Peter Goldsworthy Maestro

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Inhaltsangabe zu „Maestro“ von Peter Goldsworthy

Ein Roman über Jugend und Alter, Schuld und Sühne, Erinnern und Vergessen und über Musik.Der Norden Australiens bietet dem zehnjährigen Paul eine Welt der Abenteuer: Papageien, grellbunte Schmetterlinge, riesige, uhrwerkartige Insekten − und die Begegnung mit Eduard Keller, einem rotgesichtigen Trinker aus Österreich, der mit neun Fingern Bach spielt wie kein anderer. Seinem Vater zuliebe nimmt Paul bei dem eigenwilligen Mann Unterricht und muss erst einmal lernen, Wut und Tränen zurückzuhalten: Wochenlang darf er keine einzige Note spielen. Paul versucht vergeblich dem Geheimnis des seltsamen Musikers auf die Spur zu kommen, doch erst Jahre später, längst erwachsen, löst er das Rätsel um Kellers Vergangenheit.»Die Geschichte einer Freundschaft, die faszinierendste seit langem.« Literarische Welt

Toller Roman aus Australien über Freundschaft

— tintenzweig
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  • Rezension zu "Maestro" von Peter Goldsworthy

    Maestro
    WinfriedStanzick

    WinfriedStanzick

    20. July 2011 um 14:15

    Wir schreiben das Jahr 1967. Paul Crabbe lebt mit seinen Eltern in Darwin im äußersten Norden Australiens. Eines Tages bringt Pauls Mutter den Jungen zu einem alten Klavierlehrer namens Eduard Keller, der seit langer Zeit in der Stadt wohnt und in seiner kleinen Wohnung Kindern und manches Mal auch Erwachsenen Klavier -und Musikunterricht gibt. Sie möchte, daß Keller Paul unterrichtet und ist auch mit seinen eher ungewöhnlichen Unterrichtsmethoden einverstanden und verteidigt sie gegenüber ihrem Mann, als sie ihm davon berichtet und der eher ablehnend reagiert. Paul ist fünfzehn Jahre alt und brennt darauf zu spielen, sein Klavierspiel zu verbessern und ein Großer zu werden, doch Eduard Keller verbringt Stunden damit, Paul die nach seiner Meinung für die Musik essentiellen Grundlagen beizubringen, unter anderem die Fähigkeit, zuzuhören. Dann sagt Keller nach einigen Stunden Sätze voller unverständlicher Weisheit wie zum Beispiel: "Wir müssen uns vor der Schönheit hüten, immer. Traue nie der Schönheit." Paul Crabbe ist verstört, fühlt sich in seinem Lernen gebremst, und dennoch bleibt er bei diesem geheimnisvollen Lehrer, der so ganz anders ist, daß es ihn schon wieder anzieht. Als er über Weihnachten mit seinen Eltern für einige Wochen in den Süden fährt und von Keller eine signierte Erstausgabe des Notenwerks eines berühmten europäischen Komponisten erhält, fängt Paul an, über Eduard Keller Nachforschungen anzustellen. Er besucht Bibliotheken, eine Bibliographie folgt der nächsten, bis er auf folgende kurze Notiz stößt: "Strauss' (d.i. Richard Strauss) Schwiegertochter hatte mehr Glück als andere.... Auch ihre Ehe mit dem österreichischen Pianisten Eduard Keller konnte die gefeierte jüdische Altistin und Wagnerspezialistin Mathilde Rosenthal nicht retten, die in Auschwitz vermutlich 1942 ums Leben kam." Nach seiner Rückkehr nach Darwin sieht Paul seinen ungewöhnlichen Lehrer mit anderen Augen. Er versucht ihn zu fragen über seine Geschichte, entdeckt irgendwann die eingebrannte Seriennummer aus Auschwitz auf dessen Unterarm, doch Eduard Keller bleibt zurückhaltend. Paul entwickelt sich gut als Pianist, gewinnt auch einige Wettbewerbe, ohne jedoch der große Überflieger zu werden. Irgendwann kommen Paul und Eduard sich aber näher und es kommt zu folgendem Dialog: "'Ich verstehe nicht, warum Sie nicht weggegangen sind?' ,Wie weggegangen?' ,Aus Wien. Als die Nazis an die Macht kamen. Waren Sie nicht besorgt ?' ,Man hofft immer auf das Beste. Diese Dinge sind im Nachhinein immer leichter zu entscheiden.' ,Aber viele Juden sind doch weggegangen. Warum Sie nicht?' Er sah mich zornig an: ,Vielleicht aus demselben Grund, warum du so eine Frage stellst', sagte er. ,Und das wäre?' ,Ich war zu unsensibel.'" Auch nach dem Ende des Unterrichts bleibt Paul Crabbe mit seinem verehrten Lehrer im Kontakt. Er durchlebt ein musikalisches Intermezzo mit einer Rockband, das scheitert, und geht dann nach Europa, wo er sich von Konzert zu Wettbewerb hangelt und mit Unterricht seinen Lebensunterhalt verdient. Und in seiner freien Zeit bleibt er auf den Spuren des Lebens und Werks Eduard Kellers. Er findet das Geheimnis jenes Mannes heraus, der kein Jude war, aus einem Akt der Selbstbestrafung 1942 nach der Deportation seiner geliebten Frau Mathilde sich als Jude registrieren ließ, nach Auschwitz gebracht wurde, dort auf wundersame Weise überlebte und nach dem Krieg bis an das Ende der Welt flüchtete, wo er zu vergessen suchte -vergeblich. Paul Crabbe ist es geschenkt, die letzte Lebenswoche Eduard Kellers - er ist mittlerweile jenseits der neunzig - mit ihm zu teilen, ein unvergessliches Erlebnis, das ihn sein Leben lang begleiten wird. "Maestro" ist ein sensibles Buch über Musik, über das Schicksal jüdischer Musiker in Wien vor und während des Krieges. Es ist ein außergewöhnlicher Roman eines bisher in Deutschland unbekannten australischen Schriftstellers, dem es auf eine bewegende und sehr poetische Weise gelingt, einen tragischen Teil der Geschichte der Alten Welt mit der Geschichte der Neuen Welt zu verbinden. Es steht zu hoffen, daß der DTV Verlag in Taschenbuchausgaben noch andere Werke dieses bemerkenswerten Autors dem deutschen und österreichischen Publikum zur Verfügung stellt.

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  • Rezension zu "Maestro" von Peter Goldsworthy

    Maestro
    lokoschade

    lokoschade

    31. May 2010 um 20:38

    Maestro war gestern Abend neben dem neuen Irving mein Zweitbuch, aber heute mittag habe ich es zu Ende gelesen. Der Grund ist einfach zu benennen: ein großartiges, kleines Meisterwerk das mit ganz leisen Tönen auskommt: "Aus den Süßen dieser Welt, wusste ich instinktiv, wurden keine Liebhaber. Die Süßen konnten nichts Höheres anpeilen, als ehrenhalber mit einer gewissen mädchenhaften Koketterie behandelt zu werden, die die Aufschrift trug "nur gute Freunde"

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  • Rezension zu "Maestro" von Peter Goldsworthy

    Maestro
    Jade

    Jade

    17. January 2009 um 15:24

    Der talentierte Paul erhält Klavierunterricht bei Eduard Keller. Die unkonventionellen Lehrmethoden setzen dem Jungen sehr zu und doch fängt er an, diesen skurrilen, verwirrenden Mann zu respektieren und später zu lieben. Paul spürt, dass sich hinter Kellers weissem Leinenanzug und vom Alkohol gezeichneten Gesicht ein Geheimnis verbirgt. Er verdächtigt den Wiener, ein Nazi gewesen zu sein, aber seine entsprechenden Recherchen zeigen ein anderes Bild. Egoistisch und narzisstisch wird Paul zu einem technisch perfekten Pianisten, ohne je seine Ziele wirklich zu erreichen. Goldsworthy beschreibt Paul in seiner Zerrissenheit zwischen Pubertät, Sexualität, Klassik, Rock`n Roll, Talent und Versagen genau, differenziert und sensibel. Leise und sanft führt er uns an diesen knurrigen Lehrer heran und lässt uns an seiner Qual teilnehmen. Gleichzeitig erinnert uns dieses Buch an das Schicksal jüdischer Musiker während des 2. Weltkrieges.

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