Peter Klohs Geschichten aus dem Duden

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Inhaltsangabe zu „Geschichten aus dem Duden“ von Peter Klohs

In 13 Kurzgeschichten entwirft der Autor ein weitgefächertes Panorama zwischen einem Velberter Kirmesplatz und einer Welt, die „so weit von unserer entfernt ist, dass es für so viele Kilometer keine Zahlen mehr gibt.“ Es gibt lustige Geschichten (die mitunter auch einer Farce nahekommen), dunkle und spannende Stories und auch melancholische, traurige. Ebenso werden in zwei längeren Geschichten persönliche Dramen beschrieben, in einem Fall die größte persönliche Katastrophe, die denkbar erscheint. Viele Stories enden mit einer Pointe, wie es sich für derartige Geschichten gehört. Eine bunte, in vielen Farben schillernde Palette an kurzen und mittellangen Geschichten.

Auf 800 Seiten Duden sind noch viel, viel mehr Wörter! Ich hätte gerne noch mehr von diesen Geschichten :)

— Igelmanu66
Igelmanu66
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    Geschichten aus dem Duden
    Igelmanu66

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    „Dieses Buch“, dozierte Friedrich, „fügt sich nicht nur nahtlos in deine schöne Sammlung ein (er hasste Lücken derart, dass er selbst das Wort „Lücke“ nicht aussprechen mochte), es fordert und fördert sogar die Fantasie.“ Ein zunächst ungeliebtes Buchgeschenk hat der Erzähler hier erhalten, ein achthundert Seiten starkes Herkunftswörter-Buch. Den Duden Nummer 7, den er nie haben wollte, weil er die Lücke in seinem Bücherregal zwischen Duden Nummer 6 und Nummer 8 so liebt, sie geradezu kultiviert hat! Zunächst noch ärgerlich auf den schenkenden Freund, stellt er jedoch und zu seiner großen Überraschung fest, dass seine Phantasie, kaum dass er einen wahllos herausgesuchten Eintrag gelesen hat, tatsächlich anfängt zu arbeiten… Büchern mit Geschichten gebe ich selten 5 Sterne. Häufig unterscheiden sich die Geschichten in der Qualität, meist sprechen mich zwar einige sehr an, andere hingegen „gehen so“ oder gefallen mir nicht besonders. Bei diesem Buch jedoch fand ich den Großteil so gut, dass ich das Buch – was sehr selten vorkommt – gleich noch ein zweites Mal gelesen habe. Die 13 Geschichten sind sehr abwechslungsreich, spielen an Orten zwischen Nancy und Velbert, bleiben mal in der Gegenwart oder reisen in Vergangenheit oder Zukunft. »Der geneigte Leser und die schöne Leserin« kann einen Kommissar und seine Ermittlungstaktik beobachten, einen Ausflug in die Kindheit unternehmen oder ein sehr unterhaltsames Geschehen auf einem Kirmesplatz verfolgen. Ich habe mich über famose Pointen gefreut, eine Episode im Leben eines Autors und eine Geschichte über Freundschaft gelesen und war überrascht, was ihm so zu Begriffen wie „Spiel“, „Sammeln“, „Vogel“ oder „Jagd“ einfällt. Da der Autor die Musik sehr liebt, gibt es auch dazu etwas Passendes. Das Leseerlebnis war mal spannend, mal lustig, mal nachdenklich und auch mal erotisch. Und immer war es dabei sehr unterhaltsam! Die Art und Weise, in der Peter Klohs mit Worten umgehen kann, habe ich schon in „Für Elise“ bewundert. Sein Stil ist lebendig, nett sarkastisch und ich kann mir gut vorstellen, dass er beim Schreiben manches Mal selber grinsen musste ;-) Zwischen den Geschichten gibt es jeweils ein überleitendes Intermezzo, das klingt dann zum Beispiel so: »Das war ein Spaß, ich sag’s Ihnen. Diese Imagination hatte mir große Freude bereitet. Doch es war ein später Abend, an dem mir mein Freund diesen Duden schenkte, und ich war recht müde. Also fuhr ich nach Hause und verschob alle weiteren Unternehmungen in Sachen Imagination auf den nächsten Tag. Und bereits am folgenden Abend kam die Gelegenheit: Einer dieser mir schon immer einigermaßen suspekt erscheinenden Jäger in Trachtenloden wurde in einer mir nicht mehr namentlich erinnerlichten Fernsehsendung zu seiner waidmännischen Tätigkeit befragt. Der Mann sagte etwa dieses: „Jagen ist angewandter Naturschutz.“ „Was?“, so dachte ich fassungslos, „Was hat er da gesagt?“ Das war ja fast so schlimm, als hätte ein Mitglied der Regierungskoalition behauptet, der Kanzler regiere tatsächlich unser Land. „Na wartet“, drohte ich in Gedanken, „euch werd‘ ich’s geben“…« Herrlich! Für mich war jedes Intermezzo ein Appetitanreger :) Kleiner Nachsatz für die Bildungshungrigen: Der dudenmäßige Eintrag zur Herkunft der phantasieanregenden Wörter steht jeweils zu Beginn der Geschichte. Man lernt also auch noch etwas… Fazit: Auf 800 Seiten Duden sind noch viel, viel mehr Wörter! Ich hätte gerne noch mehr von diesen Geschichten :)

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    Cridilla

    Cridilla

    22. February 2016 um 07:07