Peter Kurzeck Oktober und wer wir selbst sind

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Inhaltsangabe zu „Oktober und wer wir selbst sind“ von Peter Kurzeck

Oktober und wer wir selbst sind, das neue Buch der großen autobiographisch-poetischen Chronik von Peter Kurzeck, geht zurück in das Jahr 1983. Es ist für den Erzähler die Zeit vor der Trennung, vor der »neuen Zeitrechnung«, die 1984 beginnt.

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  • Hallo in Kanal Kurzeck

    Oktober und wer wir selbst sind

    jahfaby

    16. December 2015 um 17:13

    Kurzeck erzählt keine Geschichten, Kurzeck erzählt Leben. Schreibt nieder, was passiert und was er denkt und was ihn an was erinnert. Dabei erinnert mich seine Schreibe daran, wie Araber schreiben. Die Vokale werden nicht geschrieben, und dennoch versteht man jedes Wort aus dem Kontext. Ähnlich ist es bei Kurzeck. Er lässt viele Worte weg, weil klar ist, welche es sein müssen. Schreibt extrem elliptisch und überlässt dem Leser das denken. Man kann nicht wirklich runterlesen, diese Gedanken. Man muss aktiv lesen, sich aktiv in den Kanal Kurzeck schalten, der einfach durchgehend läuft. Es gibt keine Absätze, keine Ruhepause. Es gibt viele schöne Gedanken, mein Exemplar des Buches ist voller Eselsohren und unterstrichenen Sätzen. Es gibt viel Atmosphäre, viele Bilder. Aber keine Geschichte. Kein Plot. Man das Buch irgendwo anfangen und irgendwo aufhören. Das Buch selbst fängt irgendwo an und hört irgendwo auf. Die erste Hälfte macht das Spaß. Tolle Bilder, schöne Sätze, angenehmes Gefühl. Aber irgendwann ist es mir wirklich anstrengend, dabeizubleiben. Und ich weiß, es gibt noch ein halbes Dutzend weiterer Bücher, die genau so funktionieren. Man kann das schon machen, dieses Einschalten von Kanal Kurzeck. Aber ich brauche das nicht nochmal. Da lese ich lieber Geschichten, habe genug eigenes Leben in mir.

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  • Rezension zu "Oktober und wer wir selbst sind" von Peter Kurzeck

    Oktober und wer wir selbst sind

    HeikeG

    25. June 2007 um 21:20

    Vom Leben, der Zeit und dem heutigen Nachmittag "Erzähl, Peta, erzähl!" fordert Peter Kurzecks kleine Tochter Carina. Und das tut er grandios in seinem neuen Buch "Oktober und wer wir selbst sind" "Sehr früh erlag ich dem Zwang, dass ich nichts vergessen darf", hat Peter Kurzeck seine Poetik einmal umschrieben, "weil alles, woran man sich nicht erinnert, verloren sein kann für immer. Wenn wir den gestrigen Tag nicht mehr wissen, ist der gestrige Tag nicht gewesen, Böhmen nicht und wir auch nicht." Und deshalb schreibt Peter Kurzeck alles auf, auf Zettelchen am Abend, am Morgen - "noch früh" - mit seiner Schreibmaschine und vor allem in seinem Kopf ("im Gehen vor mich hinreden und gestikulieren"). Für den Leser ein großes Glück, dass seine Gedanken wieder einmal den Weg in ein Buch gefunden haben. Kurzecks Erzählung - geschrieben in einer wunderbaren Prosa - setzt im Oktober im Jahr 1983 ein, ein Jahr, das er selbst als "die Stunde Null" bezeichnet, denn im November dieses Jahres erfolgte die schmerzhafte Trennung von seiner Freundin Sibylle und seiner Tochter Carina. Doch davon erfahren wir in "Oktober und wer wir selbst sind" noch nichts, vielleicht ganz unterschwellig, am Ende, wenn er vor dem geöffneten Fenster steht und in die Nacht hinausschaut: "Und jetzt? Allein in der Stille... Allein und als Letzter übriggeblieben. Am Rand, am äußersten Rand. Und Nacht, Leere, Einsamkeit ziehen an dir und ziehen dich immer weiter hinaus..." Wegträumen im Gehen Doch vorerst setzt uns der 1943 in Böhmen geborene und im hessischen Staufenberg aufgewachsene Autor ("im Juni vierzig geworden und fristgerecht meine Arbeit verloren") auf ein "Zauberfahrzeug mit Klingel und Silberspeichen" und lädt uns zu einem Stadtbummel in den Stadtteil Bockenheim in Frankfurt am Main ein. Er lässt uns die "Ladentürglöckchen" der Bäcker hören, fährt beim "Schmuckstandinder an der Warte" vorbei ("Die Straße kennt uns. Überall kann man stehenbleiben."), biegt in unzählige Wege ein und steht an magischen Straßenecken: ein städtischer Nachmittag - um schließlich in der Jordanstraße zu landen. Dort wohnt die kleine Familie (seine Freundin Sibylle, die vierjährige Tochter Carina und er selbst - liebevoll "Peta" von seiner kleinen Tochter genannt) seit fünf Jahren in einer Dachwohnung: "Vierter Stock. Kein Balkon. Schräge Wände." Ein idyllischer Mikrokosmos - so scheint es ("Am Abend zu dritt in unserem großen Zimmer"). Kopf voller Wörter und Bilder Doch bald schon geht es wieder los, ein neuer Herbstmorgen ("Mit oder ohne Fahrrad"). Er bringt seine kleine Tochter zum "Kinderladen", vorbei an Bettlern, Säufern und Pennern, zu denen er noch vor vier Jahren selbst gehörte ("ein Säufer, der aufgehört hat, jetzt siehst du dich immer noch in jedem von ihnen"). Danach - zu Hause - schreibt er an seinem neuen Buch, isst nichts, raucht Kette und trinkt literweise Milchkaffee und Espresso - exzessiv - Geldsorgen, immer mehrere Gedanken im Kopf, Erinnerungen an die Kindheit ("jeden Tag wieder das Dorf aufbauen und in Gang halten"), an seinen Freund Jürgen und dessen französische Freundin Pascale, die ein kleines Restaurant in der Provence aufgemacht haben und deren Beziehung kurze Zeit darauf zerbricht ("Wie schnell so ein Familienleben sich zerlegen und abtransportieren lässt"). Und abends sitzen die Drei wieder zusammen oder gehen spazieren, Schaufensterbummel, Lichter in den Kneipen seiner Straße. "Du stehst, die Zeit ruckt, der Boden schwankt... Gegenwart. Aber wo bist du gewesen? Welchen Weg gekommen?" Peter Kurzeck zeichnet in "Oktober und wer wir selbst sind" ein teilweise sehr wehmütiges Herbstbild - mit einem Lebenspfad darin. Aber es ist kein gerader Weg, sondern er schlängelt sich durch die Gedankenlandschaft seiner Erinnerung. Er hat keine Begrenzung, schwebt nahezu in Raum und Zeit ("Und wenn man dann weitergeht, stolpert der Weg noch ein paar Mal"). Der Leser kann dabei einen anderen Abzweig nehmen, sich wegträumen im Gehen, auf einer "Parkbank" ausruhen, um sich danach wieder einzuordnen. Von Zeit zu Zeit verfängt man sich in diesem Netz aus Beobachtungen und Gedanken, bemerkt wie man einen anderen Faden weiterspinnt, abschweift. Eigene Erinnerungen treten ans Tageslicht, Gedankenspiele ("Lang stehen und dabei jeder immer tiefer in ich hinein"), "Wegträumen im Gehen". Doch bald schon treibt Kurzeck den Leser (und sich) wieder voran - ein ständiges Fließen. "Wie die Zeit selbst." Dabei scheint seinen Sätzen immer etwas zu fehlen - ein Verb, dann wieder das Subjekt - jedoch ohne dass es vermisst wird. Das macht seine Prosa aus - kurze und präzise Sätze, ohne Schnörkel und Kringel, aber trotzdem und vor allem daher, so ungemein aussagekräftig und tiefgeistig. Er bringt menschliche Gedanken, die hin und her hüpfen, zu Papier, ohne sie in ein "Satzkorsett" zu zwängen, scheinbar ungeordnet und unwillkürlich. Eingesponnen! Gefangen! Verzaubert! Peter Kurzeck benötigt nur zwei, drei Pinselstriche und schon ist das Bild da. Zur Intensivierung wird hier wiederholt "drübergegangen", da etwas verwischt. Am Ende bleibt großartige Literatur, bei der man bemerkt, "wie etwas anderes anders ist als etwas noch anderes." In Peter Kurzecks neuem Roman kann man sich verlieren. "Ein Buch, wie es noch keins gibt, aber wie es scheint, merkt das keiner." Oh doch, Herr Kurzeck, denn nach diesem Buch bleibt einem "für immer das Bild."

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