Peter Huth

 4 Sterne bei 242 Bewertungen
Autor*in von Aufsteiger, Der Honigmann und weiteren Büchern.

Lebenslauf

Peter Huth wuchs in Kleve auf und arbeitete nach dem Mauerfall zunächst in Halle an der Saale als Journalist. Weitere Stationen waren Köln, Hamburg, Warschau und Berlin. 2003 erschien sein erstes Buch, Infarkt, ein Jahr später erhielt Huth den Hamburger Förderpreis für Literatur. Heute arbeitet er als Unternehmenssprecher bei Axel Springer und als Autor. Bei Droemer sind die Romane »Der Honigmann« und »Aufsteiger« erschienen. Peter Huth lebt mit seiner Familie in Berlin.

Quelle: Verlag / vlb

Alle Bücher von Peter Huth

Cover des Buches Aufsteiger (ISBN: 9783426449875)

Aufsteiger

(98)
Erscheint am 01.02.2027
Cover des Buches Der Honigmann (ISBN: 9783426449844)

Der Honigmann

(64)
Erschienen am 01.09.2025
Cover des Buches Berlin Requiem (ISBN: 9783453676664)

Berlin Requiem

(57)
Erschienen am 14.04.2014
Cover des Buches Infarkt (ISBN: 9783688107728)

Infarkt

(4)
Erschienen am 15.12.2017
Cover des Buches Berlin Requiem (ISBN: 9783962150228)

Berlin Requiem

(0)
Erschienen am 05.10.2017
Cover des Buches Das Büro (ISBN: 9783962150686)

Das Büro

(0)
Erschienen am 11.01.2018

Neue Rezensionen zu Peter Huth

Cover des Buches Der Honigmann (ISBN: 9783426449820)
Scholus avatar

Rezension zu "Der Honigmann" von Peter Huth

Scholu
Misstrauen in der Fischbachsiedlung

In Der Honigmann von Peter Huth lernen wir vor allem drei junge Familien kennen, die in der idyllischen Fischbach-Siedlung leben. Als der Honigmann direkt gegenüber der Schule einen kleinen Laden eröffnet, scheint das Glück perfekt: Die Kinder freuen sich über heißen Kakao, während die Eltern – oder vielmehr die Mütter – bei einem Latte Macchiato durch allerlei Schnickschnack und die unterschiedlichsten Honigsorten stöbern können.

Doch dann macht plötzlich ein Gerücht über den Honigmann die Runde – und von einem Moment auf den anderen ist nichts mehr, wie es einmal war.

Die Geschichte wird aus den unterschiedlichsten Perspektiven erzählt, sodass man als Leser miterlebt, wie verschieden die Bewohner auf die Situation reagieren. Dabei kommen nicht nur die Eltern zu Wort, sondern auch der Wirt des Dorfes, Lehrer und sogar die Polizei. Gerade diese wechselnden Blickwinkel machen deutlich, wie unterschiedlich Menschen mit Unsicherheit umgehen und wie schnell Vorurteile, Gruppendruck und Angst die Oberhand gewinnen können.

Außerdem greift Peter Huth viele aktuelle Themen auf: Vorverurteilung, die Macht sozialer Medien, die Eigendynamik einer WhatsApp-Nachricht in einer Gruppe, Gerüchte, Angst und Zivilcourage. Besonders eindrucksvoll zeigt das Buch, wie dünn die Fassade einer scheinbar perfekten Nachbarschaft sein kann und wie schnell Freundschaften und Vertrauen zerbrechen, wenn Misstrauen die Kontrolle übernimmt.

Das Ende hat für mich gut zur Geschichte gepasst. Zwar werden nicht alle Fragen zu 100 Prozent beantwortet, doch genau das macht den Roman glaubwürdig und passend zur Handlung.

Fazit: Ruhig, authentisch und gut erzählt – ein Roman, der zum Nachdenken anregt.

Cover des Buches Aufsteiger (ISBN: 9783426449851)
Tilman_Schneiders avatar

Rezension zu "Aufsteiger" von Peter Huth

Tilman_Schneider
gewaltiges Drama


Felix Licht liebt seine Karriere und seine Frau und seine Tochter müssen da immer wieder zurück stecken. Er arbeitet beim wichtigsten Magazin des Landes und der nächste Schritt scheint logisch zu sein, er wird der neue Chefredakteur. Hat er doch seit Monaten mit dem Herausgeber zusammen gearbeitet und geplant und so fiebert Felix dem Tag entgegen. Aber dann kommt alles ganz anders und Zoe Rauch wird zur Chefredakteurin benannt. “Es ist ein Mädchen” titelt eine Zeitung und so ist es. Felix sinkt, kommt in einen Strudel und versteht die Welt nicht mehr. Nicht nur, dass er seine Familie leiden hat lassen wegen seinem Job, er hat ein Geheimnis mit Zoe und diese Geschichte liegt zwölf Jahre zurück und lodert in seinen Gedanken und seinem Leben plötzlich wieder auf. Er muss Zoe treffen, er muss seine Gefühle ordnen und er muss den nächsten Schritt planen, wagen. 



Peter Huth greift ein heißes Eisen an und ein gewagtes Thema und macht dies echt großartig. Felix ist zerrissen und trudelt und versteht die Welt nicht mehr. Man fühlt und leidet mit ihm mit und so mancher Schritt scheint unverständlich zu sein, aber ergibt dann doch einen Sinn. Zoe ist eine Protagonistin, die ich als Person furchtbar finde und da kann ich Zoe nicht verstehen, aber sein Feuer lodert auf und das macht das Buch super interessant. Was ist richtig und was falsch, welcher Weg ist der richtige. Mächtiges Drama.  


Cover des Buches Aufsteiger (ISBN: 9783426449851)
Schoko_und_buchs avatar

Rezension zu "Aufsteiger" von Peter Huth

Schoko_und_buch
Toller zeitgenössischer Einblick

Auf diesen Tag hat Felix gewartet und sein Leben darauf ausgerichtet: Die Beförderung zum Chefredakteur ist zum Greifen nah. Doch dann geschieht das Unfassbare - er, der die letzten Jahre intensiv mit dem Verleger zusammen eine neue Strategie erarbeitet hat, muss zurückstecken zugunsten einer linksorientierten Feministin. Zoe, ausgerechnet diese Zoe, die ihn bereits während ihres Praktikums um den Verstand gebracht hat. Felix suhlt sich in Selbstmitleid und gerät so an einen äußerst rechtsgerichteten Anwalt, der ihn bei einer Klage unterstützt. Und so beginnt ein recht schmutziger Kampf zwischen dem Verleger und Felix, aber auch Zoe ist nicht ihre eigene Herrin. 


Nachdem ich „Der Honigmann“ von Peter Huth sehr gern gelesen habe, habe  ich mich bereits sehr auf diesen Roman gefreut. Er spielt wieder mit den aktuellen gesellschaftlichen Strömungen, der Debattenkultur, Machtpositionen und wenig populären Meinungen vs. Political Correctness. Sicherlich alles ein wenig überspitzt und die Charaktere sind sicherlich nicht jedermanns Sache. Aber das Buch greift einige der aktuellen Schwingungen auf und legt meines Erachtens den Finger in manch eine Wunde. Felix ist kein Sympathieträger, eher ein Mitschwimmer, ein Opportunist. Aber so manchen Gedankengang kann ich bei ihm durchaus nachvollziehen. Und genau das ist es, was mich an dem Buch begeistert und gleichzeitig verunsichert. Was „darf“ noch gesagt werden? Wer gibt  vor, was „gesagt werden darf“? Wer definiert richtig und falsch, salonfähig und unpopulär? „Aufsteiger“ kommt für mich nicht ganz an „Der Honigmann“ ran. Aber es ist ein Roman, der durchaus nachdenklich macht und den ich sehr gern gelesen habe. 

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