Peter Handke Kali

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Inhaltsangabe zu „Kali“ von Peter Handke

Im neuen Buch, der geheimnisvollen und überraschungsreichen "Vorwintergeschichte" Kali, bricht eine Sängerin nach Abschluß ihrer Tournee in ihre Kindergegend auf – nach Handke-Land: "In die Gegend gleich nebenan, hinter dem Kindheitsfluß. ... Dort ist der Winter noch Winter. Oder: Es ist eine Auswanderer-Gegend ... Das Einzige, was ich noch weiß: Der Untergrund dort besteht bis in die tiefsten Tiefen aus Salz – Kali. ... Auch im Sommer ein schneeweißer Bergrücken mitten in der Ebene." An jenem Ort leben die unterschiedlichsten Weltenbewohner, "Überlebende des Dritten Weltkriegs, der rund um uns schon seit langem wütet, unerklärt, wenig sichtbar, aber um so böser". Deren Leben, so wird der Sängerin bei ihrer Ankunft in der Siedlung auf dem Kali-Berg deutlich, ist völlig aus den Fugen, seit ein Kind verschwunden ist. Und wie geht es mit dem Kind weiter? Und warum heißt es am Ende: "Ah, wenn einmal ein Kind ins Erzählen kommt..."? In Kali hat Peter Handke die Geschichte, die Stationen, das ernste Spiel des Verlorengehens, des Findens und Suchens in unserer Zeit erzählt. Wen sucht die Sängerin? Warum reist sie zunächst zu ihrer Mutter? Wieso flößt sie dem Mann und dessen Sohn in der Bergwohnsiedlung Angst ein? Und warum reist sie zum tiefsten Punkt des Salzstocks?

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  • Kali. Eine Vorwintergeschichte

    Kali
    MyriamErich

    MyriamErich

    04. June 2015 um 20:09

    Der Roman "Kali. Eine Vorwintergeschichte" wurde von dem österreichischen Autor Peter Handke verfasst. Im Vordergrund steht eine Sängerin, die eine geheimnisvolle Welt hinter einem Fluss im sog. "Handke-Land" in einem Salzbergwerk entdeckt. In diesem Salzbergwerk leben Flüchtlinge und Überlebende des Dritten Weltkriegs. Peter Handkes Werk kann als großes Meisterwerk erachtet werden. Es ist ein virtuoses Spiel mit Widersprüchen, Zeichen, Wundern und Motiven aus dem Hinduismus. Darüber hinaus verwendet der Autor auch Elemente aus der Bibel. Er verfügt über eine tiefgreifende Ironie im poetischen Verfahren. In einer lyrischen Manier und erratisch schwebenden Sätzen beschreibt Handke eine wunderbare Welt, in welche er auch Handlungen aus Märchen überträgt. Der Roman ist wenig detailreich geschrieben. Somit verleitet er den Leser dazu, eigene Gedankengänge zu gehen, da die Figuren ebenso schemenhaft gezeichnet sin, wie Zeit und Ort der Handlung. Auch legt Handke keine Deutung fest. So könnte der Titel "Kali" ein Symbol bzw. der Name für das Salzbergwerk sein. Des Weiteren könnte man die These aufstellen, ob es sich beim Dritten Weltkrieg um einen atomaren Krieg handelt, denn Salz schützt vor atomaren Strahlungen. In seinem Roman vermischt der Autor verschiedene Zeiten. Die Geschichte des "Turm zu Babel"wird hier in Relation mit der heutigen Globalisierung gebracht, weshalb der Roman an Aktualität gewinnt. Zusätzlich werden Alltagssituationen aus den Kindertagen des Autors in die Märchenwelt entrückt. Somit beschreibt Peter Handke eine märchenhafte und zugleich apokalyptische Welt. Leider wird der Leser an manchen Stellen in Verwirrung gebracht, da die Geschichte sehr verästelt und schemenhaft umrissen wird. Außerdem wird keine Spannung erzeugt, weshalb manche Sequenzen ein wenig langatmig sind. Dennoch ist Peter Handkes Roman sehr interessant, schon allein aufgrund seiner Aktualität.

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  • Rezension zu "Kali" von Peter Handke

    Kali
    oesterberg ost

    oesterberg ost

    04. April 2010 um 20:39

    Handke, seit Jahren "Urlaubslektüre", Räume einer anderen Welt, kurz Luftholen für Kopf und Bauch im Sog des Epischen, des Langsamen, des Anschauens. Auch jetzt wieder mit seinem neuen Buch: Kali. Eine Vorwintergeschichte. Geschichte und Ton überraschen nicht, erscheinen vielmehr als Weiterschreiben der Handkeschen Prosa (seit Jahrzehnten schon?), aber das Buch eröffnet auf seinen wenigen Seiten immer wieder kurze Einblicke, öffnet Räume, die dann doch wieder überraschen: wie zwischen den Zeilen das Weiß der Seiten aufscheint, und in dem Weiß ein Ausschnitt Welt, gesehen von einem Erzähler an unbekanntem Ort, der hier der Geschichte einer Sängerin nachschreibt: "Und ins Bild rückt nun der Große Salzberg, weit jenseits des dabei wie unvermindert fernen Gegenufers, ein Teil des Himmels zuerst, eine Lichterscheinung, ein weißer Schimmer über der Ebene, in Bergform." Wer hier nur den hohen "predigenden" Ton kritisiert, der hat die andere Seite der Handkeschen Prosa übersehen: das Witzige, Comic-Hafte (wie ein Rezensent bemerkte), aus dem heraus sich ein um Anschauung = Bewunderung ringender Ton erhebt, dem es um nichts anderes geht als das Wiederfinden (= Wiedererfinden?) von Welt. Ein Kind ist verschwunden, und einen Ort gibt es nicht. Deshalb bewegt sich die Sängerin hin zu jenem Kleinod jenseits des Sees (oder Meeres?), wo der weiße Salzberg thront und ein Mann auf sie wartet. So weit, so gut. Auch Kitsch kann schön sein. Doch wie die Sängerin und der Mann dann auf einem kleinen Gefährt durch den Salzberg rasen, da verbindet Handke auf seine einzigartige Weise deutsche Mythen und Romantik mit Comic und Zeichentrick, mit so etwas wie Kindheit, zu einer Erzählung, "wie sie im Buche steht".... Tatsächlich geht die Geschichte schnell und ein wenig absehbar zu Ende. Doch bei Handke geht es - wie immer? - nicht um die Handlung, die sich hier in überschaubarem Rahmen als eine Zitatencollage aus eigenen Werken und Epen des letzten Jahrtausends (bis hin zum Herrn der Ringe?) entpuppt. Während des Lesens dieser Erzählung, die im Vorwinter spielt und den Winter hinausschiebt, erlebt man einfach zu viele Momente, die die Zeit anhalten, den Raum öffnen, die Wiederankunft im Hier & Jetzt hinausschieben. Orte als Bilder - so wie Bilder zu Orten werden, die Handlung in sie springt und wieder hinaus. Über vielfältige Spiegelungen öffnet sich das Buch...

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  • Rezension zu "Kali" von Peter Handke

    Kali
    castor2

    castor2

    27. November 2008 um 15:31

    Eins der schwächeren Werke von Peter Handke