Peter Conradi Hitlers Klavierspieler

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Inhaltsangabe zu „Hitlers Klavierspieler“ von Peter Conradi

Ein Mann in Adolf Hitlers Umfeld spielte während dessen Aufstieg zur Macht eine besondere Rolle: Ernst »Putzi« Hanfstaengl. Er lebte lange in New York, war Lebensgefährte von Djuna Barnes und ein Studienfreund von Franklin D. Roosevelt. 1921 kehrte er nach Deutschland zurück. Beeindruckt von Hitlers Auftreten wurde er Parteimitglied und stieg zum Auslandspressechef auf. Er wurde ein enger Vertrauter Hitlers, der ihn zu jeder Tages- und Nachtzeit zum Klavierspielen zitierte. 1937 wurde offensichtlich, dass sein Einfluss auf Hitler geschwunden war und die Parteispitze ihn kaltstellte. Er fürchtete um sein Leben und floh über die Schweiz nach England. Dort wurde er zu Kriegsbeginn interniert und später nach Kanada deportiert. Hanfstaengl nahm Kontakt zu Roosevelts Umfeld auf, der ab 1942 dessen Insider-Kenntnisse für die psychologische Kriegsführung gegen Nazi-Deutschland nutzte. Nach Kriegsende wandelte er sich vom Saulus zum Paulus und erklärte, dass es für ihn heute unvorstellbar ist, wie er Hitler je verfallen konnte. Peter Conradi widerlegt diese Aussage, indem er die Mechanismen von Ehrgeiz, Macht und Machterhalt analysiert. Darüber hinaus bietet dieses Buch einen lebendigen und sachkundigen Einblick in die gesellschaftlichen Verhältnisse, die den Aufstieg der Nationalsozialisten erst möglich gemacht haben.

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  • Ganz schwacher pseudowissenschaftlicher Roman

    Hitlers Klavierspieler
    AnnieBodyElse

    AnnieBodyElse

    31. December 2013 um 02:33

    Peter Conradi schreibt zum grössten Teil bei Ernst Hanfstaengl´s "Zwischen Weißem und Braunem Haus" ab, und das mehr schlecht als recht. Gleich im ersten Kapitel, merkt man beim direkten Vergleich beider Werke, daß die Sätze nur umformuliert wurden. Um so erstaunlicher dann Conradi´s Bericht vom ersten Besuch Hanfstaengls bei einer Rede Adolf Hitlers. ,Keine 3 Meter´ trennen Putzi vom Rednerpult des späteren Führers, während im Original ,knapp 6 Meter´ dazwischen liegen. Wenn Hanfstaengl von seiner ersten Begegnung mit Rosenberg und dessen Erscheinungsbild erst ohne Wertung und dann von einem ihm ,später so verhassten´ Verfasser spricht, will Conradi wissen: ,Hanfstaengl fühlte sich sofort von ihm abgestoßen´.  Und so geht es munter weiter. Aus 20 Prozent Abzug beim Wechselgeschäft mit Christian Weber werden bei Conradi 25. Der Autor schreibt hauptberuflich für Englands auflagenstärkste Sonntagszeitung ,Sunday Times´. Seine ,Anmerkungen´am Ende des Buches sind eine Art willkürlicher Quellennachweis. Mal wird eine Quelle angegeben, grösstenteils nicht. Auch die Übersetzung lässt zu wünschen übrig. Da liest man Sätze wie: ,Putzis Vorahnung auf der Überfahrt bestätigte sich´. Weiterhin werden Fakten aus dem Zusammenhang gerissen wiedergegeben und entgegen sachlicher und auch selbstanalytischer Argumentation im Original in reisserischer Weise dargeboten. Sicherlich war Hanfstaengl kein Unschuldslamm, doch hat er seine zeitweilige Verblendung und seine Absicht mäßigenden Einfluss auf Hitler auszuüben in seiner Biografie glaubhaft dargestellt. Während Conradi offenbar die Leseerwartungen eines vorurteilsbehafteten englischen Publikums erfüllen, und Hanfstaengel zum Nazi-Karrieristen machen muss.

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  • Rezension zu "Hitlers Klavierspieler" von Peter Conradi

    Hitlers Klavierspieler
    ChiefC

    ChiefC

    15. June 2010 um 12:38

    Putzi Hanfstaengel war Hitlers Auslandspressechef, fiel 1937 inUngnade und floh ins Ausland. Sein Sohn Egon, Hitlers Patenkind, kämpfte später in der U.S.-Armee gegen Deutschlands Verbündete. Ein irrer Lebenslauf. Hanfstaengel stammte aus einer angesehenen Münchener Familie, wuchs im Kaiserreich auf, studierte bis 1909 in Harvard, lernte 1923 Hitler kennen, war jahrelang ein enger Vertrauter, der für ihn zu allen Tages- und Nachtzeiten Klavier spielen musste, saß dann nach seiner Flucht sieben Jahre als Gefangener der Engländer und Amerikaner fest, für die er Berichte und Analysen über das Dritte Reich und seine Protagonisten verfasste, bevor er nach Deutschland zurückkehrte, wo er 1975 starb. Zu seinen Bekannten zählten viele einflussreiche Persönlichkeiten, darunter beide amerikanischen Roosevelt-Präsidenten, die berühmte Schriftstellerin Djuna Barnes war drei Jahre lang seine Geliebte. Ein Leben wie ein Roman. Der englische Journalist Peter Conradi beschreibt es spannend und brillant. Ein Glanzstück angelsächsischen Journalismus', und auch die deutsche Übersetzung von Gabriele Herbst ist erstklassig. Conradi, Top-Zeitungsmann, der er ist, verlässt sich nicht nur auf Hanfstaengels eigene, umfangreiche Aufzeichnungen, sondern hat viele andere Quellen studiert. So entsteht das Bild eines höchst interessanten Menschen, der manchmal zugleich anziehend, oft aber auch abstoßend wirkt. Ein Sympathieträger ist dieser Putzi Hanfstaengel nicht, der sich später zwar als Nazi-Gegner geriert, von seiner Faszination für Hitler aber nie weg kommt und der bis zum Tod und trotz seiner großen Intelligenz und musischen Begabung ein ekelhafter Antisemit und Rassist bleibt. Er vereinigt in sich die Widersprüche, die es bis heute so schwer machen zu verstehen, warum an und für sich begabte Menschen Hitler und seiner Ideologie verfallen waren. Am Beispiel Hanfstaengel zeigt Conradis Buch, wie vielschichtig die Gründe dafür sind, dass das Dritte Reich entstehen konnte.

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