Peter Hoeg Die Kinder der Elefantenhüter

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Inhaltsangabe zu „Die Kinder der Elefantenhüter“ von Peter Hoeg

Auf den ersten Blick sind die Finøs aus Dänemark eine ganz normale Familie: Der Vater ist Pastor, die Mutter spielt Orgel, Peters großer Bruder studiert Astronomie. Doch an einem Karfreitag sind plötzlich die Eltern verschwunden, die schon einmal durch zweifelhafte Wundertaten mit der Justiz in Konflikt geraten waren. Um Vater und Mutter vor weiteren Torheiten zu bewahren, beginnen Peter und seine erstaunliche Schwester Tilte eine großangelegte Suchaktion. Inmitten falscher Heiliger und fanatischer Sinnsucher finden sie ihre eigene Tür zur Freiheit und zum Glück. Peter Høegs spannender und temporeicher Roman ist ein Abenteuer voller filmreifer Szenen, aktueller Anspielungen und verrückter Einfälle. Der Autor von "Fräulein Smillas Gespür für Schnee" zeigt erneut seine mitreißende Fabulierkunst.

Dieses Buch hat mich so zum Lachen gebracht wie kaum je eines es vermochte. Ich würde SO gerne mal Tilte kennen lernen!

— franziskaberit
franziskaberit

Unterhaltsam und witzig, jedoch mit Längen. Eins der schwächeren Bücher des Autors.

— alasca
alasca

Eines der besten Bücher, die ich in letzter Zeit gelesen habe!

— El_Mariachi
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    Die Kinder der Elefantenhüter
    FlorianTietgen

    FlorianTietgen

    02. August 2017 um 19:49

    Ich hatte lange nichts von Hoeg gelesen. Auch seine Entwicklungsphase in der spirituellen Suche ist an mir vorbeigegangen. Jetzt sah ich dieses Buch in einer Brückebibliothek und wurde neugierig.Und ich habe es gern gelesen. Der in der Selbstwahrnehmung bescheidene vierzehnjährige Icherzähler haut manchmal ganz schon auf den Putz, der Erzählstil trifft dessen pubertäre Ambivalenz aus Unsicherheit und Überschätzung gut. Und bei den Vergleichen musste ich manchmal lauthals lachen. Die etwas unstrukturierte Erzählweise, die manchmal vom Hundertsten ins Tausendste vom Weg abzukommen scheint, findet immer rechtzeitig zurück auf den Weg und nebenbei fließt immer wieder Kritik an religiöser Verblendung ein.Es geht um Kinder, deren Eltern vermisst werden, das jüngste, der Icherzähler ist vierzehn Jahre alt. Und weil sie ihre Eltern kennen und die Kirchen und Behören zu erpicht daran sind, die Kinder abseits vom GEschehen fast einzusperren, machen die sich nicht nur Gedanken und Sorgen, sondern auch zum Teil rabiat auf die Suche. Auch, um die Eltern vor Dummheiten zu bewahren.Der multireligiöse Kongress, das geplante Sprengstoffattentat darauf und der geplante Raub der religiösen Exponate, das alles spielt eine Rolle, doch das alles ist nur Ausdruck und Ergebnis der Elefanten, der ungestillten Sehn- und Sinnsüchte in den Menschen.Und das fand ich das wirklich Besondere an diesem Buch. Die Hauptidentifikation ist für mich nicht der Icherzähler, mit dem ich leiden und lachen und fiebern kann, nicht dessen Schwester Tilte, dessen Bruder Hans und dessen Hund Basker. Die Hauptidentifikation sind all die Menschen, die ihm begegnen - bis hin zu seinen Eltern - und die mit ihren Elefanten das ganze äußere und innere Chaos verursachen und bedienen.In deren Schwäche, deren Fehlentscheidungen, deren Suche und deren verzweifelter Energie, die im Buch immer von außen betrachtet wird, finde ich mich wieder. Peter, der Icherzähler, hat also eine Geschichte über mich als Leser erzählt, denn liest man nicht auch genau auf dieser Suche, die Elefanten zu stillen?Ich weiß nicht, ob es anderen mit dem Buch auch so ging. Ich vermute, dass auch der Icherzähler Elefanten hat, selbst, wenn er sich als "nur ein Fußballer" beschreibt und froh ist, "keine Elefanten zu haben".Ich weiß auch nicht, ob es anderen Lesern mit diesem Buch ähnlich ging oder Herr Hoeg das dabei im Sinn hatte, ich habe es beim Lesen so empfunden.

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  • Rezension zu "Die Kinder der Elefantenhüter" von Peter Urban-Halle

    Die Kinder der Elefantenhüter
    WinfriedStanzick

    WinfriedStanzick

    15. June 2012 um 13:40

    Peter Hoeg, Die Kinder der Elefantenhüter, Hanser 2010, 480 Seiten, ISBN 978-3-446-23552-6 Es gibt Bücher, an die erinnert man sich so genau, als hätte man sie gestern gelesen. Peter Hoegs Weltbestseller "Fräulein Smillas Gespür für Schnee" war 1994 für mich so ein Buch. Eine Freundin empfahl es mir, kurz nachdem es erschienen war, und ich konnte ein ganzes Wochenende nicht ruhen, bis ich dieses außergewöhnliche Buch ausgelesen hatte. Ein Buch war das mit neuen Tönen, neuen Farben, neuen Gerüchen, wie ich so vorher noch nie eines gelesen hatte. Ich weiß, dass es vielen anderen Lesern auch so ging. "Fräulein Smilla" war zu Recht ein Bestseller. Mit den in den drei darauf folgenden Jahren jeweils im 12-Monats-Rhythmus erschienen Nachfolgern versuchte ich mich zu befassen, aber keines dieser Bücher Hoegs kam auch nur annähernd an den großen Erfolg heran und ich legte sie jeweils schnell wieder zur Seite. Dann hörte man von Peter Hoeg nichts mehr. Dafür widmete er sich zunächst über Jahre dem, was man gemeinhin die "spirituelle Suche" nennt. Fündig wurde er dabei bei Jes Bertelsen, der sich in den siebziger Jahren in Dänemark einen Namen als New-Age-Guru gemacht hat und nun auf Jütland ein esoterisches Fortbildungszentrum betreibt. Dort behandelt er seine Klienten, darunter auch Hoeg, mit einer undogmatischen Mischung aus der Lehre C.G.Jungs, der Philosophie Kierkegaards und diversen anderen religiösen Praktiken. In seinem letzten Buch „Das stille Mädchen“ schienen diese Lehrer und Lehren an zahllosen Stellen durch. Peter Hoeg versuchte mit "Das stille Mädchen" den geistigen Ertrag seines jahrelangen Rückzugs in eine Mischung aus Thriller und Traktat zu gießen mit vielen zweifelhaften Anlehnungen an Patrick Süßkinds „Das Parfüm“. In einer Rezension dieses Buches, das mich damals überhaupt nicht überzeugte schrieb ich: „Peter Hoeg mag in den Jahren seines spirituellen Rückzugs als Mensch gereift sein, als Schriftsteller ist er jedenfalls nicht weitergekommen. Dieses Buch wird nicht in Erinnerung bleiben, es wird verblassen, und selbst nachdenkenswerte Einsichten und Gedanken, die er durchaus formuliert, werden erstickt durch eine atemlose und planlose Handlung.“ Umso gespannter war ich natürlich nun auf sein neues Buch. Und ich wurde nicht enttäuscht. In „Die Kinder der Elefantenhüter“ geht es auch viel um Religionen, um Spiritualität und Esoterik, aber Hoeg gelingt es dieses Mal aus einem Abstand zu schreiben, ja, an manchen Stellen hatte ich den Eindruck, er kommentiert bestimmte Auswüchse religiöser Phänomene sehr kritisch. Erzählt wird die Geschichte von Peter. Seine Schwester Tilte und er, später dann auch der ältere Bruder Hannes kommen ihren beiden Eltern, einem Pastorenehepaar auf der kleinen Insel Fino in Dänemark auf die Spur. Mit billigen Tricks und genialen Erfindungen heucheln die beiden ihrer Gemeinde vor, sie seien besonders erleuchtet und versuchen diese ihnen zuwachsende Macht sofort zu Geld zu machen. Die Kinder, insbesondere die an Smilla erinnernde Tilte blicken sehr schnell durch, doch weil sie ihre Eltern auch lieben, machen sie sich auf die Verfolgung. Denn ihre Eltern sind auf dem Weg zu einem großen Weltkongress der Religionen, bei dem auch der Dalai Lama und hunderte andere mehr oder weniger wichtige spirituelle Menschen auftreten sollen. Dort wollen sie sich wieder bereichern. Die Kinder suchen das zu verhindern, müssen mit einer Menge skurriler Menschen sich herumschlagen, bevor sie ihrem Ziel immer näher kommen … Ein wunderbarer Schelmenroman, mit dem Peter Hoeg zu seiner literarischen Kunst von „Fräulein Smilla“ zurückgefunden hat. Ein reifes Werk.

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  • Rezension zu "Die Kinder der Elefantenhüter" von Peter Urban-Halle

    Die Kinder der Elefantenhüter
    tedesca

    tedesca

    26. July 2011 um 09:30

    Peter Høeg liefert mit diesem Buch eine rasante Schnitzeljagd quer durch Kopenhagen, die ihresgleichen sucht. Verfolgt von korrupten Heiligen, irren Glaubensfanatikern, international gesuchten Terroristen und einem Lehrer, der schön langsam wahnsinnig wird, begeben sich drei Jugendliche auf die Spuren ihrer Eltern, die immer mehr in den Verdacht geraten, raffinierte Diebe zu sein. Inmitten dieser wahnwitzigen Verfolgungsjagd machen sie sich auf die Suche nach Freiheit und Glück, verlassen den Schutz der Kindheit und wagen den Sprung ins Erwachsensein. Am Ende steht die Erkenntnis, dass es nicht auf alles eine Antwort gibt und man trotzdem glücklich leben kann. Ein Roman, der vor nichts zurückschreckt, der religiösen Fanatismus und Scheinheiligkeit auf herrliche Art ins Lächerliche zieht ohne je beleidigend zu werden. Niemand, der ernsthaft glaubt, muss ich auf den Schlips getreten fühlen, im Gegenteil, er kann herzhaft darüber lachen, wie Høeg seine Figuren überzeichnet und auf dieser filmreifen Reise jede ihrem Schicksal zuführt. Wer alle Bücher von Høeg gelesen hat, wird sich wundern. Keine düsteren Landschaften, keine finsteren philosphischen Überlegungen. Am ehesten könnte man es in eine Reihe mit "Die Frau und der Affe" stellen, aber selbst dieses an sich schon sehr skurrile Werk übertrifft "Die Kinder der Elefantenhüter" mit seinem irrwitzigen Tempo und Humor bei weitem. Ein herrlich komisches Buch, das seinen ganz besonderen Charme auch dem 14-jährigen Ich-Erzähler Peter verdankt, der altklug, naiv und weise die Dinge auf den Punkt bringt.

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