Peter Carey Die wahre Geschichte von Ned Kelly und seiner Gang

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Inhaltsangabe zu „Die wahre Geschichte von Ned Kelly und seiner Gang“ von Peter Carey

In seinem Roman lässt Peter Cary den 1855 geborenen australischen Outlaw Ned Kelly selber zu Wort kommen: Er ist zwölf, als sein Vater verschwindet, mit vierzehn kommt er zum ersten Mal mit dem Gesetz in Konflikt. Dann geht seine Karriere steil bergan, Pferdediebstahl, Sabotage der Gleisarbeiten, Banküberfälle, Schießereien mit der Polizei. Er ist großzügig zu den Armen, neigt er bei seinen Überfällen zu Maskerade und Farce. Doch unter der Verkleidung hat eine weiche Stelle - für seine Mutter, deren wechselnde Liebhaber er hasst, für seine Tochter, an die er seinen Lebensbericht in 13 Lieferungen richtet. Am Ende sitzt seine Gang in der Falle: er flieht und kehrt in seiner eisernen Rüstung zurück, um sich dem Gemetzel entgegenzustemmen, vergebens.

Wie seine Rüstung ist Ned Kelly eine australischer Legende. Peter Carey gelang das Kunststück, der fernen Gestalt eine Sprache voller Leidenschaft und unbändiger Wildheit zu geben. Er schuf den Roman zum australischen Mythos vom einsamen Bushranger, der zum Robin Hood des Outback wurde.

Internetadressen: www.ironoutlaw.com und www.slv.vic.gov.au/slv/exhibitions/treasures/jerilderie

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    Die wahre Geschichte von Ned Kelly und seiner Gang

    bauerhepeter

    07. October 2016 um 14:30

    Spieglein, Spieglein an der Wand wer ist wohl der bekannteste Australier in seinem Land ? Außenstehende unter uns werden wohl auf Nicole Kidmann, Cate Blanchett , Heath Ledger oder Hugh Jackman aus der Schauspielerriege tippen Australiens singende Kyle Minogue ins Rennen schicken, auf den Medienmogul Rupert Murdoch kommen oder die Rock band AC/ DC nennen. Keines trifft jedoch zu ebenso gehört weder der Schwimmer Ian Thorpe Tennislegende Pat Cash , Filmregisseur Baz Lucman oder die einheimischen Schriftsteller Colleen McCullough ( Dornenvögel ) , Tim Winton ( Atem ) oder Peter Carey dazu. Aber mit dem Namen Peter Carey nähern wir uns dem „ Gewinner „ schon sehr an ,denn der Titelheld Ned Kelly aus seinem Roman DIE WAHRE GESCHICHTE VON NED KELLY UND SEINER GANG , ist der bekannteste Mensch Australiens .Ein sogenannter Buschranger ,Australiens Ausdruck für Diebe und Ganoven die sich gerne im unübersichtlichen ländlichen Raum verstecken und doch auch ein gefeierter Volksheld dort. Der berüchtigte und inzwischen auch außerhalb Australiens berühmte Ned Kelly hatte in den 1870ern über zehn Jahre hinweg sein Unwesen getrieben, Reisende beraubt, Banken überfallen und sich jedweder Autorität verweigert. Mindestens drei Polizisten soll er während seiner „Karriere“ getötet haben. Zum Showdown zwischen ihm, seiner Bande und der Polizei kam es schließlich 1880, als er fast einen gesamten Ort in einem Pub als Geiseln hielt. Wobei ihm zugehalten muss dass er seine Geiseln immer pfleglich behandelte und sie nie umbrachte. Ihm war deutlich bewusst dass er auf möglichst viel Bewunderung und Unterstützung bei den kleinen Leuten vor Ort setzen musste um besser immer wieder untertauchen zu können. Welche Autoren und Autorinnen bringen uns ferne Länder und ihre Geschichten am besten nahe? Sind es die Autoren und Autorinnen die hier in Deutschland leben und unter passenden Synonymen über jene Länder wie des Roten Kontinents kreativ sind? Sind es solche die oft ihre deutschen Protagonisten in vererbten alten Häusern und verwunschenen Gärten alte Schatullen mir verschollenen Dokumenten finden lassen die sie veranlassen in besagten weit Entfernen nach ihren Wurzeln ,düsteren Familiengeheimnissen ,neuen Lebensaufgaben und Partner bzw. Partnerinnen zu suchen . Oder sind es die dort schon einheimische Schriftsteller und innen die nicht mehr so weit und oft dort hinreisen und recherchieren müssen. Ihre Geschichten sind ihnen meist bekannt sie spielen oder spielten nicht selten ein paar Orte weiter und Nachkommen ihrer Protagonisten begegnen ihnen oft sogar noch auf Schritt und Tritt. Nicht selten sind sie sogar ein Teil der erzählenswerten Geschichten. Fakt ist dass beide Gruppen schwer arbeiten müssen bis sie hier Werk stolz in der Hand halten dürfen um es dann anderen interessierten Menschen egal wo schmackhaft zu machen. Zu der letzteren Gruppe gehört auch der hier bekannte Peter Carey der sich der Geschichte von Ned Kelly neben anderen Australiern beherzt annahm um sie uns im interessanten lesenswerten historischen Gewand zu reprästentieren. Dieser Autor der auch mal in London und New York lebte hatte einen Großvater der jemanden kannte der wiederum jemanden kannte der Ned und seine Gang angeblich verriet. Egal was bei einer solche Mythosbildung noch wahr ist und nicht letztendlich prästinierte Vorraussetzungen einen möglichst der Realität entsprechenden Roman über Neds kurzes Leben abzuliefern. Und dies gelingt ihm sehr gut weil er Ned in vielen Briefbündeln etappenweise selbst an seine geliebte Tochter geschickt erzählen lässt. Wir erfahren so von seiner Kindheit wo er stolz schon früh einen Klassenkameraden vorm Ertrinken rettete, die ersten Zusammenstöße mit der viktorianischen Polizei in der Jugendzeit,die auch damals noch eher unverschuldeter Art waren . Eingewanderte Iren zu denen auch die Kellyfamilie gehörte waren in der damaligen Zeit gern die Sündenböcke anderer, als Trunkenbolde und Viehdiebe stigmatisiert und wegen ihrer Freiheitsliebe und Autoritätskritik der teilweise korrupten Polizei immer ein Dorn im Auge. So kam es automatisch zu immer gegenseitigen Provokationen auch wegen den weiblichen begehrenswerten Töchter des Kellyclans und zu Übergriffen wobei auch mal sippenhaftartig andere Mitglieder wie Neds geliebte Mutter in Gewahrsam genommen wurden. Dies traf ihm mit einer wahrscheinlich unterschwellig ödipalen Verbindung zu ihr zutiefst und die Schwelle zum Outlaw, der dann mit seinen Brüdern verfolgende Polizisten umbrachte war schnell überschritten. Man erklärte sich gegenseitig den Krieg ,die viktorianische Polizei forderte große Spezialverstärkung an ,die versuchte durch stattliches Kopfgeld Verräter gegen ihn zu schaffen was dann auch gelang .Es kam zum besagten obigen Showdown der viele Leben auf beiden Seiten kostete und nach seiner Festnahme wurde er mit nur 26 Jahren in Melbourne gehängt mit den abschließenden Worten„ So ist das Leben“ Ein kurzes interessantes Leben .Hat es sich gelohnt ? „ Gelohnt hat sich auf jeden Fall dieser aufschlussreicher Roman auch wenn Carey wenig an Mythos kratzt bzw. kratzen will .Australien hat wenig Probleme damit als ein Land das eh sich in einer ehemalige Sträflingskolonie begründet , einen ,heruntergebrochen , Verbrecher als Volksheld zu haben. Verbrecher waren natürlich auch große Teile des korrupten Polizeiapparat die nachweislich Unliebsame aus dem Weg räumten um Interessen der Großgrundbesitzer zu schützen Peter last es einfach weiterlaufen auch im Sinne des örtlichen Tourismus ;d und weiterer künstlerischen Möglichkeiten sich dem Stoff anzunehmen und weiter auf zu arbeiten. So gibt es schon erfolgreiche Theaterstücke und auch eine Menge Verfilmungen wie GESETZLOS - DIE GESCHICHTE DES NED KELLY der sich überwiegend auf den Roman des Kollegen Robert Drewe namens OUR SUNSHINE beruft .Sunshine war Neds Kosename seiner Eltern. Und hier in diesem ebenso gelungenen Werk zieht der Regisseur noch die Trümpfe hervor die ein Autor trotz Sprachgewalt nie haben wird. Die Macht der Bilder ,die Wirkung der Musik und die Verführung der Schauspieler und innen. So sind wir schon mit der ersten Aufnahmen ,die Unterwasserrettungsaktion mitten im seinem nur kurzem Leben ,die Kamera zeigt trotz Verfolgungsjagden in vornehmlich düsteren Sequenzen immer wieder kurze einfangende Augenblicke landestypische Pflanzen und Tiere wie Sarah Larks Kauribaum in Bäumen hängenden Schlangen , Papageien und das obligatorische Kängeruh . Auch hier hält sich der Regisseur Gregor Jordan stark an der angenommen realistischen Historie und lässt Ned sein Leben erzählen . Leichte Abzüge gibt es für das kritisierbare Experiment die Sprache im Roman historisch der Zeit und dem Protagonisten an zu passen. Nein , hier wurde kein Gehalt eines Lektors eingespart .Wir müssen den ganzen Roman mit sehr restriktiver Satzzeichensetzung auskommen was gewöhnungsbedürftig sein kann. Was vielleicht hier zu wenig ist , ist phasenweise im Film etwas zu viel geraten : Der Einsatz von Pathos .Dafür gibt es aber noch zwei bei besonders der Weiblichkeit beliebte attraktive Schauspieler mit dem leider schon verstorbenen Heath Legher als Ned und Orlando Bloom ( Fluch der Karibik ) . Einfach beide Werke genießen und dann nach Australien fahren wobei man aber nicht in die teuren überall lauernden Ned Kellytouristenfallen tappen sollte :D Das obligatorische noch Anzumerkende :D Wer das ganze vertiefen möchte und unter anderem tolle Bilder aus DOWN UNDER und KIWILAND anschauen will darf jederzeit unserer gleichnamigen Gruppe hier beitreten. Danke

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  • Rezension zu "Die wahre Geschichte von Ned Kelly und seiner Gang" von Peter Carey

    Die wahre Geschichte von Ned Kelly und seiner Gang

    Thaila

    07. June 2010 um 18:01

    Die australische Provinz Victoria, Mitte des 19. Jahrhunderts. Es ist eine harte und ungerechte Welt, in die Peter Carey seinen Leser in Die wahre Geschichte von Ned Kelly und seiner Gang entführt. Gutes Land, dass Reichtum verspricht, ist in der jungen Provinz heiß umkämpft. Reiche Farmer, die sogenannten Squatter, machen mit der Polizei gemeinsame Sache, um die arme Bevölkerung, bei denen es sich in vielen Fällen um zwangsverschiffte Deliquenten handelt, in Schach zu halten. Vor allem die irischen Kleinbauern haben einen schlechten Ruf weg und sind von vorneherein als Viehdiebe und Trunkenbolde abgestempelt. Auch Ned Kelly hat unter diesem Schicksal zu leiden. Bereits als Jugendlicher landet er wegen eine Bagatelle im Gefängnis und wird wenige Tage nach seiner Freilassung erneut festgenommen und verurteilt - für ein Verbrechen, dass begangen wurde, als er noch gefangen war. Peter Carey zeigt wie ein Mensch durch Dünkel und Mißtrauen zum Verbrecher gemacht wird. Immer wieder bemüht Ned Kelly sich redlich zu bleiben und auch die vielen Mitglieder seiner Familie auf die rechte Bahn zu bringen. Erst als er keinen anderen Ausweg mehr sieht, wird er zum Bandenführer, der für einige Zeit die Polizei im Atem halt. Der Roman beschreibt eine klassische Robin-Hood-Geschichte. Ned Kelly begehrt im Namen der Armen gegen die Obrigkeit auf. Anders als Robin Hood ist er jedoch kein strahlender Held, denn es gelingt im nicht eine Spirale der Gewalt aufzuhalten, die auch Unschuldigen das Leben kosten wird. Die Geschichte ist aus seiner Sicht geschrieben. Es wird die Illusion von originalen Aufzeichnungen erzeugt, die Ned Kelly aufgezeichnet hat. Dieses interessante Stilelement birgt viele Gefahren. Wenig ist vermutlich schwieriger, als einen Roman in der Sprache eines ungebildeten Menschen aus einer anderen Zeit zu schreiben, der trotzdem spannend und unterhaltsam ist. Das ist Carey gut gelungen. Die Sprache ist glaubwürdig, Kellys Slang zumindest im Original jedoch recht schwer zu lesen. Dem Roman gelingt es gut sich in die Gedankengänge seines Helden hineinzubegeben, die obwohl er ein einfacher Mann ist, keineswegs banal oder simpel sind. Schöner, außergewöhnlicher historischer Roman!

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