Peter Laufer

 3.5 Sterne bei 6 Bewertungen
Autor von Der Traum der Schildkröte, Sie hat es doch gewollt und weiteren Büchern.

Alle Bücher von Peter Laufer

Cover des Buches Der Traum der Schildkröte (ISBN:9783990550175)

Der Traum der Schildkröte

 (3)
Erschienen am 21.03.2019
Cover des Buches Bio? (ISBN:9783701733590)

Bio?

 (1)
Erschienen am 24.02.2015
Cover des Buches Sie hat es doch gewollt (ISBN:9783404136513)

Sie hat es doch gewollt

 (2)
Erschienen am 01.07.1998
Cover des Buches The Dangerous World of Butterflies (ISBN:9781599219271)

The Dangerous World of Butterflies

 (0)
Erschienen am 04.05.2010
Cover des Buches Forbidden Creatures (ISBN:9780762771806)

Forbidden Creatures

 (0)
Erschienen am 18.10.2011

Neue Rezensionen zu Peter Laufer

Neu

Rezension zu "Der Traum der Schildkröte" von Peter Laufer

Erzähle uns doch deine Schildkrötengeschichte
Sikalvor 3 Monaten

Der Autor und Journalist Peter Laufer ist überzeugt, dass jeder seine persönliche Schildkrötengeschichte zu erzählen weiß. Dafür – und um die Wertschätzung dieses Tieres in Erfahrung zu bringen – reist er quer über den Globus und versucht seine Sicht der Dinge sowie seine Erfahrungen und die Schildkrötengeschichten unterschiedlicher Menschen in einem Buch zusammen zu fassen. Herausgekommen ist „Der Traum der Schildkröte“ … und wenn man liest, wie Schildkröten behandelt werden, kann das auf keinen Fall deren Traum sein. Sie werden verkocht, in zu kleinen Wannen gehalten, lieblos übereinandergestapelt, geschmuggelt oder als Potenzmittel missbraucht. Besonders erschreckend fand ich die Geschichte, dass teilweise bei lebenden Tieren Teile des Fleisches herausgeschnitten werden …

 

Der Autor zeigt viele Fälle auf, die man nur abstoßend finden kann. Doch zum Glück gibt es auch noch den Gegenpol – Einzelpersonen oder Organisationen, die sich zum Ziel setzen, diesen Tieren Wertschätzung und Respekt entgegenzubringen. Und so wird in Peter Laufers Buch die Schildkröte doch noch diese Achtung geboten, die sie auch verdient. Immerhin ist es bereits fünf Minuten vor zwölf und die Schildkröte ist auf der Liste der bedrohten Arten. Doch nicht nur das Jagen und Handeln mit diesen Tieren gefährdet den Bestand, auch das Beschneiden der Lebensräume – beispielsweise durch das Anlegen eines Solarparks mitten in einem Schildkrötengebiet. Wie meist, steckt auch hier immer sehr viel Geld dahinter, was natürlich wichtiger ist als das Wohl der Tiere oder Natur.

 

Spannend finde ich, dass sich der Autor für dieses Projekt auch eine Schildkröte zulegt, um sie genau zu beobachten. Man erfährt während des Buches in kleinen Häppchen auch immer wieder vom Leben mit „Fred“, welche Besonderheiten auffallen und welche Vorlieben das Tier hat.

 

Das Buch bietet einen interessanten Einblick in die Welt der Schildkröten. Leider hat sich der Autor durch seine Begeisterung hinreißen lassen, dass Thema etwas zu sehr auszuschmücken. So entstanden einige Längen, die das Lesen manches Mal mühsam machen. Trotzdem hat er mir Einblick in eine besondere Welt geboten, daher sei ihm dies verziehen …

 

Ein eindringliches Buch über eine bedrohte Tierart, der man dadurch vielleicht wieder ein wenig mehr Aufmerksamkeit widmet. 4 Sterne

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Rezension zu "Der Traum der Schildkröte" von Peter Laufer

Faszination Schildkröte
Janine2610vor 5 Monaten

Buchrückseite:

Eine Schildkröte könnte Geschichten erzählen, von denen der Mensch, im Vergleich dazu ein Jüngling auf Erden, nur träumen kann. Diesen Geschichten auf die Spur zu kommen, war Peter Laufers Ansinnen. Er erzählt von der ersten Begegnung zwischen dem Menschen und dem gepanzerten Reptil, bis hin zur Realität des Schildkrötenlebens, das untrennbar mit dem ökologischen Schicksal der Meere und dem Klimawandel verknüpft ist. Ein Aufruf für die Zukunft unseres Planeten einzutreten, ein Memento der Achtsamkeit und die Geschichte einer Freundschaft.

Meine Meinung:

Die Schildkröte steht auf der Liste stark bedrohter Tierarten. Sie ist nicht so niedlich wie ein Panda, nicht so kuschelig wie ein Koala und auch nicht so prächtig wie ein Eisbär, dennoch scheint sie die Menschen auf irgendeine Art und Weise zu faszinieren. Peter Laufer hat sich in seinem Recherche- und Dokumentationsreise-Roman ganz dem Thema »Schildkröte« gewidmet. Er nimmt uns mit auf eine ausgiebige Reise durch die Welt und bringt uns dabei die Schildkröte in all ihren Facetten ganz nahe. Allein, wenn man dann erfährt, dass die Schildkröte bereits im Dinosaurierzeitalter existierte, betrachtet man diese Wesen mit ganz anderen Augen.

Man fragt sich, warum die Schildkröte in so vielen Gegenden verehrt und als heilig angesehen und in anderen Gegenden wiederum gejagt und verkauft wird. Ihr Lebensraum wird mancherorts zerstört – für Golfplätze, für Öl, für Solaranlagen. Besonders nachdenklich gemacht, hat mich die Aussage der Biologin Mercy Vaughn. Sie denkt, dass "die Welt bereits im Arsch" ist und wir Menschen "die Meister unseres eigenen Untergangs" sind. Es gibt "zu viel Geldgier und Verlangen nach Macht" und "wieso sollte man sich da um ein paar Schildkröten irgendwo in der Wüste sorgen"? Dennoch gibt es sie immer wieder, Tierschützer und Tierschutzorganisationen, die alles in ihrer Macht stehende tun, um das Reptil zu retten und in seinem Lebensraum zu beschützen.

Als Leser ist man einfach nur bestürzt, wenn man all die Gründe erfährt, weswegen der Mensch Interesse an Schildkröten, auch an vom Aussterben bedrohten Schildkrötenarten, hat: Mit ihnen werden Schildkrötenopfer praktiziert. Man glaubt, dass, wenn man sie isst, man sehr lange lebt oder geduldig, weise und fruchtbar (Teile von ihr benutzt man als Viagra.) wird. Sie hat einen Platz auf Gourmetspeisekarten und wird als Heilmittel eingesetzt. Besonders die Asiaten können die Finger nicht von ihr lassen. In China spielt die Schildkröte eine zentrale Rolle: sie wird gewildert, geschmuggelt, am Schwarzmarkt (für SEHR VIEL Geld) verkauft. Ein seltenes Tier zu besitzen ist für Reiche mit Sammelsucht ein besonderer Kick. Aus ihrem Panzer wird Schildpatt hergestellt: Kämme, Haarschmuck, Plektren. Aus ihrer Haut: Schuhe und Taschen. Schildkröten landen häufig in für den Fischfang riesigen Netzen als Beifang und verenden dort elendig.
Es gibt unendlich viele Gründe, weshalb die Schildkröte gefährdet ist. Sie lebt unter Umständen sehr lange, muss aber auch ein gewisses Alter erreichen, um sich fortpflanzen zu können. Aus einem Schildkrötennest mit mehreren 100 Eiern überleben nur ein paar wenige, die das Erwachsenenalter erreichen.

Der Autor hat sogar einen Schildkrötenschmuggler in Gewahrsam und einen auf freiem Fuß interviewt, um deren Motive zu erfahren und verstehen zu können. Laufer hat sich wirklich voll auf sein Schildkrötenprojekt eingelassen, denn auch er selbst hat sich eine Schildkröte zugelegt, um ein Weilchen mit ihr zu leben und ihre Faszination auszumachen. Zwischen Laufers Schildkrötengeschichten finden sich im Buch diese grau hinterlegten Texte, in denen der Autor von Fred berichtet, seiner vorübergehenden Pflegeschildkröte. Diese Absätze wirken wie erholsame Päuschen zwischen all den Unglaublichkeiten und Abscheulichkeiten rund um den Schildkrötenhandel. Manch ein Fakt widert einen an, manches erschreckt und manches lässt einen einfach nur den Kopf schütteln. In jedem Fall hat sich der Inhalt bei mir eingeprägt und ja, die Schildkröte sehe ich heute definitiv mit anderen Augen.

»Jeder hat eine Schildkrötengeschichte.« sagt Peter Laufer in seinem Buch immer wieder. Ich hatte in meinem Leben bisher kaum etwas mit diesen Tieren zu tun. Aber ja, trotzdem kann auch ich "eine Schildkrötengeschichte" erzählen: Meine Mutter hatte zwei Schildkröten. Die zwei lebten noch bei uns, als ich ein Kleinkind war. Erinnern kann ich mich daran allerdings nicht mehr. Irgendwann sind die beiden ausgebüxt und nie mehr wieder zurückgekommen. Heute habe ich meinen eigenen Haushalt in einem anderen Ort und seit ein paar Monaten hängen in unserer Nachbarschaft mehrere "Schildkröte entlaufen"-Schilder an Masten, die wohl ein besorgter Schildkrötenbesitzer dort angebracht hat. Da sie heute immer noch dort hängen, kann ich annehmen, dass besagte Schildkröte noch nicht wieder aufgetaucht ist. Das sind meine Schildkrötengeschichten. Sie sind nicht lange und nicht aufregend, aber es gibt sie.
Und, was ist deine Schildkrötengeschichte?

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Rezension zu "Der Traum der Schildkröte" von Peter Laufer

"Finde deine Schildkröte"
annluvor 6 Monaten

„Warum fühlen wir uns von diesen Tieren so angezogen?“ „Es ist ihre Langlebigkeit. Ich denke, ihre Langlebigkeit bringt Demut in den Menschen hervor.“


Schildkröten leben seit Jahrmillionen und jede einzelne von ihnen trägt das Potential länger als ein Mensch zu leben. Aber gerade ihre Langlebigkeit ist es, die sie für viele faszinierend macht – und das nicht immer zum Vorteil der Schildkröten. Journalismus Professor Peter Laufer hat sich auf die Reise gemacht, Menschen aufgesucht, sich ihre Schildkrötengeschichten angehört und versucht zu rekonstruieren, warum im Moment die Schildkröten kein einfaches Leben führen.



Ausgehend vom Rat eines Priesters der Santeria an ihn, eine Zeit lang mit einer Schildkröte zu leben, erzählt Laufer seine eigene Schildkrötengeschichte. Auszüge aus seinem Leben mit „Fred“ ziehen sich durch das Buch und zeigen auf, wie sehr das neue Haustier auf den vorerst sehr skeptischen Autor einwirkt.


Den Beginn des Buches stellt der Autor in den Fokus der Schildkrötenfaszination. Er spricht die unterschiedlichsten Menschen an und alle haben ihre eigene Schildkrötengeschichte zu erzählen. Die so positive Einstellung der Menschen zeigt aber bald schon ihre negativen Auswirkungen. So reist Laufer in Gegenden, in denen Schildkrötensuppe (manchmal auch illegal) angeboten wird, in denen Schildkröten auf Märkten angeboten werden, die schockieren und in denen die Tiere als Allheilmittel angesehen werden und zu traditioneller Medizin verarbeitet werden.


Aber nicht nur die Verwendung der Schildkröten als Nahrungsmittel bzw. Medizin sind Gründe dafür, warum die wilden Bestände vieler Arten in Gefahr sind. Die Faszination die von den Reptilien – und besonders von gefährdeten Arten – ausgeht, führt zu legalem und illegalem Tierhandel. So besucht Laufer sowohl Schildkrötenfarmen als auch Schmuggler und Polizisten. Er spricht mit Tierschützern, einheimischen Wilderern, Tierärzten, Biologen aber auch Beamten. Anhand der Menschen stellt er das Schicksal der Schildkröten dar. Dabei steht der Umgang des Einzelnen aber auch der Gesellschaft mit gefährdeten Arten im Fokus.


Obwohl – oder gerade weil – Schildkröten als eine Verbindung zur Urzeit der Erde gesehen werden können, scheint ihr Schicksal unter dem immer stärkeren Einfluss der Menschen keine gute Wendung zu nehmen. So zeichnen sich die Recherchen immer wieder durch zu gering bestrafte oder wenig kontrollierte Gesetze, einen großen Profit für illegale Tierhändler, macht- und hoffnungslose Tierschützer aber auch grausame Tötungs- und Haltungspraktiken aus. Nur wenige der Berichte bieten Anlass für Hoffnung, sodass das Buch auch als Appell verstanden werden kann, sich näher mit der Schildkröte zu befassen, die vielleicht nicht so charismatisch ist, wie andere gefährdete Arten, deren Schutz aber genauso wichtig ist.


Fazit: Durch den eigenen Blickwinkel auf das Thema stellt der Autor die Menschen in den Vordergrund, zeigt auf, wie sehr sie die Schildkrötenbestände beeinflussen, geht besonders auf den illegalen Handel und die Tötung der Tiere ein und zeichnet ein Bild, das einerseits erschreckend ist, den dringend nötigen Schutz vieler Schildkrötenarten dadurch aber umso besser aufzeigt.

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