Peter Goldsworthy Nacht für drei Hunde

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Inhaltsangabe zu „Nacht für drei Hunde“ von Peter Goldsworthy

Martin, der zehn Jahre als Psychiater in England gearbeitet hat, kehrt mit seiner Frau Lucy in seine Heimat Australien zurück. Bald muss er feststellen, dass seine alten Schulfreunde vollkommen den Kopf verlieren, als er ihnen Lucy vorstellt. Nur einer benimmt sich eigenartig, unhöflich, unpassend: Felix, der für ihn immer der wichtigste war. Martin erfährt, dass Felix unheilbar krank ist. Aber Felix will von seinem Freund kein Mitleid, er will seine Frau, als Begleitung für einen Abend. Martin durchlebt in dieser Nacht alle Stadien der Eifersucht, doch das ist erst der Beginn seiner Torturen. Denn nun plant Felix auch noch eine Reise in den Busch zu den Aborigines, und Lucy soll ihn begleiten. Ein Roman, der in vielen Farben von einer fremden Welt erzählt, faszinierend, wild, schön und beängstigend.

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    Nacht für drei Hunde
    WinfriedStanzick

    WinfriedStanzick

    13. May 2013 um 11:11

      Sein im Jahr 2007 ebenfalls bei Deuticke erschienener deutscher Debütroman "Maestro" war ein sensibles Buch über Musik, über das Schicksal jüdischer Musiker in Wien vor und während des Krieges. Ein außergewöhnlicher Roman eines bisher in Deutschland unbekannten australischen Schriftstellers, dem es auf eine bewegende und sehr poetische Weise gelingt, einen tragischen Teil der Geschichte der Alten Welt mit der Geschichte der Neuen Welt zu verbinden. Die Lektüre dieses Buches hatte damals lange in mir nachgewirkt und so habe mit Spannung, 2009 erschienenes Buch, "Nacht für drei Hunde" gelesen. Es ist eine Geschichte, in der es um zwei Männer geht, Freunde, die sich lange nicht gesehen haben und eine Frau. Martin, der Ich-Erzähler des Romans, hat zehn Jahre lang als Psychiater in England gelebt und ist nun nach Australien zurückgekehrt. Mit ihm gekommen ist Lucy, eine Ärztin und Psychotherapeutin, die er in England kennen gelernt hat und die er über alles liebt. Kurz nach ihrer Rückkehr nach Australien treffen die beiden auf Felix, den früheren Freund von Max. Max ist ein hervorragender Chirurg, der aus Gründen, die zunächst im Dunkel, bleiben, nicht mehr im Krankenhaus arbeitet. Felix geht es sehr schlecht, das sieht Max sofort. Doch Felix bleibt stumm auf Max' Nachfragen, sein ganzes Wesen ist hart und unsensibel geworden. Doch Max gibt seinen besten Freund nicht auf. Er bleibt an ihm dran, findet heraus, dass Felix jahrelang als Arzt unter den Aborigines gelebt hat, die ihn sogar bei sich aufgenommen und als Stammesmitglied initiiert haben. Als er sich bei der Operation eine Jungen mit Hepatitis C infiziert, ist das der Anfang von Ende seiner Leber. Es ist aber auch der Anfang einer Schuld, die er tragen muss, denn der Junge stirbt bei der Operation. Felix weiß, dass er nicht mehr lange zu eben hat. Er hat einen Plan, und zu diesem Plan gehören die beiden Freunde, Max und Lucy. Goldsworthy fasst es so zusammen: "Er fragt seine besten Freunde das verheiratete Paar, ob nicht die Frau die letzten Monate mit ihm verbringen will. Das ist für sie alle drei eine moralische Zwickmühle. Worauf habe ich ein Anrecht, wenn ich sterbe und wie selbstsüchtig pflegen wir zu sein, wenn wir soweit sind? Und wir werden alle mal sterben, das ist überall so. Sie empfindet ihm gegenüber eine Mischung aus Mitleid, will ihn pflegen und Abscheu. Aber er wirkt auf sie zugleich attraktiv, denn er ein Stück weit der böse Junge. Ihr Ehemann wiederum liebt zwar seinen Freund, der stirbt, ist aber zugleich sehr eifersüchtig." Max ist zwar ein erfahrener Psychotherapeut, aber in dieser Dreiecksgeschichte nützt ihm seine Erfahrung nicht viel. Er hat Angst um seine Ehe und obwohl er seiner Frau vertraut, folgt er den beiden auf ihrem Weg in die Wüste. Dort will Felix sich zum Sterben zurückziehen und gleichzeitig den von ihm verschuldeten Tod des Jungen sühnen. Was dort passiert, soll der spannenden, dichten und packenden Lektüre des Lesers vorbehalten bleiben. Verraten darf man allerdings, dass dieser Roman die ganze Tiefe menschlicher Gefühle auslotet. Da geht es immer wieder um Eifersucht und Liebe, den Widerstreit zwischen Empathie und Egoismus und vor allen Dingen und sehr überzeugend um Schuld und Sühne. Schade ist, dass die Bücher von Peter Goldsworthy in Deutschland nicht die Resonanz finden die sie verdienen.  

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  • Rezension zu "Nacht für drei Hunde" von Peter Goldsworthy

    Nacht für drei Hunde
    Phil Decker

    Phil Decker

    01. October 2012 um 10:41

    "Maestro" hat mir scho sehr gut gefallen. Auch dieses wieder in Dramaturgie und Sprachwitz schwer zu toppen. Auch die Kultur der Aborigines in die Geschichte einzuflechten, fand ich sehr interessant. Volle Punktzahl.

  • Rezension zu "Nacht für drei Hunde" von Peter Goldsworthy

    Nacht für drei Hunde
    lokoschade

    lokoschade

    02. December 2009 um 11:08

    Meine Meinung: Martin kehrt nach 10 Jahren Aufenthalt in London mit seiner frisch angetrauten Ehefrau und einem Professorentitel in Psychiatrie in seine Heimat Australien zurück. Er freut sich auf das Wiedersehen mit alten Freunden, auch weil er diesen unbedingt Lucy, seine große Liebe, vorstellen möchte. Allen voran Felix, seinen ehemals besten Freund, dem er 10 Jahre lang Briefe schrieb. Die meisten bleiben unbeantwortet. Aber Felix hat sich verändert und Martin trifft einen zynischen, boshaften, äußerlich vernachlässigten Mann an. Auf einer Geburtstagsparty die Martin für Lucy veranstaltet platzt dann auch die Bombe und es gibt zunächst eine Erklärung für Felix´Verhalten. Martin der alles auch mit dem Auge des Artzes betrachtet möchte ihm natürlich helfen und zwar mit allem ihm zur Verfügung stehenden Mitteln. Doch mit Felix Wunsch bzw. Forderung hat er wahrlich nicht gerechnet: Er möchte eine Nacht mit Lucy verbringen. Außerdem soll sie ihn auf eine Reise in Aborigineland begleiten, dort hin wo seine Schuld ihren Anfang nahm. Die Geschichte hat mich sehr fasziniert und es stellte sich mir immer wieder die Frage: Was darf man im Namen der Liebe fordern? Wie weit geht Liebe? Wo hört Liebe auf? Was treibt uns an? Eine wichtige Frage bleibt am Ende offen; überläßt es der Autor der Phantasie des Lesers diese zu beantworten? Ein außergewöhnliches Buch, das mich auch mit seiner manchmal brutalen, manchmal poetischen Sprache beeindruckt hat. Vergleiche zu früheren Werken Goldsworthy´s kann ich leider nicht anstellen, da dies mein erstes, aber sicherlich nicht mein letztes Buch von ihm ist.

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  • Rezension zu "Nacht für drei Hunde" von Peter Goldsworthy

    Nacht für drei Hunde
    papalagi

    papalagi

    07. September 2009 um 16:40

    Wie weit darf Freundschaft gehen? Was hält eine Liebe aus? Diese Fragen tauchen bei der Lektüre auf. Lucy und Martin, beides Psychologen, lieben sich. Nach 10 Jahren in England kehrt Martin nach Australien zurück, zusammen mit seiner englischen Frau Lucy. Beide haben eine Anstellung im Spital und sind voll auf zufrieden. Sie lieben sich. Martin stellt Lucy seinen alten Freunden vor, unter anderem auch Felix. Felix, der schwer krank ist und sich sofort in Lucy verliebt. Die Beziehung zwischen Felix und Martin ist nicht mehr die alte, wie vor 10 Jahren. Liegt es an der Zeit, daran dass Martin verheiratet ist, oder vielleicht weil Felix totkrank ist? Lucy und Martin wollen sich um Felix kümmern, was nicht ganz einfach ist, er blockt ab. Bis er anfängt Forderungen zu stellen. Er will an eine Abendveranstaltung, in Begleitung von Lucy. Martin ist nicht wohl bei der ganzen Sache, bis Lucy sich bereit erklärt, es ist ja nur ein Abend. Dann fordert Felix, Lucy solle ihn auf seinem Dreaming ins Outback begleiten, er rechnet nicht damit, lebend zurückzukehren. Soll auch diesem Wunsch entsprochen werden? Ein Gefühlschaos in Martin bricht los. Wieviel Vertrauen darf er Felix gegenüber schenken. Was ist mit Lucy, warum dieses Mitgefühl. Martin erzählt aus seiner Perspektive die ganze Geschichte. Es ist ein eindrückliches, berührendes Buch. Wer aber näheres über die Aborigines erwartet, wird enttäuscht.

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