Peter Heller Das Ende der Sterne wie Big Hig sie kannte

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Inhaltsangabe zu „Das Ende der Sterne wie Big Hig sie kannte“ von Peter Heller

Eine Liebeserklärung an die Welt, wie sie hätte sein können. Die Welt ist untergegangen, aber Hig hat überlebt. Ebenso sein einziger Nachbar, ein menschenfeindlicher Waffennarr mit dem Herz auf dem rechten Fleck, der ihn - brutal, aber verlässlich - beschützt. Hig lebt im Hangar eines verwilderten Flughafens und tuckert mit einer alten Cessna übers Gelände, sein Hund Jaspar ist sein treuer Copilot. Man schlägt sich halt so durch. Dann empfängt er plötzlich ein Funksignal. Gibt es doch noch Leben, jenseits seines kleinen Flughafens? Hig beginnt eine abenteuerliche Reise, und was er entdeckt, übertrifft seine schlimmsten Ängste - und seine größte Hoffnung.

Ein traurigschönes Buch, eine hoffnungsfrohe Dystopie

— rallus
rallus

Die Idee ist wirklich gut, aber leider hat sich mir das ganze dann doch nicht ganz erschlossen.

— Reg_And
Reg_And

Philosophisch und still. Realistischer Endzeitroman.

— Heldin-mit-Happy-End
Heldin-mit-Happy-End

Das Ende der Welt ist nah, können wir noch glauben und Hoffnung schöpfen? Oder ergeben wir uns?

— jenvo82
jenvo82

"Die Liebe ist ein Flussbett, dass sich mit Schmerzen füllt. Es füllt sich jeden Tag aufs Neue mit Tränen." Poesie mit der Brechstange :(

— Abendstern
Abendstern

Eine Buchschätzchen das Lesesternstunden verschafft hat. Realistische Dystopie in poetischem Gewand und teils knallhart. WOW !

— thursdaynext
thursdaynext

Leider gar nicht mein Fall. Zu langatmig und vom Schreibstil her nicht meins.

— Maus86
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    Das Ende der Sterne wie Big Hig sie kannte
    rallus

    rallus

    07. March 2017 um 17:00

    Irgendwann musste doch so etwas passieren. So, oder so ähnlich. Dass es dann eine Art Grippeepidemie war, an der die meisten starben, hatten manche doch prophezeit. Eben nur so eine Art Grippe, aber das waren bestimmt Viren, die, im Labor gezüchtet, den Weg ins Freie fanden. Aber so genau weiß das heute auch niemand mehr. Und es interessiert niemanden mehr. Weil es nur noch ums Überleben geht. Und da kämpft jeder gegen jeden. So ist die Ausgangslage der vorliegenden Dystopie. Das Ende der Sterne wie Big Hig sie kannte, im Original viel treffender The Dogstars. Der Hundsstern ist ja bekanntlich der Stern, an dem sich schon Generationen von Seefahrern orientiert haben, und nun gibt es viele solcher Sterne. Es gibt keine Richtung für die Menschheit, den Einzelnen, es müssen neue Richtbilder, neue Wege gefunden werden. Big Hig hat alles verloren, sein vorheriges Leben, seine große Liebe; aber auch vieles gewonnen. Er hat die Epidemie überlebt, er hat einen Flecken gefunden, wo er leben und sogar fliegen kann. „Es gibt keinen anderen sicheren Ort. Auf dem ganzen Planeten nicht. Wir haben das Gelände, wir haben Wasser, Strom, Essen, Waffen. Wir haben die Berge, nur für den Fall, dass uns die Beutetiere ausgehen. Wir müssen uns nicht mit Zank und Streit rumschlagen, und mit Politik auch nicht. Es gibt nur dich und mich. Uns kann nichts auseinanderbringen. So wie die Mormonen und alle anderen da draußen, die nicht mehr am Leben sind. Wir beschränken uns auf das Nötigste und überleben.“ Was er auf jeden Fall noch hat, in seiner neuen Enklave, das ist die Natur. Er streift mit seinem Hund Jasper durch die Wälder, auf der Suche nach Essen und natürlich auch auf der Suche nach Feinden. „Manchmal wenn ich mit Jasper zum Angeln an den Sulphur River fuhr, stieß ich an meine Grenzen. Dann hatte ich das Gefühl, mein Herz könnte platzen. Platzen ist nicht dasselbe wie brechen. Unfassbar, diese Schönheit. Und es war nicht nur das, nicht nur schön. […] Kein Grund, sich bei irgendwem zu bedanken. Einfach nur sein. Einfach nur angeln. Einfach nur durchs Wasser waten, es wird dunkel, es wird kalt, es ist alles eins. Mit mir, irgendwie.“ Zusammen mit Bangley, einem vierschrötigen Waffennarr, hat Big Hig einen Flughafen besetzt. Durch seine Erkundungsflüge, als Frühwarnanlage, können Feinde schon lange vorher erkannt werden. Marodierende Banden ziehen durch das Land auf der Suche nach Nahrung, Wasser und Treibstoff. Big Hig hat, trotzdem er mehr hat als andere Überlebende, eine große Sehnsucht. Soll dies alles gewesen sein? Was ist mit der Zukunft? Was mit anderen Menschen, ja mit der Menschheit? Kann der tägliche Überlebenskampf alles sein? Es muss da draußen doch Menschen geben, die auch etwas Neues aufbauen wollen. Was ist mit der Liebe? „Ist es möglich, so verzweifelt zu lieben, dass das Leben unerträglich wird? Ich spreche nicht von unerwiderter Liebe, ich spreche davon, in der Liebe zu sein. Mitten in der Liebe und doch verzweifelt. Weil man weiß, dass es enden wird, so wie alles auf der Welt. Einfach enden.“ Diesen Schmerz, den er verspürt, diese Leere, die in ihm ist, muss ausgefüllt werden. Nachdem er einen Funkspruch von einer weit entfernten Station aufgefangen hat, nimmt er seinen Hund Jasper und macht sich auf den langen Weg, auch auf die Gefahr hin, alles zu verlieren. „Ich will nicht bei dem Versuch umkommen, zusammen mit Jasper die fünfhundert Kilometer nach Hause zu marschieren. Nach Hause. So trist es auch ist. Wo ich doch nichts mehr zu verlieren habe. Irgendwie ist nichts auch etwas.“ Peter Heller ist ein unglaublich intensiver und dichter Roman gelungen. Man spürt des Autors Verbundenheit mit der Natur, Die Beschreibungen, wie Big Hig durch die Wälder streift, auf der Suche nach Wild und Fischen, zeigen einen genauen Beobachter. Wie schrieb es Thursdaynext in ihrer Rezension: ‚Schnappschüsse der Einsamkeit‘. Auch die Natur ist angeschlagen.Das was Big Hig beobachtet, Dürreperioden, zu warmes Wasser für die Fische, immer weniger Wild, das hat der Mensch hinterlassen. Die Natur hat zwar die Gabe, uns zu heilen, aber eben nicht alle Wunden. Der Mensch ist dazu geboren, mit anderen Menschen zusammen zu leben und mit ihnen zu lachen, lieben und auch zu sterben. Was bleibt uns, wenn die meisten Menschen verschwunden sind? Was gibt uns noch die Kraft zu leben? Doch letztendlich nur die Hoffnung auf die Zukunft. Peter Heller ist ein traurigschöner, schnörkelloser Roman mit einem sehr sympathischen Helden gelungen. Eine hoffnungsfrohe Dystopie.

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  • Endzeitstimmung, aber irgendwie...schön

    Das Ende der Sterne wie Big Hig sie kannte
    dominona

    dominona

    19. April 2016 um 22:41

    Ein Virus hat nur noch eine handvoll Menschen übrig gelassen und so muss man sich eben durchschlagen. Wenn man dann noch einen Kumpel findet, der einem hilft und man selber ein Flugzeug fliegen kann, ist selbst der Tod der Frau leichter zu ertragen...könnte man meinen. Besonders gut gefallen haben mir die Naturbeschreibung, da ist der Kampf ums Überleben (obwohl das bei Hig nicht danach klingt), fast untergegangen. Der Protagonist hat eben viel Zeit zum Nachdenken und deshalb ist das Buch ein "Grübel-Buch" geworden. Trotzdem ist es schön und mal was anderes, wenn man sich drauf einlässt.

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  • Liebe, Freundschaft und das Ende der Welt

    Das Ende der Sterne wie Big Hig sie kannte
    liberiarium

    liberiarium

    06. January 2015 um 15:57

    PLOT: Es geht um Liebe, um Freundschaft und um das Ende der Welt. In einer nicht fernen Zukunft beschäftigt sich Hig auf eine poetische Art und Weise mit den Themen seiner Zeit. Die Menschheit ist zum größten Teil an ansteckenden Erkrankungen zugrunde gegangen, viele Tiere sind ausgestorben und Lebensräume vernichtet. So baut sich Hig mit seinem waffennärrischen Nachbarn Bangley und seinem Hund Jaspar ein Leben in der Post-Apokalypse auf. Die wenigen Freuden in dieser Welt, das Fliegen mit seiner alten Cessna und das Angeln, sind ihm noch geblieben.  Wenn Bangley und er nicht gerade ihr Grundstück beschützen oder ums Überleben kämpfen, besucht Hig überlebende Kranke und schenkt ihnen mit seiner warmherzigen Art ein Lächeln. Auf einer seiner Reisen erhält er jedoch plötzlich ein Funksignal und trifft auf weitere Überlebende, die mal mehr und mal weniger freundlich gesinnt sind. MEINUNG: Das Buch habe ich schon oft sehnsüchtig im Regal betrachtet, bis es dann 2014 als Geschenk bei mir eintrudelte. Nachdem ich eine Buchreihe durch hatte, wollte ich mal wieder etwas in sich abgeschlossenes lesen und griff zu Peter Hellers Werk. Mir fiel es wirklich schwer, mich mit dem Buch auseinanderzusetzen. Alleine die formale Gestaltung bereitete mir zu Beginn mehr Kopfschmerzen, als Freude: das Buch deutet direkte Rede nur durch Absätze an, man findet keine Anführungszeichen auf den 320 Seiten. Es ist nicht immer sofort ersichtlich, was gesprochen wird und was nicht, weswegen mir schnell klar wurde, dass ich vermutlich eine längere Zeit benötigen würde, um besser mit dem Werk klar zu kommen. Auch die poetische Schreibweise, die vielen Metaphern und Bilder zeigten mir, dass das Buch keine typische Abendlektüre ist; nichts, was man mal eben vor dem Schlafengehen lesen kann. Diese stilvolle Schreibart ist zwar wirklich intellektuell und reizvoll gestaltet, doch sie nahm mir eher die Lust am Buch, von dem ich hoffte, es würde mehr von dem Überleben in der Post-Apokalypse handeln. Fehlanzeige. Das Überleben an sich wird thematisiert, basiert allerdings eher auf Fachbegriffen. Der Autor, Peter Heller zeigt, dass er auch privat ein Reisender ist und scheint sich mit Flugzeug-Fachjargon gut auszukennen. Allerdings blieb mein Interesse, beispielsweise mehr über das Befüllen eines Tanks zu erfahren, sehr gering und ermüdete mich. Das Ende der Sterne wie Big Hig sie kannte thematisiert vor allem die Liebe: die Liebe zu einem alten Hund, die Liebe zu der alten Welt, die Liebe zum Nachbarn und die Liebe zu seiner verstorbenen Ehefrau, von der Hig oftmals erzählt. Ihre gemeinsame Geschichte wird wieder und wieder angesprochen, wird allerdings nie Hauptthema des Werks. Das waren insbesondere für mich die Momente, bei denen ich emotional reagierte und gewillt war, mehr davon zu lesen. Hervorzuheben sind bei Heller in dem Fall die Beschreibungen, wie Gesten und Emotionen, beispielsweise Angst oder Leidenschaft, von denen man denkt „ja, ich weiß nicht so genau was das bedeuten soll, aber er trifft es voll auf den Punkt.“ FAZIT: Trotz wunderschöner sprachlicher Bilder und einem dramatischen Hang zum Poetischen konnte ich mich nur schwerlich mit dem Buch identifizieren. Hig ist ein sympathischer Kerl, der zu seinem Nachbarn in einem starken Kontrast steht. Manchmal war ich mir nicht sicher, ob irrationales Bauch- versus rationales Kopfgefühl, wie Hig und Bangley sie verkörpern, nun logischer erschienen - das machte die Sache recht spannend. Dennoch kommt mir persönlich die Apokalypse, der Untergang der Welt, einfach zu kurz. Das Ende war recht abrupt, der rote Faden schien mir an vielen Stellen verloren. Ich hätte mir gewünscht, dass weniger Fachsimpelei zu lesen gewesen wäre, dafür mehr Substanz und Handlung.

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  • Eremitendasein nach der Katastrophe

    Das Ende der Sterne wie Big Hig sie kannte
    jenvo82

    jenvo82

    16. December 2014 um 09:01

    Hig und Bangley sind zwei der wenigen Überlebenden der Bluterkrankheit, die fast die gesamte Bevölkerung dahingerafft hat. Ihr jetziges Leben grenzt eher an ein Überleben, denn um ihre elementarsten Bedürfnisse zu befriedigen, müssen sie jagen, töten und allen Ekel überwinden. Hig unternimmt mit seiner Cessna mehrere Erkundungsflüge über das weitläufige, vollkommen menschenleere Gebiet, bis er eines Tages ein kleines Wunder entdeckt. Zwei anscheinend gesunde Personen leben an einem Flusslauf und eine davon ist eine attraktive, junge Frau. Diesmal mordet Hig nicht, sondern versucht erstmals nach vielen Jahren wieder an ein erträgliches Dasein zu glauben. Während Bangley, der Ältere ein komischer, unfreundlicher Kauz ist, dessen Lebensmaxime „Töte jeden, bevor er dich tötet“ lautet, versucht Hig an das Gute zu glauben und mit seiner glücklichen Vergangenheit mental abzuschließen. Trotz ihrer unterschiedlichen Lebensansichten verbindet die beiden eine Art Freundschaft, die in der Ausweglosigkeit ihrer Situation und in ihrem Eremitendasein begründet liegt. Ohne den anderen wären sie schlichtweg verloren. Fazit: Dieser eher düstere, bedrückende Roman zeichnet eine schreckliche, lebensunwürdige Zukunftsperspektive. Die Natur ist zerstört, der Mensch fast vernichtet, geblieben ist nur Verwüstung und Einöde. Alles, was ein Menschenleben mit Glück ausfüllt wurde zerstört, es existiert nur noch das große Nichts und vielleicht ein Funken Hoffnung am Horizont. Die Lektüre konnte mich leider nicht überzeugen, da es in weiten Teilen des Buches um Naturbeschreibungen, Flugzeuge und Waffen geht und der Rest eine pessimistische Selbstreflexion darstellt. Eine fortlaufende Handlung ist schwer erkennbar, der Plot eher langatmig bis langweilig. Die Geschichte an sich, die Grundidee einer zerstörten Welt, hätte größeres Potential gehabt, es wurde nur nicht genutzt.

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  • Das Ende der Endzeit wie die Belletristik es kannte

    Das Ende der Sterne wie Big Hig sie kannte
    Bartlett

    Bartlett

    13. November 2014 um 20:23

    In den letzten Jahren erlebte die Unterhaltungsindustrie eine wahre Renaissance der postapokalyptischen Literatur. Man könnte dahinter Torschlusspanik in Anbetracht des inzwischen abgelaufenden Countdowns des Mayakalenders vermuten oder das Fest einfach so feiern wie es kommt.  Im Grunde ist Das Ende der Sterne wie Big sie kannte (mit dem griffigeren Originaltitel The Dog Stars) nur ein weiterer Abkömmling der neu aufgeblühten Endzeitliteratur. So war zumindest mein persönlicher Einstand mit dem Buch; Peter Heller nimmt den Leser in seinem Debutroman aber mit auf die introspektive Reise von einem der interessantesten Charaktere des jüngeren Genres. Nach der Pandemie ist Big Hig einer der wenigen Menschen, die übrig geblieben sind. Er, sein Hund und sein Nachbar haben sich auf einem alten Flughafengelände eingerichtet und sind für das Überleben gewappnet. Dadurch dass Hig täglich in einer altehrwürdigen Cessna weiträumig das Gelände überfliegt, müssen die drei Hauptfiguren kaum mit Überraschungen rechnen.  Die Ausgangslage ist wenig spektakulär, trotzdem ist der Roman in meinen Augen etwas ganz besonderes und begeistert auch genreübergreifend. Zum einen liegt das an Hellers Schreibstil. Brüchig wie die verwesende Welt, aber mit zum Teil unverhofft schönen Sätzen, die einem den Eindruck vermitteln, dass man sich tatsächlich im Kopf eines Protagonisten steckt, der am Ende des menschlichen Daseins vor allem Zeit zum Nachdenken hat. Big Hig hat emotional einiges zu verarbeiten und tut dies mit flashbackartigen Rückblenden. Dem Leser werden davon teilweise nur Fetzen vorgeworfen und muss sich in Geduld üben, bis Hig bereit ist, darüber zu sprechen. Auf der Handlungsebene passiert selten viel, wenn diese aber voran getrieben wird, kommt sie umso besser zur Geltung. Auch den anderen Charakteren wird genug Aufmerksamkeit geschenkt, vor allem die Bindung Big Higs zu seinem Hund, dem hier letzten Freund des Menschen, bietet Tragweite.  Heller reizt die Ich-Perspektive zur Gänze aus und zeichnet einen sehr lebendigen, wenn auch innerlich toten, Charakter. Big Hig kommt mit der Situation zurecht ohne im Selbstmitleid zu baden, der Autor vergisst den Leser nicht und lockert oft genug auf -- nicht selten werden Funken der Hoffnung gesprüht. In gewissem Sinne ist das Buch auch ein optimistisches. Wer der Action-Riege des thematisch vielversprechenden Endzeitgenres entkommen will, dem sei der Roman stark an's Herz gelegt. Wer sich traut wird von einem seltsam anmutenden aber eben auch ungewöhnlich guten Paket von Intimität, Intensivität und letztendlich Schönheit erwartet.  

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  • Realistischer Endzeitroman!

    Das Ende der Sterne wie Big Hig sie kannte
    Petris

    Petris

    23. March 2014 um 10:45

    Big Hig, Pilot und Romantiker hat die große Grippewelle überlebt und hält gemeinsam mit seinem Hund Jasper und Begley die Stellung. Der brutale Waffennarr Begley und der Flieger bilden ein geniales Team.  Doch eines Tages, als Big Hig losfliegt, um den Ursprung eines Funkspruches auf den Grund zu gehen, landet er auf einer bewohnten Farm. Auf den ersten Blick scheint er ein Paradies gefunden zu haben, doch als der Sommer naht wird klar, dass sie wegmüssen, der Fluss ist ausgetrocknet, es gibt kein Wasser mehr. Big Hig nimmt sie mit zu seinem Unterschlupf, der in seiner Abwesenheit angegriffen worden war. Begley hatte schwer verletzt überlebt. Zu viert bilden sie eine "bunte" Familie, die sich zusammen in gesetzlosen Zeiten durchkämpft. Aber vielleicht gibt es ja Hoffnung, und es ist etwas dran am Gerücht von den "Arabern", die von der Grippe unbehelligt geblieben waren, denn in regelmäßigen Abständen fliegen große Flugzeuge über sie hinweg. Abgesehen davon, dass Cover und Klappentext eine völlig falsche Erwartungshaltung erzeugen, ist es ein großartiges Buch! Spannend, erschreckend und leider sehr realistisch!

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  • Das Ende der Sterne wie Big Hig sie kannte - Peter Heller

    Das Ende der Sterne wie Big Hig sie kannte
    thursdaynext

    thursdaynext

    Das Ende der Sterne wie Big Hig sie kannte „Warum hat das Geräusch zwischen Lachen und Weinen keinen Namen.“ Titel und Cover von „Das Ende der Sterne wie Big Hig sie kannte“ sprach mich an. Der Klappentext hingegen liess zaudern. Kitschverdacht! Kitsch gibt es in „Das Ende der Sterne wie Big Hig sie kannte“ nicht. Dafür eine bildhafte greifbare und doch schlicht, prägnante knappgefasste Sprache. Von Anfang an war ich von diesen abgehackten Gedanken / Sätzen bezaubert und in Bann geschlagen. „Denk nicht soviel Hig. Du wirst uns alle noch umbringen.“ Doch Hig denkt, er kann nicht anders, immer denkt er vor sich hin, weiß nicht warum er handelt, handelt erst wenn er getrieben wird. Durch Higs Gedanken tacht man in die Welt nach der Katastrophe ein. Sprunghaft, authentisch, ergreifend entstehen Bilder. Schnappschüsse der Einsamkeit. Was bleibt, wenn die Menschheit es fast geschafft hat sich selbst auszurotten und nur noch eine paar zähe Überlebende, die kein Ziel als das nackte Überleben haben, das weite Land bevölkern? Menschsein reduziert auf das wesentliche. Die Liebe eines Mannes zu seinem Hund. Eine uralte Symbiose die noch immer funtioniert, wenn das Tier nicht ein überzüchtetes, vermenschlichtes, entartetes Schosshündchen ist und seine Wolfsnatur respektiert wird. Die Liebe zur Natur. Sehnsucht nach Menschlichkeit, Zivilisation, nach dem was verging und verloren ist. Peter Heller lässt seinen Protagonisten diese Empfindungen förmlich herausschreien. Sie packen diese Gedankenfetzen, lassen das eigene Denken nicht los, wie würde ich handeln wenn, ...? Würde ich töten um zu überleben, um das zu schützen an dem mir eigentlich gar nichts mehr liegt. "Ich tröste mich mit mit Lighning und Cotton, BB und Stevie Ray. Ich puste "Dear Son" von Son Seal in die Prärie hinaus, bis die Kojoten unten am Ufer in mitleidiges Geheul ausbrechen und das Mundharmonikasol neu interpretieren bis sich die Balken biegen. Ihr Heulen und Fiepen geht mir durch Mark und Bein. Es klingt als fänden sie die Musik schrecklich und schön zugleich. Was heißt, dass sie den Blues verstanden haben." Dieses Buch ist der Blues. Sanft, wehmütig klagend, zärtlich, sanft, erdig, dreckig und brutal bis hin zum verzweifelten Punk mit Grunge Untertönen. Diese Musik muss man mögen, sie zieht sich durch den gesamten Roman. Einen Debütroman übrigens. Mit leichter Feder geschrieben und doch durchdacht, auch dank des Autors Erfahrung im Outdoor - Trekkingtouren Bereich und als Pilot detailiert und echt. Man merkt, dass hier jemand schreibt, der es gewohnt ist die Welt von oben, abgelöst von den kleinen Nichtigkeiten, zu betrachten. Jemand dessen Blick über das Ganze schweift, erkundet und dann wieder landet, am Boden und dort lebt. Ein Hauch von Ernest Hemingway, ohne dessen lächerlichen Machismo, das jämmerliche Pathos und das enervierende Gejammer und die Freude am Töten. Grandioses Debüt.

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  • Das Ende der Sterne wie Big Hig sie kannte

    Das Ende der Sterne wie Big Hig sie kannte
    AgnesM

    AgnesM

    23. November 2013 um 11:07

    "Früher habe ich gerne geangelt...; die Tiger, Fische und Vögel haben sich verabschiedet..." - sagt Big Hig. Es ist nichts mehr so wie es einmal war. Die Erde ist immer wieder gut für eine neue Überraschung, sagt er, während er seine Aufklärungsflüge in seinem kleinen Flugzeug macht. In einem Radius von ca 13 km leben nur Big Hig, sein Hund und sein irrer Nachbar. Die Hirsche und Hasen haben auch noch durchgehalten. Viele Menschen haben die Epidemie nicht überlebt, die Welt ist größtenteils "untergegangen". Einige Menschen leben zwar noch, sind aber krank und kommen schon krank zur Welt. 9 Jahre sind vergangen seitdem die Grippe die meisten Menschen getötet hat. Big Hig und sein Nachbar versuchen auf dem Gelände des alten Flughafens Eindringlinge zu verscheuchen und selber zu überleben. Diesem Buch würde ich 3 von 5 Punkten geben, da es mich leider nicht allzu sehr begeistert hat. Ich hätte mir mehr Spannung gewünscht, aber vielleicht waren meine Erwartungen aufgrund des Klappentextes einfach zu hoch.

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  • Ein sehr eigener Stil für eine schöne Erzählung

    Das Ende der Sterne wie Big Hig sie kannte
    IraWira

    IraWira

    04. September 2013 um 18:36

    "Das Ende der Sterne wie Big Hig sie kannte" ist ein Buch mit einer ganz eigenen Stimmung. Es ist weder fröhlich, noch traurig oder deprimierend, es ist einfach anders. Aus der Perspektive von Big Hig wird, teilweise nur in kurzen Schnipseln, berichtet, wie sein Leben jetzt verläuft. Jetzt, erkennt der Leser nach und nach, ist die Zeit nach der Katastrophe, die Zeit, nach der alles anders wurde. Big Hig wird begleitet von seinem Hund Jasper, sein Nachbar ist Bangley. Bangley und Hig haben nicht viel miteinander zu tun, aber irgendwie passen sie aufeinander auf und halten sich den Rücken frei. Alles funktioniet auf einer eigenartig distanzierten Basis. Auch über die Welt, wie sie jetzt ist, erfährt man nur etwas durch dei beschreibungen und die Erlebnisse von Big Hig selber. Es ist schwer zu sagen, worum es genau geht, aber die Suche nach Glück, nach Freundschaft und danach, das Leben zu leben, gehören dazu. Trotz des nicht ganz leichten Themas ist der Stil des Buches nicht schwer oder bedrückend, sondern einfach etwas Besonderes. Ich mochte das Buch sehr gerne, aber mit Sicherheit ist der Erzählstil nicht jedermanns Sache, von daher würde ich empfehlen, in die Leseprobe reinzuschnuppern.

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  • Apokalypse von der poetischen Seite

    Das Ende der Sterne wie Big Hig sie kannte
    anushka

    anushka

    01. September 2013 um 22:19

    USA, am Rand der Rocky Mountains, 9 Jahre nach der Katastrophe: eine Grippe-Pandemie und eine weitere, darauf folgende Krankheit haben die Menschheit erheblich dezimiert. Big Hig lebt mit seinem Hund Jasper und seinem Nachbarn Bangley auf einem verlassenen Provinz-Flugplatz. Das ungleiche Gespann muss sich gemeinsam immer wieder gegen marodierende Überlebende verteidigen. Auf einem seiner Kontrollflüge fängt Big Hig einen Funkspruch auf, der ihn nicht mehr loslässt und so macht er sich auf die Suche nach dem Funker ...   Bangley ist ein Menschenfeind während Big Hig nicht gern tötet. Doch die Zeiten sind hart und jedes Verhandeln kann tödlich sein. Frei nach Bangley: erst wird geschossen, dann gefragt. Letztlich möchte Hig jedoch wohl herausfinden, ob es nicht auch noch etwas anderes gibt. Peter Heller kann mit seinem Buch sehr gut einfangen, was Verluste und Katastrophen mit Menschen anrichten. Besonders durch Hig erlebt man Trauer und Schuldgefühle hautnah. Manchmal jedoch zu sehr und auch ein wenig übertrieben. So kann Hig ab einer bestimmten Stelle im Buch seine Gefühle nur noch selten zurückhalten und es gibt etliche, sehr tränenreiche/schluchzerreiche Szenen. Auch die Szenen, die sich um Frauen drehen, finde ich etwas klischeehaft. Dagegen ist der Schreibstil originell und poetisch. So kann man am oft ungeordneten Innenleben des Protagonisten auf sehr authentische Weise teilhaben. Die "back to basic"-Lebensweise wird sehr deutlich und ist überzeugend und man kann das Bedauern darüber, dass neben den Menschen zahlreiche Tierarten dezimiert bzw. ausgerottet wurden, sehr gut nachvollziehen. Der Protagonist hat allerdings Glück, dass er bereits vorher ein Outdoor-Fan war. Interessant wäre auch gewesen, wie sich ein absoluter Stadtmensch durchgeschlagen hätte. Das Buch ist sehr bedeutungsschwanger und lässt sich vielfältig interpretieren. Und gerade an diesem Punkt hatte ich öfter das Gefühl, dass mir die ein oder andere Andeutung entgangen ist und das hat mich etwas frustriert. An Spannung mangelte es mir dagegen nicht, da es meiner Meinung nach auch in großen Teilen um die Innenschau ging und es durchaus auch interessante Wendungen gab.   Insgesamt ist dies endlich einmal ein ganz anderer Weltuntergangsroman und vor allem einer, der ganz klar auf eine Erwachsenenzielgruppe ausgerichtet ist. Es geht nicht hauptsächlich um Spannung, sondern um Zwischen- und Innermenschliches und das ist dem Autor überwiegend sehr gut und sehr poetisch gelungen.

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  • Toller Schreibstil! Leider hat die Handlung einige Schwächen

    Das Ende der Sterne wie Big Hig sie kannte
    coco_90

    coco_90

    01. September 2013 um 09:59

    Nachdem eine gefährliche Grippeepidemie Big Hig´s Familie und einen Großteil der gesamten Menschheit getötet hat, überlebte nur ein geringer Teil der Menschheit die folgende Blutkrankheit. Big Hig lebt, gemeinsam mit Bangley und Hund Jasper, auf einem kleinen Flughafen. Während er täglich den Flughafen nach Eindringlingen absucht, hält Bangley diese mit seinen Waffen auf Abstand. Big Hig liebt die Wälder und geht dort jagen und angeln. Währendessen lässt er seinen Gedanken freien Lauf. Hier erfährt man als Leser nun, wie es zu dem Zustand in dem Big Hig lebt, kam. Es wird viel über das Ende der Welt philosophiert und die teils sehr bildhaften Beschreibungen, regen den Leser zum Denken an. Die Gefühle von Big Hig sind zum Greifen nahe! Er trauert um sein Leben und das seiner Verstorbenen. Er zweifelt, ob sich der Kampf ums Überleben überhaupt lohnt. Mich hat dieses Buch berührt. Manchmal ist es sehr witzig, ein andermal wiederum sehr traurig! Der Schreibstil von Peter Heller hat mir sehr gefallen. Dieser ist komplett anders als alles was ich bisher kannte. Es werden oft mitten im Satz Punkte gesetzt, Kommata werden "vergessen" und Anführungszeichen gibt es in diesem Buch sowieso nicht...auch nicht bei Dialogen! Dies ist zwar sehr gewöhnungsbedürftig, ich kam jedoch sehr schnell damit zurecht und habe diesen besonderen Stil sehr genossen. Die Geschichte wird aus der Ich-Perspektive von Big Hig erzählt. Die Charaktere von Big Hig und Bangley waren gut ausgearbeitet. Hier hatte man wirklich ein Bild vor sich. Cima jedoch hat mich nicht überzeugt, sie wirkte etwas blass. Leider hat mir häufig die Spannung gefehlt. Oft hat man als Leser das Gefühl einfach nicht vorwärts zu kommen. Die seitenlangen Erzählungen "normaler" Tage und Erlebnisse von Big Hig empfand ich zum Teil als sehr zäh. Das Ende konnte mich leider überhaupt nicht überzeugen. Fazit: Schade! Diese Geschichte hatte viel mehr Potenzial als heraus geholt wurde. Lange habe ich hin und her überlegt, wie viele Sterne ich dem Buch nun geben soll. Drei? Oder doch Vier? Das Ende und die oftmals fehlende Spannung haben mich aber letztendlich dazu gebracht "nur" 3 Sterne zu vergeben. "Die Sterne wie Big Hig sie kannte" würde ich Lesern empfehlen, die in einem Buch hauptsächlich aufgrund des Schreibstils abtauchen können.

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  • Nichts für mich

    Das Ende der Sterne wie Big Hig sie kannte
    nic

    nic

    Von der Kurzbeschreibung sehr angesprochen, habe ich mich auf dieses Buch wirklich gefreut. Hig und Bangley, zwei Überlebende einer Grippe-Pandemie, die die Menschhheit ausgelöscht hat, leben zusammen auf einem alten Flughafen und schlagen sich durchs Leben. Hig ist Pilot, macht Erkundungsflüge und schafft Essen an, sein Mitüberlebender ist Waffennarr und für die Sicherheit der beiden Männer zuständig. Die Beziehung der beiden Männer erscheint fragwürdig, zumal sie die beiden einzigen Menschen auf hunderten von Quadratkilometern sind. Die Menschen- und Tierwelt ist ausgerottet, das Klima erwärmt, vereinzelte Überlebende kämpfen um ihr Dasein und ums nackte Überleben. Menschlichkeit findet man kaum. In dem Buch wird hauptsächlich gemordet, was das Zeug hält, wörtliche Rede ist unbekannt, was mich beim Lesen wahnsinnig gestört hat. Der Beginn des Buches war noch nachvollziehbar und ganz absprechend, aber je weiter die Geschichte fortschreitet, umso enttäuschter war ich. Zäh und trocken zieht sich die Story dahin. Meine Begeisterung lies von Seite zu Seite nach. Ich hätte so gerne mehr darüber erfahren, wie es dazu kam, dass die Welt quasi unterging. Leider erfährt man nur vereinzelt von der schweren Grippe, die die Menschen nicht überlebt haben und davon, dass eine unerklärliche Blutkrankheit den Rest dahingerafft hat. Mit dem Schreibstil konnte ich überhaupt nichts anfangen, vermutlich bin ich ein zu spießiger Leser. Dialoge waren teilweise als solche überhaupt nicht zu erkennen. Abgehackte Sätze, teilweise aus einzelnen Wörtern bestehend, gaben mir den Rest. Alles in allem fand ich das ganze Buch relativ enttäuschend und war froh, als ich die letzte Seite hinter mir hatte.

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    • 2
  • Au weh...

    Das Ende der Sterne wie Big Hig sie kannte
    HudRom

    HudRom

    06. August 2013 um 14:17

    Die Kurzzusammenfassung und Inhaltsangabe ließen mich zuerst auf eine Art endzeitlicher "Robinsoniade" wie in Haushofers "die Wand" oder "die Höhlen Noahs" hoffen. Nur leider hat sich meine anfängliche Euphorie wegen der überbordenden unangebrachten Metaphern und pseudophilisophischen Exkurse sehr rasch gelegt. Die inhaltlichen Passagen sind durchaus gelungen, werden aber von dem ganzen anderen "Beiwerk" überwuchert, sodass bei mir leider gar kein Lesespaß aufkommen wollte. Leider.

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  • Tolle Dystopie, mit überflüssiger Lovestory.

    Das Ende der Sterne wie Big Hig sie kannte
    Ein LovelyBooks-Nutzer

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    18. July 2013 um 15:01

    Rating: 3,5/5 Sterne Dystopien gibt es viele. Meistens tragen diese Bücher so klangvolle Namen wie „ENDZEIT“ oder „VIRUS“ oder „UNDEAD“. Da war der Titel „Das Ende der Sterne wie Big Hig sie kannte“ doch mal eine willkommene Abwechslung im post-apokalyptischen Einheitsbrei. Meine Neugier war definitiv geweckt; wer mochte dieser Big Hig wohl sein? Und was ist mit seinen Sternen los? "Haben Sie je die Bibel gelesen? Ich meine, haben Sie sich je hingesetzt und die Bibel gelesen, als wäre sie ein Roman? Werfen Sie mal einen Blick in die Klagelieder. So weit ist es inzwischen gekommen mit uns. Wir haben jede Menge zu beklagen. Wir schütten unser Herz aus, als ware es voller Wasser.” (~1%) Big Hig ist einer der letzten Überlebenden nach einer todbringenden Grippewelle, die über den ganzen Globus hinweg die Menschheit dahingerafft hat. Er lebt zusammen mit seinem Hund Jasper und einem halbverrückten Waffennarr auf einem Flughafengelände. Zusammen schlagen sie sich bereits seit einigen Jahren durch, immer wieder angegriffen von feindlich gesinnten Überlebenden. Eines Tages empfängt Hig auf einem seiner Erkundungsflüge einen mysteriösen Funkspruch und stellt sich fortan die Frage, ob es da draußen doch noch mehr Überlebende, als ursprünglich gedacht, geben könnte? Die aufkommenden Zweifel stürzen ihn in einen ausgewachsenen Zwiespalt: Soll er sein bescheidenes, aber dennoch sicheres Leben im Flughafen aufgeben, um dem Funkspruch nachzuforschen? Oder lieber nichts riskieren und womöglich die Chance auf die Rückkehr in ein normales Leben verpassen? Der Einstieg ins Buch fiel mir eher schwer. Die Geschichte verlief zuerst eher träge dahin und beschränkte sich darauf, dem Leser in einen Einblick in die zerstörte Welt zu geben. Aus Sicht des World-Building ist das auch wirklich großartig gelungen. Ich kann immer noch die kargen Steppen rund um den Flughafen vor meinem inneren Auge sehen, oder das notdürftig zusammengeflickte Dorf, in dem die mit der „Blutkrankheit“ Infizierten lebten, oder die abgelegene Hütte auf dem Berg. Ich habe es selten erlebt, dass mir eine post-apokalyptische Welt in sich so stimmig erschien und ich hatte dementsprechend keinerlei Probleme mir alles vorzustellen. Womit ich allerdings ein – zugegebenermaßen großes – Problem hatte, war der Erzählstil. Er ist, nun ja, anders. Gewissermaßen ein Mix aus Gedankenbericht und innerem Monolog in der Ich-Perspektive. Insgesamt persönlich, dennoch berichtartig. Sachlich, aber nicht ohne Gefühl. Dialoge wurden grundsätzlich nicht in allgemein üblicher Form verfasst, heißt, auf Anführungsstriche wurde komplett verzichtet. Manchmal wusste ich daher nicht, wer gerade was gesagt hat und war relativ verwirrt. Es bedurfte einiger Eingewöhnungszeit, sich in diesen Erzählstil einzufinden. Ein weiteres Problem waren die plötzlichen Wechsel der Zeitform. Hin und wieder wechselte sie von der Vergangenheit ins Präsens und wieder zurück, alles innerhalb ein und derselben Szene. Ich weiß nicht, ob das eventuell sogar beabsichtig war? Vielleicht um Higs Bericht menschlicher, realer zu machen? Mich hat es jedenfalls in die nächste Verwirrung gestürzt und meinen Lesefluss massiv unterbrochen. Bis zur Hälfte des Buches habe ich also die meiste Zeit damit verbracht, mich in die Geschichte und den Erzählstil einzufinden. Viel mehr gab es ehrlich gesagt auch nicht zu tun, denn es ist nicht viel passiert. Die Story schleppte sich von einer Seite zur nächsten; umso froher war ich, als etwa zur Mitte des Buches endlich Spannung aufkam und von da an hat mich das Buch absolut gefesselt. Die dramatischen Ereignisse haben 1. mächtig auf die Tränendrüse gedrückt :( und 2. wollte ich nun unbedingt wissen, was es mit diesem mysteriösen Funkspruch auf sich hat. Was die Charaktere angeht, habe ich sie eigentlich alle gemocht. Sie alle hatten ihre Eigenheiten – nicht nur positiver Art -, und waren dennoch liebenswert. Ich fand ihr Verhalten und ihre Beweggründe nachvollziehbar und schlüssig, auch wenn ich persönlich in manchen Fällen wahrscheinlich anders entschieden hätte. Big Higs tragische Vergangenheit hat mich berührt. Bestimmte Dinge, die er tat, nein, tun musste, verfolgen ihn jeden Tag aufs Neue und oft genug fragt er sich, warum er sich überhaupt noch derart ans Leben klammert. Es waren ein paar wirklich schockierende Dinge, und ich bin mir nicht sicher, ob *ich* in derselben Situation dazu in der Lage gewesen wäre. Allerdings hab ich mich auch noch nie in einer ausgewachsenen Apokalypse wiedergefunden. Die Liebesgeschichte fühlte sich ein wenig in die Geschichte „hineingezwungen“ an. „Adam und Eva Reloaded“? Für diese Geschichte und diesen Handlungsverlauf hätte es meines Erachtens keine Lovestory gebraucht. Anders als allgemein angenommen, benötigt nämlich nicht jedes einzelne Buch da draußen ein Liebespärchen und dieses spezielle Buch hier hätte mir ohne das Geturtel wahrscheinlich noch besser gefallen. Manchmal liefen mir die Dinge zudem ein wenig zu einfach für den guten Hig. Die paar „Problemchen“, die sich ihm in den Weg stellten, waren ja kaum der Rede wert, so gut wie er sie gelöst hat. Oder sie von anderen praktischerweise hat lösen lassen. ;) Nichtsdestotrotz blieb es in der zweiten Hälfte des Buches immer spannend und insgesamt ist „Das Ende der Sterne wie Big Hig sie kannte“ eine empfehlenswerte Dystopie, wenn man Dystopien/Post-Apokalyptische Romane denn mag und grundsätzlich nichts gegen einen, öhm, andersgearteten Erzählstil hat. Es sticht definitiv aus dem üblichen Einheitsbrei hervor, daher von meiner Seite eine eindeutige Kaufempfehlung. :)

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  • Poetischer Endzeitroman

    Das Ende der Sterne wie Big Hig sie kannte
    Spatzi79

    Spatzi79

    10. July 2013 um 16:43

    Vor 9 Jahren hat eine Pandemie hat den Großteil der menschlichen Bevölkerung ausgelöscht. Nur einige wenige haben überlebt und kämpfen nun in den Resten der Zivilisation ums Überleben. Einer von ihnen ist Hig. Gemeinsam mit Waffennarr Bangley hat er sich auf einem kleinen Flughafen eingerichtet und die beiden leben dort so vor sich hin. Hig fliegt täglich mit einer kleinen Cessna Kontrollflüge in der Umgebung, so dass sie jeden entdecken, der sich ihnen nähert. In dieser feindlichen Gesellschaft wird nicht lange gezögert, sondern jeder andere Mensch als Angreifer und potentielle Gefahr gesehen und erschossen. Vor allem Bangley fackelt da nicht lange, während Hig eher ein Träumer ist und am liebsten niemanden mehr töten würde. Wenn er es auf dem Flughafen nicht mehr aushält, zieht er mit seinem Hund Jasper in die Wälder, um zu angeln und zu jagen. Eines Tages beschließt er, einem Funkspruch zu folgen, den er vor Jahren aufgefangen hat und herauszufinden, wer diesen gesendet hat. Dazu muss er weiter fliegen, als jemals zuvor. Und was er findet, ist etwas völlig anderes als erwartet. Die ersten Seiten fand ich recht zäh, der Schreibstil ungewohnt und teilweise sehr abgehackt. Viele Sätze enden mit einem aber" und dann folgt nichts mehr, nur ein Punkt, und die Aussage folgt dann im nächsten Satz. Wörtliche Rede ist nicht durch Anführungszeichen gekennzeichnet. Das fordert beim Lesen eine gewisse Konzentration, wenn man sich aber einmal an den Stil gewöhnt hat, liest es sich ganz gut. Inhaltlich fand ich die Geschichte zu Beginn auch nicht besonders spannend, denn es gibt erst einmal keine nennenswerte Handlung. In aller Ausführlichkeit wird die Situation von Hig und Bangley beschrieben, ihre kleinen Gewohnheiten, der Alltag, den sie seit Jahren auf dieser kleinen Insel mitten im Nirgendwo leben. Der Leser erhält recht wenig Informationen über das, was mit der Welt geschehen ist. Nur durch Higs Gedanken und Erinnerungen erfahren wir langsam mehr, allerdings bleiben die Informationen das ganze Buch hindurch eher vage. Der Zusammenhang zwischen den Krankheiten, die die Menschen getroffen haben, und der Klimaveränderung, die sich anscheinend parallel abspielt, blieb mir zumindest unklar. Der zweite Teil des Buches befasst sich dann mit Higs Reise und der Suche nach dem Ursprung des Funkspruchs. Hier verläuft die Handlung dann schneller und es kommt mehr Spannung auf. Hinter dem Cover hätte ich eher eine Liebesgeschichte als einen Endzeitroman erwartet, das führt meiner Meinung nach ein wenig in die Irre. Trotz des etwas zähen Starts fand ich das Buch im weiteren Verlauf sehr interessant und irgendwie faszinierend, was sicher zu einem großen Teil an der ungewöhnlichen Sprache lag.

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