Peter Leonard Das Meer in Erwartung der Schwimmer - El mar espera

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Inhaltsangabe zu „Das Meer in Erwartung der Schwimmer - El mar espera“ von Peter Leonard

"Warum willst du ans Meer, hat sie gefragt; Du kannst nicht schwimmen und willst ans Meer. - Genau deshalb, hat er gesagt." So wie bei den beiden Protagonisten der Titelgeschichte dieses Bandes mit Erzählungen sind es die Brüche in den Charakteren, die den Autor interessieren. Ein Ausflug wird zur Sezierung eines Beziehungsgeflechts; eine Einladung in das Haus des Vorgesetzten verläuft so wie erwartet und doch ganz anders; eine junge Frau benutzt ihren Beruf, um gegen den Vater zu rebellieren. Alle eint die Komplexität der Figuren, die einen gemeinsamen Nenner suchen für das, was ihnen das Leben bedeutet.

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  • Neun Erzählungen...

    Das Meer in Erwartung der Schwimmer - El mar espera
    parden

    parden

    17. November 2013 um 09:31

    NEUN ERZÄHLUNGEN... Das Meer in Erwartung der Schwimmer - El mar espera "Warum willst du ans Meer, hat sie gefragt; Du kannst nicht schwimmen und willst ans Meer. - Genau deshalb, hat er gesagt." So wie bei den beiden Protagonisten der Titelgeschichte dieses Bandes mit Erzählungen sind es die Brüche in den Charakteren, die den Autor interessieren. Ein Ausflug wird zur Sezierung eines Beziehungsgeflechts; eine Einladung in das Haus des Vorgesetzten verläuft so wie erwartet und doch ganz anders; eine junge Frau benutzt ihren Beruf, um gegen den Vater zu rebellieren... Alle eint die Komplexität der Figuren, die einen gemeinsamen Nenner suchen für das, was ihnen das Leben bedeutet. In den neun Erzählungen dieses schmalen Bandes geht es um alltägliche Situationen, die genau diesen Begriff hinterfragen: Alltag. Das Vorwort erläutert weiter: Menschen auf dem Weg zu etwas, vielleicht zu sich selbst; eingefangen in Momentaufnahmen, die Raum für Interpretation offen lassen, zum Nachdenken anregen; eine Tür einen Spalt weit auf machen, die jeder früher oder später erreicht. Verletzungen verschwinden nicht so einfach, sagen diese Geschichten - sie sind der Horizont, in dem wir uns bewegen; auch wenn es niemand wahrhaben will. Im Grunde aufeinander angewiesen, kämpfen die Protagonisten für die Aufrechterhaltung einer letzten Illusion: ihrer Selbstbestimmung des Lebens. Die Erzählungen erscheinen gleichzeitig skizzenhaft und doch komprimiert, ungeheuer viel scheint zwischen den Zeilen mitzuschwingen. Peter Leonard schreibt ungezwungen, so wie man denkt, vieles nur angerissen, aber doch mit einer dahinter lauernden viel größeren Bedeutung. Auf mich wirkten viele der Erzählungen düster, fast an der Unerträglichkeit des Seins angelangt, gefangen im Alltag. Einsamkeit und Verletzungen prägen meines Erachtens nach den Tenor des Geschriebenen, und das muss man als Leser erst einmal aushalten. In der Geschichte des Beamten Weber beispielsweise, die den Verfall einer Ehe protokolliert, schleicht sich allmählich an ein Grauen an, das trotz der nüchternen Sprache kaum erträglich erscheint, sich aber im Kopf festsetzt. Beeindruckende sprachliche Skizzierung von scheinbar Alltäglichem, in ihrer düsteren Ausstrahlung allerdings nichts für jeden Tag. © Parden ----------------------------------- Ich danke dem Worthandel-Verlag ganz herzlich für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars!

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  • Rezension zu "Das Meer in Erwartung der Schwimmer - El mar espera" von Peter Leonard

    Das Meer in Erwartung der Schwimmer - El mar espera
    Steinborg

    Steinborg

    10. June 2011 um 17:16

    Kleine Geschichten, in denen ständig das ganz Große lauert! Erstens: Was für ein Titel! "Das Meer in Erwartung der Schwimmer" animierte mich sofort zum Lesen! Zweitens: Wer Erzählungen mag, ist hier sowas von auf der richtigen Seite. Oft sagt man über die Großmeister der modernen Erzählung, Alice Munro und Raymond Carver, ihre Erzählungen läsen sich wie kleine Romane. Während es bei Munro oft an der psychologischen Genauigkeit und bei Carver an den ausführlichen Millieu-Beschriebungen liegt, ist es es bei Leonard das Offene und ungesagt Mitschwingende, welches den gleichen Eindruck hinterläßt. Hier ist nie ein Wort zuviel. Miniaturen? Das greift nicht! Es ist nicht minimalistisch, was der Autor hier abliefert. Es ist komprimiert, soweit verdichtet, wie es geht. Ein äußerst poetischer Ansatz prägt diese Erzählungen. Nichts wird ausführlich beschrieben, nie werden Situationen, Orte, Personen ausgiebig vor das innere Auge des Leser gezeichnet und dennoch bleibt nichts davon blass. In jedem bisschen, das der Autor uns liefert schwingt VIEL, schwingt ALLES mit. Eine ungeheure Disziplin, am gewählten Schreibverfahren festzuhalten, ist spürbar. Das Skizzenhafte dieser Geschichten sitzt mit jedem Strich. Alles ist offen, alles ist dezent und brennt dennoch lichterloh, hat man den Anschein. Stark, die Geschichte um den Beamten Weber, der den Verfall seiner Ehe und seiner Gattin nach dem von ihm verschuldteten Tod der Tochter protokolliert. Henk, der einen längt entdeckten See entdeckt, in der Geschichte "Helden" und die Dialoge, die so wortkarg und dennoch so voll von Unausgesprochenem sind! Eine unterkühlte Erotik schwebt durch fast alle diese Geschichten und eine Ahnung vom Anfang des Endes aller oberflächlichen Normalität. Für mich die beste Sammlung von Erzählungen der letzten Zeit und eine echte Entdeckung. Kein aufgesetztes Pop-oder Trend-Getue, keine coolen Menthol-Zigaretten oder Marken-Namedropping, keine Berlin-post-fin de siecle-Langeweile, dafür dieses wunderbare Nicht-so-ganz-genau-wissen! Kleine Geschichten, in denen ständig das ganz Große lauert!

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