Peter Keglevic

 4.1 Sterne bei 19 Bewertungen
Autor von Ich war Hitlers Trauzeuge, Ich war Hitlers Trauzeuge und weiteren Büchern.

Lebenslauf von Peter Keglevic

Peter Keglevic, geboren 1950 in Salzburg und gelernter Buchhändler, ist ein erfolgreicher TV-Regisseur, ausgezeichnet u.a. mit dem Grimme-Preis und dem Deutschen Fernsehpreis. Seit über 20 Jahren hat er für »Laufen für den Führer« und die Lebensgeschichte von Harry Freudenthal recherchiert. »Ich war Hitlers Trauzeuge« ist sein erster Roman.

Quelle: Verlag / vlb

Neue Bücher

Wolfsegg

 (1)
Neu erschienen am 19.08.2019 als Hardcover bei Penguin.

Alle Bücher von Peter Keglevic

Cover des Buches Ich war Hitlers Trauzeuge (ISBN:9783328103776)

Ich war Hitlers Trauzeuge

 (16)
Erschienen am 10.12.2018
Cover des Buches Wolfsegg (ISBN:9783328600985)

Wolfsegg

 (1)
Erschienen am 19.08.2019
Cover des Buches Ich war Hitlers Trauzeuge: Roman (ISBN:B071R9NYRY)

Ich war Hitlers Trauzeuge: Roman

 (0)
Erschienen am 18.09.2017
Cover des Buches Ich war Hitlers Trauzeuge (ISBN:9783844527797)

Ich war Hitlers Trauzeuge

 (2)
Erschienen am 18.09.2017

Neue Rezensionen zu Peter Keglevic

Neu

Rezension zu "Wolfsegg" von Peter Keglevic

Ein archaischer Roman, packend und düster
Seehase1977vor 9 Tagen

Die 15-jährige Agnes lebt mit ihrer Familie abgeschieden auf einem Hof in den österreichischen Bergen. Schon früh muss das Mädchen erfahren, wie brutal das Leben sein kann. Ihre Mutter ist schwer an Krebs erkrankt, ihr Vater oft tagelang verschwunden. Agnes muss sich um den Hof und die jüngeren Geschwister kümmern und nebenbei ihre Lehre absolvieren die ihr keinen Spaß macht, der Chef ihr nachstellt und das Leben schwermacht. Als kurz hintereinander die Eltern ums Leben kommen, zählt für Agnes nur eins: Sie muss die Kleinen vor der Welt da draußen beschützen…


Meine Meinung:


„Wolfsegg“ hat mich aufgrund seines vielversprechenden Klappentextes, aber auch wegen dem bedrohlichen, wuchtigen Coverbild angesprochen. Der gelernte Buchhändler und TV- und Filmregisseur Peter Keglevic thematisiert in seinen Werken immer wieder das Leben in der entlegenen Provinz. Mit „Wolfsegg“ hat er einen düsteren Plot kreiert, der packt und nicht mehr loslässt.


Die Geschichte von Agnes und ihrer Familie ist eine tragische. Abgelegen und zurückgezogen leben sie auf ihrem Hof, der Umgang mit der Dorfgemeinschaft ist schwierig. Wer nicht so lebt, oder sich verhält wie es die Norm vorschreibt, gilt automatisch als seltsam, wird ausgegrenzt. Die Menschen sind misstrauisch, engstirnig und festgefahren in ihrer hinterwäldlerischen Denkweise.


"Die Bänke waren gut gefüllt, ebenso die Empore, un es summte, wisperte und zischte, wie es oft in den Wiesen am Nordhang vor einem Unwetter zu hören ist. Eine Unruhe hatte von den Kirchgängern Besitz ergriffen, als hätte eine Vorahnung ihren sonst so trägen Verstand erfasst."


"Die vier Waldners saßen eng aneinandergerückt wie Holzscheite an der Hauswand. Sie spürten die Blicke und hörten das Tuscheln in ihrem Rücken.


Aber auch die Vergangenheit der Eheleute Waldner ist undurchsichtig, nichts ist wie es scheint und über allem schwebt der Deckmantel des Schweigens. Früh deutet sich an, dass vor allem Agnes in ihrer Vergangenheit ein Trauma erlebt haben muss, dass mit dem Aufenthalt in einem Kinderheim einhergeht. Doch die Erinnerungen liegen im Nebel, verdrängt und tief vergraben. Als die Eltern tot sind, muss Agnes um jeden Preis verhindern, dass ihren jüngeren Geschwistern dasselbe Schicksal droht. Die Situation spitzt sich zu, der Spannungsbogen steigt mit jeder Seite und alles endet schließlich in einem tragischen Showdown.


"Öfters hielt Agnes inne, ihr Blick wanderte prüfend über den zerklüfteten und gezackten Gebirgsstock, der ihre Seite vom anderen Tal trennte. Vor sich die namenlosen Felsen und Klippen. Zur Linken, weit hinten das Hohe Riff und noch weiter weg die Gefrorene Wand, die so milchig weiß herüberschimmerte, als wäre sie von ewigem Eis bedeckt."


Peter Keglevic erzählt grandios. Nicht nur die bildgewaltigen Landschaftsbeschreibungen beeindrucken. Auch die stets düstere und bedrückende Atmosphäre geht nicht spurlos am Leser vorüber. Das Leben in dem engen Bergtal, die Sorgen der Familie, die Anfeindungen und das Misstrauen der Dorfbewohner, die Tristesse, die über allem liegt, ist sehr bildhaft beschrieben und geht nahe. Es sind Christina Stürmer-Songs oder Kinofilme wie Ice Age 5, die einem wissen lassen, dass die Geschichte tatsächlich im modernen 21. Jahrhundert spielt. Oft scheint es, als wäre die Zeit in diesem abgelegenen Tal stehen geblieben.


Alle der im Buch vorkommenden Protagonisten sind stark und wichtig für die Geschichte. Doch Agnes sticht heraus, ihre Stärke hinzunehmen was nicht zu ändern ist, sich dem Schicksal zu fügen, ist faszinierend und gleichzeitig unfassbar traurig.  Anstatt das Leben einer Jugendlichen zu genießen mit Schmetterlingen im Bauch und mit allem was dazu gehört, muss die 15-jährige die große Last der Verantwortung auf den schmalen Schultern tragen, dabei hat sie das Trauma ihrer Vergangenheit längst nicht verarbeitet.


Mein Fazit:


„Wolfsegg“ von Peter Keglevic ist eine echte Überraschung. Ein grandios erzählter und atmosphärisch kraftvoller Roman mit einer starken Protagonistin, der packt und bis zum Ende festhält. Klare Leseempfehlung!

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E

Rezension zu "Ich war Hitlers Trauzeuge" von Peter Keglevic

Harrys Lebenslauf
evaczykvor 8 Monaten

Bitterböse, tieftraurig, voll makabrer Komik und schwarzem Humor – mit „Ich war Hitlers Trauzeuge“ hat Peter Keglevic einen Roman mit ungewöhnlicher Perspektive über die Endphase des Zweiten Weltkriegs, über Endsiegglauben, Untergangsstimmung und das Überleben seiner Hauptfigur Harry gegen alle Wahrscheinlichkeit geschrieben.

Denn Harry Freudenthal, jüngster Sohn einer Berliner Zahnarztfamilie, wäre als Jude im April 1945 eigentlich wie schon all die Jahre zuvor ein Todgeweihter. Jahrelang lebte er als Untergetauchter, mit falschen Papieren, auf einer Odyssee kreuz und quer durch Europa. Er ist der einzige, der übrig ist von seiner Familie, die sich so mit Deutschland identifiziert hatte, dass die meisten von ihnen bis zuletzt nicht wahrhaben wollten, dass ihre Heimat sie nicht nur ausgestoßen hatte, sondern ihren Tod wollte – Eisernes Kreuz aus dem Ersten Weltkrieg hin, tiefe Verwurzelung in der deutschen Musik und Literatur her.

Wieder einmal ist Harry den Häschern im letzten Moment entkommen, aus Wien geflohen und mit einer Pilgergruppe unterwegs zum Jakobsweg. Doch dann wird er e rst festgenommen und dann als Läufer für den „Tausender Lauf“ rekrutiert – zum Geburtstag Hitlers sollen die Läufer nach tausend Kilometer Strecke in Berlin eintreffen und der Sieger dem deutschen Diktator persönlich gratulieren können. Harry, der jahrelang um sein Leben lief, tritt nun unter seinem falschen Namen Paul Renner zum Lauf seines Lebens an.

Keglevic hätte zu Endzeit-Dramatik greifen können, aber er entschied sich für schwarzen Humor, eine Art Schelmenroman in den Ruinen dessen, was vom Deutschen Reich im letzten Kriegsmonat noch übrig ist. Eine Schar von Läufern, die ständig schrumpft, angetrieben von der resoluten Hilde, einer Mädelscharführerin, dokumentiert von einem Reporter des „Völkischen Beobachters“ und der Reichsfilmregisseurin Leni Riefenstahl. An jeder Etappe gibt es Durchhalteparolen, und Bürgermeister und Parteibonzen sprechen voll Pathos vom Endsieg.

Doch nicht nur Harry weiß, das Ende steht bevor. Immer wieder muss die Etappenroute geändert werden – Luftangriffe haben die Städte zerstört, in denen die Läufer eigentlich triumphal einlaufen sollten. Die Amerikaner nahen von hinten, die Rote Armee vom Osten und schnell wird klar, dass die Läufer nicht so schnell sein können wie der Vormarsch der Alliierten.

Dass der Lauf dann doch noch bis Berlin führt, hat viel mit einem abgeschossenen amerikanischen Fallschirmspringer zu tunn, mit der Wettleidenschaft von General Patton und einer Eigendynamik, die zwar zalhreiche Umwege und Verwirrungen garantiert, aber Harry immer näher in die Höhle des Löwen bringt. Warum setzt er sich nicht ab wie viele andere der Läufer? Sucht Sicherheit bei den amerikanischen Truppen, gibt sich als Verfolgter des Nazi-Regimes zu erkennen? Ist es nur das Lächeln eines BDM-Mädchens, dass ihr verzaubert hat? Die wiederkehrenden Träume, in denen seine toten Angehörigen ihn mahnen, ihren Auftrag zu erfüllen? Und welches Vermächtnis haben sie ihm hinterlassen?

Auf fast 600 Buchseiten entwickelt sich die Geschichte Harrys und seines Lebenslaufs, mit makaber- absurden, schrecklichen, gelegentlich urkomischen Situationen, mit Rückblicken auf Flucht und Überlebenskampf der vorangegangenen Jahre, auf menschliche Größe und Niedertracht. Als Leser fiebert man mit Harry und blickt auf die letzten Tage des Dritten Reiches aus einer ganz neuen Perspektive. Das Lachen bleibt dabei oft in der Kehle stecken. Ein Buch, das viele Leser verdient.

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Rezension zu "Ich war Hitlers Trauzeuge" von Peter Keglevic

langatmig
Das_Lesedingvor einem Jahr

Inhalt:
Harry Freudenthal nimmt als Jude am „Lauf für den Führer“ teil und gewinnt. Während der 20 Etappen hat Harry viel Zeit, um über sein bisheriges Leben nachzudenken …

Schreibstil:
Als Pendant zu „Er ist wieder da“ wurde dieses Buch beworben und es hat kläglich versagt. Harry läuft und läuft und läuft, ein Duracell-Hase hätte es nicht besser machen können. Daher ist ein Teil des Buches definitiv nur für Leser geeignet, welche sehr sportbegeistert sind. Der andere Teil widmet sich den Erlebnissen von Harrys bisherigem Leben. Leider springt die Geschichte so oft hin und her und beinhaltet so viele Namen und Orte, dass es sehr schnell zur Verwirrung kommt und ein kleiner Spickzettel für den Leser nötig wird. Muss das so sein?!

Der Ausdruck ist okay, ebenso wie die stilistischen Mittel. Ab der Hälfte des Buches sind dem Autor aber wohl die Ideen ausgegangen, denn es wiederholt sich vieles. Hier hätte man gute 150 Seiten kürzen können.

Charaktere:
Obwohl das Buch so lang ist und Harry wirklich viel erlebt, bleiben die Figuren sehr blass. Sie zeigen keine Tiefe und durch die Vielzahl der auftretenden Personen will man sich auch gar nicht so genau mit jedem einzelnen befassen.

Cover:
Das Cover wirkt sehr hart und durch die kantige Gestaltung wirkt es eher abschreckend.

Fazit:
Ein sehr langatmiges Buch, welches mich über 2 Monate Lesezeit kostete. Ich kann es nur an Sportbegeisterte Leser empfehlen und vergebe nur 2 Sterne.

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