Peter Koebel Fischmarie

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Inhaltsangabe zu „Fischmarie“ von Peter Koebel

Verleger, Aussteller, Umzieher: Eine fundierte Wissensbasis und gründliche Recherche sind dem Autor eben alles. Sein Dreistädteroman beginnt im Herzen der Verlagsszene, mitten in den pulsierenden Hallen der Frankfurter Buchmesse. Eine schillernde Leiche, ein knackiger Polizist und eine anziehende Frau mit ein paar Geheimnissen zu viel: Peter Koebel schnappt sich die Stereotype, aus denen Bestseller gemacht werden und formt daraus ein rasantes, literarisches millefeuille, zwischen dessen Schichten sich so manche Wahrheit verbirgt. Zum Brüllen komisch, komplett klischeebefreit und vor allem: zuckerböse!

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  • Rezension zu "Fischmarie" von Peter Koebel

    Fischmarie
    Ein LovelyBooks-Nutzer

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    13. January 2013 um 20:44

    Marie hat aus ihrem ganz durchschnittlichen Leben in einer typischen Kleinstadt etwas völlig Anderes und teilweise sehr Aufregendes gemacht. Dass sie aber eines Tages in einem Verhörraum sitzen wird, weil sie auf der Frankfurter Buchmesse einen Verleger tot aufgefunden hat, war nicht vorhersehbar. Und jetzt hat sie dem Polizisten auch noch den Ausweis gegeben, der sie als Gudrun Baader identifiziert. Wenn der Polizist da nicht stutzig wird, muss er ein ganz besonders dummes Exemplar seiner Gattung sein. Und es wird auch nicht lange dauern bis er auf die Beziehung beziehungsweise das Arrangement zu sprechen kommt, welches Marie und der Verleger hatten. Ihre Situation ist sicherlich nicht einfach, aber bisher hat sie so viele Klippen umschiffen müssen, dass sie an dieser jetzt wohl nicht zerschellen wird. Aber wie kam sie überhaupt in diese Situation und welche dunklen Geheimnisse möchte sie lieber nicht aufdecken? Die Geschichte der sehr schlagkräftigen Frau, die nicht immer auf der Sonnenseite des Lebens wandelte und auch kein Kind von Traurigkeit ist, wird in zwei verschiedenen Strängen erzählt. Da gibt es zunächst die Vorkommnisse rund um den Leichenfund und die Befragung. Hier agiert sie sehr humorvoll und selbstbewusst, spricht aber mehr als einmal Dinge aus, die man in solch einer Situation lieber nur denken sollte. So manövriert sie sich ab und an mit ihren Kommentaren, die spitz wie eine Nadel sind, ins Abseits. Dabei bleibt sie allerdings bei der Wahrheit und nimmt einige Aspekte des Verlagswesens aufs Korn. Für Personen, die sich direkt angesprochen fühlen mag die Figur daher vielleicht etwas arrogant wirken. Für Leser, die den Literaturbetrieb aber gerade so kennengelernt haben oder "Laien" sind, ist es einfach nur amüsant ihren Analysen zu lauschen. Sie kann sich bissige Kommentare auch erlauben, weil sie nicht Teil des ganzen Rummels ist. Marie ist sozusagen ein kritischer Zuschauer, der ja nicht auf die Gunst der Schauspieler angewiesen ist und daher seine ungeschönte Meinung abgeben kann. In einem zweiten Erzählstrang berichtet die Protagonistin von ihrer Sozialisation und somit den wichtigsten Punkten ihrer Biografie. Sie zeichnet damit den Weg nach, den sie bis zum Zeitpunkt der Buchmesse gegangen ist. Dieser kurze Überblick vermag jetzt noch nicht recht zu zeigen, dass es sich um eine runde und sehr witzige Geschichte handelt. Die wichtigste Zutat dieses Werkes habe ich nämlich noch nicht genannt. Verantwortlich für den letztendlich durchweg humorvollen Text, der den Literaturbetrieb auf der einen Seite mit einem Augenzwinkern betrachtet und auf der anderen Seite aus dem dann doch nicht so typischen Leben einer interessanten Frau berichtet, ist die junge und frische Sprache des Autors. Peter Koebel schafft es in dem Leser ein sehr ambivalentes Gefühl auszulösen. Denn durch das Springen zwischen den Erzählebenen entsteht auch ein ständiges Hin und Her für den Leser. Gerade lacht man sich noch über einen schnippischen Kommentar schlapp und schon befindet man sich wieder in der tiefsten Tristesse, die nicht zu enden scheint. Hinzu kommt, dass die Geschichte einen geradezu perfekten Spannungsbogen beinhaltet, der den Leser am Zuklappen des Buches hindert. Man will nicht nur wissen, ob Marie jetzt den Verleger umgebracht hat. Nein, auch die Frage nach ihrer eigenen Geschichte treibt einen immer wieder um. Fazit: Ein kleiner feiner Roman voller Witz und Charme. Unbedingt lesen!

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  • Rezension zu "Fischmarie" von Peter Koebel

    Fischmarie
    yvonne_pioch

    yvonne_pioch

    23. November 2012 um 12:04

    "Die Fischmarie" ist ein kurzweiliger Roman irgendwo zwischen Thriller und Generation Golf. Marie, die Ich-Erzählerin, erhielt bereits in der Schule ihren Spitznamen "Fischmarie", da ihre Eltern ein Fischgeschäft besaßen. Maries Leben lief nicht ganz wie geplant: Aufgrund eines tragischen Unglücks musste sie die Schule hinwerfen und den Familienbetrieb mitführen. Und hin waren ihre Zukunftspläne. Auch die erwachsene Marie scheint Schlamassel magisch anzuziehen, denn in diesem Roman sitzt sie in einem Polizeiverhör und wird beschuldigt, den Verleger Konstantin Krieg auf der Frankfurter Buchmesse ermordet zu haben, weil sie unglücklicherweise die Erste am Tatort war. Nun fragt sie ein Komissar Schneider über ihre Verbindung zu diesem Herrn Krieg aus und sie beglückt ihn dafür mit ihren Lebensweisheiten. Denn die Fischmarie ist reichlich nervös, da sie zwar diesen Mord nicht begangen hat, aber in anderer Hinsicht nicht gerade unschuldig ist ... Das Sympathische an der Hauptfigur ist, dass sie zum Philosophieren neigt, über die Welt, die Werbung, Männer und Frauen und vor allem die Buchbranche, auch wenn sie gar nicht vom Fach ist. Als Leser ist man immer hin- und hergerissen zwischen Lachen und dem Gedanken: Wo sie recht hat, hat sie recht. Dasselbe sagt übrigens die Fischmarie über Poupette, die Großmutter von Vic aus La Boum 2. Vic möchte von Poupette in einer Filmszene wissen, wie man sich beim Rendezvous mit einem Mann verhält bzw. worüber man redet. Und Poupette rät: "Wenn er klug ist, hörst du einfach zu, denn dann verstehst du sowieso kein Wort. Und wenn er dumm ist, hörst du einfach weg, denn die Dummen reden noch mehr." Die Fischmarie kommt übrigens auf die Szene, weil sie dem Komissar versucht zu erklären, warum sie auf der Buchparty von Konstantin Krieg den Partygästen nicht zugehört habe. Schneider seinerseits hat es nicht so mit Filmzitaten und ist reichlich genervt, während vor allem weibliche Leser sich schwer amüsieren. Wie es am Ende ausgeht, möchte ich nicht verraten, dafür aber eine dicke Leseempfehlung aussprechen. Es sei nur noch erwähnt, dass der Roman nicht nur in der Buchbranche spielt, sondern die Fischmarie sich auch gleich zu Beginn fragt, was eigentlich in ein gutes Manuskript gehört und wie viel so eine Hauptfigur oder Autorin eigentlich von sich preisgeben darf. Ganz ähnlich wie in einem Verhör eben.

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  • Rezension zu "Fischmarie" von Peter Koebel

    Fischmarie
    angi_stumpf

    angi_stumpf

    01. November 2012 um 14:21

    In "Fischmarie" erzählt Autor Peter Koebel die Geschichte einer Frau, der das Schicksal im Leben nicht immer wohlgesonnen war, um es mal vorsichtig auszudrücken! Marie selbst würde das sicher anders sagen, aber in einer Rezension darf man solche Ausdrücke nicht verwenden... Marie darf es allerdings in ihrem Buch! :) Und sie macht auch regen Gebrauch davon, ist eine sehr direkte Person, die sagt, was sie denkt. Leider auch in dafür eher unpassenden Situationen, wie einem Polizeiverhör. Damit zur Story: Das Buch hat verschiedene Handlungsstränge: zum einen erleben wir in der Gegenwart, wie Marie unter Mordverdacht gerät, weil sie zufällig auf der Frankfurter Buchmesse einen toten Verleger auffindet. Zum anderen erzählt sie uns von ihrer Vergangenheit und wie es dazu kam, daß sie nicht als Marie, sondern als "Gudrun" vor dem Kommissar sitzt. Und warum das mit dem Mord vielleicht gar nicht so abwegig ist, aber sicher nicht an einem Verleger. Marie mußte in ihrer Kindheit viel einstecken, schon allein ihr wenig schmeichelhafter Spitzname "Fischmarie" trug nicht gerade zu ihrem Lebensglück bei. So stolpert sie irgendwie von einem Schicksalsschlag zum nächsten und findet ihre ureigenen Methoden, um sich "abzureagieren" und sich an ihrer Umwelt ein Stück weit zu rächen. Bis eines Tages wirklich alles schiefläuft und sie quasi über Nacht in einem völlig neuen Leben landet... Der Schreibstil gefällt mir: locker, ungekünstelt, auf den Punkt. Es kommt zwar keine echte Spannung auf, aber das Buch bezeichnet sich ja auch nicht als Krimi. Man möchte trotzdem erfahren, wie es zu allem kam und wer es denn nun getan hat. Es ist kein gewöhnliches Buch, sondern an vielen Stellen eher eine Abrechnung mit Klischees, mit Dingen oder Gegebenheiten unseres Alltags, über die man sich vielleicht mal Gedanken machen sollte. Und wer mehr über das Schicksal eines gewissen Agenten Mauz erfahren möchte, der kurz im Buch erwähnt wird, der sollte vielleicht auch "Reinverlegt!" von Betty Kolodzy lesen...

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