr präzise gezeichnet und ergeben schnell ein recht deutliches Bild. Schnell wird klar, dass nicht hinter jeder glänzenden Fassade auch die volle Unschuld steckt. Lüge, Intrige und Ähnliches belasten die Beziehungen der Figuren untereinander. Das sehr dynamische und vielschichtige Buch kann ich jedem empfehlen. Allerdings handelt es sich um keine Zu-Bett-Geh-Lektüre für nebenbei, sondern erfodert Konzentration und Mitarbeit. Das sollte man beim Kauf (ca. 25 € sind ja auch nicht gerade billig) beachten.

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  • Bonita Avenue

    Bonita Avenue

    Blaustern

    04. April 2013 um 20:55

    „Bonita Avenue“ ist das Erstlingswerk von Peter Buwalda, indem er ein Familiendrama der niederländischen Patchworkfamilie Sigerius beschreibt. Im Brennpunkt steht der Hausherr der Familie, Siem Sigerius. Anfangs war er erfolgreicher Judoka, später ein bekannter geschätzter Mathematiker und Rektor an der Tubantia Universität. Zu seiner nach außen hin perfekt scheinenden Familie zählt seine zweite Frau Tineke, seine beiden Stieftöchter Joni und Janis sowie aus seiner ersten zerrütteten Ehe sein Sohn Wilbert. Wilberts Leben begann früh mit Kriminalität; eine gewisse Zeit sitzt er im Gefängnis. Nun soll er wieder aus der Haft entlassen werden. Joni betreibt mit ihrem krankhaft eifersüchtigen Freund Aaron eine Pornointernetseite, die Siems Karriere schaden kann. Er will einen Skandal vermeiden und geht der Sache erbarmungslos auf den Grund. Dabei spitzen sich die Situationen immer weiter zu; es beginnt hinter der so scheinbar heilen Fassade zu brodeln, bis die Rakete hochgeht und eine Sammlung Verlierer ausspuckt. Ein grandioses Werk! Der Roman wird in drei Erzählsträngen dargestellt. Anfangs ist es wirklich verwirrend, und man muss sich hundertprozentig konzentrieren. Aber es lohnt sich, denn nach und nach werden sie zu einem vollkommenen Gesamtbild zusammengefügt. Die Charaktere sind interessant gestaltet und entwickeln sich mit der Geschichte aufgrund der Ereignisse in ihrer Kindheit und im weiteren Leben durch all ihre zwischenmenschlichen Beziehungen mit. Sie sind mit allen Stärken und Schwächen gezeichnet. Das 640Seiten dicke Buch wird auf keiner Seite langweilig, da man immer wieder step by step neue Auskünfte über die Protagonisten erhält. Zuletzt rechnet man mit einem traurigen Schluss, ist dann aber doch vollkommen überrascht.

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  • "Bonita Avenue" ist ein außergewöhnlicher Lesespagat!

    Bonita Avenue

    Candice

    03. April 2013 um 20:26

    Bonita Avenue ist für einige niederländische Literatur Preise nominiert wurden, daher waren die Erwartungen hoch gesteckt. Das Buch scheint von einer Person geschrieben, die bereits auf eine lange Karriere als Autor zurückblicken kann. Doch dem ist nicht so!  Unglaublich, daß dieser Roman (s)ein Debüt ist!  Wirklich eindrucksvoll ist besonders das prachtvolle Setting mit den verschiedenen Handlungsplätzen und der Glanz in Sprachgewandheit und Ausdruck Buwaldas. Denn es handelt sich hier um ein gehobenes Sprachniveau für einen Roman, was sicher nicht jedem Leser liegen wird.  Zur Tiefgründigkeit der Geschichte passend hat er seinen Figuren eine Extraordinärität und Größe verliehen, die sie ganz sicher aus der Menge herausstechen lassen und Eindruck schinden können.  Buwalda schreckt nicht zurück auch schwierige Themen auf den Tisch zu bringen und gefährlicher Anstengung bis in die letzte Ecke auszuleuchten oder an den Pranger zu stellen. Die Erzählweise und Reihenfolge der einzelnen Perspektiven wird durch diverse Sprünge in Zeit und Person geschildert und verwirrte mich zu Beginn teilweise stark. Bleibt man jedoch dran und lässt die leisen schwachen, aber auch kraftvollen und drängenden Stimmen der Protagonisten zu Wort kommen und erlebt mit ihnen die bruchteilhaften Rückblenden, fügt sich nach und nach das Bild zu einem Ganzen zusammen. Das Buch ist ein Sammelsurium der kranken Lebensumstände und auch ein Spiegelbild unserer Gesellschaft und Adjektive wie rasant, spannend, lustig, morbid, überraschend, traurig, schaurig, obszön und suizidal könnten es grob umreißen. Bonita Avenue ist ein außergewöhnlicher Lesespagat und ein Konzentration heischendes Buch, das einen entweder gefangen nimmt oder abstößt. Ich für meinen Teil habe es genossen diese speziellen und teilweise kranken Einblicke in fremde Leben zu bekommen, auch wenn nicht immer alles perfekt und logisch nachvollziehbar war. Aber welches Leben ist das schon? 

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  • Heile Familie ist eine Utopie

    Bonita Avenue

    Queenelyza

    01. April 2013 um 15:40

    Gerade in Familien, in denen alles "heil" wirkt, ist es ebendieses nicht, denn die Konflikte sind da und werden mit einer sterilen, unnatürlichen Maske überdeckt. Genau so eine Familie - vordergründig zumindest - begegnet dem Leser in diesem Buch. Angesiedelt im Akademikermilieu beschreibt der Autor in drastischen und kompromisslosen Worten den Zusammenbruch einer Patchworkfamilie, bei der zunächst alles im Lot scheint. Ein Blick hinter den Vorhang lässt allerdings die heile Welt recht schnell zusammenbrechen. Dabei mischen sich nicht nur die Charaktere in ihrem unheilvollen Tanz am Rande des Vulkans, sondern auch die verschiedenen Perspektiven und Zeitebenen sowie die Realität, bis der Leser sich vorkommt wie nach einer Fahrt in einem Hochgeschwindigkeitskarussell.  Siem Sigerius ist das Familienoberhaupt des Clans, Mathematiker und Judoka. Dazu kommen seine Frau Tinneke, deren zwei Töchter Janis und Joni und Siems Sohn Wilbert, der bereits vorbestraft ist und im Gefängnis sitzt. Aber auch Joni ist keine Mustertochter, betreibt sie doch mit ihrem Lebenspartner eine Internet-Porno-Seite. Dinge, die nicht in einen wohlgestalteten Familienablauf eines renommierten Wissenschaftlers passen. Aber Siem selbst ist auch nicht der Gutmensch, für den man ihn zu Beginn hält. Viel explosiver Zündstoff, der bei einem fragilen Familienkonstrukt schließlich zum Zusammenbruch führt.  Ich mag über den Inhalt und die einzelnen Verflechtungen der Personen gar nicht mehr verraten. Wer Interesse hat an genau beobachteten, kompromisslos sezierten Familienstrukturen hat, der sollte hier unbedingt mal reinlesen. Die bildgewaltige Wucht und Deutlichkeit der Sprache hat mich so manches Mal von den Socken gehauen, hier wird kein Blatt vor den Mund genommen, nichts beschönigt, nichts verhüllt. Gleichzeitig aber gibt es Stellen im Buch, die vor leichtfüßigem Humor und feinziselierter Ironie nur so blitzen. Kleine Sterne in einem ansonsten tiefdunklen Himmel, an dem sich das Gewitter schon abzeichnet... Vergleiche zu Jonathan Franzen und Siri Hustvedt mögen sich aufdrängen, aber während die Figuren in deren Romanen oft seltsam blass und gleichmütig erscheinen, ist dieses Buch anders, kontroverser, die Figuren alles andere als blutarm, sie sind nachvollziehbarer, echter, aber auch zerstörter, hoffnungsloser, desillusioniert. Hier kann der Leser nicht  anders, er sitzt mittendrin in dieser gewaltigen Schicksalszentrifuge - und er wird mitgeschüttelt, ob er will oder nicht. Ich war von der Kraft dieses Buches zutiefst beeindruckt, es ist ein Buch, das einen so schnell nicht loslässt aufgrund seiner Wucht, seiner Eloquenz, seiner Tragik. Um so bemerkenswerter, dass dies ein Debütwerk ist, man mag es fast gar nicht glauben. Von Peter Buwalda werden wir sicher noch viel hören bzw. lesen, ich bin schon sehr gespannt, wie es mit diesem neuen Stern am Lesehimmel weitergehen wird! 

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  • Wortgewaltiges Debut mit Kreissäge

    Bonita Avenue

    Thala

    24. March 2013 um 12:33

    Buwalda beschreibt eine niederländische Familiengeschichte, in deren Mittelpunkt der Mathematiker und Judoka Siem Sigerius steht. Im Laufe der Geschichte merkt der Leser, dass diese Familie nicht die Bilderbuchfamilie ist, die sie zu sein scheint und mit aller Kraft ohne Rücksicht auf Verluste verteidigt wird. Mir hat dieses Buch sehr gut gefallen, da der Autor die Kunst beherrscht, dem Leser häppchenweise und in nicht chronologischer Form Informationen über die Protagonisten zu präsentieren. Anfangs war ich sehr verwirrt über die vielen Zeitsprünge und unterschiedlichen Erzählperspektiven, aber nach und nach fügte sich ein Gesamtbild zusammen. Erzähltechnisch finde ich den Roman absolut gelungen, Buwalda ist ein Meister darin, zwischen unterschiedlichen Settings, Ich- und auktorialem Erzähler und unterschiedlichen Charakteren zu springen. Der oft mit Franzen verglichene Autor ist allerdings weniger subtil als Franzen, so wird es am Ende richtig blutrünstig-auf den 640 Seiten kommt keine Langeweile auf. Ich bin gespannt auf die weiteren Werke des vielversprechenden Autors und kann diesen Roman absolut empfehlen!

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  • Überzeugendes Erstlingswerk

    Bonita Avenue

    miss_mesmerized

    23. March 2013 um 15:33

    Peter Buwalda breitet auf 640 Seiten eine tragische Familiengeschichte aus. Der auf dem Cover dargestellte, verspielt-glückliche Teenager wird Unheil bringen über alle Familienmitglieder sowie ihren Freund, der dem Leser zunächst als Ich-Erzähler gegenüber tritt. Unchronologisch und permanent die Perspektiven wechselnd ist es nicht einfach sich in die Geschichte hineinzufinden, erst nach und nach entfaltet sich das Drama, zudem die Figuren alle auf ihre Weise beitragen. Im Zentrum steht Siem Sigerius, zuerst erfolgreicher Judoka, später angesehener Mathematiker, der mit zweiter Frau und den beiden Stieftöchtern Joni und Janis eine kurze Zeit der heilen Welt in der Bonita Avenue verbringen darf. Zurück in den Niederlanden entwickeln sich die Dinge schwieriger. Der Sohn aus erster Ehe ist kriminell und bedroht die Familienidylle. Tochter Joni erfüllt auch nicht die Erwartungen des biederen, geordneten Lebens und bereitet unbeabsichtigt mit ihrem Freund Aaron den Sturz des geliebten Stiefvaters vor. Siem scheitert zudem an seinen eigenen Moralvorstellungen und der Aufrechterhaltung des Bildes nach außen. Am Ende bleiben nur Verlierer, die das miteinander Reden und Vertrauen auf ihre Nächsten verlernt haben. Ein starkes Erstlingswerk, dass durch intensive und sehr nahe Beschreibungen besticht. Die Dramaturgie ist außergewöhnlich und fordert die volle Aufmerksamkeit des Lesers. Die Figuren entwickeln sich langsam, sind interessant angelegt, so dass man trotz der Zeitsprünge ihre Veränderungen nachvollziehen kann. Mich erinnert Peter Buwalda ein wenig an Ian McEwan, wenn auch (noch?) nicht in derselben Intensität, aber die Fähigkeit, die emotional intensiven Verstrickungen von Familienmitgliedern in einen komplexen Roman zu verpacken, der trotz wenig aktiver Handlung nichts an Spannung vermissen lässt, ist ganz eindeutig vorhanden. Ich bin auf die folgenden Werke gespannt!

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  • Ein gewaltiges Debut!

    Bonita Avenue

    Dreamworx

    21. March 2013 um 14:45

    In seinem ersten Roman „Bonita Avenue“ erzählt der Autor Peter Buwalda die Geschichte einer niederländischen Patchwork-Familie in Enschede und ihren Umgang miteinander. Familienoberhaupt Siem Sigerius ist ein bekannter Mathematiker. Dazu gesellen sich die weiteren Familienmitglieder: Ehefrau Tineke und deren Töchter Janis und Joni, Joni’s Freund Aaron und Siems eigener Sohn Wilbert, der bereits vorbestraft ist. Nach außen die perfekte und scheinheilige Fassade, brodelt es hinter den Kulissen gewaltig und entblößt Stück für Stück unausgesprochene Konflikte, die viel zu lange unterdrückt und unausgesprochen geblieben sind . Aaron und Joni betreiben eine Pornointernetseite, die Sigerius ein Dorn im Auge ist, denn er ist sehr um seine Karriere bemüht und kann sich keinen Skandal leisten. Sein eigener Sohn Wilbert macht ihm unterdessen mit seiner kriminellen Energie von der anderen Seite einen Strich durch die Rechnung. Alles braut sich regelrecht zusammen, bis es im wahrsten Sinne des Wortes „knallt“. Die Familienidylle fällt in sich zusammen und ganz leise hat man immer noch die Hoffnung, dass sich alles noch zum Guten wenden lässt und das Unvermeidliche aufzuhalten ist.   Peter Buwalda hat einen sehr bildhaften und ausdrucksstarken Schreibstil und erzählt seinen Roman in drei Handlungssträngen. Der Leser muss sich auf die Erzählweise des Autors einlassen. Der Einstieg in das Buch ist zu Beginn etwas mühselig, weil man sehr konzentriert lesen muss. Doch die Mühe lohnt sich, durch die Rückblenden und sehr detaillierten Beschreibungen kommt man letztendlich zum eigentlichen Geschehen und kann dem großen Ganzen viel besser folgen.   Die Charaktere sind sehr schön und vielschichtig ausgelegt, und man kann nicht genau sagen, wer einem sympathisch ist oder nicht, dies wechselt zum Teil während der Geschichte. Man fühlt sich manchmal wie ein unsichtbares Familienmitglied auf Beobachtungsposten, abwartend, ob sich doch noch alles zum Guten entwickelt und welche Abgründe sich wohl als nächstes auftun.   Dieser Roman hat mich von der ersten Seite an für sich eingenommen. Buwalda erzählt kraftvoll eine großartige Geschichte, die einen nachdenklich stimmt und wo auch die Spannung nicht fehlt. Auf das nächste Buch dieses Autors bin ich sehr gespannt. Für mich war „Bonita Avenue“ eine echte Offenbarung, kann es deshalb auch nur wärmstens empfehlen.

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