Peter Henisch

 3,9 Sterne bei 76 Bewertungen
Autor*in von Eine sehr kleine Frau, Der verirrte Messias und weiteren Büchern.

Lebenslauf

Peter Henisch ist ein österreichischer Schriftsteller, Musiker und Journalist. Er wurde am 27. August 1943 in Wien geboren und lebt seit 1971 als freier Schriftsteller dort. Er absolvierte ein Volontariat bei der Wiener Arbeiter-Zeitung und studierte daraufhin Germanistik, Philosophie, Geschichte und Psychologie und machte bereits vor dem Studium erste Anfänge im Schreiben. Sein Debut "Hamlet bleibt" erschien 1971, am bekanntesten ist er aber durch seinen Roman "Die kleine Figur meines Vaters". Seine Werke wurden bereits mehrfach ausgezeichnet, unter Anderem mit dem Preis der Stadt Wien für Literatur. Musikalisch ist er ebenfalls noch aktiv und arbeitet mit Woody Schabata und Hans Zinkl zusammen.

Alle Bücher von Peter Henisch

Cover des Buches Eine sehr kleine Frau (ISBN: 9783552063396)

Eine sehr kleine Frau

 (15)
Erschienen am 16.12.2016
Cover des Buches Der verirrte Messias (ISBN: 9783552063402)

Der verirrte Messias

 (11)
Erschienen am 16.12.2016
Cover des Buches Die schwangere Madonna (ISBN: 9783701742240)

Die schwangere Madonna

 (11)
Erschienen am 15.09.2011
Cover des Buches Die kleine Figur meines Vaters (ISBN: 9783423136730)

Die kleine Figur meines Vaters

 (8)
Erschienen am 01.07.2008
Cover des Buches Mortimer & Miss Molly (ISBN: 9783423144315)

Mortimer & Miss Molly

 (5)
Erschienen am 21.08.2015
Cover des Buches Morrisons Versteck (ISBN: 9783852188843)

Morrisons Versteck

 (6)
Erschienen am 09.06.2011
Cover des Buches Suchbild mit Katze (ISBN: 9783423146883)

Suchbild mit Katze

 (3)
Erschienen am 19.07.2019
Cover des Buches Großes Finale für Novak (ISBN: 9783701715473)

Großes Finale für Novak

 (3)
Erschienen am 23.08.2011

Videos

Neue Rezensionen zu Peter Henisch

Cover des Buches Nichts als Himmel (ISBN: 9783701717767)

Rezension zu "Nichts als Himmel" von Peter Henisch

Eine Auszeit im italienischen Sommer und aktuelle Themen
Ein LovelyBooks-Nutzervor 8 Monaten

„Als ich hier angekommen bin, auf dem Parkplatz vor der Stadtmauer, hat die Luft über dem Asphalt gezittert. Jetzt fallen schon die Blätter von den Platanen.“ (Zitat Seite 7)

 

Inhalt

Paul Spielmann, hat nach seiner Scheidung, fünfundfünfzig Jahre alt, auch seine feste Stelle als Lehrer für Mathematik und Musik gekündigt. Schon mehrmals haben ihm seine Therapeutin Julia und deren Ehemann Marco angeboten, in ihrer italienischen Ferienwohnung in San Vito eine Auszeit zu nehmen. Als Pauls Comeback als Liedermacher scheitert, nimmt er das Angebot an. Obwohl er rasch bemerkt, dass es nicht mehr das verträumte San Vito ist, von dem Julia und Marco schwärmen, sondern ein von italienischen Touristen überlaufenes Städtchen, findet er auf der Terrasse über den Dächern Ruhe, beobachtet die Vögel, besonders ein Taubenpaar, und die Wolken. Bis eines Tages Abdallah vom Dach auf die Terrasse springt, auf der Suche nach einem sicheren Unterschlupf.

 

Thema und Genre

In diesem Roman geht es um eine Lebenskrise, Stillstand, eine Auszeit, um die Suche nach einer möglichen persönlichen Zukunft. Themen sind der italienische Sommer nach der Pandemie, Freundschaft, der politische Rechtsruck in Italien und das Leben der Flüchtlinge, die über das Meer nach Italien kommen.

 

Charaktere

„Wer bist / DU?, wiederholen sie, wer bist / DU? Wer bist / DU? Ich bin Paul, sage ich, aber sie scheinen mir nicht zu glauben.“ (Zitat Seite 22) Nicht nur die Tauben fragen Paul, wer er ist, auch er selbst stellt sich diese Frage während der Wochen, die er auf dieser Terrasse mit dem Blick über die Dächer in die Weite der Landschaft verbringt.

 

Erzählstil und Sprache

Paul selbst schildert diese Zeit in San Vito als Ich-Erzähler in der Gegenwart, etwa Sommerende, und beginnt chronologisch mit seiner Ankunft Ende Mai. Er lässt uns an seinen Begegnungen mit besonderen Menschen teilhaben, die er in San Vito trifft, und vor allem an seinen genauen Beobachtungen der Natur, die ihn mit immer neuen Facetten erstaunt und fasziniert. Durch seine Gedanken, Sorgen, sein Verhalten und seine Entscheidungen erfahren auch wir immer neue Details über ihn. Die Sprache erzählt leise, einfühlsam, in den Beschreibungen lebhaft und anregend.

 

Fazit                                                                             

Eine aktuelle Geschichte über einen Stillstand im Lebenslauf, nachvollziehbar und wohl vielen von uns bekannt, dazu italienisches Lebensgefühl und brisante politische Themen.

Cover des Buches Mortimer & Miss Molly (ISBN: 9783552062252)
Karin_Kehrers avatar

Rezension zu "Mortimer & Miss Molly" von Peter Henisch

Eine unmögliche Liebe
Karin_Kehrervor 6 Jahren

Toskana, 1944: In dem kleinen Ort San Vito landet ein amerikanischer Fallschirmspringer in einem Garten, unter dem Fenster einer englischen Gouvernante. Sie versteckt ihn vor den deutschen Besatzern.Etwa dreißig Jahre später begeben sich Marco und Julia auf die Spuren des merkwürdigen Paares, als ihnen die Geschichte von einem alten Amerikaner erzählt wird. Doch am nächsten Morgen ist der Mann namens Mortimer verschwunden und lässt die beiden mit der Frage zurück, wie die Geschichte weitergegangen sein könnte. 
Der Wiener Autor Peter Henisch erzählt in diesem Roman zwei Liebesgeschichten: die Begegnung zwischen Mortimer und Miss Molly – fiktiv oder doch Wahrheit? und die Beziehung zwischen Marco und Julia, die vorerst eine Sommerliebe bleibt – mit all den Schwierigkeiten, die so etwas mit sich bringt: Alltag, der entfremdet, Eifersucht auf mögliche andere Partner, die Frage, ob eine solche Liebe nur zu einer gewissen Zeit gelebt werden kann.Gleichzeitig wird man in die Toskana entführt – die wunderschöne Landschaft, die intensiven Farben und Gerüche, die Menschen – all das entsteht sehr ausdrucksvoll und bildhaft – Kopfkino pur!Auf das langsame Tempo und die eigenwillige Erzählweise muss man sich einlassen. Es ist fast, als säße man im Schatten von Olivenbäumen mit einer Tasse Espresso und ließe sich die Geschichte erzählen. Der Autor versteht sehr geschickt, die Eigenwilligkeit der Charaktere auszuleuchten und mit Eventualitäten zu spielen. Hat sich die Begegnung zwischen Mortimer und Miss Molly tatsächlich so zugetragen oder ist alles doch nur der Fantasie des jungen Paares entsprungen? Der letzte, tatsächliche Beweis bleibt aus, aber das ist gar nicht so wesentlich. Am Ende der Geschichte darf man ruhig glauben, dass sich alles so zugetragen hat.Fazit: Einfühlsame, sinnliche Geschichte mit viel Flair und Ambiente!

Cover des Buches Eine sehr kleine Frau (ISBN: 9783423138666)
WildRoses avatar

Rezension zu "Eine sehr kleine Frau" von Peter Henisch

Eigentlich sehr gut...
WildRosevor 7 Jahren

Es fällt mir sehr schwer, Peter Henisch's Roman "Eine sehr kleine Frau" zu rezensieren. Zum einen liegt dies daran, dass das Buch natürlich im Grunde mehr autobiographisch ist als Roman; und wie soll man schon die Erlebnisse und Empfindungen eines realen Menschen bewerten? Doch dieses Problem hat man natürlich mit jedem Erfahrungsbericht oder stark autobiographisch geprägtem Roman.
Zum anderen ist das Buch im Grunde genommen wirklich, wirklich gut. Ich kann jeden Rezensenten, der ihm 5 Sterne gibt, gut verstehen. Es ist ein sprachlich sehr schönes, gewissermaßen melodiöses Buch, ja man kann den Schreibstil durchaus als kunstvoll bezeichnen. Zudem lässt sich "Eine sehr kleine Frau" flüssig lesen, ohne leichte Wegleselektüre zu sein.
Als Wienerin gefiel es mir, endlich einmal ein Buch zu lesen, das in Wien spielt und in dem Wien eine so zentrale Rolle spielt. Eigentlich hätte es mir diese Tatsache leicht machen müssen, in das Buch hineinzufinden, doch leider gelang mir gerade das aus irgendeinem Grund nicht wirklich. Nicht so, dass ich behaupten könne, das Buch habe mich zutiefst berührt oder nachhaltig beeindruckt. Ich habe es gerne gelesen, ja. Die Großmutter des Autors dürfte eine wahrlich bemerkenswerte Frau gewesen sein. Man spürt, wie viel sie ihm stets bedeutete. Und doch konnte mich "Eine sehr kleine Frau" nicht so bewegen, wie ich mir das zu Beginn des Buches noch vorgestellt hatte. Ich finde dafür keine Begründung; es ist einfach so.
Darum vergebe ich 3,5 Sterne.

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