Peter Hayes Die Degussa im Dritten Reich

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Inhaltsangabe zu „Die Degussa im Dritten Reich“ von Peter Hayes

<p>Die AG Deutsche Gold- und Silber-Scheideanstalt vormals Roessler&#160;- besser bekannt unter dem Namen Degussa&#160;- wird wie kaum ein anderes Wirtschaftsunternehmen mit den Verbrechen des Nationalsozialismus in Verbindung gebracht. Als Lieferant des tödlichen Giftes "Zyklon B", das zur Ermordung von Millionen Menschen in den Gaskammern der Nationalsozialisten verwendet wurde, ist Degussa zum Inbegriff der Verwicklung der deutschen Wirtschaft in die Greueltaten des nationalsozialistischen Regimes geworden. Auch ein Großteil des von den Nazis geraubten Edelmetalls ging durch die Schmelzöfen der Degussa. Darüber hinaus war die Degussa ein wichtiger Hersteller von Rüstungsgütern für die Wehrmacht.<br /> Im Mittelpunkt des umfassenden Buches von Peter Hayes steht die Frage, warum die Zeit des Dritten Reiches für dieses eigentlich eher kleine Großunternehmen so außerordentlich&#160;- und dauerhaft&#160;- profitabel war. In welcher Weise nutzte die 1873 gegründete Degussa die Betätigungsfelder, die ihr der Nationalsozialismus und seine (wirtschafts)politischen Ziele eröffneten? Inwieweit bestimmte das nationalsozialistische Regime die Unternehmenspolitik der Degussa? Peter Hayes schildert eindrücklich die Verstrickung des Unternehmens in "Arisierung", Zwangsarbeit und die Vernichtung der europäischen Juden. Er beschreibt detailliert, wie die Entscheidungsverantwortlichen der Degussa sich zunächst an die NS-Politik und deren Ziele anpaßten, sich dann immer stärker damit identifizierten (und sie zum Teil sogar propagierten) und sich am Ende wie so viele weigerten, ihr Verhalten zu hinterfragen.</p>

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  • Rezension zu "Die Degussa im Dritten Reich" von Peter Hayes

    Die Degussa im Dritten Reich
    Sokrates

    Sokrates

    03. February 2012 um 11:30

    Peter Hayes, Professor für Geschichte und Holocaust Studies in den USA, hat sich in dieser überzeugend recherchierten Monographie der Degussa gewidmet, also dem Unternehmen, das den Nationalsozialisten u.a. das Zyklon-B verkaufte. Doch es werden noch andere Bereiche eingehend beleuchtet: so bspw. die Verstrickungen der Degussa in Arisierung, oder die Machtübernahme durch die Nationalsozialisten, der man seltsam verhalten und auch optimistisch gegenüberstand. Einzige Angst war der weitere Verfall der Reichsmark; dazu war den Wirtschaftsführern scheinbar vieles recht, auch ein zweifelhaftes Regime. Im Rahmen der Arisierung nutzte die Degussa die Situation immer wieder, um ihren Besitz zu vervollständigen; hierbei ging man zunehmend „rücksichtsloser“ gegen enteignete Juden vor (S. 107). Im Hinblick auf den gesamtgesellschaftlichen Antisemitismus blieb die Degussa defensiv. Spätestens sieben Jahre nach dem Beginn der Arisierungskampagnen blieb die Degussa nicht nur rein defensiv bei den anti-jüdischen Aktionen, sondern meldete sogar gezielt Informationen an die Gestapo (S. 119) – eine Kehrtwende, weg vom passiven Dulder, hin zum aktiven Unterstützer, zum Mittäter. Hinzu kamen berechtigte Gewinnerwartungen nach dem Machtantritt der Nationalsozialisten: Hayes zeigt gut, dass man noch 1933 den Gewinn der Firma als „gut“ bis „einigermaßen zufrieden“ bezeichnete“ (S. 127), doch mit den Jahren und dem parallel dazu beginnenden Aufrüstungsprozesses gewann die Degussa enorm durch Autarkie und Aufrüstung; sie war – wie viele andere Wirtschaftsunternehmen unter dem NS-Regime – großer Profiteur der Aufrüstungspolitik. Hayes schreibt hierzu, dass sich die Degussa „[...] an der Plünderung der Juden (beteiligt habe), nicht nur oder vorrangig, um unmittelbaren Gewinn daraus zu schlagen, sondern vielmehr mit Blick auf die größeren Gewinne in der Zukunft.“ (S. 210). Moralische Bedenken, Scham oder Abscheu spielten keine Rolle: so charakterisiert Hayes das Führungspersonal als von soldatischen Tugenden geprägt, mit Tunnelblick arbeitend und von Pragmatismus geleitet (S. 210) – Ausgangsbedingungen, die zwangsläufig zu dieser Verstrickung und dieser aktiv-passiven Rolle während NS-Herrschaft und Zweitem Weltkrieg führen mussten. Hayes hat eine sehr gut recherchierte und sehr umfangreiche Geschichte der Degussa im Dritten Reich geschrieben. Das Buch liest sich sehr gut; die genannten Personen sind – so weit möglich - durch s/w-Fotos eingebunden. Deutlich wird einmal mehr, dass große deutsche Unternehmen das NS-Regime entweder aktiv im Zeitpunkt der Machtübernahme 1933 unterstützten, oder sich zumindest passiv einen wirtschaftlichen Aufschwung durch andere Politik erhofften. - Erwähnenswert sind auch ein umfangreicher Anhang mit Abbildungen und Bilanzauszügen, die über Gewinn und Produktion sehr gut Auskunft geben.

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