Peter Handke

 3.5 Sterne bei 519 Bewertungen

Lebenslauf von Peter Handke

Peter Handke wurde am 6. Dezember 1942 in Griffen, Kärnten in Österreich als Sohn einer Kärntner Slowenin und eines deutschen Bankangestellten geboren. Erst als er volljährig wurde, erfuhr er von seinem leiblichen Vater.Handke verbrachte seine Kindheit zum Teil in Kärnten und in Berlin. 1961 absolvierte er in Klagenfurt sein Abitur und begann anschließend ein Jurastudium in Graz. Während des Studiums veröffentlichte er einige Prosatexte und arbeitete beim Rundfunk. 1966 erschien sein Debüt »Die Hornissen« und Handke brach sein Studium ab, um Schriftsteller zu werden. Er wurde vielfach ausgezeichnet, darunter mehrfach mit der Ehrendoktorwürde, dem »Franz-Kafka-Literaturpreis« und dem Bambi für Regie. Seit 1991 lebt Peter Handke in Chaville bei Paris.

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Vor der Baumschattenwand nachts

Neu erschienen am 12.11.2018 als Taschenbuch bei Suhrkamp.

Handke Bibliothek II

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Die Angst des Tormanns beim Elfmeter

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 (129)
Erschienen am 31.01.1972
Wunschloses Unglück

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 (86)
Erschienen am 25.06.2001
Die linkshändige Frau

Die linkshändige Frau

 (23)
Erschienen am 25.11.2002
Der kurze Brief zum langen Abschied

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 (25)
Erschienen am 25.06.2001
Die Stunde der wahren Empfindung

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 (11)
Erschienen am 01.05.1978
Versuch über den geglückten Tag

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 (12)
Erschienen am 05.08.1991
Das Gewicht der Welt

Das Gewicht der Welt

 (9)
Erschienen am 01.05.1979

Neue Rezensionen zu Peter Handke

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S

Rezension zu "Die linkshändige Frau" von Peter Handke

Rezension zu "Die linkshändige Frau" von Peter Handke
sophia22vor 3 Monaten

Diese zählt wohl zu Handkes berühmtesten Erzählungen: „Die linkshändige Frau“.

Diese Geschichte handelt von der dreißigjährigen Marianne, die jedoch die meiste Zeit im Buch nur als „Die Frau“ bekannt ist. Sie wohnt in einer angenehm gelegten Wohnung mit ihrem kleinen Sohn Stefan und ihrem Ehemann Bruno. Bruno ist die meiste Zeit unterwegs und selten zu Hause, da er Verkaufsleiter einer bekannten Porzellanfirma ist und zu vielen Geschäftsreisen verpflichtet ist.
Eines Tages holt Marianne ihren Ehemann, der dieses Mal aus Skandinavien zurückkehrt, vom Flughafen ab. Er erzählt ihr von der dort herrschenden Einsamkeit und Dunkelheit und dass ihm bewusst geworden ist, wie sehr er seine Familie vermisste. Doch das Seltsame ist, wie er sagt, dass er auf der anderen Seite erkannt hat, er könnte ohne sie beide auch leben und zufrieden sein. Ohne große Umschweife, zu viele Gedanken oder Zeit daran zu verschwenden, schlägt Marianne ihrem Ehemann vor, aus ihrer gemeinsamen Wohnung auszuziehen und ihr Freiraum zu gewähren. Bruno willigt ohne größere Diskssion ein und von da an beginnt eine Entwicklungsreise für Marianne. Eine Reise, die sie vielleicht zu ihrem wahren Selbst bringen kann.

Dieses ist das erste Buch, das ich von Peter Handke gelesen habe und ich muss sagen, dass ihm der Ruhm und die Reputation zusteht: Er versteht es, Geschichten zu erzählen, die, auch wenn sie keine allzu wortlastigen Sätze enthalten, die Macht besitzen, sehr real zu erscheinen und den Leser und die Leserin in dieser geschaffenen Welt gefangen nehmen.
Sein Schreibstil ist für einen österreichischen Schriftsteller nur allzu typisch, da mir schon öfters von dieser Sorte jene untergekommen sind, welche auf Knappheit und Prägnanz setzen. Nach meinem Geschmack ist dieser Stil nicht gerade: Es gibt wenige Emotionsbeschreibungen, keine Wärme, viel mehr nimmt man immer wieder eine unangenehme Härte und Kälte wahr. Österreichische Schriftsteller halten aber im Allgemeinen nicht große Stücke auf die Kraft der in die Länge gezogenen Beschreibungen und großzügige Ansammlung von Adjektiven. Dadurch erhält die Geschichte eine ganz andere Perspektive, es scheint in der Welt nur Farben wie Grau, Dunkelblau und Schwarz zu geben. Anders hätte man die Geschichte jedoch nicht mitempfunden: Marianne war durch diesen Schreibstil sehr nüchtern und cool. Ihr machte es wenig aus, plötzlich keinen Ehemann an ihrer Seite mehr zu haben und alleine mit ihrem Sohn zu leben. Sie scheint sogar glücklicher ohne ihn zu sein, entwickelt untypische Gefühle für eine Frau in dieser Lebenssituation.
Im Buch wird beschrieben, dass Marianne sich eines Abends die Platte mit dem Titel „Die linkshändige Frau“ anhört. Es wird in diesem Lied über eine Frau gesungen, die, wenn umgeben von großen Gesellschaften und vielen Freunden, wie eine elegante und redselige Dame auftritt, „alleine“ jedoch eigentlich Linkshänderin ist, was als untypisch und eher ungewöhnlich gilt. Nur wenn sie alleine ist kann sie sich ihrer Natur hingeben, muss sich für nichts schämen und keinem etwas vorspielen.
Daher denke ich, dass Marianne nur durch die Distanz zu ihrem Ehemann Bruno zu dem Mensch werden kann, der in ihr steckt und der sie ausmacht. Ohne ihn kann sie endlich die „Linkshänderin“ sein, die sie von Natur aus ist.
Dies ist nur meine Interpretation, was ihr von der Geschichte haltet und wie ihr darüber denkt kann natürlich vollkommen anders ausfallen.

Ich veleihe diesem Buch 4 von 5 Sternen, da ich von der Geschichte sehr überzeugt und beeindruckt bin, die mich sehr stark zum Nachdenken anregen konnte und über mich selbst reflektieren ließ, jedoch der kühle Schreibstil mich daran hindern lässt, den 5. Stern anzuhängen.

Auf jeden Fall ist die Lektüre dieses Buches ein Muss für alle Leserinnen und Leser, die keine Angst haben, sich dem Charakter einer freiheitsliebenden, selbstständigen, ungebundenen und „doch“ verheirateten Frau hinzugeben! 

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0_Lavender_0s avatar

Rezension zu "Die Stunde da wir nichts voneinander wußten" von Peter Handke

Vielsagend - ohne Worte
0_Lavender_0vor 8 Monaten

Handke hat mit diesem Werk ein Schauspiel geschaffen, das ohne Text auskommt. Am besten kann man sich den Inhalt vorstellen, als Zuschauer, der zu unterschiedlichen Zeiten z.B. im Kaffeehaus sitzt und dem bunten Treiben zusieht. Unterschiedliche Personen, die in einer Beziehung zueinander stehen oder sich überhaupt nicht kennen, deren Wege sich nur zufällig kreuzen, treten auf, untermalt von Geräuschen und Lauten. Dazwischen eingestreut wandeln Märchenfiguren und biblische Gestalten über den Platz. Dieses Stück kann man nicht einordnen, man muss sich einfach drauf einlassen. Vielleicht ist es gerade deswegen so genial.

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Literatur-Universums avatar

Rezension zu "Die Morawische Nacht" von Peter Handke

Ein großes Stück Selbstreflexion
Literatur-Universumvor 8 Monaten

Die morawische Nacht ist ein äußerst authentisches und zutiefst einsichtiges Buch von Peter Handke. Die Reise des Hauptprotagonisten ist so ergriffen und breitgefächert geschildert, dass man kaum zweifelsfrei behaupten könnte, dass es nicht doch die Reise Handkes selbst ist.

Die Geschichte beginnt auf dem Bootshaus des Ex-Autors. Sechs Freunde besuchen ihn, und er beginnt auf diesem Boot seine Geschichte zu erzählen. Oder expliziter ausgedrückt: seine Flucht. Denn nichts anderes war jene Reise, die er angetreten hatte.
Flucht vor was? Vor wem? Seiner Todfeindin? Diese, die ihm ständig folgt und ihren Hass durch Briefe und tote Tiere vor die Türe legt? Anscheinend. Sie ist, laut dem Ex-Autor, die Einzige, die übrig geblieben ist, von all seinen Hassern.
Die Rundreise führte den Ex-Autor nach Numanica, nach Kärnten und in den Südharz. Sie beginnt jedoch im Balkan. In einer Enklave. Hierbei beschreibt er wie sie von Steinen beworfen werden. Von Kindern. Der alte Hass, der alte nie vergessene Zeitgeist der Balkanleute.

In weiterer Folge nimmt uns der Ex-Autor nicht nur auf eine Entdeckungsreise mit, sondern viel mehr auch in seine eigene Gefühlswelt. Die Gedanken einer Welt, Forderungen nicht entsprechen zu müssen. Erkannt zu werden, obwohl es Zeiten gab, an denen das Erkanntwerden ihn extrem gestört hatten und letztendlich auch zum alten Haus von Ferdinand Raimund, dessen Geist er spürt und dem er verrät, dass sie gleich seien, beide glauben sie nicht an das Böse, deswegen seien sie immer Verlierer gewesen, denn das Böse regiert die Welt.

All dies ist typisch für Handke, eingehüllt in Wortspielereien, die tief ans Herz gehen. Es ist eine Befreiung seines Geistes. Ein Buch, welches man jedem empfehlen kann. Ob Handke Liebhaber oder nicht. Ein Einstieg in die Literatur Handkes. Ein Bild einer Welt. Ein Laufsteg durch Erinnerungen. Das mit großem Abstand größte Meisterwerk von Peter Handke. Er selbst sagte zu diesem Buch, dass ihm endlich ein eigenes Buch vorliege, welches er jemandem empfehlen kann zu lesen.

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Gespräche aus der Community

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L
Peter Handkes Roman die 'Angst des Tormanns beim Elfmeter' fand ich klasse. Ich habe es mehrmals gelesen, weil ich die Hauptfigur Bloch einzuordnen versuchte. Könnt ihr mir helfen? Ist er verrückt oder nur einer von der Gesellschaft verstossener, bemitleidenswerter Mann?
Zum Thema
nana_what_elses avatar
Hat irgendjemand von euch "Immer noch Sturm" von Peter Handke im Bücherregal stehen? Worauf ich eigentlich neugierig wäre, ist der Klappentext des Schutzumschlages ^^ Liebe Grüße :)
Letzter Beitrag von  Ein LovelyBooks-Nutzervor 8 Jahren
ja, ist identisch, habs kontrolliert
Zum Thema

Zusätzliche Informationen

Peter Handke wurde am 05. Dezember 1942 in Griffen (Österreich) geboren.

Peter Handke im Netz:

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in 597 Bibliotheken

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von 26 Lesern aktuell gelesen

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