Peter Eickmeyer

 4.8 Sterne bei 5 Bewertungen

Lebenslauf von Peter Eickmeyer

Eine bewegende Geschichte neu umgesetzt: Peter Eickmeyer ist 1964 in Melle geboren. Er studiert Grafikdesign und arbeitet im Anschluss in verschiedenen Unternehmen, zuletzt in einer Werbeagentur in Bielefeld. 2016 erscheint seine erste Graphic Novel „Im Westen nichts Neues“, die den berühmten Roman von Erich Maria Remarque neu inszeniert. Daneben ist eine der bedeutendsten Meilensteine in der Karriere Eickmeyers die Teilnahme eines seiner Bilder an der ersten Kunstausstellung im Weltall 1995.

Alle Bücher von Peter Eickmeyer

Im Westen nichts Neues

Im Westen nichts Neues

 (4)
Erschienen am 01.01.2016
Liebe deinen Nächsten

Liebe deinen Nächsten

 (1)
Erschienen am 01.10.2017

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Rezension zu "Liebe deinen Nächsten" von Peter Eickmeyer

Es geht um Menschen und um Menschlichkeit
Flaventusvor einem Jahr

Das Mittelmeer ist weit weg. Ebenso wie die Dramen, die sich dort auch heute noch abspielen. Nur weil die Medien nicht mehr über die Flüchtlinge im Mittelmeer berichten, heißt es nicht, dass die Menschen sich nicht mehr auf diese gefährliche Flucht begeben.

Mit dieser Graphic Novel wird ein neuer Weg beschritten, um über die Situation der Menschen vor Ort zu berichten. Im Juni 2016 begaben sich Gaby von Borstel (Text) und Peter Eickmeyer (Zeichnungen) an Bord der MS Aquarius, um hautnah mitzuerleben, wie die Situation für die Retter und Geretteten auf dem Mittelmeer ausschaut.

Reportage mit eindrucksvollen Bildern

Somit ist die vorliegende Graphic Novel kein Werk, in dem eine Geschichte erzählt wird, sondern es ist mehr eine Reportage geworden, in der für jede Partei Raum eingeräumt wurde. Die Autoren stellen zuerst das Team und das Boot vor, sowie wie die Idee entstand und umgesetzt wurde.

Mit diesem ruhigen Einstieg wird der Leser sehr ruhig und stimmig auf das vorbereitet, was im Laufe der Mission geschehen wird. Es werden die verschiedensten Teams ebenso vorgestellt wie Techniken und Abläufe an Bord des Schiffes.

Mit dem Entdecken des ersten Flüchtlingboots ändert sich der Stil im Buch.


„Wir verlieren den Blick für den ganzen Menschen mit seinem vorherigen Leben, seinen Plänen und Wünschen.“ (S. 93)


Es kommen Menschen an Bord. Und diesen Menschen wird auf den nun folgenden Seiten viel Platz eingeräumt. Von einigen Menschen werden die Einzelschicksale erzählt, später gibt es einige großflächige Großportraits. Die Portraits erzählen sehr beeindruckend ihre ganz eigene Geschichte. Ohne Worte.

Dem aufmerksamen Leser fällt der Stilbruch schon beim Lesen auf. Wenn nicht, dann macht Eickmeyer am Ende des Buchs darauf aufmerksam, dass die ersten Bilder unter Zuhilfenahme eines Rechners entstanden sind, die Bilder aber, die an Board der MS Aquarius entstanden, von ihm selbst als Aquarelle gezeichnet wurden. Der Stilbruch beginnt mit der Sichtung des ersten Flüchtlingboots.


"Migration hat es immer gegeben. […]
Man kann sie als Chance oder als Bedrohung sehen.
Man kann die Menschen abwehren oder willkommen heißen." (S. 104)


Natürlich wird das Buch vor allem am Ende politisch. Eine solche Reportage kann nicht objektiv und distanziert bleiben. Die Schicksale der Menschen berühren. Allerdings werden in diesem Buch gemäßigte Töne angeschlagen. Das finde ich sehr gut, dass man das eine Extrem nicht mit einem anderen bekämpfen möchte.

Was in diesem Buch fehlt, ist eine tiefgreifendere Auseinandersetzung mit der Thematik, dass manchen NGOs vorgeworfen wird, mit den Schleppern zu kooperieren und somit für einen Teil des Flüchtlingsstroms verantwortlich zu sein. Es findet sich aber ein kleiner Hinweis auf diese Problematik:

"NGOs wie SOS Mediterranee reagieren auf diese Notlage, sie produzieren sie nicht." (S. 104)

Das ist in meinen Augen wichtig, sich nicht der Notlage der Menschen zu verschließen und den NGOs zu Mitverantwortlichen zu machen, selbst wenn es das ein oder andere schwarze Schaf unter ihnen geben sollte.

 

Fazit

Diese Graphic Novel Reportage führt uns allen eines vor Augen: Es geht um Menschen und um Menschlichkeit. Es geht in diesem Buch nicht um die Integration der Flüchtlinge in Europa, sondern es wird in erster Linie davon berichtet, was den Menschen widerfährt, wenn sie sich auf diese Reise begeben.

Ich denke, dass bei aller Politik eines sehr deutlich wird. Es ist unverantwortlich, Menschen bewusst ertrinken zu lassen. Deshalb schließt das Buch dann auch mit den folgenden Sätzen:

Wir werden sie nicht ertrinken lassen. Wie werden nicht tatenlos zusehen.“ (S. 117)


Diese Rezension mit einigen Bildern aus dem Buch und weiterführenden Links findet sich auf meinem Bücherblog.

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