Gerade habe ich dieses Buch zu Ende gelesen und bin noch ein wenig durcheinander. Obwohl vieles nicht vorhersehbar war, haben mich die letzten Seiten doch sehr überrascht. Es war großartig diese actionreiche Reise miterleben und diese zukünftige Welt kennenlernen zu dürfen. Obwohl vieles im Gründe gleich geblieben ist. Die Lebensumstände haben sich zwar sehr geändert, die Machtgier und Größenwahn mancher Menschen eher nicht.
In dieser Geschichte lernen wir Helm und Gander kennen, die sich auf der Suche befinden nach Engel, die Schwester von Gander. Ziemlich schnell bekommt man als Leser mit, dass etwas mit den beiden nicht stimmt. Sie scheinen anders zu sein als anderen Menschen. Eher so wie die Drübener, ein geheimnisvolles Volk, über die niemand Genaues weiß, nur, dass sie besondere Fähigkeiten besitzen und daher eine Bedrohung für die normale Menschen formen. Während der Suche nach Engel, die entführt worden ist, lernen wir die Welt, in der Helm und Gander leben genauer kennen. Es besteht aus kleineren Gemeinschaften, die alle ein eigenes Gesellschaftsmodell haben. Manche sind eher wie eine Diktatur aufgebaut, andere wie eine Demokratie und noch andere Gegenden sind das pure Chaos verfallen. Räuberbanden ziehen herum und Gewalt ist allgegenwärtig. Für Helm und Gander wird es also keine einfache Reise und irgendwie scheinen sie die Schwierigkeiten anzuziehen.
Meiner Meinung nach eine großartige Geschichte. Es ist eine spannende Dystopie, die mich stets wieder ins Staunen versetzt hat. Durch die Reise von Gander und Helm lernt man viel über ein Friesland in der Zukunft, die sich nach einer gewaltigen Katastrophe erholen muss. Nichts ist mehr so wie es war. Es gibt monströse Tiere, die mich immer wieder den Atem geraubt haben. Es gibt Stachelmöwen, gigantische Eisbären, Kampfschweine und so weiter. Alle sind sie gefährlich und blutrünstig. Trotzdem haben sie mich fasziniert. Vor allem, weil niemand so genau sagen konnte, woher sie kamen und wie die ursprüngliche Katastrophe zustande gekommen ist.
Aber nicht nur die Tiere sind gefährlich. Die Menschen waren meiner Meinung nach am schlimmsten, weil sie einfach nichts aus ihren Fehlern gelernt haben. Überall, wo Helm und Gander vorbeikommen, müssen sie auf der Hut sein. Ich fand es wirklich beeindruckend und tieftraurig, dass, statt zusammenzuarbeiten und etwas Schönes aufzubauen, viele der Meinung seien, ein mächtiger Herrscher soll regieren, eine Diktatur sei die einzige Lösung. Was man hier aber gemerkt hat, ist, dass dies vor allem von den Menschen gepredigt wurde, die natürlich als mächtig angesehen wurden und dies dann auch geschickt ausnutzten. Schön wäre es dann auch gewesen, wenn diese Personen, alle andere in Ruhe lassen würden, aber nein, sie wollen immer mehr und unterdrücken auf diese Weise auch immer mehr Menschen. Wie sie das machen, ist einfach zutiefst widerlich und grausam. Mir gefiel das sehr gut, wie das hier in diesem Buch beschrieben wurde. Es war wie ein Spiegel unserer Welt, halt in klein und in völlig anderen Lebensumständen als wie wir es heute kennen, trotzdem sehr lehrreich und konfrontierend.
Helm, Gander und Rina, die später noch dazu kommt, mochte ich sehr. Sie sind kämpferisch, geben nicht auf und haben das Herz am richtigen Fleck. Ich mochte sie sehr und habe bis zur letzten Seite mit ihnen mitgefiebert. Helm war für mich die Person, die am meistern im Vordergrund steht. Man kommt ihn sehr nah und ärgert sich jedes Mal wieder, wenn er in Schwierigkeiten gerät. Bewundert habe ich ihn sehr. Er ist so geschickt mit seinen Waffen, schafft es in unglaublich kurzer Zeit brenzelige Situationen richtig einzuschätzen und sich Pläne auszudenken, wie er sie am besten lebendig überstehen kann. Ich habe mich gefreut mit ihm durch dieses zukünftige Friesland reisen zu dürfen.
Insgesamt eine hochspannende Dystopie, die uns eine zukünftige, gnadenlose Welt voller Gewalt und Brutalität zeigt, in der aber auch einige Hoffnungsschimmer leuchten. ‚Inferno – Angriff der Drübener‘ hat mich staunen lassen, einen Spiegel vorgehalten und gezeigt, wozu Größenwahn und Überheblichkeit führen können. Das alles innerhalb einer spannenden Geschichte, die eigentlich von der Suche nach der entführten Engel, die Schwester von Gander, handelt. Keine Seite hat mich gelangweilt, im Gegenteil, ich konnte dieses Buch einfach nicht mehr aus der Hand legen und das Ende hat mich dann doch noch eiskalt erwischt. Empfehlenswert!


















