Peter Hoeg Der Susan-Effekt

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Lovelybooks Bewertung

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Inhaltsangabe zu „Der Susan-Effekt“ von Peter Hoeg

Susan ist Experimentalphysikerin, hantiert gern mit dem Brecheisen und bäckt nachts um drei Croissants für ihre Familie. Und sie hat eine außergewöhnliche Gabe: Jeder, der mit ihr spricht, wird absolut aufrichtig. Jetzt soll sie einem hochrangigen Justizbeamten ein geheimes Protokoll beschaffen: Ein Gremium hochkarätiger Wissenschaftler erforscht die Gefahren der Zukunft. Doch plötzlich kommt ein Mitglied nach dem anderen auf grausame Weise um. Mit irrwitzigen Einfällen, technischem Know-How und ihrem einzigartigen Effekt kämpft Susan darum, dass die Wahrheit ans Licht kommt. Ein phantastischer Pageturner mit einer unschlagbaren Heldin.

Ein echter Hœg - spannend, exzentrisch, überraschend und einfach saugut geschrieben.

— SimoneDorra
SimoneDorra

Bizarr, intelligent und sprachlich grandios - wenn auch etwas langatmig im Mittelteil.

— Frederike
Frederike

Irgendwie hat's mich nicht losgelassen und ich hab weitergelesen. Fazit: sprachlich sehr schön, aber gähnend langweilig.

— naninka
naninka

Roman mit Thrillerqualität über den Gebrauch und Missbrauch besonderer Talente - ergo über die Korrumpierung durch Macht. Klasse!

— alasca
alasca

Eine talentierte Familie, ein geheimes Forschungsprojekt. Die erste soll Licht ins zweite bringen. Poetisch,witzig,klug,erschreckend aktuell

— franzzi
franzzi

Irrwitzig und rasant!

— Loukia
Loukia

Bizarr, surreal, und doch ertappt man sich bei dem Gedanken: Vielleicht könnte es ja doch so sein.

— Claddy
Claddy

Interessante Idee mit dem Effekt und sehr spannend umgesetzt!

— miro76
miro76

Ich fand das Buch anfangs sehr stark. Gegen Ende ist es eine Sammlung mäßig verleimter Versatzstücke. Ärgerlich und langweilig.

— Tree_Trunks
Tree_Trunks

Für Leser, die schräge Heden mögen, beim lesendenken und trotzdem eine temporeiche Handlung möchten, ist das eine Leseempfehlung.

— Gruenente
Gruenente

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  • Witz und Ironie vor Handlung

    Der Susan-Effekt
    Cambridge

    Cambridge

    28. January 2016 um 00:57

    Was habe ich "Fräulein Smillas Gespür für Schnee" gehasst. Kein Buch des Autors kam mir mehr ins Haus. Aber irgendwie hat mich "Der Susan-Effekt" angemacht und ich hielt es für Zeit, dem Autor nochmal eine Chance zu geben. Was soll ich sagen. Spaß gemacht hat mir dieses Buch über diese exzentrische Familie, die sich plötzlich genötigt fühlt, eine Verschwörung aufzudecken. Mir hat vor allem die Sprache gefallen, die Ironie, der Witz, der Blick fürs Wahnwitzige. Zugleich war diese Sprache aber auch das Handicap an diesem Buch. Denn sie ist der Hauptdarsteller. Die Story ist irgendwie nicht nur unsinnig sondern auch unwichtig. Sie ist weder spannend noch besonders tiefsinnig. Dem Autor kommt es mehr darauf an, ungewöhnlich zu formulieren als uns Lesern etwas genauer zu erklären, worum es eigentlich geht. Spannung fehlte mir persönlich auch. Nachdem ich nach ca. der Hälfte des Buches ein wenig Ermüdungserscheinungen hatte von der Schreibweise, überlegte ich sogar, abzubrechen, da mich die Story nicht wirklich fesselte und ich, wie gesagt, auch langsam übersättigt war vom Schreibstil. Nunja, ich habe weitergelesen und das Buch beendet. "Der Susan-Effekt" ist ein ambivalentes Buch für mich. Einerseits hat es mir Spaß gemacht, andererseits ist es völlig unglaubwürdig, besonders bei seinen Hauptfiguren. Diese Familie ist zu bizarr um auch nur annähernd real zu wirken. Susan ist einerseits Wissenschaftlerin aber auch Hausfrau mit Brotbackambitionen. Zudem mag sie Männer, was aber irgendwie erst sehr süät überhaupt mal in der Story behandelt wird. Sie wirkt als Figur sehr unrund, im Gegensatz zu ihrem Mann Laban. Aber egal. Auch mich hätte interessiert, was denn in Indien vorgefallen war, so im einzelnen. Die Story klingt interessanter als der bizarre Originalplot. Es fälllt mir schwer, das Buch abschließend zu bewerten. Es ist auf jeden Fall ungewöhnlich. Aber ich glaube, ich werde kein weiteres Buch des Autors lesen. Irgendwie bin ich bei ihm verkehrt.

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  • Irgendwas mit Weltuntergang

    Der Susan-Effekt
    franzzi

    franzzi

    Susan, Peter Høegs neue Roman-Heldin, scheint eine entfernte Zwillingsschwester von der Frau zu sein, die dem Autor den großen Durchbruch brachte. Susan Svendsen hat viele Parallelen zu Smilla Jaspersen, ja, genau, der Frau aus Fräulein Smillas Gespür für Schnee. Beide Frauen sind Wissenschaftlerinnen, beide Frauen sind entscheidungsfreudig, klug, emotional verschlossen, abenteuerlustig, superheldige Weltretterinnen mit Schwächen. Smilla hat ihren Vater, der ihr Türen beim Rätseln öffnet - dafür fehlt ihr die Mutter. Susan hat ihre Mutter, die ihr beim Rätseln Türen öffnet - dafür fehlt ihr der Vater. Beide verloren ihre Elternteile als Kinder, beide kamen nicht recht darüber hinweg.  Doch Susan ist im Gegensatz zu Smilla nicht allein. Sie hat eine Familie, die aus weiteren talentierten Superhelden besteht. Ihr Mann Laban ist gefeierter Komponist und kann binnen Sekunden auch in den ungewöhnlichsten Situationen alle Menschen auf seine Seite ziehen. Die Zwillinge Harald und Thit verfügen über ein phänomenales Gedächtnis, sind sportlich und haben die Gabe auch. Susans Gabe, den sie den Effekt nennt, und den die Familie unabsichtlich ausstrahlt, oder in manchen Momenten auch absichtlich verstärkt: Die Menschen müssen in ihrer Nähe die Wahrheit sagen, sie müssen einfach, sie öffnen sich, die öffnen ihnen verschlossene Türen. Klingt toll, scheint aber auch ein Fluch zu sein, nicht zuletzt einer, der Susan und ihre Familie in den 400 Seiten des Romans immer wieder in die Bredouille bringt.  Denn wie Smilla muss Susan die Welt retten, weiß das aber am Anfang noch nicht. Denn wie Smilla muss Susan zunächst einmal ein Rätsel lösen, das die Regierung interessiert - und ihrer Familie Dutzende Jahre hinter Gittern erspart. Dabei muss sie Leute finden und befragen - und schneller sein als eine unbekannte Partei, die Susans Gesprächspartner in unangenehmer Regelmäßigkeit umbringt.  Der Krimi-Baukasten ist bei den Romanen um Smilla und Susan verblüffend ähnlich, und wer den Susan-Effekt als reinen Krimi liest, der wird sagen, es gibt realistischerere, bessere, spannendere - und er wird damit recht haben.  Aber die reine Krimihandlung ist in beiden Høeg-Büchern eben nur ein Aspekt. Es geht um die sehr genau gezeichneten Charaktere, die gleichzeitig schier übermenschliche Superhelden und unterirdisch unperfekte, schwächelnde, emotional-verkrüppelte Menschen sind. Es geht um die großen Fragen, die der dänische Autor in seinen ungewöhnlich und überspitzt geschriebenen Romanen durchexerziert: Was soll und darf die Wissenschaft? Welche Grenzen setzt die Ethik heute überhaupt noch den Mächtigen? Und wie kann man politische Dilemma heute überhaupt noch auflösen? Und was kann eigentlich der Einzige, auch wenn er noch so tolle Talente hat wie Schnee spüren oder Menschen öffnen? Es ist durchgeknallt, es ist ungewöhnlich, es ist klug und nachdenklich, es ist pointiert und poetisch. Genau für diese Mischung mag ich es, das Buch über den Susan-Effekt.

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    • 4
    danielamariaursula

    danielamariaursula

    16. January 2016 um 18:42
  • -Kühl-

    Der Susan-Effekt
    Ein LovelyBooks-Nutzer

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    13. January 2016 um 12:08

    Die dänische Familie, um die es in dem Roman geht, ist wirklich etwas ungewöhnlich. Die Mutter, Susan, ist Experimentalphysikerin. Ihr Mann Laban ist Musiker, genauer gesagt Komponist. Gemeinsam haben sie fast erwachsene Zwillinge Harald und Thit. Die Familie reist nach Indien um dort Urlaub zu machen. Doch irgendwie schaffen es alle Familienmitglieder sich strafbar zu machen und im Gefängnis zu landen. Doch dann eilt ihnen der dänische Staatssekretär Torkild Hegn zur Hilfe und bietet Susan einen Deal an. Die Familie kommt heil aus der Sache heraus wenn die Mutter ihren Effekt einsetzt um einer geheimen Zukuftskommision Informationen zu entlocken. Dieser Effekt bewirkt nämlich, dass Menschen, die sich in Gegewart der Experimentalphysikerin befinden die Wahrheit erzählen. Ungefragt und ohne Zusammenhang treten im Alltag Personen auf die Frau zu und teilen ihr Dinge aus ihrem Leben mit. Einfach so. Aber nun soll sie diese "Gabe" gezielt einsetzen. Susan lässt sich auf den Handel ein und für alle Beteiligten beginnt eine Jagd ums Überleben. Peter Hoegs Erzählstil ist zwar flüssig und verständlich, doch man muss dabei bleiben. Man sollte sowohl Zeit als auch Ruhe haben sich der Handlung widmen zu können. Hat man das nicht, "fliegt" man schnell aus der Geschichte. Zusammenhänge sind dann schwerer zu verstehen. So erging es zumindest mir an manchen Stellen. Die Protagonisten wirken kühl. Sie erschienen mir sehr rational, nüchtern und wenig bis gar nicht gefühlsbetont. Eine Freundin von mir würde sagen es geht ihr um Fakten, Fakten, Fakten und nicht um ausschweifendes "Blabla". Das soll aber nicht heißen, dass die Charaktere des Autoren gefühlskalt wären. Sie wirken zwar distanziert, doch kann man als Leser sehr wohl spüren welche Not, Angst aber auch Freude z.B. hinter manchen Äußerungen steckt. Ich muss gestehen, dass während des Anfangsteil der Geschichte viele Fragezeichen über meinen Kopf schwebten. Glücklicherweise hat sich das dann allerdings gegeben und es wurde alles, aus meiner Sicht, logischer. Dennoch befürchte ich, dass einem einige Sachverhalte bzw. Zusammenhänge während des ersten Lesens entgehen. Es steckt so viel in dem Roman, das man ihn sich vermutlich öfter zu Gemüte führen muss. Fazit: Eine kühle Dystopie, die seine Leser herausfordert. Doch wer durchhält und sich nicht zu schade zum Denken ist, wird mit einer interessanten Geschichte belohnt.

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  • Der Susan-Effekt

    Der Susan-Effekt
    lesemaus

    lesemaus

    Ein Vorfall in Indien bringt Susan und ihre Familie in die Situation ins Gefängnis zu wandern. Aber ein Justizbeamter bringt Hoffnung, er möchte ein geheimes Protokoll. Dadurch, dass Susan die Fähigkeit hat, das Menschen in ihrer Anwesenheit aufrichtig aus ihrem Leben erzählen, nimmt sich der Justizbeamte zu Nutze. Sollte Susan es schaffen das Protokoll zu erhalten, so kommen sie und ihre Familie nicht in Gefängnis. Aber es ist mehr als nur das Fragen nach dem Protokoll. Bald beginnt eine hektische Suche nach der Lösung. Für mich war das Buch ohne roten Faden, viele Schritte sind passiert ohne zu wissen, warum Susan das so macht. Mir fehlt eine Vorgeschichte. Der Schreibstil ist mir auch zu kalt und abgehackt gewesen, ich kam nicht richtig rein in das Buch. Die Protagonistin kann alles, aber nett sein, ging nur, wenn sie es wollte. Susan ist mir zu kalt. Ich habe mich bis zum Ende durchgequält. Gute Idee und Ansatz, aber schlecht umgesetzt.

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    • 2
  • Susan - einfach unschlagbar!

    Der Susan-Effekt
    Loukia

    Loukia

    10. November 2015 um 19:33

    Susan ist Experimentalphysikerin und hat eine besondere Gabe: Sie kann Menschen dazu bringen, in ihrer Gegenwart aufrichtig zu werden. Nun soll sie für die dänische Regierung das verschwundene Protokoll einer Zukunftskommission aufspüren. Sehr schnell merkt Susan, dass sie mit diesem hochbrisanten Auftrag in die Schusslinie mächtiger Persönlichkeiten geraten ist. Es braucht die geballte kriminelle Energie der gesamten ungewöhnlichen Familie, um mit heiler Haut aus dieser Affäre zu kommen. Ein irrwitziger, rasanter, intelligenter Roman mit einer einzigartigen, unschlagbaren Heldin, die immer wieder durch ihre Fähigkeiten überrascht und allem gewachsen ist. Höchst vergnüglich!

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  • Buchverlosung zu "Der Susan-Effekt" von Peter Hoeg

    Der Susan-Effekt
    Hanser_Verlag

    Hanser_Verlag

    Liebe Lovelybooks-Community, sicher können sich viele von Euch noch an "Fräulein Smillas Gespür für Schnee" erinnern, der Roman mit dem Peter Høeg international berühmt wurde. Nun hat unser dänischer Autor einen neuen Roman geschrieben, in dem wiederum eine umwerfende Heldin die Hauptrolle spielt: Susan. Susan ist Experimentalphysikerin, hantiert gern mit dem Brecheisen und bäckt nachts um drei Croissants für ihre Familie. Und sie hat eine außergewöhnliche Gabe: Jeder, der mit ihr spricht, wird absolut aufrichtig. Jetzt soll sie einem hochrangigen Justizbeamten ein geheimes Protokoll beschaffen: Ein Gremium hochkarätiger Wissenschaftler erforscht die Gefahren der Zukunft. Doch plötzlich kommt ein Mitglied nach dem anderen auf grausame Weise um. Mit irrwitzigen Einfällen, technischem Know-How und ihrem einzigartigen Effekt kämpft Susan darum, dass die Wahrheit ans Licht kommt. Wir haben zehn Leseexemplare von "Der Susan-Effekt" zu vergeben und verlosen diese unter allen, die bis zum 31. August 2015 einen Kommentar hinterlassen. Sagt uns, warum ihr "Der Susan-Effekt" gerne lesen möchtet. Einen ersten Eindruck vermittelt Euch diese Leseprobe. Weitere Informationen zum Buch findet ihr außerdem auf www.der-susan-effekt.de Wir sind sehr gespannt und freuen uns auf viele Leseeindrücke. Viele Grüße aus München, das Hanser-Team

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    • 193
  • Lesevergnügen muss erkämpft werden

    Der Susan-Effekt
    Claddy

    Claddy

    31. October 2015 um 20:32

    Die dänische Wissenschaftlerin Susan Svendson hat eine turbulente Zeit in Indien hinter sich: Sie, ihre Zwillingskinder Thit und Harald und ihr Mann Laban haben bei ihrem dortigen Aufenthalt jeweils genügend Straftaten begangen, um den Großteil ihrer Zukunft hinter Gittern zu verbringen. Doch der ehemalige Staatssekretär Thorkild Hegn bietet einen Ausweg: Gegen Informationen, die eine geheimnisvolle Zukunftskommission betreffen, könnte die Strafe umgangen werden. Dabei vertraut er auf den besonderen Effekt, den Susan auf andere ausübt: Menschen, die ihr begegnen, sprechen die Wahrheit. Doch die Aufgabe erweist sich als schwierig und gefährlich. Das erfährt Susan spätestens, als sie während ihrer Recherchen beinahe Opfer eines Mordanschlags wird. Es beginnt ein Kampf um ihr Überleben und das ihrer Familie, welcher all ihre Fähigkeiten erfordert.  Peter Hoeg, bekannt durch „Fräulein Smillas Gespür für Schnee“, hat hier wieder eine außergewöhnliche Protagonistin ins Leben gerufen. Als Experimentalphysikerin sucht Susan mit anlytischem Blick Erklärungen und Zusammenhänge, die naturwissenschaftlichen Gesetzen folgen. Auch vor dem größten der Gefühle macht sie nicht halt, für sie steht fest, „… dass die Liebe … eine darwinistische Illusion ist, die entwickelt wurde, damit sich Eltern und andere Tiere auch ganz bestimmt um den Nachwuchs kümmern.“ Doch führt sie sich mitunter ad absurdum, etwa wenn sie erklärt, weshalb sie der Religion nichts abgewinnt: „Ich glaube an die Gesetze der Physik, und das ist kein Glaube, das ist experimentell verifiziertes, grundsolides Wissen.“ Nicht nur die Ich-Erzählerin Susan ist eine extreme Persönlichkeit. Auch Laban, Thit und Harald sind in ihren Denk- und Handlungsstrukturen weit von jedem Mittelmaß entfernt. Damit allerdings auch vom Leser. Irgendeine Art von Kuschelfaktor sucht man hier vergebens. Die dänische Gesellschaft, wie sie hier zu Grunde gelegt wird, wirkt überspitzt, erscheint als Fiktion, aber immer mit der Möglichkeit des Bezugs zur Wirklichkeit. Obgleich die Gefahren, die Verhältnisse, die Lösungen oft surreal  erscheinen, legen sie doch ihre Finger auf reale, globale Wunden.  So meisterhaft dieses Buch geschrieben ist, so mühsam muss man sich das Lesevergnügen erkämpfen. Die Gedanken kommen in Volten daher, machen Umwege, um Assoziationen einzusammeln und sich damit bis zum Bersten anzureichern.  Wem also ein außergewöhnliches Buch etwas Anstrengung wert ist, wird hier wahrscheinlich auf seine Kosten kommen.

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  • ein besonderes Talent - Fluch oder Segen?

    Der Susan-Effekt
    miro76

    miro76

    Susan hat ein besonderes Talent. Ihre Nähe verleitet die Menschen zur Äußerung von Wahrheiten. Im Alltag scheint diese Gabe manchmal ein Fluch zu sein, aber Susan hat gelernt mit ihrem Effekt umzugehen. Bis sie auf Laban Svendsen trifft. Wenn beide gleichzeitig im Raum sind verstärkt sich der Effekt um ein Vielfaches. Auch er hat ein besonderes Talent. Selbstredend werden die beiden ein Paar, obwohl Susan wirklich versucht hat, ihm aus dem Weg zu gehen. Ihre Zwillinge Thit und Harald vollenden das Familienglück, dem ein fataler Indientrip ein jehes Ende bereitete. Nachdem alle Familienmitglieder irgendwo in Haft oder auf der Flucht sind, wird ihnen von einem hochrangigen Regierungsmitglied ein Deal angeboten. Die ganze Familie wird rehabilitiert, wenn sie mit Hilfe des Effekts geheime Sitzungsprotokolle der sogenannten Zukunftskommission besorgen. Susan Svendsen und ihrer Familie bleibt keine Wahl. Was wie eine halbwegs machbare Sache aussieht wird zu einem Horrortrip. Susan und Harald entgehen nur knapp einem Mordversuch und die erste Kontaktperson zur Zukunftskommission wird nach ihrem ersten Gespräch ermordet. Weitere folgen. Das wirft natürlich die Frage auf, was an dieser speziellen Kommission und ihren Protokollen so brisant ist. Susan beginnt nun auf eigene Faust zu ermitteln und verstrickt sich immer tiefer in einem Netz aus Intrigen, Macht und Geld. Die gewonnenen Erkenntnisse lassen die Lage auch nicht rosiger erscheinen und zusätzlich zur Gefahr, der die Familie ausgesetzt ist, stellt sich auch für sie persönlich die Frage, „wo die Grenze zwischen dem Gebrauch und dem Missbrauch eines besonderen Talents verläuft“. Peter Hoeg erfreut uns wieder einmal mit einem äußerst spannenden Roman. Die Morde können mit einem schwedischen Krimi locker mithalten. Die Spannung baut sich schleichend auf und lässt bis zum Schluss nicht mehr nach – ein echter Pageturner! Die Sache mit dem Effekt ist eine witzige Idee und verleiht der Protagonistin ein spezielles Flair. Ich habe Familie Svendsen mit all ihren Ecken und Kanten in mein Herz geschlossen und mit Susan mitgefiebert, wie sie verzweifelt versucht ihre Kinder zu beschützen. Spannend fand ich auch die Frage, inwieweit man ein besonderes Talent für den persönlichen Vorteil einsetzen darf und ob dies dann einen Preis hat. Einzig der Schluss ist ein kleiner Wehrmutstropfen. Irgendwie überschlagen sich die Ereignisse und das Ausmaß der Verschwörung kommt ans Tageslicht. Die privaten Probleme der Familie bleiben allerdings im Ungewissen.

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    • 2
  • Viel Lärm um nichts

    Der Susan-Effekt
    Tree_Trunks

    Tree_Trunks

    23. October 2015 um 08:56

    Eins vorweg: Ich liebe Hoegs Frauenfiguren. Sie sind blitzgescheit, ein bisschen manipulativ und bärenstark. Egal ob Smilla, oder Tilte und jetzt Susan. Der Susan-Effekt, der dem Buch seinen Namen gibt, bringt die Menschen dazu die Wahrheit auszusprechen, wenn die gleichnamige Protagonistin des Romans in der Nähe ist. Ein lukratives Talent, dass Überlebenskünstlerin Susan, vom Vater verlassen und der Mutter emotional etwas vernachlässigt, für ihre Zwecke einsetzt. Sie schafft es zur Vorzeige-Karrierefrau im akademischen Bereich. Der Ehemann ein gefeierter Komponist, die Zwillingskinder ebenfalls einnehmende Persönlichkeiten. Doch hinter der Fassade kultiviert die kleine Familie ihre seltsame Wirkung auf Menschen, gerät auf Abwege und muss am Anfang des Buches einen inoffiziellen Auftrag der Regierung annehmen, um einer Gefängnisstrafe im Ausland zu entgehen. Das ist eine konfliktreiche Basis, die das Buch anfangs noch vielversprechend aussehen ließ. Hoeg beschreibt Susans fast übernatürlichen Kräfte mit wissenschaftlichem Zugang und nimmt ihnen das Esoterische. Die Rückblenden in ihre Vergangeheit geben der Heldin Profil und enthüllen - welch Wunder bei Hoeg - eine dunkle Episode im Kinderheim. Susans Ermittlungen treibt Hoeg in seinem unvergleichlichen Stil voran, stellt die Heldin und ihre Familie vor Hürden und enthüllt einen Skandal im Bereich zwischen ahnungslosen Politikern, skrupellosen Wissenschaftlern und Apokalypse. Ja Apokalypse. Wir werden nämlich alle sterben. Und dann geht es auch eigentlich schon abwärts. Hoeg versteigt sich in völlig künstliche Aufregung über Machenschaften von Wissenschaftlern und Prognostikern, die sich auf den Zusammenbruch der Gesellschaft vorbereiten. Susans dramatische Jagd nach der Wahrheit wird von einem Stapel völlig unerheblicher Leichen gesäumt. Die große Auflösung ist enttäuschend wie lächerlich. Fazit: Ich bin zwiegespalten. Einerseits schreibt Hoeg wie kein zweiter und hat eine Menschenkenntnis wie kein zweiter. Andererseits war die zweite Hälfte des Buches hysterischer Nonsens, der mich wütend macht. Ist ihm am Schluss die Lust vergangen? Er hatte augenscheinlich mehr Freude an den Figuren, als sich um erzählbare Handlung zu scheren.

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  • Superwoman in einem Dystopiethriller

    Der Susan-Effekt
    Gruenente

    Gruenente

    Susan ist Experimentalphysikern, ihr Mann Laban ein gefeierter Komponist. Die sechzehnjährigen Zwillinge Thit und Harald sind schön und sehr begabt. Sie haben alle den sogenannten Susan-Effekt. Dieser ruft Aufrichtigkeit bei anderen Menschen hervor. Dies kann zu skurrilen, interessanten und gefährlichen Situationen führen. Die Familie für ein Jahr in Indien, wo sich alle vier in große Schwierigkeiten gebracht haben. Da erscheint plötzlich der geheimnisvolle Thorkild Hegn, bringt alle vier zurück nach Dänemark und verlangt dafür nur die Beschaffung eines Protokolls der sogenannten „Zukunftskommission des Folketings“. Diese Kommission wurde Anfang der siebziger Jahre als Denkfabrik gegründet und 2015 aufgelöst. Eine Handvoll junger, vielversprechender Wissenschaftler aus verschiedenen Bereichen wurden zusammengebracht, damit sie über die Zukunft nachdenken. Zusammen sagten sie viele Entwiclungen aus verschiedenen bereichen voraus. Von einer der letzten abgehaltenen Sitzungen fehlt das Protokoll. Dieses soll Susan als Lohn für die Rettung des Familie Svendsen mithilfe ihrer besonderen Fähigkeiten besorgen. Ein sehr gefährliches Unterfangen mit einer verwirrenden Jagd quer durch Kopenhagen beginnt. Das Buch spielt in der nahen Zukunft. Die letzte Vorhersage der Kommission ist schrecklich, aber auch realistisch. Und wer weiß, vielleicht ist die Reaktion der dänischen Regierung gar nicht so unwahrscheinlich? Das will ich aber mal offen lassen. Zumindest hat dieses Buch mich sehr zum Nachdenken gebracht. Nicht nur wegen dieser Zukunftsvisionen, sondern auch wegen der vielen wissenschaftlichen Andeutungen. Susan,die Hauptperson, ist keine liebenswerte Frau, keine, die ich gerne zur Freundin hätte, weil einfach unfehlbar, hammerhart und konsequent in ihrem Leben, Entscheidungen und Handlungen. Trotzdem wollen Teile von mir so sein wie Teile von ihr... Die Bücher dieses Autors sind nicht gerade leicht zu verstehen. Aber sehr gut geschrieben. Die Sprache kann man sich auf der Zunge zergehen lassen, sie ist schwerelos. Auch weist das Buch durchaus eine gute Prise Humor auf und geht sehr kritisch mit unserer Gesellschaft um. Das Ganze ist vielleicht auch manchmal ein wenig wirr, aber sehr spannend und temporeich. Ich konnte es geniessen, würde es aber nicht jedem empfehlen. Etwas ausführlicher hier: http://leckerekekse.de/wordpress/der-susan-effekt/

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    • 3
    Gruenente

    Gruenente

    20. October 2015 um 06:57
  • Susan hatte auf mich eher einen unangenehmen Effekt!

    Der Susan-Effekt
    Insider2199

    Insider2199

    Susan hatte auf mich eher einen unangenehmen Effekt! Dies ist mein erster Roman des in Kopenhagen lebenden Autors – „Fräulein Smillas Gespür für Schnee“ hatte ich zuvor nur als Film gesehen – doch ich schätze nach diesem Roman-Erlebnis werde ich mir wohl das nachträgliche Lesen des zweiten Romans des Autors sparen. Zum Inhalt: Einst wurde Susans Familie im „Time Magazine“ als „The Great Danish Family“ abgelichtet, heute droht jedem nach ihrem Indien-Aufenthalt mehrere Jahre Gefängnis: ihr Mann Laban, ein erfolgreicher Komponist, ist mit einer 17-jährigen Maharadscha-Tochter durchgebrannt mit der südindischen Mafia auf den Fersen, der 16-jährige Sohn Harald sitzt in Nepal in Haft wegen versuchten Antiquitätenschmuggels, seine Zwillingsschwester Thit ist mit einem Priester des Kalitempels in Kalkutta durchgebrannt und Susan selbst, eine Experimentalphysikerin, ist angeklagt wegen versuchten Totschlags mit bloßen Händen an ihrem Geliebten, der übrigens 1,90 m und athletisch ist. Aber das ist noch nicht alles: Susan besitzt eine besondere Gabe, die sie den „Susan-Effekt“ nennt, denn jeder, der sich ihrer Aura aussetzt, wird redselig und beichtet seine intimsten Geheimnisse. Deswegen schlägt man ihr einen Deal vor: Straferlass für die Beschaffung eines geheimen Protokolls einer sog. „Zukunftskommission“, einer Gruppe, die Prognosen über die Zukunft abgibt. Doch jemand möchte verhindern, dass die Öffentlichkeit davon erfährt. Meine Meinung: Ich habe bewusst eine sehr ausführliche Inhaltsangabe geschrieben, aus zwei Gründen: erstens um zu zeigen, wie vielversprechend und verrückt die Ausgangssituation klingt. Allein über diesen Indien-Aufenthalt hätte man einen eigenen Roman schreiben können! Doch der Leser wird ziemlich enttäuscht: er erfährt nie, wie Susan und ihre Familie nach Indien kam, warum Susan dort einen Liebhaber hatte (nur warum sie ihn töten wollte), was es mit Laban und der 17-Jährigen auf sich hatte oder mit Harald und dem Antiquitäten-Schmuggel oder was Thit in einem Tempel zu suchen hatte. Die Gründe, warum der Familie Haft droht, klingen konstruiert und aufgesetzt. Selbst mit einer ausreichenden Erklärung würde alles sehr unwahrscheinlich und unglaubwürdig erscheinen, aber so ganz ohne diese, ist die Situation einfach nur grotesk und lachhaft. Mir ist schon klar, der Autor wollte dem Leser vermitteln, dass es sich hier um eine außergewöhnliche Familie handelt – alles schön und gut, aber warum diese maßlose Übertreibung? Es hätte gereicht, wenn ein Familienmitglied etwas angestellt hätte, aber gleich alle? Das Gleiche gilt auch für den Effekt: es hätte gereicht, wenn Susan diese ungewöhnliche Gabe hätte, aber später stellt sich heraus, dass eigentlich jeder in dieser Familie darüber verfügt, v.a. Laban, d.h. Susan kann mit ihrem Mann den Effekt verdoppeln. Wiederum ziemlich übertrieben und leider unglaubwürdig! Zweitens sollte die ausführliche Inhaltsangabe veranschaulichen, wie vielversprechend die Ausgangssituation klingt – im Klappentext ist gar von einem „phantastischem Pageturner“ die Rede – der Roman hält dieses Versprechen jedoch keinesfalls. Vor allem von dem Pageturner-Effekt habe ich leider nur wenig gemerkt. Die Handlung ist sogar stellenweise sehr zäh und wird mit relativ Unwichtigem in die Länge gezogen. Ich spiele hier auf den kompletten Teil 2 an (der Roman enthält 3 Teile), wo die Familie für vier Monate Kopenhagen verlässt. Auf diesen relativ unspektakulären „Ausflug“ hätte ich locker verzichten können und hätte eine Rückblende nach Indien – mit der Erklärung wie es zu den Straftaten kam – sehr viel spannender gefunden. Auf diese Rückblende wartete ich das ganze Buch über, aber sie kam nicht, dafür gab es andere, die meines Erachtens wenig Relevanz besaßen. Weiterhin gibt es einige Stellen im Roman, die ich schlicht und ergreifend nicht verstand, weil sie zu verwirrend sind, oder ich musste über die Heldin, die mir leider bis zum Schluss sehr unsympathisch blieb, mehrmals den Kopf schütteln – zwei kleine Kostproben zur Veranschaulichung: Susan erzählt detailliert am Weihnachtsabend vor 19 Personen inkl. ihrer Kinder, dass sie als 16-Jährige vergewaltigt wurde. Welcher normale Mensch macht das? Kein Wunder, dass es im Raum mucksmäuschenstill wird. Oder sie merkt wie ihr Mann, den sie übrigens im Durchschnitt ein Mal im Jahr betrügt, im Halbschlaf einen erigierten Penis hat, den sie sich unverzüglich einführt, sich ein paar Sekunden bewegt, aus dem Bett aufsteht, sich anzieht und lapidar meint: „Ach schlaf weiter, ich wollte dich nur kurz mal benutzen.“ Ähm, wie bitte? Geht’s noch? Viele Stellen wirken konstruiert und an den Haaren herbei gezogen: Susan entdeckt etwas in ihrer Wohnung (ich will hier nicht zu viel verraten) und plötzlich klingelt ihre 84-jährige Nachbarin an der Türe (es ist nach 22 Uhr und Susans Familie schläft bereits!!), nur um ihr mitzuteilen, dass ein paar Männer da waren, die in der Garage etwas installiert haben, sodass Susan nun weiß, dass das, was sie gerade eben in der Wohnung fand, auch in der Garage finden würde. Ach, welch angenehmer Hinweis und so ein prima Timing! Aber das Allerschlimmste ist wohl, dass die ganzen Ermittlungen, die Susan die ganze Zeit über anstellt, relativ unspektakulär sind und mich persönlich gar nicht wahnsinnig interessiert haben. Am Schluss hat dann plötzlich eine Person damit zu tun, mit der man nicht gerechnet hätte, aber es ist keine Überraschung im positiven Sinn, sondern eher wieder ein Umstand, der sehr konstruiert und unglaubwürdig erscheint, somit fand ich das Ende genauso enttäuschend wie den ganzen Roman. Oder anders ausgedrückt: ich habe keinen großen Showdown mehr erwartet, weil das Lesen für mich schon ab der Hälfte nur noch eine reine Qual war und ich das Ende herbei sehnte. Fazit: Der Klappentext verspricht Spannung pur und die Ausgangslage ist wie geschaffen für einen Pageturner, aber eine unsympathische Heldin, die nicht nachvollziehbare Dinge tut, alles aus der Brille der Physikerin sieht (was mich irgendwann nur noch nervte, da sehr übertrieben, z.B. selbst das Kochen und Essen ist für Susan Physik!?) und eine tw. konstruierte und unglaubwürdige Handlung sowie ein nicht nachvollziehbarer Background der Figuren macht aus einem potenziellen Lesevergnügen, eine qualvolle Tortur. Eigentlich würde ich nur einen Stern vergeben, ringe mich aber noch zu einem weiteren halben Stern durch, weil es sprachlich und handwerklich keine großen Mängel gibt.

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    • 5
  • Humorvolle Jonglage zwischen Poesie, Fantasy und Horror

    Der Susan-Effekt
    sursulapitschi

    sursulapitschi

    Dieses Buch ist ein harter Brocken. Susan ist Ausnahmephysikerin, attraktiv, kühl, souverän, ziemlich abgebrüht und Superkräfte hat sie auch. Wer in ihre Nähe kommt fühlt sich verpflichtet, die Wahrheit zu sagen. Um einer Haftstrafe zu entgehen, übernimmt sie den Auftrag, heikle Informationen zu beschaffen und gerät dabei immer tiefer hinein in tödliche Machenschaften. Susan ist Wissenschaftlerin mir Leib und Seele und so spricht sie auch. Sie analysiert alles, auch Zwischenmenschliches, und berichtet darüber mit einem Humor, der so trocken ist, dass es staubt. Nach den ersten 50 Seiten dachte ich: Ich habe keine Ahnung worum es geht, aber ich amüsiere mich dabei. „Angeblich gibt es Unmengen von Geschichten, aus Kunst und Religion und anderen unzuverlässigen Quellen, von Leuten, die das ein oder andere erlebt haben und zu irgendeinem Phänomen der Festkörperphysik erstarren. Ginge man der Empirie nach, würde man vermutlich entdecken, dass die Wirklichkeit hinter diesen Übertreibungen so aussieht, dass die Betreffenden einen Kuss bekommen haben. Einen von der unerwarteten und paralysierenden Sorte.“ Susans Geschichte bringt einen schnell an seine Grenzen. Da ist einiges zu verdauen, was man absurd finden könnte, wenn sie es nicht meistens wissenschaftlich belegen würde. Ihre Familie hat ähnliche Kräfte wie sie, ihr Mann und ihre zwei Kinder. Wen sie gemeinsam aufs Korn nehmen, der hat keine Chance. Die fantastischen Vier. Sie deckt weltweite politische Verwicklungen größerer Tragweite auf, in die auch ihr verschwundener Vater verwickelt ist. Leider habe ich davon nur die Hälfte verstanden. Man muss Susans sehr wissenschaftliche Sprache, haufenweise dänische Namen und Orte und die Zusammenhänge verschiedenster weltpolitischer Ereignisse in den letzten 40 Jahren unter einen Hut bringen und dann noch im Zusammenhang mit Susans Lebensgeschichte sehen. Das ist schon anspruchsvoll. Vielleicht würde man sich wünschen, dass Herr Høeg hier und da etwas gnädiger mit seinen Lesern umgehen würde. Beispielweise tun die Verwicklungen in Indien, die dazu führen, dass alle vier Familienmitglieder polizeilich gesucht werden und das auch noch aus unterschiedlichen Gründen, überhaupt nichts zur Sache, geben aber glatt 100 Seiten lang Rätsel auf. Es hat mir großen Spaß gemacht, dieses Buch zu lesen. Allerdings sollte man sich nicht allzu sehr an Realismen klammern. Es ist ein Wissenschaftsthriller mit fantastischem Einschlag, der gegen Ende sogar eine dystopische Note bekommt. Eine sehr humorvolle Jonglage zwischen Poesie, Fantasy und Horror.

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    • 3
  • Der Susan-Effekt

    Der Susan-Effekt
    Martinchen

    Martinchen

    23. September 2015 um 12:37

    Der Klappentext: "Sie waren eine dänische Vorzeigefamilie, doch jetzt werden sie von der Polizei gesucht: Laban Svendsen, der Komponist, Susan, die Experimentalphysikerin, und die sechzehnjährigen Zwillinge Harald und Thit. Ein hochrangiger Justizbeamter schlägt Susan einen Deal vor. Er wird ihre Familie retten, wenn sie ihm das geheime Protokoll eines wissenschaftlichen Gremiums beschafft, das die Gefahren der Zukunft erforscht hat. Doch plötzlich kommt ein Mitglied dieser sogenannten Zukunftskommission nach dem anderen auf grausame Weise um. Susan begreift, dass sie es mit einem kriminellen Interessengeflecht in den besten Kreisen zu tun hat. Mit irrwitzigen Einfällen, technischem Knowhow und ihrem einzigarteigen Susan-Effekt kämpft sie darum, dass die Wahrheit ans Licht kommt. Ein phantastischer Pageturner mit einer unschlagbaren Heldin." Die Story ist sehr spannend, geht es doch darum, dass eine Gruppe junger Wissenschaftler vpr etwas vier Jahrzehnten Voraussagen zur Zukunft unseres Planeten gemacht haben, die sich zu einem beängstigend hohen Anteil bestätigt haben. Worin liegt der nun der Susan-Effekt? "Jeder, der mit ihr spricht, wird absolut aufrichtig." Das kommt Susan und ihrer Familie, die über ähnliche Vorzüge verfügen, hier zugute, da sie auf diese Art und Weise an Informationen kommt, die nicht für jedermann bestimmt sind und die der Familie helfen, die Rätsel zu lösen. Der Krimi nimmt deshalb teilweise abenteuerliche und abstruse Wendungen, die ich sehr originell finde. Von einem "Pageturner" hingegen würde ich nicht sprechen wollen, denn Peter Hoeg macht es seinen Lesern nicht leicht und das in zweierlei Hinsicht. Zum einen ist Susan Physikerin und verhält sich so, das macht es für Nicht-Naturwissenschaftler nicht immer ganz leicht, alles sofort zu verstehen. Zum anderen hat Peter Hoeg einen ganz eigenen wunderbaren Schreibstil, der auch ausgezeichnet übersetzt wurde. Diesen Eindruck habe ich jedenfalls. Auch von daher hebt sich dieser Autor ab. Mir hat das Buch gefallen und ich kann es allen empfehlen, die Spaß daran haben, sich mit einem Buch auseinanderzusetzen und es nicht nur zu konsumieren.  

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  • Hoeg - auf der endlosen Suche nach Wahrheit, Erleuchtung und einer Zukunft für die Menschheit!

    Der Susan-Effekt
    LibriHolly

    LibriHolly

    18. September 2015 um 16:04

    Zugegeben, es ist eine verrückte Geschichte, die Høeg uns hier anbietet. Verrückt, aber irgendwie auch gut und spannend zu lesen, mit einer Hauptfigur, die an Fräulein Smilla erinnert, Høegs Heldin aus seinem bislang bekanntesten Buch. Stark, selbstbewusst, hochintelligent, das ist die 43-jährige Susan Svendsen. Die Experimentalphysikerin ist aber auch exzentrisch, emotional blockiert und verfügt, wie könnte es bei Høeg anders sein, über eine ganz besondere übernatürliche Fähigkeit. In Susans Fall handelt es sich um einen besonderen Effekt. Sie bringt Menschen in ihrer Umgebung dazu die Wahrheit zu sagen, sich ihr zu öffnen. „Bei diesem Talent geht es nicht nur darum, eine Aufrichtigkeit hervorzurufen, die sich verdichtet und asymptotisch gegen Gemütlichkeit und Innerlichkeit konvergiert. Es geht auch darum, wann man die Verpackung durchstoßen hat und wann es Zeit ist, den Dosenöffner zu benutzen.“ (S. 133) Auch ihr Mann Laban, ein erfolgreicher Komponist, und ihre Kinder, die Zwillinge Harald und Thit, verfügen über diesen besonderen Effekt. Wir lernen die Ich-Erzählerin Susan und ihre Familie in einer etwas prekären Situation kennen. Alle vier haben sich während eines Indienaufenthalts in erhebliche Schwierigkeiten hineinmanövriert: Während Susan im Gefängnis einem Prozess wegen versuchten Totschlags an ihrem jungen indischen Geliebten entgegensieht, steht ihr Sohn unter dem Verdacht des Antiquitätenschmuggels im großen Stil, ihre Tochter ist mit einem Priester des Kalitempels durchgebrannt und ihr Mann hat die gesamte südindische Mafia auf den Fersen, da er sich mit einer 17-jährigen Maharadscha-Tochter aus dem Staub gemacht hat. In dieser ausweglosen Situation kommt die Hilfe in Gestalt des hochrangigen Justizbeamten Thorkild Hegn gerade recht. Doch Hilfe ist ja bekanntlich selten uneigennützig und so ist auch diese an gewisse Bedingungen geknüpft. Bedingungen, die Susan zunächst leicht zu erfüllen scheinen, soll sie doch lediglich eine Frau verhören, um von ihr mehr über den Verbleib eines geheimen Protokolls der Sitzung einer gewissen „Zukunftskommission“ zu erfahren, deren Mitglied diese war. Doch je mehr Fragen Susan und ihre Familie stellen, umso gefährlicher wird das Ganze. Eine rasante Jagd durch Dänemark beginnt, auf der nicht nur so manch Mitglied der Zukunftskommission auf der Strecke bleibt, sondern Susan und ihre Familie auch an ihre Grenzen stoßen. Høeg schont seine Figuren nicht, konfrontiert sie mit zahlreichen gesellschaftlichen und familiären Problemen, nutzt gezielt Spannungselemente als Treibstoff, um über die Welt, Religion, Zukunft, Politik nachzudenken. Das klingt nach viel und ist auch viel. Høeg kann man nicht einfach so nebenbei lesen, es ist eine wahre Informationsflut aus nützlichem und unnützem Wissen, die sich über den Leser ergießt. Hört sich kompliziert an und ist es auch, vor allem da der Autor zudem zwischen zahlreichen Handlungssträngen hin und her springt. „Ich komme mir vor wie ein Bergführer auf einem sprachlich, erzählerischen Berg.“ So der Autor einst in einem Interview mit der FAZ. Diese Aussage könnte nicht treffender sein für sein neuestes Buch. Der Berg ist sehr hoch, doch Ausdauer und Durchhaltevermögen werden am Ende belohnt mit einem spannenden, wenn auch leicht überdreht daherkommenden Thriller, der stellenweise beinahe schon wie eine Dystopie für Erwachsene anmutet. Doch Høegs Weg war ja noch nie der gerade und so lässt er auch seine Protagonisten, und mit ihnen den Leser, immer wieder „links abbiegen“, die bekannten Pfade verlassen und die unwahrscheinlichsten Dinge erleben. Ebenso spart er nicht mit Kritik an der dänischen Gesellschaft und der Menschheit. Voller zynischem Sarkasmus hält er uns einen Spiegel vor, immer auf der Suche nach einer Antwort auf die Frage nach der Zukunft der Menschheit und einem sicheren Platz im Leben. „Ein Buch ist eine sehr langsam gestellte Frage“, so Høeg, „Der Susan Effekt“ auf jeden Fall und ein spannender Thriller dazu.

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  • Der Susan- Effekt

    Der Susan-Effekt
    DasBuchmonster

    DasBuchmonster

    14. September 2015 um 12:44

    Inhalt: Susan ist eine interessante Frau. Nicht nur, dass sie Physikerin ist, sondern sie hat noch dazu eine ganz außergewöhnliche Gabe: Die Menschen verspüren in ihrer Gegenwart den Drang, aufrichtig zu sein. Durch diesen Effekt ist Susan natürlich ein begehrtes Objekt: Wissenschaft, Polizei und Politik...ihre mehr oder weniger aufgezwungene Aufgabe ist es, ein geheimes Protokoll zu beschaffen.  Meinung: Das Cover ist jetzt kein Blickfänger, ich bin allerdings durch den Titel auf das Buch aufmerksam geworden. Der Anreiz das Buch zu lesen, lag darin, dass ich die Verbindung "mysteriöse Gabe" mit Wissenschaft als eine interessante Kombination empfand. Der Einstieg ist zunächst heftiger als erwartet, dem Leser wird die brutale Wahrheit in den Verstand geschleudert, was mich zwar überrascht hat, ich aber im Endeffekt sehr gut fand. Der Schreibstil ist stark beschreibend und die Sprache ist etwas gehobener, jedoch für den Leser verständlich, der Lesefluss wird nicht dadurch behindert. Ich hatte anfangs die Befürchtung, dass Susan mir zu kalt herüber kommt, denn sie hat durch ihre Gabe auch viel erlebt. Sie hat eine sehr interessante Art, ich denke, so einem Menschen wie ihr bin ich noch nie begegnet, was die ganze Sache ziemlich befremdlich macht. Man hat diese Wissenschaftlerin, für die sich die Welt glasklar darstellt, kombiniert mit ziemlich irrationalen Erlebnissen/Lebensläufen/Nebencharakteren und dieser Gabe. Ich denke, ich wäre an ihrer Stelle schon längst depressiv, doch dass Susan weiter macht, finde ich sehr bewundernswert. Besonders die Bitterkeit gegenüber ihrer Familie kommt in diesem Zusammenspiel sehr gut rüber. Zugegeben ist das Buch gewöhnungsbedürftig, man hat die Problematik der skurrilen Charaktere, auf die man sich wirklich einlassen muss, um ein Gefühl für das Buch zu bekommen, noch dazu ist der Handlungsstrang zunächst ziemlich in sich gekehrt. Der Leser wird dadurch gefordert, der Susan Effekt ist also kein Buch für "einfach mal so", man muss permanent mitdenken, was für mich ein besonderer Anreiz war. Wenn man dies allerdings versucht, also das auf die Charaktere einlassen und das mitdenken, lauert hinter jeder Seite eine Bereicherung. Es steckt viel Hintergrund in dem Buch: Kritik, Lebensweisheiten und ach Wissenschaft. Man hat als Leser dadurch das Gefühl, dass man sich mit dem Buch entwickelt. So eine Form von Buch kannte ich bisher nicht.  Mein Fazit: Anstrengend ja!Aber verdammt gut! Daher gebe ich dem Susan Effekt vier Punkte. 

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