Rezension zu "Jenseits des Bretts: Der einzigartige Weg einer professionellen Go-Spielerin" von Hajin Lee
Nina_Albert…Du hast diesem Stein deine Gefühle, deine Individualität und deinen Willen anvertraut, und wenn er gespielt ist, gibt es kein Zurück mehr.“
Mit „Jenseits des Bretts“ öffnet Hajin Lee die Tür zu einer Welt, die zugleich still und unerbittlich ist. Schon als Kind verlässt sie ihr Zuhause, um professionelle Baduk-Spielerin zu werden – ein Weg voller Disziplin, Einsamkeit und Opfer. In feinfühligen, klaren Blogeinträgen erzählt sie von Turnieren, Niederlagen, Freundschaften und dem täglichen Leben zwischen Ehrgeiz und Selbstzweifeln.
Dabei geht es um weit mehr als das uralte Strategiespiel Go. Lee schildert die koreanische Leistungskultur ebenso eindrucksvoll wie ihre Sehnsucht nach einem freieren, vielseitigeren Leben. Zwischen Universitätsstudium, Reisen und neuen Interessen sucht sie ihren eigenen Platz jenseits der schwarzen und weißen Steine.
Der sachliche, zugleich ausdrucksstarke Stil macht das Buch auch für Leser zugänglich, die keine Kenntnisse über Go besitzen. Kleine Einblicke in Partien und Strategien verweben sich mit persönlichen Erinnerungen und schaffen ein leises, beinahe poetisches Bild einer jungen Frau, die lernt, dass wahre Stärke nicht nur im Gewinnen liegt.
Eine faszinierende autobiografische Reise über Leidenschaft, Verzicht und die Kunst, den eigenen Weg zu finden.
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