Peter Huth Berlin Requiem

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Inhaltsangabe zu „Berlin Requiem“ von Peter Huth

Berlin im Hier und Jetzt: Ein rätselhafter Virus ist ausgebrochen. Die Infizierten fallen zunächst in ein Koma und erwachen dann wieder – regiert vom rasenden Instinkt, alles und jeden zu töten. Erste Medienberichte verunsichern die Bevölkerung: Angeblich sind nur Mitbürger mit Migrationshintergrund betroffen, Kreuzberg und Neukölln gelten als kontaminiert. In einer Blitzaktion wird eine Mauer um das betroffene Gebiet errichtet, Innensenator Sentheim verhängt den Ausnahmezustand. In diesen dunklen Stunden erhält der investigative Journalist Robert Truhs einen politisch hochbrisanten Hinweis, der die noch bestehende Ordnung endgültig kippen könnte …

Mein Flop des Jahres

— Tatsu

Erfrischend kurzweiliges Buch, dass sich nicht mit wissenschaftlichen Details aufhält.

— Thaliomee

Schöner Polit-Thriller mit vielen Plottwists und kreativer Story!

— Kendall

I'm Legend und World War Z gemischt mit Sarrazin. Stil: Boulevard a la Bild und B.Z. Lieber Autor, verschone uns mit weiteren Werken.

— Eglfinger

Eigentlich könnte das ein guter Polit-Thriller sein. Zombies muss man nicht mögen, aber die Charaktere sollten schon nachvollziehbar handeln

— soetom

Ein Zombiefilm in Buchform! Dawn of The Dead in Berlin quasi :) Hat mir echt gut gefallen, die kleinen Macken verzeih ich!

— NiliBine70

Gute Idee, gut umgesetzt. Manchmal aber fast schon zu sehr Satire, was in Anbetracht der doch recht krassen Handlung manchmal stört.

— mabe

Für mich zu oberflächlich. Die Idee finde ich besser als die Umsetzung!

— Summer-green

Das Potential nicht ausgeschöpft!

— Jare

Zombies made in Germany, allerdings nicht ganz Fisch oder (untotes) Fleisch. Trotzdem lesenswert.

— OlafBlumberg

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  • Zombies in Berlin - die Mauer muss wieder her!

    Berlin Requiem

    Thaliomee

    31. December 2015 um 20:36

    Robert und Sarah leben in Berlin und arbeiten als Journalisten. Sie waren einmal ein Paar, nun sind sie es nicht, verbringen aber eine gemeinsame Nacht miteinander. Auch Christian, Roberts Chef war einmal mit Sarah zusammen. Doch viel Zeit für Privatleben bleibt den beiden sowieso nicht: In einigen Vierteln Berlins scheinen Menschen von einem Virus infiziert zu sein. Die Toten werden zu Zombies und beißen die Lebenden. Die Politiker versuchen das Problem mit einer Mauer zu lösen, die um die „Problembezirke“ gebaut wird. Das Virus scheint nur Menschen mit Migrationshintergrund zu befallen und schon bald ist vom „Türken-Gen“ die Rede, der Menschen zu potentiellen Zombies macht. Doch auch Sarahs Vater war kein Deutscher... Ein ganz anderer Roman, der das Thema Zombies eher politisch angeht, dabei aber immer verständlich bleibt. Auf ausufernde pseudo-wissenschaftliche Erklärungen wird verzichtet, was dem Buch sehr gut tut und es flüssig lesbar macht. Für mich bleiben sehr viele Punkte nicht ausgearbeitet, es wird vieles angerissen, aber nicht zu Ende gebracht. Trotzdem ein schönes Buch, dass sich nicht nur für Berlin-Fans lohnt!

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  • Wenn die Toten Tote töten

    Berlin Requiem

    Kendall

    26. July 2015 um 19:03

    Fast jeder liebt es: das Hippe Berlin mit all den Kneipen und Szene Vierteln.Doch was, wenn auf einmal aus dem Späti Besitzer an der Ecke und den Kreuzberger Hipstern eine tödliche Gefahr wird? Robert ist Journalist für den größten Berliner Lokalsender und hegt eine On-Off-Beziehung mit der schönen Sarah, doch sein durchschnittliches Normalo-Leben soll mit einer Epidemie ein jähes Ende finden. Ein schreckliches Virus befällt offenbar die Bürger Berlins, die einen Migrationshintergrund besitzen. Sie werden zu lebenden Toten und fallen jeden an, der noch einen Herzschlag besitzt. Kreuzberg und Neukölln gehören bereits zur kontrollierten Zone und werden durch eine Mauer vom Rest der Stadt getrennt. Was aber, wenn der Virus gar kein "Türken-Gen" ist, sondern der Wille der Natur? Das Cover hat was: Das schöne Berlin in einem düsteren Grauton umgeben von einem blau-roten Schleier, der das Virus repräsentieren soll. Herrlich gruselig. Bücher, die im modernen Berlin spielen sind ja meine Leidenschaft! Und dieses Buch hat mich von der ersten Seite an gefesselt. Die Personen sind bodenständig und es fällt leicht sich mit ihnen zu identifizieren. Sie leben kein perfektes Leben, sondern erleben auch Höhen und Tiefen, so wie jeder von uns auch. Was mir nicht so gut gefallen hat, sind die vielen Perspektivenwechsel im Buch, aber das finde ich generell sehr anstrengend. Noch dazu sind sich die Namen sehr ähnlich, sodass man ziemlich schnell den Überblick verliert.Der Schreibstil dagegen ist sehr angenehm und hat mich, wie schon gesagt, von der ersten Seite an, gefesselt. Als ich das Buch ausgelesen habe, ist mit allerdings etwas aufgefallen: an sich hat es nicht viel Inhalt. Außer der Jagd auf die lebenden Toten und Rückblicke auf tragische Geschehnisse rund um die Dreiecksbeziehung zwischen Sarah, Robert und dessen Vorgesetzten Christian, passiert nicht viel. Allerdings will es schon etwas heißen, dass mir das erst zum Schluss aufgefallen ist.Die politische Seite dieses Thrillers fand ich auch sehr gut getroffen: aktuell und verständlich. An manchen Stellen sicherlich überspitzt und aufgebauscht, aber dennoch sehr gelungen. Lediglich der Schluss war für mich sehr enttäuschend. Fazit: Ein durchaus gelungenes Buch mit einigen wenigen "Baustellen", die man besser hätte lösen können. Doch weder die, noch der eher schwache Schluss trüben meine Meinung, daher 4 von 5 Sternen.

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  • Bücher gegen Rezensionen: Plündert das LovelyBooks Bücherregal!

    After passion

    TinaLiest

    Wir räumen unser Bücherregal! Ihr kennt das doch sicher: Das Regal quillt über, aber irgendwie möchten trotzdem immer mehr neue Bücher zwischen die Regalbretter gesteckt werden. Auch bei uns im Büro steht ein Bücherregal, das nur so überquillt vor tollem Lesestoff, der viel zu schade dafür ist, nicht gelesen zu werden. Deshalb haben wir unser Bücherregal ausgeräumt und möchten euch mit den Schätzen, die wir dort gefunden haben, glücklich machen! So funktioniert's: Stöbert durch die verschiedenen Genres und Bücher, die wir in den Unterthemen aufgeführt haben. Wenn ihr Bücher entdeckt, die ihr gerne lesen und rezensieren möchtet, schreibt uns im passenden Unterthema einen Beitrag mit dem Titel/den Titeln aus dem entsprechenden Genre und seid automatisch bei der Verlosung dabei. Ihr könnt euch selbstverständlich für mehrere Bücher in mehreren Genres bewerben - bitte schreibt dafür aber für jedes Genre einen extra Beitrag, in dem ihr dann auch mehrere Titel aus einem Genre auflisten dürft! Am Donnerstag, dem 18. Juni, losen wir aus, wer von euch welches Buch bzw. welche Bücher gewinnt und teilen euch die Gewinner hier in den jeweiligen Unterthemen mit. Solltet ihr gewinnen, verpflichtet ihr euch, bis zum 2. August 2015 eine Rezension bei LovelyBooks zu allen Büchern, die ihr gewonnen habt, zu schreiben. Postet die Links zu euren Rezensionen bitte ins zugehörige Unterthema in dieser Aktion! Bitte beachtet, dass es sich bei den Büchern auch um Leseexemplare handeln kann! Wenn ihr Fragen zum Ablauf oder zur Aktion allgemein habt, stellt diese bitte im Unterthema "Fragen zur Aktion"! Wir freuen uns, wenn ihr dabei seid und uns unsere Bücher abnehmt & wünschen euch viel Spaß beim Stöbern! ;)

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    • 4789
  • Politik-Thriller der ganze andere Art

    Berlin Requiem

    bensia1985

    24. May 2015 um 23:39


    Meine Meinung:



    Durch den ständigen Wechsel an die verschiedenen Standorte blieb die Story interessant, aber machte es einem auch schwer der Story zu folgen. 

  • Zombies in Berlin

    Berlin Requiem

    Fanny2011

    16. April 2015 um 23:22

    Mit diesem Buch habe ich schon geliebäugelt, seit es erschienen ist. Momentan interessieren mich Zombies zwar nicht mehr ganz so, wie das damals der Fall war, aber das ist auch gar nicht weiter schlimm. Denn die Zombies sind eigentlich nur Nebenfiguren in diesem Roman. Vielmehr geht es um Politik und – was mich sehr gefreut hat – Journalismus. Unser Protagonist ist der Journalist Robert Truhs, allerdings kommen im Laufe der Geschichte auch andere Charaktere zur Sprache. Zum Beispiel Sara, die mit Robert schon befreundet ist, seit sie Kinder sind. Die beiden führen mehr oder weniger eine on/off-Beziehung. Zwischen Robert, Sara und deren Chef und langjährigen Freund Christian gibt es auch ein Geheimnis, das in Saras Gesicht eine große Narbe hinterlassen hat. Immer wieder werden gewisse Geschehnisse in Warschau erwähnt und das bildet nochmal zusätzlich einen Anreiz, weiterzulesen. Ich war ehrlich gesagt erstaunt, dass es zu einem so großen Teil um Politik geht, aber letztendlich war das nicht wirklich schlimm. Hätte ich es vorher gewusst, hätte es mich wahrscheinlich abgeschreckt. Was mir außerdem gut gefallen hat, war der Aspekt mit der Mauer und dass es in Berlin spielt. Die Protagonisten sind schon etwas älter und haben den Mauerfall miterlebt und da ist es natürlich ein merkwürdiges Gefühl für sie, wenn da auf einmal wieder so eine steht. Ein wichtiger Teil war auch Rassismus, da Türken den Virus scheinbar zuerst bekommen haben. Das ruft in der Bevölkerungen große Unruhen und Abneigungen hervor. Den Schreibstil fand ich eher gewöhnungsbedürftig. Man könnte zwar sagen, schonungslos ehrlich aber manchmal wirkte mir genau das ein bisschen zu gezwungen. Die Erklärung für die Zombies am Ende fand ich gut gelungen, es war auf jeden Fall mal was anderes. Auch wenn das Ende eigentlich noch ziemlich offen ist, bin ich damit zufrieden gewesen. Fazit: Wer auf der Suche nach einem Buch ist, in dem Zombies die Hauptrolle spielen, der ist mit diesem hier falsch beraten. Wenn man sich aber darauf einlassen kann, dass vor allem Politik in so einer Krise auch eine große Rolle spielt, der sollte auf jeden Fall mal einen Blick wagen. Insgesamt hat mir das Buch ganz gut gefallen, auch wenn es mich jetzt nicht umgehauen hat.

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  • Realistische, spannede und intelligente Unterhaltung

    Berlin Requiem

    AyuRavenwing

    28. November 2014 um 22:18

    In Berlin ist ein rätselhafter Virus ausgebrochen, bei dem die Infizierten zuerst ein ein Koma fallen. Wenn sie wieder erwachen, haben sie einen zwanghaften Instinkt und die Aggression jeden anderen Menschen anzufallen. Da dieser Virus seinen Ursprung in den Vierteln Neukölln und Kreuzberg hat, sind schnell in den Berichte im Umlauf, die die Bevölkerung verunsichern. Es scheint als wenn nur Menschen mit Migrationshintergrund für diesen Virus anfällig sind. Das betroffene Gebiet wird sofort durch eine neu errichtete Mauer abgeriegelt, und nichts und niemand darf hinein oder heraus. Es wird der Ausnahmezustand verhängt. Alles soll nur zum Schutz vor der Seuche sein, doch ist dies die Wahrheit, oder steckt mehr dahinter? Und reicht es aus, oder wird bald ganz Deutschland und die ganze Welt unter diesem Virus leiden? Befällt er wirklich nur Menschen mit Migrationshintergrund? Was ist Wahrheit und was ist Propaganda? Mitten drin der Journalist Robert Truhs, dem Material zugespielt wird, dass an den Aussagen von Sentheim nichts wahres dran ist. Der Innenminister Sentheim versucht die Bevölkerung zu beruhigen, in dem er behauptet, dass nur Menschen mit dem "Türken-Gen" für die Seuche anfällig sind. Seine Anhänger, die schon sein Buch "Debatte Deutschland" verschlungen haben, stehen hinter ihm. Doch was wird aus Robert, und dem Material das er zu gespielt bekommen hat, und was ist mit seiner Kollegin Sarah, die durch Geheimgänge nach Kreuzberg eindringt. Sie möchte nach 20 Jahren ihre Familie wiedersehen. Wie wird es enden, mit den politischen Intrigen und Verwicklungen? Robert Truhs ist Journalist und stolz auf seinen Erfolg den er vor einiger Zeit hatte. Doch jetzt scheint dieser nachzulassen und seine Zeit als großer Reporter abzulaufen. Er wirkt egoistisch und ausgebrannt, und steckt in einer Sinnkrise. Ob er weiterhin sein Leben so egoistisch verbringen kann und will, wie momentan, sich keine Gedanken über die Konsequenzen seines journalistischen Handelns zu machen, ohne Rücksicht auf die Opfer auf seinem Karriereweg. Sarah Samir, Roberts Kollegin und ein Kind zweier Nationen. Doch ist sie mehr als nur Roberts Kollegin, sehr viel mehr, doch leider wollen sich die beiden dies nicht eingestehen. Und so haben sie immer wieder seit ihrer Jugendzeit kurze Affären und Beziehungen miteinander. Zudem ihre Kindheit und ihre Vergangenheit sie auch noch zusätzlich belastet, gerade jetzt wo dieser Virus ausgebrochen ist. Für sie stellt sich die Frage, ob sie anfällig ist. Christian von Possen ist Roberts Chef. Doch auch diese Beiden kennen sich schon sehr lange. Es verbindet sie beide eine Hassliebe, aber auch die Liebe zu Sarah. Er kennt keine Grenzen und geht über Leichen um eine Lawine im Namen der Wahrheit los treten zu können. Auch vor Roberts Karriere und seinen guten Namen macht er nicht halt. Olaf von Sentheim, Buchautor und Sentaor Berlins. Eigentlich ist er schon wegen eines Skandals auf dem absteigenden Ast und dabei seinen Posten zu verlieren. Doch gibt er nicht auf, den der Ausbruch der Krankheit gibt ihm die Chance zu einem neuerlichen politischen Höhenflug mithilfe seiner Anhänger. Doch ist er wirklich derjenige, der den Ton angibt, oder wieder nur eine Marionette die zum Sündenbock gemacht wird? In der Handlung tauchen viele verschiedene, vielschichtige Charaktere auf, die der Leser auf ihren Wegen und bei ihren Erlebnissen begleitet. Sie wirken ein klein wenig klischeehaft und holzartig, verbirgt sich doch hinter ihnen unberechenbare Protagonisten, die teils vorhersehbar und teils unvorhersehbar handeln. Alle haben im Laufe der Handlung mit ihrer Vergangenheit zu kämpfen, und sich mit ihrer Gegenwart und der möglichen Zukunft zu befassen. Sie müssen Entscheidungen treffen, die nicht einfach sind und manchmal auch nicht nachvollziehbar im ersten Moment. Es gibt auch noch viele weitere Nebencharaktere die im Verlaufe der Handlung auftauchen und wieder verschwinden. Klare Linien zwischen Gut und Böse, oder Gewinnern und Verlieren sucht man hier vergebens, diese gibt es nicht, da jeder irgendetwas auf seine Art verliert, sei es sein Ansehen, sei es Freunde, Familie oder ganz andere Dinge. Das Cover hat gleichzeitig einen geheimnisvolle und düstere Atmosphäre. Es zeigt als Motiv einen Blick über Berlin, mit dem Berliner Fernsehturm, einem Wahrzeichen der Stadt, im Mittelpunkt. Das Foto wirkt wie eine alte Fotografie aus den Zeiten des Kalten Krieges, so um 1945 herum und hat eine etwas triste und traurige Stimmung. Der Himmel wurde durch blaue Farbe, wie mit Aquarellfarbe, hervorgehoben und darüber befindet sich in der Mitte des Covers ein roter Fleck, der an verschmiertes Blut erinnert. Durch die drei geteilte Farbgebung entsteht ein richtiger Eyecatcher, außerdem sind auch ein paar der Gebäude auf dem unten zu sehendem Stadtbild rot markiert. Der Autorenname und der Titel befinden sich in der oberen Hälfte in einem schwarzen Kreis, der leicht erhaben ist. Dadurch fallen sie einem sofort ins Auge. Das Cover passt seht gut zur Handlung des Romans und spiegelt dessen Stimmung wieder, zudem macht es neugierig auf den Inhalt. Auch der Titel ist passend gewählt, so hat doch das Wort Requiem die Bedeutung Totenmesse, bzw. Seelenmesse. Peter Huth hat einen flüssigen, realistischen, klaren und spannenden Schreibstil. Es fällt einem nicht schwer in die Geschichte einzutauchen und der Handlung zu folgen, sowie auch die Charaktere und ihre seelischen Abgründe kennenzulernen und zu verstehen. Dazu zählen nicht nur die Protagonisten und menschlichen Nebencharaktere, sondern auch die durch den Virus in Zombies verwandelten Menschen. Man bekommt Einblicke in ihre Vergangenheit und sie werden sehr realistisch und lebensnah dargestellt. Immer wieder werden auch Orte und Geschehnisse bildhaft dargestellt, so dass es einem während des Lesens leicht fällt in die Atmopshäre des Geschehens hinein zu finden, auch ohne das immer wieder das Spannungsniveau erhöht wird, möchte man dennoch wissen wie es weiter geht. Statt immer wider den Spannungsbogen zu erhöhen, wird hier subtiler gearbeitet, mit den politischen Machenschaften, der Ausweglosigkeit der gesamten Situation und einem kleine Hoffnungsschimmer. Die düstere und beklemmende Atmosphäre ist geradezu greifbar. Während man der Handlung folgt, so wird man auch immer wieder an geschichtliche Ereignisse, wie den kalten Krieg, die Judenverfolgung und die Mauer erinnert, die schon einmal Berlin teilte. Man begleitet während der Lazarus-Virus ausbricht, die meiste Zeit den Journalisten, später dann aber auch einige der anderen Charaktere und erlebt so die Geschehnisse aus den unterschiedlichsten Sicht- und Denkweisen. Wer einen gruseligen Zombiethriller erwartet, der hat das kleine Wörtchen "Roman" auf dem Cover übersehen. Die Zombies, die durch den Virus entstehen sind nur die Grundlage für einen Roman mit Thriller Elementen, und könnten jederzeit durch eine andere Seuche ausgetauscht werden. Die Politik und das Geschehen darum herum ist das wichtigere Element und auch das spannendere. Denn man merkt deutlich, wie viel Ahnung der Autor von diesen Dingen hat als Chef-Redakteur bei der BZ. Nachdenklich machen einen die vielen Elemente, die auch an die Vergangenheit der deutschen Geschichte erinnern, wie das der Virus nur Menschen mit Migrationshintergrund befallen soll, aber die Wahrheit verheimlicht wird, oder das eine Mauer Berlin teilt. Die Auflösung um die Herkunft des Virus am Ende ist das Besondere und Überraschende, doch möchte ich nicht vorgreifen und dieses Geheimnis verraten. Erschreckend und nachdenklich machend ist aber auch die Tatsache der im Roman vorhandenen Gutgläubigkeit der Menschen, die den Berichten der Politik und Presse blind vertrauen, das alles unter Kontrolle ist und so dann auch das Unheil seinen Lauf nehmen kann. "Berlin Requiem" ist ein Roman der spannend ist, aber auch nachdenklich macht und viel Raum zum nachdenken bietet über die Gesellschaft. Es fällt einem nicht schwer, sich diesen Virus, oder eine ähnliche Katastrophe in der Realität vor zu stellen. Wenn man keinen blutigen Horror, aber spannende, realistische und intelligente Unterhaltung sucht, kann ich Euch diesen Roman nur empfehlen. Vielen Dank an den Heyne Verlag für das Rezensionsexemplar

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  • Spannender Plott mit leider deutlichen Schwächen.

    Berlin Requiem

    soetom

    28. November 2014 um 14:47

    Eins vorweg: Ich brauchte ein paar Seiten, dann hatte ich mich an Zombies gewöhnt. Das ist zwar eigentlich nicht mein Genre, aber die gab es dann einfach. Aufhören zu lesen konnte ich auch nicht, weil ich bei allem, was mich gestört hat, trotzdem wisen wollte wie es ausgeht. Wie die nicht von einem geheimnisvollen Virus zu Zombies mutierten Menschen sich retten. Ob Berlin wirklich im Chaos versinkt. Wer spannende Unterhaltung mag, kann Berlin Requiem also guten Gewissens zur Hand nehmen. Wenn es mit "vorweg" anfängt, kommt vermutlich das "Aber" hinterher. Ich konnte mich an die ungewohnten Zombies gewöhnen. Die sind zwar für mich überflüssig, weil man mit etwas mehr Realitäts-Liebe auch einen unheimlichen Virus erschaffen können, der auch für Menschen mit ein bisschen Biologie in der Schule noch plausibel ist - und damit noch unheimlicher, weil das "Was-wäre-wenn-Kopfkino" losginge. Geschenkt. Aber auf jedem Fall, müssen die Entscheidungen, die in der erzählten Welt getroffen werden, nachvollziehbar sein. Warum sollte ein gut ausgebildeter Polizist plötzlich von seinem Wachturm runterspringen, um erst dann zu merken, dass er gar nicht mehr wieder hoch kommt? Warum sollte die Bundesregierung Berlin verlassen, weil bürgerkriegsähnliche Gewalt in einer abgeriegelten Zone herrschen, und sich dann nicht mehr um die Stadt kümmern? Wäre Berlin eine Insel in der Nordsee, könnte ich das akzeptieren. So wirkt es auf mich - bestenfalls - nicht durchdacht oder schnell hingeschrieben. Was schade ist - aus dem Plott hätte ein tolles Buch werden können.

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  • Große Verlosung zum Leserpreis 2014: 5 Buchpakete mit je 50 Büchern!

    Die Seiten der Welt

    Daniliesing

    Lust auf eins von 5 riesigen Buchpaketen zum Leserpreis 2014? Bestimmt hat es der ein oder andere von euch schon entdeckt: Seit gestern suchen wir beim Leserpreis 2014 wieder eure Lieblingsbücher des Jahres. In insgesamt 16 Kategorien könnt ihr die Bücher und Autoren nominieren, die euch 2014 am meisten begeistert haben, ganz egal, ob euch das Buch vor Spannung bis mitten in die Nacht wachgehalten hat, ihr Tränen gelacht oder aber mitgefühlt und -gefiebert habt. Nominiert ab sofort eure persönlichen Lieblingsbücher & -autoren und ermöglicht es ihnen so, es auf unsere Shortlists für die Abstimmungsphase zu schaffen, die am 20. November beginnt. Die Bücher und Autoren, die dann wiederum die meisten Stimmen erhalten, bekommen den Leserpreis in Gold, Silber und Bronze, der am 28.11. vergeben wird! Also schnell nominieren / abstimmen / Gewinner anschauen! ---- Unsere große Verlosung für euch! Da der Leserpreis für uns jedes Jahr wieder etwas ganz Besonderes ist, möchten wir unsere Freude daran mit euch teilen. Wir werden nach der Bekanntgabe der Leserpreis-Gewinner insgesamt 5 Buchpakete mit jeweils 50 Neuerscheinungen verlosen. Fünf Gewinner dürfen sich also über eine ordentliche Ladung neuen Lesestoff freuen! Und wer kann nicht schöne neue Bücher gebrauchen? 1. Um an der Verlosung teilzunehmen, gibt es verschiedene Möglichkeiten - 3 der 5 Buchpakete verlosen wir unter allen Bloggern, die auf ihrem Blog über den Leserpreis berichten und darauf verlinken. Bitte teilt uns den Link zu eurem Blogbeitrag hier in einem Kommentar mit (wer mir schon eine E-Mail mit dem Link geschickt hat, muss dies nicht doppelt tun). http://www.lovelybooks.de/leserpreis/ Grafiken zum Einbinden in den Blog findet ihr hier. 2. Wenn ihr keinen Blog habt, könnt ihr alternativ auf den Social Media Kanälen wie Facebook, Twitter, Google + usw. auf den Leserpreis hinweisen. Unter allen, die das machen, verlosen wir noch mal 2 Buchpakete mit 50 Büchern. Wichtig ist hier, dass ihr euren Beitrag öffentlich teilt und ihn uns hier verlinkt. Bitte verlinkt in eurem Kommentar hier direkt auf eurer Posting und nicht auf euer gesamtes Profil. Außerdem müssen in eurem Social-Media-Posting unbedingt der und der Hashtag #Leserpreis enthalten sein. http://www.lovelybooks.de/leserpreis/ 3. Ihr habt weder einen Blog, noch seid ihr auf einem der Social Media Kanäle aktiv? Dann verratet uns hier in einem Kommentar das beste Buch, das ihr in diesem Jahr gelesen habt. Unter allen, die das machen, verlosen wir noch mal 5 einzelne Bücher, die die jeweiligen Gewinner auf ihren Wunschzetteln haben. Ihr dürft natürlich auch 1 & 2 oder 1, 2 & 3 kombinieren und so eure Chancen steigern :-) Wir wünschen euch ganz viel Spaß & bitte vergesst nicht, eure Lieblingsbücher zu nominieren & später abzustimmen! PS: Die angehängten Bücher und die auf dem Foto sind ein Beispiel, was sich im Buchpaket befinden könnte. Wir haben hier aber eine ganz bunte Auswahl und ihr könnt euch dann von einem riesigen Überraschungsbuchpaket begeistern lassen :)

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    • 1298
  • Enttäuschende Umsetzung einer einzigartigen Idee

    Berlin Requiem

    andreasmk

    13. September 2014 um 14:33

    Berlin im Ausnahmezustand: Teile der Stadt wurden mit einer Mauer umgeben, auf der bewaffnete Polizisten patroullieren, um die Bevölkerung vor den darin umherstreifenden lebenden Toten zu schützen. Dass die Infektion nur in bestimmten Stadtteilen ausgebrochen ist, nutzt ein in Ungnade geratener Politiker um den Hass gegen Deutsche mit Migrationshintergrund zu schüren und sich selbst zurück ins Rampenlicht zu rücken. Währenddessen werden dem Reporter Robert Truhs brisante Informationen zugespielt, die den Ausbruch der Seuche betreffen. Die Idee eine Mischung aus Berlin, Politik, Journalismus, Rassismus und natürlich Zombies in ein Buch zu packen, ist einzigartig und hätte Berlin Requiem zu einem wirklich interessanten Roman machen können. Leider schafft es Peter Huth nicht mit seiner Umsetzung dieser Mixtur zu überzeugen. Vorneweg sei erwähnt, dass es sich bei diesem Roman keineswegs um einen reinen Thriller mit Zoombie- und Horror-Elementen handelt. Stattdessen liegt der Fokus des Autors auf Berlin, sowie dem dortigen Alltag in Journalismus und Politik in Zeiten einer Extremsituation. Aber obwohl der Autor ein tiefgehendes und glaubhaftes Wissen dieser Abläufe unter Beweis stellt, fehlt es seinem Roman ganz einfach an Spannung und Herz: Huths Charaktere wirken flach, die kurzen wissenschaftlich-medizinischen Passagen unausgereift, vieles ist einfach zu übertrieben dargestellt und wirkt dadurch unglaubwürdig. Selbst die Höhepunkte der Handlung sind vorhersehbar und unbeeindruckend. Eingefleischte Fans von Horror- und Zombie-Literatur werden hier nicht auf ihre Kosten kommen und auch für Leser von Politik-Thrillern bietet dieser Roman einfach zu wenig. Fazit: Interessante Roman-Idee über Politik, Journalismus und Zombies in Berlin, die durch einen Mangel an Spannung, Horror und Tiefgang nicht überzeugen kann.

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  • Erschreckend ... gut.

    Berlin Requiem

    Schnuffelchen

    Inhalt: Der Tag, an dem das Ende beginnt ... Berlin im Oktober: Eine rätselhafte Krankheit ist ausgebrochen. Die Infizierten fallen in ein Koma und erwachen dann plötzlich wieder - reagiert vom rasenden Instinkt zu töten. Die Bevölkerung ist verunsichert: Angeblich sind nur Menschen mit Migrationshintergrund betroffen. Kreuzberg und Neukölln gelten als kontaminiert, der Senat errichtet eine Mauer um das betroffene Gebiet. In diesen dunklen Stunden erhält der Journalist Robert Truhs einen politisch hochbrisanten Hinweis, der die noch bestehende Ordnung endgültig kippen könnte ... (Klappentext) Zitat: "Völker der Welt, schaut auf diese Stadt" sagt Ben " Besser nicht" (Seite 292) Meine Meinung: Als erstes sollte ich eine Warnung aussprechen, denn kleinen Vermerk auf dem Cover kann man leicht übersehen. Dieses Buch enthält keinen Thriller, trotz zahllosen Zombies, sondern einen Roman über den Absturz einer Zivilisation. Hier beschreibt der Chefredakteur der B.Z. wie seine Heimatstadt Berlin untergeht. Dabei zeigt er Gewinner und Verlieren, Siegern und Verlierern und falschen Propheten. Wie würdest du reagieren, wenn die Menschen die du liebst, von einer Seuche bedroht wird? Wie weit würdest du gehen, um deine Lieben zu schützen? Wie lange hält unsere Menschlichkeit, wenn alle Damme brechen? Was ist die Wahrheit wert? Peter Huth beantwortet diese Fragen nicht, aber er gibt einen Ausblick auf das was sein könnte. Warum er dafür gerade Zombies wählte, kann ich nicht sagen. Doch die Bilder, die er in diesem Buch zeichnet sind, sind grausam realistisch und drastisch. Dabei geht er auch mit seiner eigenen Zunft (Journalisten) nicht zimperlich um. Ich empfand dieses Buch als unglaublich helftig, in seinen Bildern und seiner Wirkung auf mich. Ich konnte und wollte nicht in eins durch dieses Buch rutschen. Immer wieder brauchte ich etwas Leichtes für Zwischendurch, das mich von der düsteren Szenerie ablenkte. Die romantische Seite meiner Seele wünscht sich, das diese Aussicht auf unsere Gesellschaft unrechtmäßig übertrieben ist, doch der realistische Teil meines Inneren weiß, das es vielleicht sogar noch schlimmer werden könnte. Dies erklärt wahrscheinlich auch mit, warum ich nicht von dem Buch lassen konnte. Bis zur letzten Seite hoffte ich noch, das die Menschen sich besinnen, das die Menschlichkeit siegen würde. Eine Hoffnung, die sich wie so oft nicht erfüllte. Die Charaktere, die wir durch diese Geschichte begleiten sind vielschichtig. Teils unvorhersehbar und teils berechenbar, doch alle müssen im Laufe der Geschichte mit ihrer Vergangenheit, mit ihrer Gegenwart und möglichen Zukunft befassen. Da ist Robert Truhs, dessen große Zeit als Reporter scheinbar vergangen ist, vielleicht ist er auch nur ausgebrannt. Weder weiß er es so genau, noch erfährt es der Leser. In der Krise erlebt er auf jeden Fall eine Art Sinnkrise und er muss sich überlegen, ob er sein Leben weiter so egoistisch weiter verbringen kann - ohne sich über die Opfer seiner Karriere Gedanken zu machen. Sarah Samir ist eine Kollegin von Robert. Doch eigentlich ist sie mehr. Schon seit ihrer Jugendzeit führt sie eine On/Off-Beziehung mit Robert. Sie gehört zu den vielen Opfern Roberts, auch wenn sie sich nicht als solches sieht. Doch als Kind zweier Nationen, ist sie vor allem ein Opfer der Umstände. Christian von Possen ist Robert Freund und Chef. Irgendwie verbindet sie beide eine zerstörerische Hassliebe. Christian kennt keine Grenzen, hat sie nie kennengelernt und tritt damit eine Lawine los und alles im Namen der Wahrheit. Olaf von Sentheim - Senator Berlins und eigentlich schon abgesägt auf Grund eines Skandals, tritt zu einem neuen politischen Höhenflug an. Er hält sich selbst für einen Strippenzieher und muss irgendwann erkennen, das man ihn zur Marionette und Sündenbock machen wird. All diese Personen, werden von vielen Weiteren während der Geschichte flankiert. Wer hier nach Gewinnern sucht, wird nicht fündig werden. Jeder verliert, wenn auch jeder auf seine Art. Ich habe mich auf Grund seines Klappentextes für dieses Buch entschieden. Allerdings nicht auf Grund des ganzen Klappentextes. Ab dem Zeitpunkt, dann dem ich Krankheit , Berlin und Migrationshintergrund gelesen habe, wusste ich das ich das Buch lesen will. Das Wort Zombie haben meine Augen dann schon ganz bewusst nicht mehr an meinen Verstand weitergeleitet. Den ganz ehrlich: Ich mag keine Zombies. Ich kann mit so ziemlicher Ausgeburt der Literatur leben - Vampire, Werwölfe, Hexen und Zauberer - aber Zombies geht gar nicht. Ihr habe bisher auch nicht eine Rezi zu einem Zombie-Roman bei mir gelesen und werdet es auch sicher nicht. Doch dir hier ist kein typischer Zombie-Roman. Die Zombie sind eher eine Metapher für ein Krankheit die schon länger bei uns grassiert. Dafür das wir immer bei denen die Schuld suchen, die sich am wenigsten wehren können. So wie hier, wo aus den Lazarus-Virus ganz schnelle ein Mohamed-Virus und ein Türken-Gen wird. Nur um die allgemeine Bevölkerung ruhig zu halten. Doch die Wahrheit ist viel schlimmer und sie wird verheimlicht, weil Emporkömmlinge ihre Chance sehen. Dies alles ist nicht so fiktiv, wie wann vielleicht glauben will. Im Grunde gibt es sogar ein Beispiel welches noch gar nicht so lange her ist und auf welches auch der Autor sich bezieht - HIV. Auch diese Krankheit wurde genutzt um eine Minderheit noch mehr auszugrenzen. Man kann nur hoffen, das die Wahrheit am Ende immer siegt. Dieses Buch beginnt mittendrin und hört auf bevor es endet. Es lässt viel Raum für Spekulationen und Diskussionen. Und obwohl fiktiv, ist es erschreckend Real. Alles was hier gezeigt wird, war schon einmal und wird wahrscheinlich wieder sein. Dafür benötigt es nur einen kleinen Stoß und die Dominosteine werden wieder fallen. Was dann aus uns wird, liegt allein an uns. Fazit: Ich gebe diesem Buch 5 von 5 Punkten. Nicht für Spannung oder Dramatik, sondern für den Realismus, der noch immer in mir nachwirkt. Dafür das dieses Buch mehr als nur eine kurze Lektüre für mich war, die schnell vergessen ist.

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    • 2
  • Zwischen Thilo Sarrazin und The Walking Dead!

    Berlin Requiem

    Jare

    27. July 2014 um 15:49

    Die deutsche Hauptstadt wird von einem furchtbaren Virus befallen. Die Infizierten in Kreuzberg und Neukölln fallen über die Lebenden her. Zur Eindämmung und Kontrolle werden die beiden Bezirke zur Kontrollierten Zone erklärt und durch eine Mauer vom Rest der Stadt abgetrennt. Natürlich ist die Stimmung in der Stadt gereizt. Das ist die große Stunde des populistischen Politikers Olaf Sentheim, der seine Chance gekommen sieht. Allerdings ist da noch der Journalist Robert Truhs, der Sentheims Karriere schon einmal durchkreuzt hat, und der jetzt im Besitz von Aufnahmen ist, die ein gänzlich anderes Licht auf die Ereignisse werfen. Doch bevor Truhs sich überlegen kann, wie er mit den Unterlagen umgeht, muss er eine andere schwere Entscheidung treffen, da seine Freundin Sarah in die Kontrollierte Zone eingedrungen ist.   Autor Peter Huth ist Chefredakteur der großen Berliner Tageszeitung B.Z. und veröffentlichte bereits mehrere Sachbücher, bevor er sich mit "Berlin Reqieum" der erzählenden Literatur zuwandte. Gespannt war ich auf den Roman, der mich zu Beginn in seinen Bann zog. Leider musste ich mit zunehmender Dauer feststellen, das der Roman nicht das hielt, was er anfangs versprach.  Sicher, Peter Huth ist ein erfahrener Schreiber, der weiß, wie man den Leser fesselt. Und das macht er anfangs auch gut. Gerade wer mit den Örtlichkeiten vertraut ist, lässt sich auf eine Schreckensfahrt ein, wenn man erfährt, dass eine Krankheit von einer Gegend Besitz ergriffen hat, in der man Zuhause ist. Doch die Faszination eines Schauplatzes ist nicht alles. Vor allem reicht sie nicht, um den Leser auf über dreihundert Seiten bei der Stange zu halten. Dazu gehören auch packende Figuren und eine sich steigernde Handlung. Und hier liegt das Manko des Romans. Gerade mit der Hauptfigur Robert Truhs bin ich nicht wirklich warm geworden. Der Journalist wird für mich über die gesamte Länge nicht wirklich greifbar und schon gar nichts sympathisch. Leider gilt das auch für alle anderen Figuren, die mehr schablonenartig und wie Zombies durch die Handlung wanken, selbst wenn sie nicht infiziert sind. Inhaltlich kann Peter Huth nicht mehr bieten, als man von Zombiefilmen und einer Serie wie "The Walking Dead" kennt. Der Roman bezieht seine Spannungspunkte aus kleinen Gruppen, die sich vor der großen Gefahr verstecken - halt das klassische Motiv eines Horrorothrillers. Und so kommt der Roman über das Niveau eine B-Movies nicht wirklich hinaus. Er vermag zwar ein wenig zu unterhalten, aber Nachhaltigkeit und Begeisterung löst er keineswegs aus.  Fazit: Zwischen Thilo Sarrazin und The Walking Dead legt der Journalist Peter Huth einen Horrorroman vor, der die deutsche Hauptstadt von einer anderen Seite zeigt. Leider nutzt der Roman das Potential, dass sich hier bietet nicht aus. So bleibt zwar stellenweise ein unterhaltsamer Lesespaß erhalten, doch ein wirklicher Volltreffer ist "Berlin Requiem" nicht. 

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  • Rattenfängerpolitik und Zombie-Apokalypse

    Berlin Requiem

    Havers

    21. July 2014 um 19:50

    „Walking deads“ sind nicht unbedingt das, worüber ich in einem Thriller lesen möchte, aber die Ausgangssituation in dem Zombie-Roman des Chefredakteurs der BZ Peter Huth hat mich dann doch neugierig gemacht, denn im Gegensatz zu den üblichen Veröffentlichungen in diesem Genre spielt die Geschichte nicht in einer fernen Zukunft und einer verwüsteten Welt, sondern im Berlin der Gegenwart. Eine virale Infektion greift um sich, die allerdings nicht in allen Bezirken auftritt, sondern lediglich in Neukölln und Kreuzberg, den Stadtteilen, in denen die meisten Menschen mit Migrationshintergrund leben. Das Lazarus-Virus zeigt eine äußerst ungewöhnliche Ausprägung, denn einmal infiziert fallen die Betroffenen zuerst in ein tiefes Koma, aus dem sie dann mit immensen Persönlichkeitsveränderungen wiederauferstehen. Ihr Bestreben richtet sich nur noch darauf, ihre Mitmenschen anzufallen und zu töten. Schnell gerät die Bevölkerung in Panik, was durch die entsprechende Berichterstattung in der Presse noch forciert wird, sodass sich der Senat gezwungen sieht zu reagieren. Die betroffenen Gebiete werden hermetisch abgeriegelt, eine Mauer wird hochgezogen und Wachposten, die die Flucht der Gesunden verhindern sollen, werden strategisch verteilt. Aber es gibt nicht nur die Panikmacher unter den Presseleuten, sondern auch noch die integren Journalisten wie Robert Truhs, der eigentlich nur seine Freundin aus der Todeszone holen will, sich aber unvermittelt im Zentrum des Geschehens wiederfindet und bestrebt ist, die Eskalation zu verhindern. Allerdings setzt der Autor bei seinen Figuren einen Typus Mensch voraus, der nicht weiter als von Tapete zur Wand denkt und alles glaubt, was ihm von Politik und Medien vermittelt wird. Chaos und Gefühl, Splatter und Zombie-Apokalypse als Ausgangspunkt, dazu Fremdenhass gepaart mit der kritischen Betrachtung der Rattenfängerpolitik während eines absoluten Ausnahmezustandes in der Hauptstadt - eine wilde Mischung, die sich Peter Huth hat einfallen lassen. Aber sie funktioniert, sogar sehr gut, selbst bei Lesern, die nicht unbedingt auf dieses Genre stehen. Der Grund liegt wohl darin, dass der Autor völlig unaufgeregt und sachlich distanziert seine Geschichte erzählt.

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  • Zombies in Berlin

    Berlin Requiem

    BlueNa

    In den Berliner Bezirken Kreuzberg und Neukölln ist eine Seuche ausgebrochen, die die Menschen befällt und schnell dahinrafft, nur um sie ein paar Stunden nach ihrem Tod, wieder auferstehen zu lassen. Da von diesem Virus bisher nur ausländisch stämmige Menschen befallen wurden, benutzt Senator Olaf Sentheim dies als Propagandamittel und benennt das „Türkengen“ als Grund für den Befall, um die weitere Bevölkerung vor einer Panik zu bewahren und sich in Sicherheit zu wiegen. Kreuzberg und Neukölln werden zur Kontrollierten Zone erklärt und abgeriegelt. Doch den Journalisten Robert Truh ereilt ein Hilferuf eines Kollegen aus der Kontrollierten Zone, so dass er sich auf einen selbstmörderischen Trip in das von Zombies verseuchte Gebiet macht… „Berlin Requiem“ ist ein Zombieroman der etwas anderen Art, denn es stehen viel mehr die Vergangenheit und seelischen Abgründe von Robert Truh und seinen Freunden und Kollegen Christian und Sarah im Mittelpunkt. Somit besticht das Buch größtenteils mit erzählerischer Unaufgeregtheit mitten in einem Inferno von Tod und Zerstörung, hochkochenden Emotionen und viel, viel Leid. Die Zombie-Seuche ist quasi noch in ihren Anfängen und der Berliner Bürgermeister versucht sie irgendwie einzudämmen und eine Massenpanik zu verhindern. Doch wie wir aus der Vergangenheit und vielen, vielen Zombiefilmen gelernt haben, können Zäune und Mauern die Infizierten nicht ewig aufhalten und es kommt, wie es kommen muss… Der Schreibstil ist, wie eben schon erwähnt unaufgeregt und gerade zu nüchtern. Trotzdem ließ sich das Buch sehr gut lesen und der Autor ließ mich gekonnte in die seelischen Abgründe der Protagonisten abtauchen. Aber auch die Zombies, die gar keiner näheren und ausführlicheren Beschreibung bedurften, wurden lebens- oder eher todesecht dargestellt und auch der Schrecken, der von ihnen ausging, war zum greifen nah. Ich konnte mir das gesamte Ausmaß der Katastrophe nur all zu gut vorstellen, auch die Aussichts- und Ausweglosigkeit der Situation, und die beklemmende Atmosphäre fühlen. Was mir aber gefehlt hat und das ist ein großer Kritikpunkt an diesem Roman, war eine Spannungskurve. Für mich blieb die Geschichte erzählerisch immer auf dem gleichen Spannungsniveau, ohne Steigerungen, obwohl die Handlung das hergegeben hätte. Die Protagonisten stellten für mich fast die größte Hürde beim Lesen dar, denn ich habe schwerlich Zugang zu Robert Truh gefunden, der als Reporter mal einen großen Coup gegen Senator Sentheim gelungen ist, nun aber nur noch den Drang zu fliehen verspürt. Als dann Sarahs Perspektive dazukam, wurde es leichter für mich, doch manche ihrer Entscheidungen konnte ich so überhaupt nicht nachvollziehen, so dass ich den Draht zu ihr auch wieder verloren habe, so dramatisch die Situation auch war. Sarah ist zwar eine toughe Reporterin, aber auch sie wird von ihrer Vergangenheit eingeholt und das treibt sie zu wahnsinnigen Handlungen. Fast am besten konnte ich mich in Truhs Kameramann hineinversetzen, der ein Stück vom Kuchen des Ruhms abhaben möchte. Das Cover der hochwertigen Klappbroschur ist sehr passend und schön gestaltet. Man sieht den Berliner Fernsehturm mit den umliegenden Straßenzügen, allerdings farblich verfremdet. Darüber grauen, trostlosen Himmel, den Titel, in einem runden Kreis und blau übertünchten Himmel darüber. Mit Spotlack wurden verschmierte Blutflecken angedeutet. Alles sehr passende und es schafft eine beklemmende Atmosphäre. Fazit: „Berlin Requiem“ ist ein kein üblicher Zombieroman, dem ein wenig die Spannungskurve fehlt und zu dessen Protagonisten ich nicht so richtig den Zugang gefunden habe. Trotzdem ist es ein lesenswerter, politisch intelligenter und nicht ganz so blutiger Zombieroman, den ich gerne weiterempfehle. Ich vergebe vier von fünf Sternen!

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    • 2

    Arun

    20. July 2014 um 11:43
  • Untotes Politikstatement

    Berlin Requiem

    OlafBlumberg

    19. June 2014 um 14:31

    Wenn die wandelnden Leichen wandeln, dann tun sie das meistens auf dem Timesquare, in Manhattan oder sonstwo auf amerikanischem Boden. Dass es jetzt die deutsche Hauptstadt trifft, hat mich als ausgemachter Zombiefan doch ein wenig überrascht, in positiver Weise und so war der Kauf ein abgemachter Deal zwischen dem Chefredakteur der Berliner Zeitung und mir. Das Buch ist mit seinen knapp über 300 Seiten nicht gerade ein Epos, ich habe während meiner Leserkarriere aber gelernt, dass das nicht negativ sein muss (George Martin anyone?). Leider schafft es Herr Huth auf diesen 300 Seiten trotzdem Längen einzubauen, die mich doch gelangweilt haben, insbesondere was die Vergangenheit der Dreiecksbeziehung zwischen Christian, Robert und der holden Maid angeht. Sie trägt nichts zur Haupthandlung bei und ist zu oberflächlich. Die Zombiehandlung kommt zu kurz, die Reaktion der Polizei und sonstiger Einsatzkräfte wirkt wie aus dem Bilderbuch für Blöde und es sind (wie bei sooo vielen Büchern) einfach zuviele Charaktere, da neben o.g. Personen noch Ben, zwei Polizisten und Politiker zu Wort (und Handlung) kommen. Warum dann aber ein "lesenswert" von mir? Aufgrund der politischen Aussage. Die Seitenhiebe auf Thilo Sarazin, Merkel und Wowereit einerseits, andererseits könnte ich mich wirklich vorstellen, dass die Hauptstadt genau so den Hunden (oder Toten) überlassen wird, dass Politiker lieber ihren Namen reinwaschen, anstatt was gegen die Katastrophe zu unternehmen, dass der Pöbel Feuer fängt und einen Krieg anzettelt....Erschreckend!

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  • Spannend, zum nachdenken anregend und einfach fesselnd

    Berlin Requiem

    Taya

    19. June 2014 um 12:03

    Das Cover zeigt den Fernsehturm und einen weiten Blick über Berlin. Viel Blau und rot ist mit in das Cover eingearbeitet und es passt einfach komplett zu diesem Buch. Das Cover hat mich von anfang an, als ich es in den Händen hielt, angesprochen und neugierig auf die Story gemacht. Der Beginn erlebt man mit zwei kleinen Jungs. Sie spielen ein Spiel, mit sehr merkwürdigen Fragen, die sie beantworten müssen. Dies oder Das. Die Wahl der Antworten lässt manchmal schon ein wenig schlucken. Zumindest war das bei mir der Fall. Dann geht es weiter mit einer Erklärung zum Tod, in Wikipedia. Ziemlich früh erfährt man was es mit dem Eintrag auf sich hat, doch was es mit den beiden Jungs auf sich hat, erfährt man erst ziemlich zum Ende des Buches, was alles nur noch interessanter macht zu lesen. Man verfolgt die Geschichte von Robert, Christian und Sarah, doch man weiß nicht wirklich, was die Hintergrundgeschichte dazu ist, ist aber trotzdem immer voll im Geschehen mit dabei, bis sich dann auch für den Leser alles aufklärt, worum es bei den dreien überhaupt wirklich geht. Deswegen werde ich auch nicht groß etwas zu den Charakteren erzählen, weil ich sonst zu viel von dem Buch aufgreife und dieses Buch sollte man wirklich selber lesen. Aber auch andere Personen rücken immer wieder in den Vordergrund. Ob nun Sentheim, der sein Skandal-Buch verfasst hat und von Sarah dazu interviewt wird, oder Böttcher, der die Macht einfach nur an sich reissen will. Alles hängt irgendwie miteinander zusammen. Und das in einer Zeit, wo der Ausnahmezustand ausgerufen wird, denn der "Lazarus-Virus" vernichtet die Menschen in Berlin. Angeblich soll es nur die "Ausländer" treffen. Doch ist es wirklich so? Oder geht es auch auf die Deutschen über? Geheimnisse, Intrigen, Machtkämpfe. All das kommt in diesem Buch zum Vorschein. Die Politik spielt eine Rolle in diesem Buch, aber auch der Überlebenskampf der Lebenden. Schaffen sie es, sich gegen die Untoten zu behaupten? Alles in allem, ist dieses Buch von Peter Huth wirklich fesselnd und mich hat es teilweise doch ziemlich sprachlos gemacht. Es liegt wohl an der Tatsache, dass es gar nicht mal so abwegig ist, dass ein Virus so etwas verursachen könnte. Immerhin hat die Menschheit schon viel erreichen können und warum nicht vielleicht auch irgendwie den Virus, der uns zu Untote werden lassen könnte, oder gar andere Dinge. Fakt ist, dieses Buch regt zum nachdenken an, hat eine wirklich durchgehende Spannung und man muss es einfach gelesen haben. Es ist ein Buch, was ich in dieser Form bisher noch nicht gelesen haben. Von mir bekommt Berlin Requiem 5 Schmetterlinge.

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