Peter Henisch Der verirrte Messias

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Inhaltsangabe zu „Der verirrte Messias“ von Peter Henisch

Eine Heils- und UnheilsgeschichteOb sie will oder nicht: Barbara ist fasziniert von Mischa, dem merkwürdigen Mitreisenden mit den erstaunlichen Bibelkenntnissen. Während die Literaturkritikerin in Israel nur Urlaub machen will, sucht Mischa dort die Antwort auf dringliche Fragen. Nach der Landung in Tel Aviv verlieren sie einander aus den Augen. Doch als Barbara heimkehrt, erwartet sie eine Reihe von Briefen, in denen Mischa von seiner Reise auf den Spuren Jesu erzählt. Die Lektüre wird zu einer Erkundungsfahrt durch Gegenwart und biblische Vergangenheit, Fantasie und mögliche Realität, und die Atheistin Barbara schwankt zwischen wachsender Zuneigung für diesen seltsamen Menschen und Abwehr gegen die von ihm ausgehende »spirituelle Belästigung«.

Die Geschichte Jesu neu erzählt - lässt einem die Dinge anders sehen.

— isybooks

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  • Rezension zu "Der verirrte Messias" von Peter Henisch

    Der verirrte Messias

    michael_lehmann-pape

    01. July 2012 um 14:07

    Jesus Neu Ein „Verirrter“ ist jener „Mischa“ aus dem neuen Buch von Peter Henisch durchaus. Ein Verirrter, der sich selbst, seine Geschichte, seine innere Heimat sucht. Der erfüllt ist von Gottes Geist, das Ganze aber in der Gegenwart des Jahres 2007 sich noch vergewissern, vergegenwärtigen muss. Das es nicht nur ein Traum ist, dass die Dinge, die er innerlich sieht und spürt, die ihm, dem Mann aus dem ehemaligen Sowjetreich, der seit 2001 deutscher Staatsbürger ist, im „Lager“ durch das Lesen eines Gideon Neuen Testamentes erst aufgegangen sind. Der durch diese Lektüre „von Gottes Geist“ erfüllt wurde und mehr und mehr jene Ereignisse des Lebens Jesu, von denen die Evangelien berichten, als eigene, tatsächliche und reale Erinnerungen annimmt. Berichte der Evangelien, die jener Mischa 2007 durchaus auch zurecht zurücken weiß. In einer Art und Weise, die anderes mitschwingen lassen als nur Äußeres. Jener Mischa, welcher der Protagonisten des Buches, einer freischaffenden Literaturkritikerin, aus deren Sicht der Dinge eher zufällig begegnet. Wobei sich das aus Mischas Seite her durchaus anders darstellt, aber das wird Barabre erst später klar werden. In den entscheidenden Momenten des Kennenlernens aber ist auch sie nicht ganz bei sich (bei der Menge an Alkohol, die am gemeinsamen Abend der beiden genossen werden, sehr verständlich). Und so kann sie auch nicht mehr ganz genau sagen, ob tatsächlich an dem nackten Mann, als sie zu ihm ins Bett steigen will, jene Stigmata zu sehen sind, die sie erschrocken aus dem Hotelzimmer fliehen lassen. Mischa behauptet dies durchaus. Aber ob sie das einfach so hinnehmen kann? Doch beschäftigen muss sie sich damit. Mischa reist nach Israel und wandelt auf den Spuren entweder seines früheren Ichs oder seiner Traumfantasien. Vor allem aber lässt er Barbara per Email intensiv an dieser Reise teilhaben. Eindrücke, denen sich die fast 40jährige Frau nicht entziehen kann. Eindrücke, die in ihr eine Entwicklung in Gang setzten. Genau jene Entwicklung, die das eigentliche Anliegen Jesus damals und immer schon waren. Die „innere Leere“ des Menschen zu füllen und für diese Füllung natürlich erst einmal bewusst zu machen. Insofern ist jener Mischa auf jeden Fall schon einmal nahe am Messias, denn innere Bewegungen, die löst er ohne Druck, ohne lange Vorträge, ohne Gebote intensiv aus. Aber ist er es tatsächlich auch in Person? Steht das Weltende der Johannes Apokalypse an? In einfach schöner, unaufdringlicher, fließender Sprache erzählt Henisch seine „neue“ Geschichte des Mannes aus Nazareth und legt seinen Schwerpunkt auf das Eigentliche der alten Botschaft. Auf die Sehnsucht des Menschen nach innerer Fülle und Sättigung, auf das Wissen, dass diese innere Füllung nicht von außen nach innen, sondern nur im Inneren des Menschen selber stattfinden kann. Wie auch Jesus selbst „Zeichen- und Wundergläubigkeit“ seiner Anhänger und der Menschen scharf kritisierte. Wissend, dass durch Äußeres die Seele nicht ihre Bestimmung findet, sondern in die Irre geleitet wird. Die Geschichte der Evangelien aus „Innensicht“, erläutert von jenem Mischa, das Nacherleben im modernen Lebensraum durch diesen „verirrten Messias“ und der intensive Austausch mit Barbara und deren Entwicklung, dies sind die drei Ebenen, auf denen Peter Henisch die alte Geschichte noch einmal erzählt. Nicht mit neuen Erkenntnissen oder umwälzenden Thesen oder skandalträchtigen „Enthüllungen“. Vorsichtig nähert sich Henisch sorgsam der „Heilsgeschichte“, verlegt diese in das innere Erleben des Menschen und erzählt ruhig von dem, was des Menschen Sehnsucht ist und wie Jesus anbot, diese zu füllen. Angemessen sorgfältig, vorsichtig und zurückhaltend, kann man sagen. Eine wohltuende Art, die alte Geschichte neu zu beleben und zu erzählen, die das Heilige achtet und dennoch eigene, neue Impulse zu setzen versteht. Jesus, damals wie heute aus möglichst innerer Sicht, das Anliegen Henisch ist sprachlich wie inhaltlich wunderbar zu lesen, bringt die Fakten der Evangelien frisch vor Augen und berührt, ohne sich aufzudrängen oder laut selbst in den Vordergrund zu drängen.

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  • Rezension zu "Der verirrte Messias" von Peter Henisch

    Der verirrte Messias

    WinfriedStanzick

    31. May 2012 um 17:29

    Peter Henisch, Jahrgang 1943 , zählt zu den bedeutendsten Schriftstellern deutscher Sprache. Mit seinen beiden letzten Romanen "Die schwangere Madonna"( 2005) und "Eine sehr kleine Frau" (2007) war er jeweils auf der Longlist für den Deutschen Buchpreis und insbesondere das letzte Buch mit seinem autobiographisch geprägten Text über seine Großmutter hätte diesen Preis wirklich verdient gehabt. Sein neuer, hier vorliegender Roman "Der verirrte Messias" umspannt einen immensen Zeitrahmen: Er spielt zum einen in der Gegenwart und zum anderen reflektiert er mit starken künstlerischen Freiheiten, aber dennoch immer sehr nahe an der Überlieferung die Geschichte des Jesus von Nazareth, der sich selbst nie Christus nannte, aus dessen Worten und Taten aber insbesondere der Apostel Paulus eine durchkomponierte Religion formte, die bis heute einer der großen Weltreligionen darstellt und deren Einfluss insbesondere auf die europäische Kultur im Rahmen der Debatte um die Rolle der Religion in einer "postsäkularen" (Habermas) Gesellschaft in den letzten Jahren wieder stark im Fokus vieler intellektueller und feuilletonistischer Debatten steht. Der Roman, den man auch lesen kann als eine ehrliche und grundlegende Auseinandersetzung des Autors mit der jüdisch-christlichen Überlieferung, handelt von einer 39-jährigen Literaturkritikerin namens Barbara, in deren Lebensgegenwart die Geschichte beginnt mit einer Begegnung in einem Flugzeug. Als sie später einem Kollegen die Sache erklärt, sagt sie von der Geschichte, die ihr Leben verändern wird: "Allerdings reicht sie weit zurück in die Vergangenheit und womöglich reicht sie auch irgendwie in die Zukunft." Sie wartet im Abflugbereich des Airports in Frankfurt auf ihren Flug nach Israel, wo sie ihre Halbschwester Esther besuchen möchte ( sie hat also, wie Peter Henisch selbst jüdisch-biographische Wurzeln), als sie ein seltsamer Mann anspricht: "Nein, er sah nicht ungewöhnlich aus. Ganz bestimmt nicht wie eine dieser Ikonen. Auch nicht wie irgendein Fanatiker oder Psychopath. Allerdings hatte sein Blick etwas Beharrliches." Mischa Myschkin hat Henisch in Anlehnung an Dostojewski diesen Mann mit russischer Abstammung genannt, der, dreißig Jahre alt, in Deutschland lebt und von einer Mission beseelt ist: "Es ist überhaupt die ernsteste Angelegenheit, die du dir vorstellen kannst", sagt er später im Flieger zu Barbara, neben die er zufällig (?) zu sitzen kommt. "Es geht um die ersten und die letzten Dinge! Es geht um die ganze Heil- und Unheilsgeschichte ! Es geht, ja verdammt noch einmal, um alles oder nichts!" Noch im Flugzeug beginnt Mischa, von dem die nüchterne Barbara zunächst gegen ihren Willen mehr und mehr fasziniert ist, vom Heiligen Geist und vom Willen Gottes zu reden. Eine Störung der Elektronik ( Zufall ?) zwingt das Flugzeug zu einer Zwischenlandung in Rom, wo die beiden einen leidenschaftlichen Abend verbringen, der Barbara ganz in das Magnetfeld dieses außergewöhnlichen Menschen versinken lässt. Einen Menschen, den Peter Henisch, mit vielen Rückblicken in die Zeit und das Leben von Jesus von Nazareth ergänzt, dem Leser als einen "verirrten Messias" präsentiert, der kritisch und auch enttäuscht versucht zu verstehen, was denn da in letzten zweitausend Jahren geschehen und nicht geschehen ist, der versucht, zu verstehen , was geworden ist aus einer Vision, die so viele Menschen bewegte und gleichzeitig so viel Unheil über die Welt brachte. Und einen Teil dieses Unheils der Welt betrachtet Henisch auf einer dritten Ebene, wenn er Mischa folgt auf seiner Reise zu den Schauplätzen des ersten Messias, und ihn von den politischen und religiösen Konflikten im Nahen Osten in vielen Briefen an Barbara berichten lässt. Am Ende weiß er selbst nicht mehr, welcher Religion er wirklich angehören möchte. Peter Henisch hat in einem Interview zu seinem Buch gesagt: "Ich habe einerseits die Geschichte sehr ernst genommen, andererseits ihre ironischen Aspekte durchaus nicht vergessen. Für mich ist der Umgang mit den Evangelientexten und der Umgang mit der Geschichte, die mir dazu eingefallen ist, ein Spiel mit Möglichkeiten. Dieses Spiel mit Möglichkeiten wäre in früheren Zeiten wahrscheinlich als häretisch eingestuft worden - die Zeiten sind Gott sei Dank vorbei. Ich will Niemandes religiöse Gefühle verletzen, aber bei mir sehen die Dingen etwas anders aus." Ein Buch, das auf hohem literarischen Niveau dazu geeignet ist, auf einer anderen Ebene einen nicht zu unterschätzenden Beitrag zu leisten zu der eingangs erwähnten Debatte um die Rolle der Religion in der postsäkularen Gesellschaft.

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  • Rezension zu "Der verirrte Messias" von Peter Henisch

    Der verirrte Messias

    HeikeG

    24. August 2009 um 13:01

    Das Jerusalem-Syndrom oder Die Wahrheit über Jesus, der sich nie Christus nannte . Peter Henischs neuer Roman "Der verirrte Messias" spielt zum Teil vor über 2.000 Jahren. Ist er ein historischer Roman? Keineswegs, denn die Geschichte beginnt in der Gegenwart. "Allerdings reicht sie weit zurück in die Vergangenheit und womöglich reicht sie auch irgendwie in die Zukunft.", erklärt die Protagonistin, die 39-jährige Literaturkritikerin Barbara einem ehemaligen Studienkollegen, "Eine ziemlich verrückte Geschichte." Und außerdem "finde sie biblische Geschichten in der Gegenwartsliteratur ja völlig jenseitig. In diesem Buch aber - also wie soll ich sagen ... Einige Szenen, die ich letzthin gelesen habe, sind mir richtig unter die Haut gegangen." Damit umreißt sie sehr grob den Rahmen des neuesten Werkes des österreichischen Autors, der am 27. August 66 Jahre alt wird. . Ziemlich verrückt ist die biblische Handlung wahrhaftig. Spricht doch ebenjene Literaturkritikerin in der Ablugzone des Flughafens Frankfurt ein ziemlich eigenartiger Typ an. "Nein, er sah nicht außergewöhnlich aus. Ganz bestimmt nicht wie eine dieser Ikonen. Auch nicht wie irgendein Fanatiker oder Psychopath. Allerdings hatte sein Blick etwas Beharrliches." Er will genau wie Barbara, die einen dringend benötigten Urlaub bei ihrer Halbschwester Esther anvisiert, nach Israel, allerdings mit anderem Bestreben. Mischa Myschkin, wie er sich nennt (offensichtlich entleiht Henisch nicht ohne Grund den Namen seines Titelhelden aus Dostojewskis Roman "Der Idiot"), ein aus Russland stammender, aber in Deutschland lebender dreißigjähriger Mann, hat eine andere "Mission". Diese erweist sich indessen im Grunde genommen als genauso aussichtslos, wie die seines literarischen Namensvetters und an Naivität steht er Dostojewskis Myschkin in nichts nach, auch wenn Henischs Protagonist eine überaus ernste Angelegenheit verfolgt: "Es ist überhaupt die ernsteste Angelegenheit, die du dir vorstellen kannst.", erzählt er Barbara, "Es geht um die ersten und die letzten Dinge! Es geht um die ganz Heil- und Unheilsgeschichte! Es geht, ja verdammt noch einmal, um alles oder nicht!" . Was ist denn nun so eigenartig an ihrem Flugbegleiter? Dass sein Profil etwas Schafartiges hat, gewiss nicht. Dass er während der Lektüre der Bibel mehrfach laut auflacht und bestimmte Passagen anders deutet und erzählt, als sei er tatsächlich vor Ort gewesen, verwundert schon mehr. Seine beruhigenden Worte, als das Flugzeug unversehens in Turbulenzen gerät, "Sie brauchen keine Angst zu haben, sagte er. Dieses Flugzeug stürzt nicht ab." - "So? Und warum nicht?" - "Weil ich an Bord bin." und die Behauptung, dass er offensichtlich Jesus von Nazareth sei, oder Jeschua wie er auf Aramäisch heißt, lassen Barbara schließlich am Wohlbefinden seines psychischen Gesundheitszustandes zweifeln. . Ein erstes Verwundern setzt jedoch ein, als er vom Heiligen Geist oder besser der Energie Gottes zu reden beginnt, kurz darauf die Flugzeugelektronik verrückt spielt und man zu einem unfreiwilligen Zwischenstopp in Rom gezwungen wird. Mehr und mehr gerät Barbara in das Magnetfeld dieses suggestiven, irritierenden, aber auch imponierenden Menschen, mit einer "Ambivalenz von anziehenden und abstoßenden Kräften". Der gemeinsam verbrachte Abend in Rom tut sein Übriges. Die Zwei kommen sich näher und Barbara, die für Mischa seine Maria Magdalena des 21. Jahrhunderts zu sein scheint, erwägt sogar ein Tête-à-tête in dessen Hotelzimmer. Als sie auf das Bett zusteuert, traut sie ihren Augen nicht: Sie bemerkt Wundmale an Händen und Füßen des jungen Mannes, der da vor ihr nackt unter dem Bettlaken liegt - Stigmata, die bluten. Jetzt bekommt sie es endgültig mit der Angst zu tun und flüchtet. . Doch Mischa geht ihr nicht aus dem Kopf, zusätzlich genährt durch einen ausführlichen Brief von ihm, den sie nach ihrem Urlaub im Postkasten findet und dem noch viele weitere folgen sollen. Hat sie sich vor wenigen Wochen geweigert, Mischa auf seiner Reise zu den Wirkungsstätten von "Jeschua", zu begleiten, wird sie nun umso stärker in dessen Geschichte gezogen. Langsam kristallisieren sich bei Barbara tiefere Gefühle zu dem vermeintlichen Messias heraus, der ihr fortan ausführlich seinen neuerlichen Weg bis zur Erlösung schildert. Nur diese scheint offensichtlich gar nicht stattgefunden zu haben. "Die Apokalypse, ja, das war zu befürchten. Obwohl es nicht so aussah, als ob man ihn dazu noch brauchte. (...) Ich bin Jesus, sagte er. Aber das nützt auch nichts." . Nicht nur Barbara gerät in die Aura des vermutlichen Erlösers, sondern auch der Leser taucht unweigerlich in das von Peter Henisch großartig bis zur letzten Seite aufrechterhaltene Spannungsfeld ein. Mit unerwarteter Leichtigkeit, vermischt mit einem kühnen Schuss Ironie, entfaltet sich der Roman auf gleich drei Ebenen, die durch einen großen Bogen beherzt überspannt sind. Dem Autor gelingt ein famoser Brückenschlag zwischen den Zeiten. Da ist zum einen die sich sukzessiv entwickelnde Liebesgeschichte zwischen Mischa und Barbara, zum anderen das hochbrisante politische Thema der nahöstlichen Situation: des krisengeschüttelten Israels und seines Nachbarn Palästina, von denen Mischa in seinen Briefen auf der Suche nach seinen Wurzeln berichtet und die sich zunehmend zu einem Alptraum entwickeln. Ein drittes Augenmerk liegt ohne Zweifel auf dem literarisch-ironischen Umgang mit den Evangelientexten. . "Die drei Ebenen des Buches sind für mich gleichwertig." berichtet der Autor in einem Interview. "Das ist ja auch das Schöne an einer Komposition, dass man sozusagen drei Themen hat, die man dann auf musikalische Weise miteinander verbindet und einander kontrapunktisch gegenüber stellt." Peter Henisch gelingt dies bar jedweder blasphemischer Diffamierung. Auch wenn der mysteriöse Jesus am Ende des Romans ernsthaft überlegt, welcher Religion er wirklich angehören möchte. "Entweder vorwärts zum Islam oder zurück zum Judentum. Dem Christentum ist allem Anschein nach der Boden unter den Füßen weggezogen." Dazu noch einmal der Autor: "Ich habe einerseits die Geschichte sehr ernst genommen, andererseits ihre ironischen Aspekte durchaus nicht vergessen", so Henisch im Interview. "Für mich ist der Umgang mit den Evangelientexten und der Umgang mit der Geschichte, die mir dazu eingefallen ist, ein Spiel mit Möglichkeiten. Dieses Spiel mit Möglichkeiten wäre in früheren Zeiten wahrscheinlich als häretisch eingestuft worden - die Zeiten sind Gott-sei-Dank vorbei. Ich will Niemandes religiöse Gefühle verletzen, aber bei mir sehen die Dinge etwas anders aus." . Fazit: Mit dem stark typologischen Roman "Der verirrte Messias" ist Peter Henisch ein außerordentlich dichter, äußerst origineller Text gelungen, der dem Leser einen "Messias" vorstellt, der kritisch und vielleicht auch ein wenig enttäuscht versucht, die letzten 2.000 Jahre zu verstehen. Hervorragend recherchiert und spannend bis zur letzten Seite changiert er zwischen Ernst, Ironie und Sarkasmus, zwischen politischer und kultureller Kritik.

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