Peter Dempf Fürstin der Bettler

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Inhaltsangabe zu „Fürstin der Bettler“ von Peter Dempf

Eine kalte Nacht im Jahr 1300. Als die Augsburger Apothekersfrau Hannah aus dem Schlaf aufschreckt, ahnt sie noch nicht, welche dramatische Wendung ihr Leben nehmen wird: Ihr Haus steht lichterloh in Flammen! Hannahs Mann ist dem Feuer zum
Opfer gefallen, und ihre Tochter ist unauffindbar. Hannah kann dem Inferno entkommen, doch jemand trachtet ihr nach dem Leben. War der Brand etwa ein Anschlag? Als Bettlerin getarnt versucht sie, die Wahrheit aufzudecken - getrieben von der
Hoffnung, ihre Tochter doch noch lebend wiederzusehen. Dabei kommt sie einem unfassbaren Skandal auf die Spur -

Ein ausgezeichneter historischer Roman, der in die Straßen Augsburgs um 1300 entführt.

— NiWa

Ein sehr schöner Roman, in dem aber ein bissel zu viel und zu leicht getötet wird. Besonders von den "Guten"

— Wichella

Hannahs Lebenswelt wird unglaublich gut beschrieben, ich konnte total in die Geschichte eintauchen! Das Ende fand ich etwas überladen.

— Broeslmonster

ein tolles Buch,endlich werden Frauen auch mal als stark beschrieben!

— Goldammer

Spannende Geschichte um das Leben der Bettler im Mittelalter

— nirak03

Ich kann mir nicht helfen, aber es hat mir nicht wirklich gefallen. es schien mir ein wenig zu konstruiert.

— ElliB

Ich bin noch ganz hin und weg. Einfach nur toll!

— ChattysBuecherblog

mein Mann hat gebettelt, dass ich wieder aufhöre zu lesen, aber ich konnte nicht! Habe mit fürstlichem Genuss das Buch verschlungen

— harakiri

Eine starke Frau zeigt, daß Zusammenhalt eine große Macht besitzt; und damit auch "schwache" Frauen viel bewirken können.

— Gelinde

Ein Frau, die den Mut aufbringt, sich gegen die Widrigkeiten des Lebens aufzulehnen und die Wahrheit herauszufinden. Sehr fesselnd!

— Dreamworx

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  • Das Leben der Bettler und der Ausgestoßenen

    Fürstin der Bettler

    NiWa

    Augsburg, 1300. Mitten in der Nacht wird die Apothekersfrau Hannah von einer Feuersbrunst geweckt. Das Haus steht in Flammen. Ihr Mann und ihre Tochter sind unauffindbar. Es ist unbegreiflich, welche dramatische Wendung ihr Leben in diesen wenigen Augenblicken nimmt.Peter Dempf hat mit diesem historischen Roman gleich mehrere Themenbereiche bedient. Einerseits geht es um das Leben der Bettler und Ausgestoßenen. Er veranschaulicht, wie schwer sie es hatten, welche Regeln für sie um 1300 galten und wie sie sich durch ihr karges Leben geschlagen haben. Andrerseits thematisiert er genauso die Stellung der Frau in dieser schwierigen Zeit. Er zeigt, wie sehr man sich hüten musste, nicht zu viel zu wissen oder zu können. Allzu leicht konnte man in den Verdacht der Hexerei geraten. Außerdem begreift man schnell, dass eine Frau oftmals lediglich Objekt sexueller Begierde ist.Es ist das Jahr 1300 und Hannah Meisterin, ehemals stolze Frau des Apothekers, steht vor den Trümmern ihrer Existenz. Ihr Haus ist abgebrannt, der Mann ist tot, die Tochter nicht auffindbar und sie selbst durch die tosenden Flammen entstellt, sodass sie niemand erkennt. Von einem Moment auf den anderen wird sie von der angesehenen, wohlhabenden Bürgerin zur Bettlerin degradiert. Jetzt ist sie eine Frau, die nach dem herben Schicksalsschlag im Straßendreck um ihr Überleben kämpft.Peter Dempf hat auf anschauliche Weise von historischen Fakten erzählt. Man bekommt ein Gefühl für das Treiben auf der Straße und erkennt, wie schwer es war, von milden Gaben zu leben. Ich finde es immer bemerkenswert, wie viel man aus solchen Romanen lernt. Zum Beispiel wusste ich nicht, dass Bettler eine Marke brauchten, um überhaupt in Städte gelassen zu werden. Gleichermaßen verwunderlich ist es auch, welche Sitten und Gebräuche seither unseren Sprachschatz geprägt haben. Denn Dempf erklärt nebenher, wie es ist, wenn man zur Sau gemacht wird oder warum manch leichtes Mädchen in meiner Region nach wie vor als „Luder“ bezeichnet wird.Die Handlung an sich ist spannend erzählt und weist stark kriminalistische Züge auf. Hannah Meisterin will verstehen, warum ausgerechnet ihr Zuhause in Trümmern liegt, wo ihr Kind geblieben und wieso ihr Mann gestorben ist. Dazu macht sie sich mit der Schwarzen Liss durch Augsburgs Straßen auf, wodurch man zusätzlich einen Eindruck vom damaligen Alltag erhält.Die Figur der Hannah Meisterin ist plastisch beschrieben. Man fühlt ihre Hilflosigkeit, ihr Unvermögen, die Ereignisse zu verarbeiten, ihre Wut und die Brutalität, die daraus entbrennt.Etliche Szenen sind eindringlich erzählt, wobei einem der damalige Gestank in die Nase steigt und man Zeuge barbarischer Gesprächsmethoden wird. Man sollte doch einen starken Magen haben, weil selbst die Protagonistin zu roher Gewalt fähig ist.Dabei wird die Handlung aus mehreren Perspektiven erzählt. Großteils wird sie von Hannah getragen, dennoch durch weitere Blickwinkel ergänzt, was ihr deutliche Spannung verleiht.Für mich ist „Fürstin der Bettler“ ein ausgezeichneter historischer Roman, der in die Straßen Augsburgs um 1300 entführt und durch kriminalistische Spannung glänzt.

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    • 9

    KruemelGizmo

    07. October 2017 um 15:34
  • Auf der Suche nach der Wahrheit

    Fürstin der Bettler

    britta70

    Ein Albtraum: Hannah wacht eines nachts auf und stellt fest, dass das Haus brennt. Verzweifelt sucht sie nach Mann und Kind, kann aber beide nicht finden. Verzweifelt rennt sie nach draußen, um ihre Suche dort fortzusetzen. Durch Brandwunden ist sie offensichtlich bereits so entstellt, dass nicht einmal Nachbarn sie wieder erkennen. Wiederholt versucht sie, weiter nach ihrer Familie zu suchen, doch die Büttel halten sie für eine Bettlerin. Es gelingt ihr nicht, sich verständlich zu machen und so landet sie im berühmt berüchtigten Stadtgefängnis in der Wasserzelle. Nur durch die Hilfe eines Wächters, der sie wieder erkennt und sich für eine Wohltat des Apothekers revangieren will, entkommt Hannah. Zunächst widerwillig nimmt sie nun die Identität der Bettlerin Röttel an, die an ihrer Stelle sterben musste. Die Schwarze Liss hilft ihr, sich im Gefüge der Bettler zurechtzufinden und entwickelt sich zu einer Vertrauensperson.  Als Hannah erfährt, dass in ihrem Haus drei Leichen gefunden wurden, geht sie dem Ganzen mit der Hilfe der Schwarzen Liss nach und deckt unglaubliche Machenschaften und Intrigen auf. Inzwischen hat sie aufgrund ihrer Klugheit und ihres Wissens als Apothekerfrau viele Frauen hinter sich, auch der Mönch Adilbert ist ihr sehr zugetan. Sie alle raufen sich zusammen, um das Recht siegen zu lassen... Dieser spannende Historienroman spielt in Augsburg zur Zeit des 13. Jahrhunderts. Der Roman überzeugt durch einen sehr flüssigen Schreibstil und sehr bildhafte, detailgetreue Darstellungen der damaligen Zeit. Die Charaktere sind sehr lebendig beschrieben, insbesondere die Entwicklung Hannahs von der Apothekersfrau zur Anführerin der Bettler und Rebellin ist brilliant dargestellt.  Ich kann diesen Roman all jenen uneingeschränkt empfehlen, die gerne in frühere Zeiten eintauchen und sich gerne in eine spannende Geschichte hineinziehen lassen. 

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    • 2

    Arun

    07. July 2014 um 13:55
  • Leserunde zu "Fürstin der Bettler" von Peter Dempf

    Fürstin der Bettler

    PeterDempf

    Liebe Freundinnen und Freunde des historischen Romans, ich bin ein wenig unsicher, da dies mein erster Auftritt bei „Lovelybooks“ ist. Dennoch bin ich neugierig, wie mein Buch „Fürstin der Bettler“ aufgenommen werden wird. Schließlich ist es immer spannend, wenn ein Schiff aufs Wasser gesetzt wird und jetzt Wind in die Segel bläst. Beim ersten Sturm bin ich gerne dabei und freue mich auf alle, die mit mir die Jungfernfahrt begehen wollen. Für Hannah bricht von einem Augenblick auf den anderen ihre Welt zusammen. Die Apotheke brennt ab, ihr Mann kommt in den Flammen ums Leben und ihre Tochter Gera verschwindet spurlos, offenbar auch ein Raub der Flammen. Sie selbst wird ins Gefängnis geworfen – und wäre sie nicht als Frau des Apothekers bekannt, würde sie in den „Hexenlöchern“ umkommen. Doch ein mitfühlender Wärter lässt sie einkommen. Sie schlüpft in die Rolle der Bettlerin Röttel und erlebt einen Alptraum. Nur ein Gedanke hält sie aufrecht: Beim einem heimlichen Besuch der Brandstelle hatte sie erfahren, dass ihre Tochter nicht verbrannt ist. Mit diesem Wissen und den Kenntnissen der Apothekerfrau erwirbt sie sich das Vertrauen der Bettlerinnen ihrer Stadt. Sie beginnt, sich gegen ihr Schicksal zu stemmen und wehrt sich. Das bleibt nicht ohne Folgen, doch Hannah ist zäh. Außerdem erfährt sie von allen Seiten Zustimmung und Zuneigung. Mit Hilfe des Mönchs Adilbert kommt sie einer ungeheuerlichen Machenschaft auf die Spur, die mit dem Brand ihres Hauses und einer Anzahl von Kinderleichen in den Stadtgräben direkt in Zusammenhang steht. Als sie dann erfährt, dass ihre Tochter tatsächlich noch lebt, wagt sie das Letzte. Schließlich droht dem Kind unmittelbar Gefahr. Bruder Adilbert, dessen Hilfe längst in Liebe umgeschlagen ist, liefert ihr das letzte Mosaiksteinchen für ihre Rache... Hier findet Ihr außerdem eine Leseprobe! (funktioniert am besten im Internet Explorer) Wer Lust hat, die emotionale Achterbahnfahrt der Apothekerfrau Hannah im Jahre 1300 in einer Leserunde mitzumachen und eines von 15 Freiexemplaren gewinnen möchte, bewirbt sich bitte bis einschließlich Donnerstag, 7.3. hier bei Lovelybooks. Verratet mir doch, wie die Geschichte zwischen Bruder Adilbert und Hannah enden könnte! Vielleicht gibt es ja eine Fortsetzung... Alle, die das Buch bereits besitzen, sind natürlich ebenfalls eingeladen, sich anzuschließen! Weitere Informationen zu mir und meinem Buch finden sich auf meiner Homepage. 

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    • 190
  • "Wir hören lieber eine gut vorgetragene Lüge, als uns der Wahrheit zu stellen" (Zitat)

    Fürstin der Bettler

    ChattysBuecherblog

    04. March 2014 um 14:59

    Meine Rezension zu Fürstin der Bettler von Peter Dampf 1. Klappentext Eine kalte Nacht im Jahr 1300. Als die Augsburger Apothekersfrau Hannah aus dem Schlaf aufschreckt, ahnt sie noch nicht, welche dramatische Wendung ihr Leben nehmen wird: Ihr Haus steht lichterloh in Flammen! Hannahs Mann ist dem Feuer zum Opfer gefallen, und ihre Tochter ist unauffindbar. Hannah kann dem Inferno entkommen, doch jemand trachtet ihr nach dem Leben. War der Brand etwa ein Anschlag? Als Bettlerin getarnt versucht sie, die Wahrheit aufzudecken - getrieben von der Hoffnung, ihre Tochter doch noch lebend wiederzusehen. Dabei kommt sie einem unfassbaren Skandal auf die Spur...   2. Zum Inhalt: Für Hannah, Apothekersfrau, verändert eine Nacht im Jahr 1300 das komplette Leben. Bei einem Brand stirbt ihr Mann und ihre Tochter verschwindet. Man wirft Hannah den Mord vor.  Doch das Entsetzen und die Verluste nehmen kein Ende. Der Mob verfolgt sie, so dass es nur noch einen Ausweg gibt, sie muss als Bettlerin versuchen das Ganze aufzuklären.   3. Meine Meinung: Bereits nach den ersten Seite wußte ich es: Das ist mein Buch! Ich konnte es kaum aus der Hand legen, so sehr hat mich diese Geschichte in ihren Bann gezogen. Ich wollte immer mehr wissen. Was war wirklich geschehen? Wer steckt hinter all dem Ganzen? Wie wird sie es aufklären? Die Protagonisten Hannah wird sehr gut beschrieben, auch af die Veränderung nach dem Brand wird meines Erachtens sehr gut eingegangen. Das Leben auf der Straße im Mittelalter ist anschaulich beschrieben, so dass sich der Leser direkt in die Szenen reinversetzt fühlt und teilweise auch mitleidet. Die Örtlichkeiten wurden sehr gut beschrieben, so dass keine Fragen offen bleiben. Die Spannung wird förmlich von der ersten bis zur letzten Seite gehalten.   4. Preis / Leistung  7,49 € (ebook) und 8,99 € (Taschenbuch) für 480 Seiten halte ich für günstig, so dass man wirklich ruhigen Gewissens sich das Buch leisten kann. Preis/Leistung sind somit absolut top!   5. Leseempfehlung für Liebhaber historischer Romane wird es ein absoluter Lesegenuß werden.

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  • Spannender historischer Roman mit starken Frauen

    Fürstin der Bettler

    TigorA

    Das Jahr 1300 in Augsburg. Hannah Meisterin, Ehefrau des städtischen Apothekers, erleidet einen schrecklichen Schicksalsschlag. Ihr Haus brennt mitsamt ihrem Gatten und Kind nieder, nur mit Mühe kann sie selbst entkommen. Von Verbrennungen gezeichnet muss sie vortan ihr Leben in den Straßen von Augsburg als Bettlerin bestreiten. Unerwartete Hilfe bekommt sie von der Bettlerin Liss. Mit ihr gemeinsam kommt Hannah auf eine Spur was den plötzlichen Brand der Apotheke betrifft. Ist das Feuer absichtlich entstanden und was hat der oberste Stadtpfleger damit zu tun? Was wird an der Stelle des abgebrannten Gebäudes neu errichtet? Warum werden so viele ermordete Kinder in Augsburg gefunden? Wäre es möglich, dass ihre Tochter noch lebt? Und welche Rolle spielt der schüchterne Mönch Adilbert? Fragen denen Hannah nachgehen muss. (Gelesen als Ebook) ~~~ Mir hat das Buch ausgesprochen gut gefallen. Es ist so vielfältig, dass man aus der Spannung gar nicht mehr raus kommt. Die Geschichte ist einfach aber lebendig erzählt und eigentlich zu keinem Zeitpunkt langweilig. Hannah ist ein angenehmer Charakter dem man gerne folgt und man fiebert mit ihrem Schicksal automatisch mit. Ihre Stärke gibt Hoffnung und Mut. Gut, einige Begebenheiten wirken ein wenig an den Haaren herbeigezogen aber es ist eben ein Roman. Erschreckend und faszinierend zugleich fand ich es, in die Welt der Bettler zur damaligen Zeit einzutauchen. Etwas derartiges hatte ich zuvor noch nie gelesen und war begeistert von der Art des Autors uns dort einen Einblick zu geben. Man merkt in jeder Buchseite wie hart das Leben gewesen sein muss, wenn man nichts hat, nicht einmal einen richtigen Namen. Den Teil mit den ermordeten Kindern fand ich auch sehr schlimm. Der Autor schreibt im Nachwort sogar, dass zu der Zeit in Augsburg wirklich viele Kinder ermordet wurden. Ob nun unter den Umständen wie der Autor sie beschreibt sei dahingestellt aber man kann es sich gut vorstellen. Und das allein reicht schon für Gänsehaut. ~~~ Ich bin also voll des Lobes für dieses Buch. Uns wird historisch wie romantechnisch einiges geboten. Spannung gibt es von der ersten bis zur letzten Seite mit einer starken Frau die um ihr Recht und ihre Familie kämpft ganz gleich wie weit unten sie ist. Ich kann dieses Buch wirklich allen empfehlen die historische Romane mögen und auch denen die es mal versuchen wollen.

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    • 2

    kornmuhme

    01. July 2013 um 14:40
  • Fürstin der Bettler

    Fürstin der Bettler

    dorli

    23. April 2013 um 17:28

    Augsburg, 1300. Die Apothekersfrau Hannah kann sich gerade noch rechtzeitig aus ihrem brennenden Haus retten – weder ihr Mann noch ihre Tochter konnten offenbar den Flammen entkommen. Die schwerverletzte Hannah wird von niemandem erkannt, keiner hilft ihr. Ganz im Gegenteil, sie wird vom Stadtbüttel aufgegriffen und als vermeintliche Diebin in den Kerker gesperrt. Nur einem hilfsbereiten Wärter ist es zu verdanken, dass sie einem Anschlag auf ihr Leben entgeht. Mit der Identität der verstorbenen Bettlerin Röttel ausgestattet, versucht Hannah den Dingen auf den Grund zu gehen… Mein erster Roman von Peter Dempf – und ich bin begeistert! Man wird direkt in das Geschehen hineinkatapultiert und erlebt mit Hannah die schreckliche Brandnacht. Die Spannung ist mit einem Schlag da, ich habe mit Hannah mitgelitten, konnte ihre Verzweiflung und ihr Entsetzen über die Vorgänge spüren. Hannahs Trauer um ihre Familie verwandelt sich in puren Zorn, als sie die wahren Hintergründe des Brandes erfährt und die Hoffnung, dass ihre Tochter Gera noch am Leben ist, lässt Hannah nahezu unmenschliche Dinge bewältigen. Es gelingt dem Autor hervorragend, diesen Strudel aus Emotionen, den Hannah im Verlauf der Handlung durchleben muss, an den Leser weiterzugeben. Hannahs langsame Wandlung von einer verängstigten Frau zu einer starken Kämpferin, ihr gesamter Werdegang inmitten der Bettler, wird nachvollziehbar und glaubwürdig geschildert. Auch die auf der Straße herrschende Brutalität und die rohe Gewalt unter den Bettlern werden anschaulich dargestellt. Alle Charaktere sind bunt und detailliert beschrieben und bekommen schnell ein Gesicht, selbst die Nebenfiguren, wie zum Beispiel die liebenswürdige Liss, der erbarmungslose Rote oder die verräterische Magdalena, wirken durchweg überzeugend. Kleine Geheimnisse und Unvollkommenheiten machen die Protagonisten sympathisch und glaubwürdig – hier allen voran Bruder Adilbert, der es mit den Regeln und Vorschriften des Klosterlebens nicht allzu genau nimmt, aber zur rechten Zeit zur Stelle ist und Hannah tatkräftig unterstützt. Zusammen mit dem lebendigen, flüssigen Schreibstil und der wunderbar bildlichen Erzählweise wird die packende Handlung dieses historischen Krimis zu einem fesselnden Leseerlebnis.

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  • Fürstin der Bettler

    Fürstin der Bettler

    Sophie333

    21. April 2013 um 14:58

    Innerhalb einer Nacht ändert sich für Hannah alles. Das Haus des Apothekers steht in Flammen und damit nicht genung, gibt es auch zunächst keine Spur von ihrem Mann und ihrer Tochter. Doch schon bald stllt sich heraus, das zumindest ihr Mann in den Flammen umgekommen ist. Von ihrer Tochter fehlt weiterhin jede Spur. Durch ihre Verletzungen und den drei Leichen im Haus gilt auch Hannah als Tod. Sie lebt nun auf der Straße und muss sich als Bettlerin duchschlagen. Dabei ist sie immer auf der Suche nach ihrer Tochter und dem Brandstifter. "Fürstin der Bettler" erzählt die Geschichte einer jungen Frau, deren Leben sich schlagartig um 180° ändert. Das Leben auf der Straße, welches sie bis dahin wenig gelümmert hat wird für sie zum Alltag und stellt sich als weitaus schwieriger heraus als angenommen. Trotz Hilfe.... Man merkt ihr diese Schwierigkeiten zu Anfang auch deutlich an. Allerdings macht sie im Laufe des Buches eine Wandlung durch, die mir sehr gefallen hat. Von einer "verhätschelten" zur starken Frau. Auch die anderen Charaktere sind gut herausgearbeitet und man hat von jeden sofort ein eigenes Bild. Es geht um Mord, Kinderhandel und die Suche um Hannahs Tochter. Alle Elemente nachvollziehbar und spannend gestaltet, welches aus der Geschichte einen interessanten historischen Krimi machen. An der einen oder anderen Stelle fand ich das Buch ein wenig langatmig. Zudem war das Ende zwar spannend und realistisch, andererseits waren dort auch für mich einige Kleinigkeiten die nicht ganz stimmig waren. Nichtsdestotrotz hat mir das Buch ein paar vergnügliche Stunden bereitet und ist sicher nicht nur für Freunde des historischen Romans geeignet.

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  • Mitreißend und hochspannend!!!

    Fürstin der Bettler

    kornmuhme

    14. April 2013 um 14:47

    Inhalt: Hannah trifft es hart: Ihr Haus brennt bis auf die Grundmauern ab, Mann und Kind sind tot, sie selbst kann mit knapper Not entkommen. Doch es kommt noch schlimmer: Hannah muss nun als Bettlerin ihr Dasein fristen und um ihr tägliches, nacktes Überleben kämpfen. Zum Glück ist sie nicht völlig allein, sondern die Schwarze Liss, eine andere Bettlerin, nimmt sich ihrer an und führt sie in das harte Straßenleben ein. Aber irgendetwas stimmt an der ganzen Sache nicht. Hannah findet mehr und mehr Puzzleteile und vermutet, dass der Brand ihres Hauses kein Zufall war. Warum wird das Grundstück so penibel überwacht? Was hat es mit den toten Kindern auf sich, die in versteckten Winkeln des Stadtgrabens einfach so weggeworfen wurden? Und kann es sein, dass Hannahs Tochter noch lebt? Meinung: Ich lese ja nun häufig historische Romane, aber bisher ist mir noch keiner untergekommnen, der im Bettlermilieu spielt. Das war auch der Hauptgrund, warum ich dieses Buch unbedingt lesen wollte - und ich wurde nicht enttäuscht! Mit viel Dramatik, Gewalt und Leid lässt der Autor den Leser in die Welt der Bettler abtauchen. Hannah muss einiges über sich ergehen lassen in diesem neuen Leben, sie wird misshandelt, erleidet Hunger, schläft unter freiem Himmel und gerät mitten in die Hackordnung des Bettelvolkes. Oh ja, auch die Bettler waren organisiert! Da hatte jeder seinen festen Platz vor den Kirchen, den man allerdings auch verteidigen musste, es gab feste Schlafstätten, für die man bezahlen musste, und immer wieder haben Männer ihre physische Kraft und Gewalt missbraucht, um sich die Frauen gefügig zu machen. Der Autor schreibt derart mitreißend, dass ich nur so durch die Seiten geflogen bin! Das Buch ist eine dynamische Mischung aus Mittelalterroman, Kriminalfall und Charakterstudie. Eine starke Figur und Gewinn für das Buch ist natürlich Hannah. Zwar geht sie ihren Weg und lässt sich nicht unterkriegen, aber sie ist - zum Glück - keine Überfrau. Manchmal ist sie selbst regelrecht schockiert, was das Leben als Bettlerin aus ihrer Persönlichkeit macht. Sie verabscheut Gewalt, muss sie aber immer wieder anwenden, um sich zu wehren. Und nicht nur einmal denkt sie ans Aufgeben. Peter Dempf schafft es, eine glaubwürdige Protagonistin zu zeichnen, die von einem Augenblick auf den anderen ganz unten ankommt und sich geradezu wörtlich aus dem Dreck arbeiten muss. Ein weitere Dynamik wird durch die Verschwörung ins Buch gebracht. Hannah - und mit ihr dem Leser - geht nach und nach auf, dass etwas mächtig faul an der ganze Sache ist: der Brand ihres Hauses, das Verschwinden der Tochter, zu viele Leichen am Tatort, immer wieder tote Kinder ... Und somit begibt sich Hannah auf die Suche nach Antworten, sie fragt hier, stöbert dort und lässt nicht locker. Dieses Puzzlespiel macht richtig Spaß und ist extrem spannend, vor allem, weil man als Leser selbst immerzu mitüberlegt und selber rätselt. Dabei wird immer wieder geschickt der Schauplatz Augsburg mit in die Geschichte verwoben, so dass man direkt Lust bekommt, sich das alles selbst einmal anzusehen. Das letzte Drittel des Buches widmet sich denn auch nur noch der Aufklärung der Verschwörung. Fand ich persönlich ein wenig schade, weil sich die Handlung fast nur noch an einem Ort abspielte und manches auch ein wenig konstruiert wirkte, aber das ist Meckern auf hohem Niveau. Fazit: Ein überzeugender, spannender Mittelalter-Verschwörungsroman, der den Leser zunächst einmal mit in die Welt der Bettler nimmt. Das allein ist für den historischen Lesefreund schon eine Reise und den Kauf des Buches wert! Dazu bekommt er noch eine ordentliche Portion Krimi und Verschwörungsaufdeckung, und schon kann er das Buch gar nicht mehr aus der Hand legen :-). Von mir gibt es eine klare Leseempfehlung und 5 von 5 Sternen

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  • Rezension zu "Fürstin der Bettler" von Peter Dempf

    Fürstin der Bettler

    Solifera

    06. April 2013 um 17:27

    Wir schreiben das Jahr 1300 in Augsburg. Eines Nachts bemerkt die Apothekersfrau Hannah Meistern, dass ihr Haus brennt. Sie flüchtet nach draußen. Sie überlebt mit schweren Verbrennungen. Aber ihren Mann und ihre Tochter Gera kommen in den Flammen um. Was sich als viel problematischer herausstellt ist die Tatsache, dass keiner Hannah als Gattin des Apothekers erkennt. Schließlich hat man drei verbrannte Leichen gefunden und es wird bezeugt, dass auch Hannah Meistern nicht mehr unter den Lebenden weilt. Da sie sich nicht anders zu helfen weiß, nimmt Hannah die Identität der Bettlerin Röttel an. Sie flieht und findet Unterstützung in der "Schwarzen Liss", ebenfalls eine Bettlerin, die die Röttel gut kannte. Immer mehr bemerkt Hannah die ganz Lug- und Trug-Geschichten, die zu Tage treten. Finstere Geheimnisse und dunkle Machenschaften. Und schließlich will die ja auch Haus und Hof wieder zurück. Und wenn keiner etwas unternimmt, dann ist es jetzt an ihr, der "Fürstin der Bettler". Nicht zuletzt weil die Hoffnung besteht, dass auch ihre Tochter Gera das Feuer überlebt haben könnte. Eine imposante, herzzerreißende, ebenso spannende wie atemberaubende Geschichte, die persönlich, historisch fundiert und einfach klasse geschrieben ist. (und das sagt jemand, der sonst normalerweise keine "Histo-Schinken" liest *g*) Volle Punktzahl von mir!

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  • Fürstin der Bettler

    Fürstin der Bettler

    flieder

    05. April 2013 um 21:38

    Als die Apothekersfrau Hannah aufwacht riecht sie Rauch und der Platz im Bett ihres Mannes Jakob ist leer. Voller Panik versucht sie in das Zimmer ihrer Tochter Gera zu kommen, aber vergebens, der Qualm versperrt ihr den Weg. Ihr bleibt nur noch über die Dächer der Nachbarn zu fliehen. Als sie mit schweren Verbrennungen und dem Verlust ihrer Stimme endlich die sichere Strasse erreicht wird sie selbst von ihrem Nachbarn nicht erkannt und als Bettlerin vom Brandort vertrieben.  Aber Hannah gibt nicht auf, immer wieder versucht sie in das brennende Haus zu gelangen um nach ihrem Mann und der Tochter zu suchen. Schließlich wird sie abgeführt und im Stadtgefängnis in die berüchtigte Wasserzelle gesperrt. Nur durch einen glücklichen Zufall gelingt ihr die Flucht. Aber was bleibt ihr nun außer das Leben auf der Strasse? Nur die schwarze Liss, ebenfalls eine Bettlerin und vom Leben schwer gebeutelt, hilft ihr sich in der Hierarchie der Bettler zurecht zufinden. Als Hannah erfährt, dass in ihrem Haus 3 Leichen aufgefunden wurden macht sie sich mit Liss auf die Suche nach dem Brandstifter und kommt unglaublichen Machenschaften und Intrigen auf die Spur und muss erkennen, dass auch ihr Leben nicht mehr sicher ist . Der Roman Fürstin der Bettler, der im Jahre 1300 in Augsburg spielt, überzeugt durch seinen flüssigen Schreibstil und der Leser wird in die geheimnisvolle Welt der damaligen Zeit katapultiert. Vertraute von Augsburg finden sicher noch heute einige der Plätze wieder, die sehr detailgetreu in dem Roman verarbeitet wurden, wo auch Hannah und die schwarze Liss hausen mussten. Ein absolut lesens-und empfehlenswerter Roman, denn ich mit Genuss verschlungen habe

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  • Fürstin der Bettler

    Fürstin der Bettler

    Gelinde

    01. April 2013 um 14:04

    Fürstin der Bettler von Peter Dempf. Ein historischer (Kriminal-) Roman der 1300 in Augsburg spielt. Eine Apotheke brennt nieder, der Apotheker kommt um, die Tochter ist auch tot, oder doch nicht(?). Hannah, die Frau des Hauses kann sich retten, vom Feuer so entstellt, dass sie nicht einmal von den Nachbarn erkannt wird. Das Schicksal und die gesellschaftlichen Gegebenheiten der Zeit bringen ihr ein wahres Martyrium. Bei den Bettlerinnen der Stadt findet sich Unterschlupf und Hilfe. Durch ihre Klugheit, ihren Mut, ihr Wissen und Können schafft sie es, die Frauen hinter sich zu sammeln, zu einen und gegen ein unfassbar grausames Verbrechen anzukämpfen. Wird sie dabei auch ihre Tochter wieder finden ? Die historischen Orte sind gut recherchiert, auch werden die Gegebenheiten des Alltags (Kleidung, Märkte etc) gut und sehr bildlich beschrieben. Die Grausamkeit der damaligen Zeit (vor allem wenn man das Pech hatte auf der falschen/armen Seite der Gesellschaft zu leben) wird sehr deutlich. Ich habe mich immer wieder gefragt, wie kann man unter solchen Bedingungen überleben. Macht und Geld regierten damals noch mehr das Leben. Es wird sehr viel Spannung aufgebaut und ab einem gewissen Punkt kann man das Buch kaum noch aus der Hand legen. Mir persönlich waren zwischendurch immer wieder einige Widersprüche und logische Ungereimtheiten, weshalb ich einen Punkt für die Bewertung abziehe. Das Ende finde ich folgerichtig, ein wahres „Show down“ und gut gelöst.

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  • Rezension zu "Fürstin der Bettler" von Peter Dempf

    Fürstin der Bettler

    CHRISSYTINA

    31. March 2013 um 15:38

    Kurz zum Inhalt: Augsburg, 1300: Die Apothekersfrau Hannah wacht nachts in ihrem brennenden Haus auf. Sie kann weder ihren Mann noch ihre Tochter finden. Nach dem Brand geben ihre Nachbarn vor, sie nicht mehr zu erkennen. Kurz darauf überlebt sie nur knapp einen Mordanschlag. Nun muss sie sich als Bettlerin durchkämpfen. Doch die Intrigen gegen sie reißen nicht ab. Wer will sie aus dem Weg räumen? Und was haben die anderen seltsamen Ereignisse in Augsburg zu bedeuten? Meine Meinung zu diesem Buch: Peter Dempf gehört für mich mit diesem Buch definitiv zu den besten Neuentdeckungen im 2013. Er hat einen sehr bildhaften Schreibstil und seine Protagonisten sind sehr facettenreich und realistisch beschrieben. Ich habe das Buch regelrecht verschlungen. Die Geschichte ist sehr spannend und mitreißend, man fühlt sich ins Mittelalter versetzt und fiebert mit den Protagonisten mit. Es gab viele Wendungen, die ich so nie erwartet hätte. Von daher ist es absolut empfehlenswert. Ich habe aber einen Stern abgezogen, weil das Ende für meinen Geschmack zu aufwendig gelöst war. Aber genau das scheinen viele andere an dem Buch ganz toll gefunden zu haben. Ist also wohl Geschmackssache. Ich freue mich jedenfalls jetzt schon auf weitere Werke von Peter Dempf.

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  • Augsburg im Jahre 1300 - Die Bettelfürstin

    Fürstin der Bettler

    Dreamworx

    30. March 2013 um 16:53

    Im Jahr 1300 in Augsburg entkommt die Apothekergattin Hannah während eines Brandes in ihrem Haus nur knapp dem Tod. Ihren Mann und ihre Tochter konnte sie nicht finden. Hannah, vom Feuer entstellt und schwer verletzt, wird von niemandem erkannt, sondern für eine Bettlerin gehalten, die man kurzerhand ins Hexenloch wirft. Ein Wärter, der es gut mit ihr meint, rettet sie vor dem Ertrinken und hilft ihr, eine neue Identität anzunehmen, die der toten Bettlerin Röttel. Von diesem Tag an lebt sie auf den Straßen von Augsburg und trifft in der schwarzen Liss, einer anderen Bettlerin eine Leidensgenossin, die für sie bald zu einer Freundin in der harten Zeit wird. Gemeinsam machen sich die beiden Frauen daran herauszufinden, warum das Apothekerhaus brannte. Hannah hofft auch, ihre Tochter Gera lebend wiederzufinden. Bei ihren Recherchen decken sie eine schreckliche Intrige auf und kommen den Tätern auf die Spur. Peter Dempf hat mit seinem historischen Roman “Die Fürstin der Bettler” einen sehr gut recherchierten Roman abgeliefert, indem er belegte historische Ereignisse des damaligen Augsburgs gekonnt in seine Geschichte eingeflochten hat. Seine Schilderungen der Stadt sind detailgetreu und sehr schön beschrieben, so dass man als Leser regelrecht in die damalige Zeit entführt wird. Der Schreibstil des Autors ist wunderbar flüssig, atmosphärisch dicht und mit der nötigen Spannung ausgestattet, die sich von Seite zu Seite steigert und den Leser konstant in Atem hält. Die Hauptprotagonistin Hannah ist ein sehr sympathischer und starker Charakter, die sich im Laufe des Buches immer weiter entwickelt und von einer geschundenen Frau zu einer wahren Kämpferin mutiert. Dieses Buch kann ich jedem nur wärmstens ans Herz legen, der gut recherchierte historische Romane liebt und auch die Spannung nicht vermissen möchte. Da die Geschichte die Möglichkeit für eine Fortsetzung bietet, hoffe ich sehr, dass man bald noch einmal etwas über Hannah lesen kann. Eine absolute Leseempfehlung, beide Daumen hoch!!!!

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  • Spannender historischer Roman

    Fürstin der Bettler

    mabuerele

    30. March 2013 um 14:17

    Es ist das Jahr 1300. Hannah, Frau des Apothekers in Augsburg, erwacht. Ihr Mann liegt nicht neben ihr, und sie spürt ein Kratzen im Hals. Nur wenige Minuten vergehen bis sie begreift, dass das Haus brennt. Sie kann sich retten, doch wo ist ihr Mann und die 14jährige Tochter Gera? Von Brandwunden entstellt, wird sie selbst von der Nachbarin nicht erkannt. Als sie sich nochmals den Haus nähert, wird sie als Plünderin verhaftet.   Nichts in ihrem Leben ist mehr wie vorher. Zwar rettet ihr ein Wärter, dem ihr Mann einst geholfen hat, das Leben, doch sie muss Namen und Herrkunft verleugnen. Irgendjemand trachtet ihr hach dem Leben. Sie ist in der Hierarchie der Stadt ganz unten angekommen. Wie wird man damit fertig, aus einem begüterten Haushalt kommend nun mit dem Ärmsten der Armen zusammenleben zu müssen?   Wenige Tage nach dem Brand erscheint ein geheimnisvoller Mann im Kloster und verlangt von Bruder Adilbert, eine Besitzurkunde auszufertigen. Adilbert hatte gerade für einen Mitbruder Ausschnitte aus dem Hohelied Salomos kopiert. Das nahm der Unbekannte als Druckmittel. Der Autor hat einen abwechslungsreichen historischen Roman geschrieben. Die Beschreibung der Stadt und des städtischen Lebens zeugen von exakter Recherche. Der Roman spielt in großen Teilen im Milieu der Bettler. Es war für mich interessant zu erfahren, dass es dort nicht nur eine Rangordnung, sondern auch festgelegte Regeln und Strukturen gab. Die Protagonisten sind gut charakterisiert. Hannah, die sich erst im neuen Leben zurechtfinden muss, nimmt bald das Zepter selbst in die Hand. Aus Angst um ihre Tochter geht sie an die Grenzen menschlichen Handelns. Adilbert, der Mönch, fällt durch seine Intelligenz auf. Er ist ein Verwandlungskünstler und bleibt immer liebenswürdig. Gut gefallen hat mir, dass die Handelnden nicht einseitig dargestellt wurden, sondern neben ihren Stärken auch Fehler und Schwächen haben. Außer Adilbert kommen allerdings fast alle anderen Männer im Buch nicht gut weg. Das ist einfach dem Thema geschuldet. Dem Autor ist es ausgezeichnet gelungen, von Beginn an Spannung aufzubauen. Dieser Spannungsbogen konnte die ganze Zeit gehalten werden und nahm am Schluss noch zu. Das Ende fügt sich logisch in die Geschichte ein. Das Buch ließ sich zügig lesen. Die Verwendung historischer Begriffe und Ortsbezeichnungen geben ihm eine gewisse Authentizität. Dem Autor ist eine geschickte Kombination von Kriminalroman und historischer Erzählung gelungen, wobei die Krimihandlung gekonnt in das geschichtlichen Umfeld eingebaut wurde. Das Buch hat mir sehr gut gefallen und ich werde es gern weiterempfehlen.

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  • Unglaublicher Skandal im mittelalterlichen Augsburg - packend und informativ

    Fürstin der Bettler

    Kleinstadtkatze

    29. March 2013 um 08:41

    Ein unglaublicher Skandal im mittelalterlichen Augsburg... und die Apothekerswitwe Hannah ist ihm auf der Spur... . Nichts kann das Leben von Hannah scheinbar trüben. Sie ist glücklich verheiratet mit dem Apotheker Jakob und beide sind wohlhabend und haben eine wunderbare Tochter namens Gera. Doch eines Nachts hört Hannah merkwürdige Geräusche im Haus und daraufhin riecht es verbrannt. Kein Zweifel, irgendjemand muss das Haus angezündet haben und als Hannah endlich aus dem Bett springt, ist es schon fast zu spät. Die Flammen fressen sich durchs gemeinsame Hab und Gut und die Frau hat nur noch eins im Sinn... ihre Tochter retten. Doch diese befindet sich nicht in ihrem Bett! Hannah überlebt die Nacht nur knapp. Versengt und verbrannt stolpert sie über die Ruinen ihres gemeinsamen Glücks und wird kurzerhand auffällig. Anscheinend gefiel es jemandem nicht, dass sie überlebt hat und man lässt sie in die Hexenlöcher, ein unmenschliches Gefängnis, schmeißen. Durch die List eines Wächters wird sie nicht ertränkt, sondern kann entkommen und muss nun als die Bettlerin Röttel ihr Dasein fristen. Bald macht Hannah die Erfahrung, dass sie von oben nach ganz unten abgestiegen ist und muss die Regeln, die Willkür und die Gewalt der Strasse lernen und erdulden. Getrieben von nichts als nur dem Ziel ihre verschwundene Tochter Gera zu finden, erfährt Hannah, dass die Überbleibsel von ihrem Haus aufgekauft wurden und das Anwesen ausgebaut und hergerichtet wird. Wer hat Interesse an ihrem Haus? Und wer sind diese seltsamen Männer, die sich bewegende Säcke an den Torwachen vorbeischmuggeln? Lebende Ware... ?! Ein sehr gut geschriebener und spanneder historischer Roman. Die Schreibweise ist erzählend und locker, steigert sich aber in den richtigen Momenten und der Autor hat auch definitiv Begabung darin, die Gefühle und Ängte einer Mutter darzustellen. Ich konnte mich unglaublich gut in Hannah hineinversetzen. Außerdem gibt der Roman sehr viele Infos über das damalige Augsburg und die Hierarchie und Lebensweise der Bettler. Die Intrigen und Fehden würzen die Geschichte noch mehr. Ein rundum gelungenes Buch!

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