Peter Henning Ein deutscher Sommer

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Inhaltsangabe zu „Ein deutscher Sommer“ von Peter Henning

Ein kühnes Stück Literatur über die deutsche Wirklichkeit. Am 16. August 1988 überfallen zwei Kriminelle die Filiale der Deutschen Bank in Gladbeck - es folgt die wohl spektakulärste Geiselnahme der deutschen Nachkriegsgeschichte. Gejagt von einer Journalistenhorde, fliehen sie durchs Land, töten vor laufenden Kameras und werden interviewt, während die Geiseln in Lebensgefahr schweben - ein Sündenfall des Journalismus, ein Offenbarungseid der Polizei. Peter Henning erzählt von Männern und Frauen, die binnen 54 Studen an den Rand ihrer Existenz gebracht werden und sich entscheiden müssen: für ein richtiges oder ein falsches Leben.

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  • Mein Interesse ist schnell verflogen...

    Ein deutscher Sommer

    Avatarus

    Zum Glück habe ich mir das Buch nur geliehen. Ich finde das Thema sehr interessant...aber nach gut 150 Seiten hab ich es entnervt auf Seite gelegt, weil mir Degowski und Rösner einfach zu wenig vorkamen. Vielleicht gibt die Story wenig her, aber mich interessiert nicht das drumherum sondern die zwei. Und mich interessierte der Umgang mit der Presse und mit der Polizei. Ich lege selten Bücher zur Seite....aber hier war es echt nötig.

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    • 2
  • Thema verfehlt

    Ein deutscher Sommer

    Pongokater

    Die in diesem Roman thematisierten Ereignisse der  Gladbecker Geiselnahme von 1988 hätten einen besseren Autor als Peter Henning verdient. Denn tatsächlich sind die Geiselnahme und ihre mediale Begleitung ein Zeichen für eine grundlegende Veränderung der deutschen Gesellschaft durch die Zulassung von privaten Rundfunk- und Fernsehsendern. Dabei ist nicht die Collage-Technik das Problem, mit der Henning die Geiselnahme mit anderen Personen verknüpft. Das Problem ist die mangelnde sprachliche und inhaltliche Fähigkeit des Autors, aus diesem Kaleidoskop ineinander verschränkter Geschichten ein Zeitbild zu entwerfen. Das Buch versackt gerade am Ende inhaltlich im Belanglosen und bietet dazu eine Sprache, die oft unbeholfen wirkt.

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    • 2

    KruemelGizmo

    23. July 2014 um 14:54
  • Gladbecker Geiseldrama-Realität und Fiktion

    Ein deutscher Sommer

    siebenundsiebzig

    Ein deutscher Sommer, so der Titel dieses Buches von Peter Henning. Für mich stimmt der Buchtitel nicht, es handelt sich ja nur um "54 Stunden" eines deutschen Sommers. So jedenfalls meine Meinung. Auf gut sechshundert Seiten wird dem Leser mehr oder minder ein Banküberfall, welcher am 16. 8. 1988 geschehen ist und unter den Schlagzeilen, "Das Gladbecker Geiseldrama" in die Geschichte einging, geschildert. Aber nicht nur der brutale Überfall durch die zwei gewissenlosen Gangster, die Geiselnahme von mehreren Personen, die Flucht mit den Geiseln durch einen Teil der Bundesrepublik (1988!) findet in dieser Geschichte seinen Niederschlag. Sondern auch das teilweise Versagen der Exekutive und die damalige Mediengeilheit der Journalisten, treten des öfteren in den Vordergrund des Buches. Beim eigentlichen Inhalt der sechshundert Seiten dieses Werkes ,handelt es sich aber um Lebensgeschichten, Schicksale und Gedanken von sieben Personen, welche irgendwie ins Geschehen hineingezogen wurden. Fast schon akribisch schildert der Autor das Leben dieser Protagonisten und deren Mitmenschen. Wobei es sich um drei Personen mit realen Vorbildern und vier fiktiven Figuren handelt. Irgendwie hat mir dieses Buch, trotz der großen Abschweifungen vom Thema, gefallen. Es passt gut in mein Buchregal "Unterhaltungsliteratur". Wer mehr über die Tatsachen dieses Verbrechen und auch dessen Nachwirkungen lesen möchte, sei auf andere Literatur über dieses Geschehen verwiesen. Warum letztendlich bei diesem grausamen Verbrechen drei Personen sterben mußten, (oder gar geopfert wurden), kann ich, auch nach dem ich dieses Buch gelesen habe, nicht nachvollziehen. Mir persönlich tun nur diese drei Menschen so unendlich leid.

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    • 3

    Arun

    21. April 2014 um 11:39
  • Das Gladbecker Geiseldrama als Roman?

    Ein deutscher Sommer

    19angelika63

    05. November 2013 um 11:50

    Klappentext Am 16. August 1988 überfallen zwei Kriminelle die Filiale der Deutschen Bank in Gladbeck – es folgt die wohl spektakulärste Geiselnahme der deutschen Nachkriegsgeschichte. Gejagt von einer Journalistenhorde, fliehen sie durchs ganze Land, töten vor laufenden Kameras und werden interviewt, während die Geiseln in Lebensgefahr schweben – ein Sündenfall des Journalismus, ein Offenbarungseid der Polizei. Peter Henning erzählt von Männern und Frauen, die binnen 54 Stunden an den Rand ihrer Existenz gebracht werden und sich entscheiden müssen: für ein richtiges oder falsches Leben. – Ein kühnes Stück Literatur über die deutsche Wirklichkeit.   Wer hier einen reißerischen Roman über das Gladbecker Geiseldrama erwartet wird enttäuscht werden. Es wird immer nur in kurzen und kleinen Episoden über die Entführer und ihre Opfer berichtet. Meist sind es Auszüge aus Zeitungsartikeln oder Polizeiberichten, die Henning romanisiert hat. Daneben gibt es sieben weitere Handlungsstränge. Jede erzählt ihre eigene Geschichte und doch haben sie alle eines gemeinsam – es sind 54 Stunden die wir gemeinsam erleben, 54 Stunden in denen jeder einzelne entscheiden muss wie sein Leben weiter geht. 54 Stunden der Angst und immer mit dabei die Meldungen über das Gladbecker Geiseldrama. Dieses Buch teilt mich. Einerseits finde ich es interessant zu lesen und zu erfahren, wie es den Menschen erging, die während des Geiseldramas gelebt haben. Wie haben sie all dies erlebt. Und schnell stellt man fest … das Leben ging weiter. Jeder einzelne Protagonist hatte mit seinen eigenen Problemen zu kämpfen. So wie ich zu dieser Zeit. Im August 1988 war ich gerade einen knappen Monat verheiratet und habe das meiste eben wie viele andere Menschen aus der Presse mitbekommen. Und wie bei allen anderen ging mein Leben weiter. Die andere Seite des Buches ist die, dass ich mich heute frage, ob die vielen und vor allem Silke Bischoff noch leben könnten, hätte man den Medien Einhalt geboten. Ich denke, das was die Medien sich dort geleistet haben war einfach unverantwortlich und ich stelle mir die Frage hätte die Polizei nicht vorher schon eingreifen können. Hätte sie nicht diesen Hype verhindern können? Diese Sensationsgier war einfach unverantwortlich. Allein wenn man bedenkt wie sich Rösner und Degowski der Presse präsentiert haben, ja sich wie Stars vorkamen … einfach unbegreiflich! Medienfreiheit hin oder her … das ging eindeutig zu weit! Peter Henning hat versucht das Drama von Gladbeck zu romanisieren. Ist es gelungen? Nun ehrlich gesagt weiß ich es nicht. Ich fand das Buch war interessant zu lesen, allerdings war ich stellenweise überfordert mit den vielen Personen die in diesem Roman vorkamen. Weniger Nebenschauplätze hätten dem Buch vielleicht gut getan. Ich kann und möchte keine 100% Empfehlung abgeben und rate jedem selber zu entscheiden, ob er diesen Roman lesen möchte.

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  • Chance nicht genutzt, schade.

    Ein deutscher Sommer

    woschwen

    30. October 2013 um 08:29

    Hier ist ein Buch mit einem Thema, auf das ich lange gewartet hatte. Leider enttäuschte mich der Roman sehr. Immer wieder baut der Autor hier Pressemitteilungen oder Zeitungsartikel ein oder zitiert Rösner und Degowski. Dadurch habe ich immer wieder einen Faden verloren, sofern es diesen hier gab. Der Roman ist sowieso sehr schwierig zu lesen, da die Protagonisten ständig wechseln.  Der Anspruch oder gute Wille mag da gewesen sein, sich kritisch mit den Medien auseinder zu setzen. Ich kam mir eher vor, Teil einer Daily Soap zu sein. Chance nicht genutzt, schade für diese spannende und wichtige Thema. 2 von 5 Punkten

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  • Interessant und ambitioniert

    Ein deutscher Sommer

    Ellen-Dunne

    09. October 2013 um 10:48

    Kurzzusammenfassung: 16. bis 18. August 1988. Zwei heiße Sommertage, die Deutschland und seine Medien verändern. Während das “öffentliche” Geiseldrama von Gladbeck das Land in Atem hält, erfahren die Leben von 7 Deutschen eine mehr oder große Wendung, die mehr oder weniger mit dem Geiseldrama in Verbindung steht oder vor dessen Kulisse stattfindet. Meine Meinung:  Hut ab, Peter Henning. Kaum ein menschliches Drama (außer 9/11) wurde im deutschsprachigen Raum wohl so “hautnah” über die Medien mitverfolgt wie das Gladbecker Geiseldrama. Ich selbst war zu dem Zeitpunkt 11 Jahre alt (und in Österreich) und kann mich trotzdem gut an die Ereignisse erinnern. So ein im kollektiven Gedächnis verankertes Drama als Roman aufzubereiten garantiert einerseits Aufmerksamkeit, andererseits  Polarisierung. Denn niemand geht unvoreingenommen an diese Geschichte heran. Zu viele persönliche Interpretationen, Erinnerungen und Emotionen stehen einer objektiven und manchmal auch differenzierten Kritik im Weg. Ich versuche es mal: Das sich entwickelnde Drama von Gladbeck nur immer wieder einzustreuen, um es vor allem im Hintergrund der handelnden Personen spielen zu lassen, fand ich einen guten Griff. Die Geschichte dramatisiert einfach nachzuerzählen würde doch nur dieselbe Sensationsgier bedienen, die schon damals in die Katastrophe führte. Gerade die oft sehr banal wirkenden Dialoge zwischen Rösner und zB Hans Meiser illustrierten die ganze Monströsität der Situation sehr stark, ohne plakativ zu sein. Die meisten der handelnden Charaktere interessierten mich, und die sehr detaillierte Beschreibung ihrer Lebensumstände ließen den Eindruck entstehen, man beobachtet sie im Fernsehen, ist bei jeder Regung dabei. Die Geschichte der zurückgezogenen Schriftstellerin Brigitte und der polnische Busfahrer Adam gingen mir hierbei am nächsten. Womit ich meine Probleme hatte waren der Schreibstil und die schiere Menge an Figuren im Roman. Ich mag allgemein den “allwissenden” Erzähler nicht gerne, da er für mich die Charaktere der Spannung beraubt. Außerdem ging es mir sehr oft viel zu stark ins Detail. Muss ich unbedingt vorgekaut kriegen, dass Himbeermarmelade dunkelrot ist? Das fand ich mühsam, genauso wie manche übermäßig bemühten Vergleiche/Metaphern, die auf mich unmotiviert und unpassend wirkten. Die Menge an verschiedenen Personen führten auch zu Schwankungen in der Qualität und Dramaturgie der einzelnen Figuren. Während mir die Geschichten von Brigitte, Bertram und Adam zum Großteil gut gefielen, fand ich andere (Kirchner, Chris) lange eher durchwachsen bzw. enden sie im Nichts (was passiert mit den Todesdrohungen gegen Marc?). Ich finde, 2 oder 3 weniger Nebenhandlungen hätten das Buch leichter zu lesen, nachzuvollziehen und mögen gemacht. Trotzdem: Wer sich für die Ereignisse von damals und  für einen ambitionierten, facettenreichen Roman interessiert, dem kann ich Ein deutscher Sommer von Peter Henning gut empfehlen. Fazit:  Sehr ambitionierter, interessanter Roman über die Banalität des Grauens, und wie wir damit umgehen. Stilistisch nicht so mein Ding, aber das ist ja Geschmackssache.

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  • Leserunde zu "Ein deutscher Sommer" von Peter Henning

    Ein deutscher Sommer

    PeterHenning

    Liebe Lovelybooks-Leserundenteilnehmer! Ich möchte Sie einladen, mit mir über meinen aktuellen Roman »Ein deutscher Sommer« zu diskutieren - und begrüße Sie schon jetzt auf das herzlichste dazu! Vier Jahre habe ich an dem gearbeitet, was ich für mich »einen historischen Roman über die Gegenwart« nenne, ein Buch, das aus dem Jahr 1988 herüber leuchtet in das Mediendeutschland unserer Tage. Ich wollte zeigen, was geschieht, wenn die kleine Einzelgeschichte in den Sog der großen, umspannenden Historie gerät - eine Art Clash der Historien. Wollte zeigen, wie sich ganze Leben unter dem Eindruck der Ereignisse innerhalb von 54 Stunden, denn so lange hat das »Gladbecker Geiseldrama« damals gedauert, für immer verändern. Sie werden fragen: Funktioniert die Literarisierung eines solchen Ereignisses? Ich denke schon. Schreiben Sie mir Ihre Meinung dazu - ich freue mich auf Sie! Kleiner Vorgeschmack? Hier geht´s zur Leseprobe. Der Aufbau Verlag stellt 25 Freiexemplare zur Verfügung, Bewerbungsschluss ist der 8. August. Ganz herzlich, Ihr Peter Henning

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    • 532
  • Ein deutscher Sommer - man bleibt fast so verwirrt wie die Figuren zurück

    Ein deutscher Sommer

    JeeJee

    08. October 2013 um 14:54

    Auch nach einiger Zeit nach dem ich das Buch gelesen habe, weiß ich immer noch nicht so wirklich was ich davon halten soll. Es lässt mich einfach zu sehr zweigeteilt zurück. Was schon mal deutlich klar ist : Wer ein Buch über das Gladbecker Geiseldrama erwartet, der liegt falsch. Das Drama ist zwar Thema, aber eher im Hintergrund. Viel mehr geht es um verschiedene Personen die irgendwie mit dem Geiseldrama zu tun bekommen. Dabei gibt es Figuren die direkt betroffen sind, weil sie z.B. Reporter oder Busfahrer sind, aber auch Figuren die das Drama, so wie wohl jeder zu der Zeit, aus den Medien mitbekommen und sich irgendwie betroffen fühlen. Dabei holt der Autor ein wenig weit aus und beschreibt, meiner Meinung nach, zu viele Personen (7 an der Zahl). Manche davon bekommen hinterher nicht mehr die genügende Aufmerksamkeit. Außerdem musste ich mir doch irgendwie die Frage stellen, warum es nur Personen sind die massive Probleme haben. Ja natürlich, es geht um einen Roman und der Leser soll etwas zu lesen bekommen was vielleicht nicht alltäglich ist, aber gerade bei dem Hintergrund des Geiseldramas wäre es vielleicht schön gewesen auch die ein oder andere "normale" Person zu beschreiben. Die Situation war es ja schon an sich nicht. Man bekommt schnell den Eindruck, dass damals alle verkorkst waren (was natürlich Quatsch ist) und das Buch rutscht teilweise in ein Bild - Niveau ab. Leider drang sich mir dieser Vergleich des Öfteren auf, was ich sehr schade finde, denn alles in allem finde ich die Idee um einen gesellschaftskritischen Roman um das Gladbecker Geiseldrama wirklich eine gute Idee. Die Sprache machte mir auch manchmal zu schaffen. Das die Umgangssprache oft sehr schroff ist, finde ich noch ganz passend, allerdings verstehe ich einfach an vielen Stellen die geschilderten Sex - Szenen nicht. Teilweise wirken sie völlig aus dem Kontext gegriffen und gerade überhaupt nicht passend. Hinzu kommen ellenlange Schachtelsätze, die wirklich über Reihen gehen. Ich habe nichts gegen Schachtelsätze, ich bin selber Meister darin sie zu benutzen, aber sie haben oft den Lesefluss gestört. Zum einen waren sie oft an Stellen wo sie "wie aus dem Nichts" erschienen nach dem die Sprache vorher ganz anders war und zum anderen waren sie teilweise wirklich sehr lang und man musste sie manchmal zwei mal lesen. Mich persönlich stört es auch sehr, wenn Autoren wahrhaftige Orte beschreiben die sie aber definitiv selber nicht kennen. Vermutlich finden das viele nicht schlimm, aber mich stört es sehr, wenn Restaurants, die es wirklich gibt, als Schauplatz genutzt werden, aber dann völlig falsch beschrieben werden. Dann sollte man sich lieber einen Namen für den Ort ausdenken als wenn man hinterher eine Stehpizzeria als gutes Restaurant beschreibt. Das mag jetzt jammern auf hohem Niveau sein, aber mich stören solche Dinge als Leser nun einmal. Alles in Allem blieb mir die Gesellschaftskritik, die ich nach den Einführungsworten des Autors erwartet hatte, zu sehr aus. Zeitweise blitzten Gedanken über das Verhalten der damaligen Presse und Gesellschaft auf, aber das waren leider nur kurze Momente. Ich hatte mir mehr kritische Fragen erwartet. Leider wurde das durch die Protagonisten und ihr Verhalten genau so oft versaut wie durch plötzliche "Umsprünge" in der Sprache. Schade ! Ich hatte mir mehr erwartet und blieb irgendwie verwirrt zurück, weil ich mich bei vielen Dingen fragte ob und was der Autor nun damit bezweckte - und dieses nicht im positiven "Man denkt über das Thema an sich nach" - Stil.

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  • Lesemarathon vom 3. bis 6. Oktober 2013 - wer macht mit?

    Daniliesing

    Hallo ihr Lieben! das LovelyBooks-Team ist derzeit in begeisterter Lesestimmung und da dachten wir uns, dass der Feiertag in der kommenden Woche (3.10., Tag der deutschen Einheit) doch die perfekte Gelegenheit für einen großen Lesemarathon bietet. Vom 03.10. bis zum 06.10.2013 wollen wir so viele Bücher verschlingen, wie wir nur können. Seid ihr dabei? Natürlich wird es auch wieder Fragen und kleine Aufgaben geben, die zwischendurch für eine zusätzliche Auflockerung sorgen. Ansonsten darf hier fleißig über gerade Gelesenes und Bücher generell geplaudert werden. Ich übernehme dabei natürlich keine Verantwortung für eventuell wachsende Wunschzettel und platzende Bücherregale ;-) Also, stellt schon mal das passende Buchfutter und natürlich den Naschkram bereit, denn in der nächsten Woche wird hier "Buchsport" gemacht! Was ist ein Lesemarathon? Beim Lesemarathon versuchen wir eine bestimmte Zeit lang so viel wie möglich zu lesen, ohne dabei den Spaß zu verlieren. Jeder kann in seinem eigenen Tempo und mit dem Buch/den Büchern seiner Wahl teilnehmen. Dazwischen treffen wir uns hier und tauschen uns über Bücher aus, quatschen einfach ein bisschen und, weil wir neugierig sind, was ihr so lest, wird es auch einige Aufgaben geben, die ihr lösen könnt. Wir starten am Donnerstag, dem 03.10. um 0 Uhr und lesen bis zum Sonntag ebenfalls 0 Uhr. Dabei sind Pausen natürlich strengstens erlaubt ;) Es muss also keinesfalls durchgelesen werden. Auch wer nur an einem bestimmten Tag mitmachen kann oder nur ein paar Stunden, der ist hier herzlich willkommen. Denn vor allem geht es doch um den Spaß am gemeinsamen Lesen! Natürlich könnt ihr auch über Twitter (Hashtag #lblm) oder auf euren Blogs eure Lesefortschritte und Aufgaben posten. Und damit uns das Warten auf den Startschuss nicht so lang wird, können wir die Zeit gleich nutzen und schon ein wenig planen. Also: Wisst ihr schon, was ihr lesen werdet? Habt ihr euch ein Leseziel für den aktuellen Marathon gesetzt, z.B. eine Seitenzahl oder eine bestimmte Anzahl von Büchern, die ihr schaffen möchtet? Warum nehmt ihr teil und wart ihr früher schon mal dabei? :) Wer Lust hast, kann ja auch mal seine Bücherregale fotografieren und hier in einem Beitrag anhängen. Ich gucke mir immer sehr gern Bücherregale von anderen an! Dann können wir einen Blick auf die Auswahl werfen. PS: Unter allen Teilnehmern werden wir auch wieder eine kleine Überraschung verlosen :-) **************************************************** 1. Phase: Vorbereitung / Aufwärmung Zur Vorbereitung auf den großen Lesemarathon müssen wir uns natürlich erstmal aufwärmen. Hierfür werde ich vorab ca. alle 2 Tage bereits kleine Fragen oder Aufgaben stellen, die ich hier liste. Wer Lust hat, kann sie einfach beantworten. Welches Buch liest du gerade und wie gefällt es dir? Würdest du noch mehr von diesem Autor lesen? Auf welches Buch seid ihr schon länger neugierig - vielleicht steht es sogar schon im Regal - aber ihr habt es noch immer nicht gelesen? Wieso eigentlich nicht? Welches Buch hat euch so sehr berührt oder begeistert, dass ihr es am liebsten ganz vielen Menschen schenken oder weiterempfehlen möchtet? Was macht dieses Buch für euch besonders? Gibt es einen Autor, von dem ihr euch unbedingt mal wieder ein neues Buch wünschen würdet? Wenn ja, welcher Autor ist es und in welchem Genre sollte er schreiben? 2. Phase: Lesemarathon Es geht los, die heiße Phase beginnt. Seid ihr auch alle gut vorbereitet? Einige haben ja ganz fleißig beim Warm-Up mitgemacht, sodass Ermüdungserscheinungen nicht so schnell auftreten sollten! Auch jetzt wollen wir natürlich nicht nur lesen, sondern auch die ein oder andere Aufgabe erfüllen und Fragen beantworten: Mit welchem Buch startet ihr in den Lesemarathon und wie lange wollt ihr jetzt erstmal lesen? Was braucht ihr - neben dem Lesestoff - noch unbedingt für einen gelungenen Lesemarathon? Gebt einem Teilnehmer hier beim Lesemarathon einen Buchtipp aus seinem SuB (Stapel ungelesener Bücher). Dazu am besten einfach in der Bibliothek nach den ungelesenen Büchern schauen. Natürlich dürft ihr auch mehreren Teilnehmern Tipps geben und es dürfen auch Bücher sein, die ihr selbst noch gern lesen möchtet. Mit welchem Satz beginnt euer aktuelles Buch? Ändert sich eure Lesestimmung eigentlich mit den unterschiedlichen Jahreszeiten oder könnt ihr immer alles lesen? Welche sind eure persönlichen Top-Empfehlungen für Frühling, Sommer, Herbst und / oder Winter? Wie sehr achtet ihr auf Buchcover? Verleitet euch ein schönes Cover dazu, ein Buch eher zur Hand zu nehmen und näher anzuschauen? Welche Cover findet ihr aktuell besonders gelungen? Wie merkt ihr euch, auf welcher Seite ihr in eurem Buch gerade wart? Nehmt ihr ein Lesezeichen oder irgendetwas, was ihr gerade zur Hand habt? Macht ihr Eselsohren oder legt das Buch umgekehrt offen hin? Habt ihr hier schon bei einer oder mehreren Leserunden mitgemacht? Wenn ja, welche hat euch davon am besten gefallen und wieso? Wenn nicht, wieso? :-) Schreibt ihr euch Lieblingszitate aus Büchern raus oder markiert ihr sie? Verratet doch ein Zitat, das euch besonders gut gefällt! Welches Buch, an das ihr hohe Erwartungen hattet, hat euch dann enttäuscht und wieso? Wenn ihr euch für 3 Bücher entscheiden müsstet, die die einzigen wären, die ihr für den Rest eures Lebens besitzen dürftet, welche wären das? Wie oder durch wen seid ihr zum Lesen gekommen? Was fasziniert euch an Büchern? Was können nur sie im Vergleich zu zum Beispiel zu Musik, Filmen, etc.? In welchem Land könntet ihr ideale Leseferien verbringen? Lest ihr gern anderen Menschen vor oder lasst ihr euch gern vorlesen?

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    • 1362
  • (K)ein deutscher Sommer

    Ein deutscher Sommer

    Dreamworx

    Das „Gladbecker-Geiseldrama“ der beiden kriminellen und polizeibekannten Initiatoren Dieter Degowski und Hans-Jürgen Rösner im August des Jahres 1988 ist 25 Jahre her, bei dem drei Menschen ihr Leben lassen mussten. Diese furchtbare Geschichte ist in vermehrter Hinsicht in die Annalen der deutschen Geschichte eingegangen. Da waren zum einen die zu beklagenden Opfer, die aufsehenerregende Flucht der Täter, über die penetrante Mitteilungssucht der Medien auf allen Kanälen mit Live-Interviews der Täter und mit schrecklichen Bildern der ängstlichen Opfer, die mit einer Pistole am Kopf in die Kameras schauen mussten und mit der geradezu dilettantischen Polizeiarbeit, die in einer Katastrophe endete. Passend zum Tag der Erinnerung wurde „Ein deutscher Sommer“ von Peter Henning herausgebracht. Nach einigen Interviews mit dem Autor im Radio und dem eigenen Interesse, die Aufarbeitung dieses dramatischen Ereignisses zu erfahren, dass man selbst zur damaligen Zeit durch Fernsehen und Zeitungen mitverfolgt hatte, war man gespannt, was das Buch nun an neuen Erkenntnissen offenbaren würde oder einfach nur mal die wahre Geschichte in ihrem Gesamtablauf zu lesen. Doch weit gefehlt! Der Schreibstil ist einfach nur als abgrundtief schlecht und abgehackt zu bezeichnen. Der Autor ergeht sich sehr detailliert in sämtlichen Nebensächlichkeiten, die man sich nur vorstellen kann. Er erzählt mit seinen Schachtelsätzen so viele Einzelschicksale, dass man am Ende des Satzes den Beginn schon wieder vergessen hat. Was alle diese Personen wirklich mit dem eigentlichen Drama zu tun haben, erschließt sich dem Leser leider nicht. Man kann keinen Bezug zu diesen Menschen herstellen, weil sie irgendwie nicht echt wirken, da ist nichts herausgearbeitet, sondern einfach nur lieblos aufgezählt. Warum man Personen dazu erfinden muss, wenn man eine wahre Geschichte erzählen will, ist auch nicht ersichtlich. Sicher hätte es über die Beteiligten und vor allem über die Opfer Wichtigeres zu berichten gegeben. Dieses Buch hätte ein gutes sein können, wenn man sich an das eigentliche Thema gehalten hätte. So ist es nur sterbenslangweilig und leider überflüssig.

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    • 3
  • Banal

    Ein deutscher Sommer

    alasca

    Banal Wie so oft weckt der Umschlagtext Erwartungen, die nicht erfüllt werden: Die Ereignisse des Gladbecker Geiseldramas sind in diesem Roman nicht die Hauptsache. Peter Henning will mit seinem Buch "...zeigen, wie sich ganze Leben unter dem Eindruck der Ereignisse innerhalb von 54 Stunden ... für immer verändern." Sieben Handlungsstränge hat Henning zu diesem Zweck angelegt: Brigitte Fischer, Autorin von Liebesromanen, trauert um den Kriegsberichterstatter Martin; Thomas Bertram, Journalist bei RTL, Vater von Frühchen Paul, zwanghaft promisk; Rolf Kirchner, SEK-Beamter mit hoher Motivation, der sich nicht beweisen darf; Marc Steiner, Abiturient, Neffe von Brigitte, in Schwierigkeiten, weil er Ceylan zugunsten Rachaels den Laufpass gibt; Chris Mahler, Taxifahrerin mit posttraumatischer Belastungsstörung; Peter Ahrens, Fotograf für AP auf Karrieretrip; Adam Jalowy, polnischer Busfahrer mit Liebeskummer. Leider sind ihm Handlungsentwürfe, Figurenpsychologie und -führung missraten. Fast alle Entwicklungen waren mir zu gewollt, zu unlogisch, zu kitschig oder zu klischeehaft. Die Handlungen der Figuren passen oft nicht zu ihnen - sie handeln und denken teils unter ihren Möglichkeiten und wirken manchmal regelrecht dümmlich, der Zusammenhang mit dem Geiseldrama wirkt wie an den Haaren herbeigezogen. Als Beispiel nehme ich Brigitte, Alkoholikerin aus Trauer, die in eine Schreibkrise gerät. Der Autor lässt sie über ihre Maximen als Liebesromanautorin nachdenken, als da sind: Konfrontation und Kampf. Mich brachte das zum Lachen. Sie erkennt dann aber nicht, dass Titel wie "Vagabundin der Liebe" und Konfrontation keine Schnittmenge haben, sondern entschließt sich, das Geiseldrama zu benutzen, um ihre Trauer zu verarbeiten. Zieht also los, um sich dem Tross der Sensationsgierigen anzuschließen - das ist der Beginn ihrer Lebensveränderung, was ich als Handlungsidee ziemlich abgeschmackt fand. Zumal der Strang mit der unverändert weitersaufenden Heldin fortgeführt wird und in traurig-süßlichem Kitsch endet, den selbst die "Vagabundin" nicht toppen könnte. Das Ganze ohne eine Spur rettender Ironie seitens des Autors, wirklich übel. Die Sprache empfand ich als Zumutung; Die Syntax holpert manchmal schlimmer als in jedem Schulaufsatz; kein Fluss, kein Rhythmus; eine hölzerne Wortwahl; Klischees; abstruse Vergleiche mit unfreiwilliger Komik. Dazu kommt eine übermäßige Detailverliebtheit bei der Beschreibung von Abläufen: Ich muss nicht alle Phasen des Objektiveinpackens mit Schublade auf, Reißverschluss zu etc. wissen, auch nicht, dass jemand erst die Scheibe runterkurbelt und dann das Radio einschaltet... Das nervt und langweilt. Konsens ist, dass die Gladbecker Ereignisse ein Wendepunkt waren: Fort von einem idealistischen Journalismus mit demokratischem Auftrag, hin zur Auflagenmaximierung um jeden Preis. Ein wichtiges Thema in Zeiten von WikiLeaks und Whistleblowers. Aber den Gegenwartsbezug stellt der Autor nicht her. Dass öffentliche Ereignisse private Ausläufer haben, ist als Erkenntnis banal; dafür hätte es nicht den Tod von Silke Bischoff als Hintergrund gebraucht. Aber so verkauft sich dieser uninspirierte Roman natürlich besser, vor allem, wenn zeitlich so auf den Punkt veröffentlicht wird, dass sich das Marketing dafür quasi von selbst erledigt.

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    • 6
  • Große Erwartungen nicht erfüllt.

    Ein deutscher Sommer

    Gulan

    17. September 2013 um 22:30

    August 1988. 54 Stunden dauert das Geiseldrama von Gladbeck. Die Täter Rösner und Degowski irren plan- und ziellos mit ihren Geiseln umher und Polizei und Journalisten geben eine ziemlich fragwürdige Figur ab. Peter Henning erzählt in diesem Roman einen der spektakulärsten Kriminalfälle Deutschlands nach. Dabei bedient er sich sieben Personen, die mehr oder weniger mit dem Drama in Berührung kommen, und erzählt ihre Geschichten. Henning wechselt permanent die Perspektiven zwischen den Geiselgangstern und den sieben Personen, als verbindende Klammer sollen originale Pressemitteilung des Dramas zu Beginn der Kapitel dienen. Die Idee eines Romans über das Geiseldrama von Gladbeck hat mich direkt begeistert, da ich damals als Zehnjähriger in den Ferien wie gebannt das Drama vorm Fernseher verfolgt hatte. Peter Henning hat nach eigenen Aussagen umfangreich und mehrere Jahre recherchiert. Vorgenommen hatte er sich scheinbar, im Roman die Beschreibung der Ereignis des Geiseldramas mit einer Medienkritik und einem Gesellschaftspanorama der Achtziger zu verbinden. Leider wird das Buch aus meiner Sicht diesen Ansprüchen in keinster Weise gerecht. Die Geschehnisse rund um Rösner und Degowski werden den Tatsachen entsprechend nacherzählt. Dies wird weitgehend aus der fiktiven Sicht der Gangster gemacht. Es fehlt aber an Finesse, um der Story Spannung oder Überraschendes zu entlocken. Stattdessen bekommt man küchenpsychologische Einblicke in die Kindheitstraumata von Rösner und Degowski. Die abgehackte Erzählweise tut ihr übriges. Die sieben Personen, deren Geschichten erzählt werden, nehmen den Großteil des Romans ein. Die Figuren basieren zum Teil auf echten Personen, wirken aber dennoch ziemlich konstruiert und ihre Geschichten wenig mitreißend. Als einzige Figur kann mich die Person des Fotografen Ahrens halbwegs überzeugen, der als Vermittler vermeintlich Gutes tut und am Ende erkennt, Handlanger des Bösen gewesen zu sein. An Medienkritik wird nicht gespart, sie kommt aber oft ziemlich plump daher. Auch die Polizei bekommt ihr Fett weg, in der Person des ausgebooteten SEK-Leiters, der seinem Frust freien Lauf lässt. Am ärgerlichsten an diesem Buch sind aber zwei Dinge. Zum einen der total übertriebene Versuch, 80er-Feeling zu erzeugen. Dies wirkt irgendwann nur noch aufgesetzt. Da heißt es "Citizen" statt Armbanduhr, "Massa" statt Supermarkt und "Joola-Tischtennisplatte". Zum anderen fallen dem Leser ohne groß zu recherchieren zahlreiche Fehler und Ungereimtheiten auf. Als Beispiel seien hier nur mal "ukrainische Prostituierte in Gelsenkirchen" (in Zeiten als es die Sowjetunion noch gab?), "H&M" (total häufig genannt, aber in den 80ern noch wenig präsent in Deutschland) und "Beginn der neuen Bundesliga-Saison stand vor der Tür" (die Saison 1988/89 begann allerdings schon im Juli). Größter Patzer sind die Ortsangaben beim Grenzübertritt der Gangster in die Niederlande. Henning schreibt Grenzübergang Glanerbrug in Richtung Enschede, tatsächlich war dies am Grenzübergang De Lutte in Richtung Oldenzaal. Alles in allem eine große Enttäuschung. Anstatt aus den packenden Ereignissen so etwas wie einen Tatsachenroman zu machen, nimmt sich Henning den ganz großen Wurf vor und scheitert daran.

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  • Geiseldrama in Gladbeck

    Ein deutscher Sommer

    gaby2707

    Am 16. August 1988 nehmen zwei Geiselnehmer nach einem Banküberfall in Gladbeck zwei Menschen in ihre Gewalt. Diese beiden kommen frei, bevor die Geiselnehmer einen Bus gekapert, einen jungen Italiener erschossen und mit dem Bus in die Niederlande geflüchtet sind. Von den Holländern bekommen sie ein neues Fluchtfahrzeug und zwingen zwei junge Frauen aus dem Bus zur weiteren Mitfahrt. Bis zum blutigen Ende des Geiseldramas vergehen 54 Stunden. In dieser Zeit bleibt die Uhr für andere Menschen nicht stehen - und deren Geschichten werden hier erzählt... Da sind z.B. Amina und Bertram, die um das Überleben ihres Frühchens Paul bangen, die Schriftstellerin Brigitte, die ihren Mann bei einem Reporter-Auslandseinsatz verloren hat, die Taxifahrerin Chris und der Busfahrer Adam, die beiden unmittelbar am Geschehen beteiligt sind. Peter Henning bringt mir diese Personen in seinem Roman so nahe, dass ich glaube sie zu kennen, egal ob sympathisch oder unsympathisch. Jeder einzelne hat einen Lebenslauf, der an sich schon spannend ist und der sich in diesen 54 Stunden verändert. Mein Kopfkino hatte jede Menge zutun. Anfangs hat mir der in ellenlangen Sätzen mündende Schreibstil etwas zu schaffen gemacht. Ich musste manche Sätze zweimal lesen, um sie zu verstehen. Aber mit der Zeit habe ich mich an diese ausgefeilte Sprache gewöhnt. Hier und da gab es Abschnitte, die mir zu langatmig waren oder Situationen, wo ich gedachte habe "das ist mir jetzt zuviel". Aber alles in allem habe ich das Buch sehr gerne gelesen. Ich finde auch die Spannung kommt in diesem Roman nicht zu kurz. Die Erlebnisse der handelnden Personen enden immer wieder mal kurz vor ihrem Höhepunkt - und das erzeugt Spannung. Und natürlich immer wieder die Eindrücke zur Geiselnahme... FAZIT: Ich habe einen gesellschaftskritischen Roman gelesen, der mich gut unterhalten hat, auf den ich mich aber auch erst einlassen musste. Keine alltägliche Lektüre für kurz mal zwischendurch.

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    • 3
  • Thema verschenkt

    Ein deutscher Sommer

    Liseron

    Das Buch verarbeitet die Geiselnahme von Gladbeck, die vor 25 Jahren Aufsehen erregt hat: zum einen wegen des unglaublichen Verhaltens von Presse und Fernsehen, zum anderen aufgrund des dilettantischen Verhaltens der Behörden. Die Konstruktion des Romans ist klar und überzeugend: der dokumentarische Strang hält sich strikt an die Tatsachen, die dargestellten Szenen entsprechen offensichtlich Aktenlage, Fernsehbildern und Pressemeldungen, bis in die wörtlichen Zitate hinein. Die Opfer werden diskret behandelt. Ganz außen vor ist die Frage geblieben, wie Silke Bischof zu Tode gekommen ist, es gab ja auch die Vermutung, sie sei von einer Polizeikugel getroffen worden. Um diesen roten Faden herum entwickeln und verwirren sich die Geschichten der Romanfiguren während der drei Tage, die entweder sehr direkten Kontakt zur Geiselnahme haben (Fahrer des entführten Busses, Taxifahrerin wird in ihrem Auto beschossen, Fotograf, RTL-Reporter, höherer Polizeibeamter) oder nur am Rande betroffen sind (Witwe eines Kriegsreporters, ihr Neffe mit RAF-Kontakt). Der Fotograf und der Polizeibeamte haben reale Vorbilder, andere Figuren sind fiktiv. Eine Fülle von Themen wird im Laufe des Buches aufgeblättert: Frühchenstation, Zwangsstörung, Posttraumatische Störungen, RAF, Eskapismus mittels Literatur, Altersdemenz uvm. Die Figuren sind insgesamt überfrachtet, z.B. Martin: Sein Großvater hat einen Banküberfall erlebt. Er hat eine Beziehung zu einer Frau, deren Familie zur Unterwelt gehört; seine Exfreundin, die plötzlich wieder auftaucht, hat Kontakte zur RAF.  Die Figuren bleiben dem Leser fern, sie verhalten sich seltsam bis widersinnig. Sozialphobikerin lädt einen Obdachlosen zu Tisch und hat erotische Anwandlungen, Chris übernimmt direkt eine riskante Fahrt nach ihrer Auszeit, Busfahrer Adam verliebt sich in Taxifahrerin Chris, statt den erlebten Schrecken gemeinsam zu bewältigen, hat Adam Heimweh und fährt nach Polen. Bertram mimt den betroffenen Reporter mit Selbstekel, kurz danach gönnt er sich sein übliches Vergnügen: selbstgefällig sucht er das nächste Liebesabenteuer, sein Kind ist wohl außer Lebensgefahr, damit schwindet sein Interesse an der Familie wieder.  In der Durchführung bleibt vieles im Vagen, nach 600 Seiten bleibt der Leser ratlos mit den losen Enden zurück. Das ganze im Stil eines Kolportageromans mit holprigen Formulierungen und Bildern. So bleibt als Nachgeschmack das dumme Gefühl, dass in hektischer Eile der Roman zum Termin fertig werden musste.

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    • 2

    alasca

    12. September 2013 um 10:48
  • suboptimale Umsetzung eines interessanten Themas

    Ein deutscher Sommer

    silver111

    06. September 2013 um 16:44

    "Ein deutscher Sommer" ist rund um das Gladbecker Geiseldrama von 1988 aufgebaut. Der Focus liegt nicht auf dem Geiseldrama selbst, sondern es wird aus der Sicht von mehreren Personen geschildert, die direkt oder nur am Rande mit der Entführung zu tun hatten. Mehrere Handlungsstränge laufen parallel nebeneinander, man liest z. B. von dem Busfahrer, der den gekaperten Bus steuern musste, einer Taxifahrerin, deren Taxi mit Schüssen durchsiebt wurde. Ein Kommissar, ein Journalist von RTL sowie ein Fotoreporter und eine Schriftstellerin spielen eine weitere Rolle. Nicht nur die einzelnen Personen, sondern ihre Probleme, ihre Vergangenheit, ihr Umfeld und unzählige weitere Personen aus ihrem Verwandten- und Freundeskreis machen die Handlung einerseits dicht, aber im Verlauf auch schwierig zu verfolgen, zumal jede Person sehr problembeladen ist.  Ich hatte mir gleich zu Anfang eine Übersicht der wichtigsten Personen und Handlungsstränge erstellt, ansonsten wäre es schwer gewesen, den Überblick zu behalten. Der Autor fängt die Atmosphäre dieser Zeit gut ein, anhand von Songs und Marken fühlt man sich Jahrzehnte zurückversetzt. Vor jedem Kapitel stehen Pressemeldungen von damals, Zeitungsartikel oder  dpa Meldungen. Das Geiseldrama ist der zentrale Punkt um den sich die eigentlichen Geschichten drehen, die Täter und ihre Geiseln stehen jedoch nicht im Mittelpunkt, was schon aus dem Klappentext ersichtlich wird. Das Buch lässt sich nicht so einfach weglassen, man darf sich beim lesen nicht ablenken lassen, sonst verliert man leicht den Anschluss. Anfangs war ich von den Personen und ihren Schicksalen fasziniert, je mehr Nebenpersonen dazu kamen, desto verwirrender wurde die Handlung und der Lesefluss war dahin. Ein oder zwei Figuren weniger hätten ausgereicht, so wirkte die Handlung stellenweise etwas verzettelt und ermüdend.  Peter Henning konnte gut vermitteln, wie planlos und hilflos die Polizeigewalt und wie groß das Interesse der Medien war. Wie nah die Pressevertreter den Entführern kamen, Interviews durchführten und das Fluchtfahrzeug im Konvoi verfolgten.   "Ein deutscher Sommer" konnte meine Erwartungen leider nicht erfüllen, ein oder zwei Protagonisten weniger hätten der Handlung gut getan und die Lektüre für den Leser etwas flüssiger gestaltet.

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