Peter Glotz Die beschleunigte Gesellschaft

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Inhaltsangabe zu „Die beschleunigte Gesellschaft“ von Peter Glotz

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  • Rezension zu "Die beschleunigte Gesellschaft" von Peter Glotz

    Die beschleunigte Gesellschaft

    dietrich_pukas

    22. September 2011 um 14:52

    Peter Glotz: Die beschleunigte Gesellschaft – Kulturkämpfe im digitalen Kapitalismus Rezension von Dietrich Pukas (22.09.2011) Noch ist die reale Welt – in Europa stärker als in den USA – durchaus vom überlieferten Industrialismus geprägt, während Digitalisierung und Globalisierung, neue Technologien, Vernetzung, Flexibilisierung, Beschleunigung bereits zu einer Verschärfung des Tempos der wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Prozesse führen und eine grundlegende Veränderung der Marktwirtschaft einleiten. An dieser Übergangsschwelle ist der aufziehende „digitale Kapitalismus“ als Zukunftsszenario zu sehen, das Peter Glotz mit vier treffenden Grundtendenzen für die von der modernen Informationstechnik durchdrungene Ökonomie charakterisiert. Und zwar ist die eine Grundströmung als „Dematerialisierung“ zu kennzeichnen: Die informationstechnische Industrie beeinflusst inzwischen als größte Industriebranche der Welt in zunehmendem Maße die Gesellschaft, insofern die wirtschaftliche Tätigkeit statt von der Verwertung von Bodenschätzen, Stoffumwandlungsprozessen und Energie vorrangig von der Informationsverarbeitung getragen wird, sodass sich die hardware-orientierte Industriegesellschaft im Zuge weiterer Miniaturisierung in der Mikroelektronik zur software-bestimmten telematischen Gesellschaft wandelt. Als wichtigste Grundtendenz der digitalen Gesellschaft erweist sich die „Beschleunigung“: Die Zeitorganisation ist das wichtigste Indiz der Medienwende und Informationswirtschaft. Ein ungeheuerer Geschwindigkeitsimpuls steckt im „Time-Based-Management“, „Simultaneous-Engeneering“, in der Verkürzung der Entwicklungs- und Marktpräsenzzeiten, der Lebenszyklen der Produkte. Die dritte Grundströmung des digitalen Kapitalismus besteht in der „Dezentralisierung“: An die Stelle des zentralisierten Mediums nach dem hierarchisierten Modell wie dem Computer in Rechenzentren ist der Personal-Computer (PC) als digitaler Integrator der Einzelmedien getreten. Bisherige Insellösungen werden aufgrund von Rückkopplungen durch Vernetzungen ersetzt, sodass Komplexitätsgrenzen für zentrale Steuerung durch dezentrale Entscheidungen und flachere Hierarchien überwunden werden. Als vierte Grunderscheinung der digitalen Welt benennt Glotz schließlich die „Globalisierung“: Internationale Konkurrenz durch Global Players erodiert die tradierten Wirtschaftsformen; die Macht der Nationalstaaten, die ökonomische und sozio-politische Entwicklung zu steuern, schwindet immer mehr wie z. B. der Verlust der nationalen Zinshoheit. Ob eine internationale Politik zu „Transnationalstaaten“ führt, ist offen; die vorhandene „Global Governance“ ist noch zu dürftig, um die Weltfinanzströme demokratisch zu kontrollieren. Die Kulturdominanz Europas geht zur Neige, kollektive Lebensmuster verlieren ihre Verbindlichkeit, die Individualisierung wächst. Die gehemmte, lokal und regional beschränkte Kommunikation wird entgrenzt und eröffnet die Chance, dass die große Zahl der international vernetzten und potenziell freien Kommunikatoren eine neue, übergreifende Verständigung hervorbringt. Dieses Szenario erscheint aufgrund gegenwärtiger Erfahrungen realistisch und nachvollziehbar, hinsichtlich der Konsequenzen, die Glotz ableitet, ist jedoch Skepsis geboten. Er meint, so ungebremst und wenig gesteuert wie bislang läuft die durch die Digitalisierung angestoßene Entwicklung unweigerlich auf eine neue Spaltung der Gesellschaft (als 2/3-Gesellschaft) hinaus: nämlich zu einer Elite, die das hohe Tempo der Veränderung bewusst mitmacht, und zu einer Unterschicht von Verweigerern und Aussteigern, die sich nicht anpassen können und wollen. Die Tendenz geht dahin, dass der Schnelle den Langsamen frisst, dass Kulturkämpfe um die richtige Lebensweise entbrennen, indem die Besonnenen aufbegehren, die Debatte um Beschleunigung und Entschleunigung aufnehmen und sich zu Ökologen erklären. Immerhin gesteht Glotz zu, dass sich dieser „Schaltplan unserer Gesellschaft“ noch ändern lässt, damit wir nicht durch die Kulturindustrie verblöden und uns durch die andauernde Beschleunigung völlig entfremden. Allerdings setzt Glotz dabei m. E. zu optimistisch auf die Leitfunktion, Gestaltungskraft und Moral des Homo connectus und des Homo oeconomicus in der jungen Generation, die die Zeichen der Zeit eher begreife. Wohin uns die jetzige Elite von Topmanagern und Spitzenpolitikern gebracht hat, erleben wir gerade in der gegenwärtigen Finanz- und Wirtschaftskrisensituation. Der Verlauf seit Erscheinen des Buches vor einem Jahrzehnt bestätigt die Evidenz der von Glotz auf empirischer Basis vorgenommenen Analyse. Das Werk verheißt immer noch sinnvollen Erkenntnisgewinn über unsere Welt im digitalen Zeitalter und kann jedem aufgeschlossenen Zeitgenossen, insbesondere solchen mit erhöhter gesellschaftlich-politischer Verantwortung zur Lektüre empfohlen werden.

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