Peter Longerich

 4.3 Sterne bei 36 Bewertungen
Autor von Heinrich Himmler, "Davon haben wir nichts gewusst!" und weiteren Büchern.

Alle Bücher von Peter Longerich

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Peter LongerichHeinrich Himmler
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Heinrich Himmler
Heinrich Himmler
 (9)
Erschienen am 03.05.2010
Peter Longerich"Davon haben wir nichts gewusst!"
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"Davon haben wir nichts gewusst!"
"Davon haben wir nichts gewusst!"
 (6)
Erschienen am 17.09.2007
Peter LongerichJoseph Goebbels
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Joseph Goebbels
Joseph Goebbels
 (5)
Erschienen am 10.11.2010
Peter LongerichHitler
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Hitler
Hitler
 (5)
Erschienen am 10.04.2017
Peter LongerichWannseekonferenz
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Wannseekonferenz
Wannseekonferenz
 (4)
Erschienen am 14.11.2016
Peter LongerichDie braunen Bataillone
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Die braunen Bataillone
Die braunen Bataillone
 (2)
Erschienen am 01.01.1989
Peter LongerichDie Erste Republik
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Die Erste Republik
Peter LongerichDie Wannsee-Konferenz vom 20. Januar 1942
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Die Wannsee-Konferenz vom 20. Januar 1942

Neue Rezensionen zu Peter Longerich

Neu
TanteGhosts avatar

Rezension zu "Wannseekonferenz" von Peter Longerich

Eine sehr ausführliche Abhandlung über eine schändliche Konferenz
TanteGhostvor 8 Monaten

Von einer Konferenz, wie sie perfider nicht hätte sein können.

Inhalt:
Es handelt sich hierbei um eine sehr detaillierte Abhandlung über besagte Konferenz. Es wird erörtert, wo sie statt fand, wer genau daran teil nahm und warum. Und wer für welchen Weg zu haben war.
Anschließend wird das gefundene Protokoll noch einmal genau erklärt. Was womit gemeint war und wer wem im Nachhinein den schwarzen Peter zuschieben wollte.
Eine sachliche und ausführliche Abhandlung über tatsächlich gewesenen Geschichte.

Der erste Satz:
"Am 20. Januar 1942 kamen fünfzehn Männer – fast alle hochrangige Vertreter des nationalsozialistischen Staates, der Partei und der SS, darunter vier Staatssekretäre, zwei Spitzenbeamte in gleichwertiger Stellung sowie ein Unterstaatssekretär – auf Einladung von Reinhard Heydrich, Chef des Reichssicherheitshauptamts, in einer luxuriösen Villa am Wannsee am äußersten Westrand von Berlin zusammen."

Der letzte Satz:
"Die Weichenstellungen für die Vertauschung von ursprünglichem Mittel und Ziel, nämlich den Krieg nicht mehr zu führen, um die Voraussetzungen für die »Endlösung« zu schaffen, sondern die »Endlösung« in den Dienst der Kriegführung zu stellen – sie erfolgte maßgeblich auf jener Konferenz am Wannsee, zu der Heydrich für den 20. Januar 1942 geladen hatte."

Fazit:
Fakt ist mal, dass es diese Konferenz einmal gegeben haben muss. Dafür spricht schon mal das in diesem Buch genauer erwähnte Protokoll eben jener Konferenz. Aber ob so ein umstrittenes Ereignis nun auch noch so detailreich erklärt werden muss, lasse ich mal dahin gestellt.
Fakt ist mal, dass der Autor auf jeden Fall eine ganze Menge recherchiert haben muss. Für jede erwähnte Person hat er zumindest mal den wichtigsten Teil des Lebenslaufes parat. Schon deswegen eine recht interessante Sache, weil die Amts- und Würdenträger nicht mal wirklich eine Schulbildung gebraucht haben, um irgendwie in den Kreis der "gehobenen" Herren zu kommen. Sie brauchten wohl damals nur den Judenhass, schon durften sie mitmachen.
Was mir auch aufgefallen ist, dass diese Politiker, wenn man sie so nennen kann, genau so uneinig waren, wie die Kasperköpfe heutzutage.
Verwirrend fand ich die ganzen Abkürzungen, die im Text nun einmal vorgekommen sind. Teilweise waren sie mir aus dem Geschichtsunterricht bekannt, aber ein Großteil davon eben nicht. Zwar wurden sie im Anhang dann erklärt, aber das habe ich auch am Ende erst mitbekommen.
Was die Vielzahl an Fußnoten bewirken sollten, war mir auch unklar. Da war ja bald in jedem Satz eine. Wer schlägt die denn alle nach? - Wenn ich das gemacht hätte, wäre der Faden wohl komplett weg gewesen.
Im Endeffekt war es eine ganze Menge an Text, wenn man bedenkt, dass die Konferenz nur zweieinhalb Stunden gedauert haben soll.

Also eine Leseempfehlung kann ich nicht wirklich aussprechen. Der Leser erfährt über den Sachverhalt an sich H nichts Neues.
Ansonsten ist das Buch mit Schachtelsätzen voll geknallt, dass dem Normalo nur so die Ohren schlackern. Also ist es nicht mal wirklich als Feierabendlektüre geeignet.
Lässt am besten die Finger davon. Dieses Thema sollte sowieso nicht immer und immer wieder geschürt werden.

(Auszüge des des Textes sind auch auf meiner Website und in meinem Blog zu finden.)

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Matzbachs avatar

Rezension zu "Die Wannsee-Konferenz vom 20. Januar 1942" von Peter Longerich

Historische Einordnung der Wannsee-Konferenz
Matzbachvor einem Jahr

"Unter entsprechender Leitung sollen im Zuge der Endlösung Juden in geeigneter Weise im Osten zum Arbeitseinsatz kommen. In großen Arbeitskolonnen, unter Trennung der Geschlechter, werden die arbeitsfähigen Juden in diese Gebiete geführt, wobei zweifellos ein Großteil durch natürliche Verminderung ausfallen wird.

Der allfällig verbleibende Restbestand wird, da es sich bei diesem zweifellos um den widerstandsfähigsten Teil handelt, entsprechend behandelt werden müssen, da dieser, eine natürliche Auslese darstellend, bei Freilassung als Keimzelle eines neuen jüdischen Aufbaues anzusprechen ist".

Dieser ebenso verschleiernde als auch verräterische Auszug aus dem einzig erhalten gebliebenen Protokoll der Wannsee-Konferenz markiert nach gängiger Auffassung der Fachwissenschaft den Wendepunkt zur systematisch vollzogenen Judenvernichtung. In der prächtigen Villa am Wannsee trafen sich am 20.1.1942 auf Einladung und unter Federführung Reinhard Heydrichs fünfzehn hochrangige Vertreter aus Ministerien, Partei und der SS um die sogenannte "Endlösung" der Judenfrage zu besprechen. Longerich versucht in seiner detailreichen Studie nachzuweisen, dass die Wannsee-Konferenz zwar eine wichtige Bedeutung in der Geschichte der Judenverfolgung hat, aber längst nicht die bisher angenommene eines Wendepunktes. Dafür spricht zum einen, dass das Mordprogramm längst angelaufen war, zum anderen, dass es dem Initiator des Treffens, Heydrich, darum ging, die Fäden für das Vernichtungsprogramm in seiner Hand zu vereinigen. Dabei gab es allenfalls graduelle Unterschiede, so soll Heydrich selbst die Vernichtung der Juden erst für die Zeit nach dem Krieg ins Auge gefasst haben, während sein Vorgesetzter und Konkurrent in dieser Frage, der SS-Chef Heinrich Himmler, bereits im Krieg alles dafür tat, dass kein Jude überleben solle. Entschieden worden sei diese Frage letztendlich durch den frühen Tod Heydrichs, der in der besetzten Tschechoslowakei einem Attentat zum Opfer fiel. Viel auffälliger finde ich es als Leser, dass keiner der Anwesenden auch nur einen zaghaften Versuch unternahm, etwas gegen das Mordprogramm zu unternehmen. Lediglich hinsichtlich der sogenannten Mischlinge ersten Grades erhoben Vertreter des Innen- bzw. des Justizministerium Einwände in die geplante Aufnahme ins Vernichtungsprogramm, ihrer Meinung nach hätte es ausgereicht, diese sterilisieren zu lassen(!).

Insgesamt gelingt es Longerich eindringlich, die Vorgeschichte und die Folgen der Konferenz zu beschreiben, wobei ich es vermisse, dass er den Werdegang der Teilnehmer nach dem Ende des Dritten Reiches nicht mehr schildert. Beim eigenen Nachforschen stellte ich fest, dass einige den Krieg nicht überlebt haben, andere verurteilt wurden, allerdings für andere Gräueltaten, nicht für die Teilnahme an dieser mörderischen Konferenz. Eine dritte Gruppe lebte relativ unbehelligt nach dem Krieg in der Bundesrepublik, einer wurde von einer Spruchkammer als "minderbelastet" eingestuft, wurde Berater Adenauers und bekam sogar das Bundesverdienstkreuz. Aber das ist ein anderes (bitteres) Kapitel der Nachkriegsgeschichte.

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K

Rezension zu "Wannseekonferenz" von Peter Longerich

Dunkelste deutsche Geschichte
Krimileserattevor 2 Jahren

Peter Longerich ist unbestritten einer der besten und kenntnisreichsten deutschen Historiker auf dem Gebiet des Nationalsozialismus. Nun hat er mit der im Pantheon Verlag erschienenen Studie die "Wannseekonferenz" ein kurzes Buch herausgebracht, das eines der dunkelsten Kapitel der deutschen Geschichte beleuchtet. Dabei handelt es sich nicht um den großen narrativen Wurf, den er zuvor mit seinen Büchern über Himmler oder Hitler vorgelegt hat. Vielmehr handelt es sich um eine mikroskopisch veranlagte Einzel-Studie über eine Konferenz, die sich mit der verhängnisvollen Endlösung der Judenfrage beschäftigt. Detailliert legt Longerich offen, wer an der Konferenz teilnahm und wer welchen Standpunkt vertrat. Dabei legt er das für den Nationalsozialismus übliche Kompetenzgerangel zwischen den unterschiedlichen Institutionen und Parteien offen. Der Nationalsozialismus war weniger ein monolitischer Block als eher ein Konkurrenz- und Durchsetzungsgerangel unterschiedlicher Karrieristen und Einrichtungen. Vielmehr und wichtiger als das skizziert er mit gebotener historischer Distanz das ungeheuerliche Schicksal, das allen Juden im deutschen Herrschaftsbereich drohte. Und das lautete ungeachtet aller organisatorischer und planerischer Differenzen Vernichtung. Wer arbeiten konnte, der sollte dies bis zum qualvollen Tod tun und wer nicht für den kapitalistisch-militärischen Verwertungsprozess instrumentalisiert werden konnte, der wurde erschossen oder vergast. Longerichs "Wannseekonferenz" ist eine wichtige Einzel-Studie über eines der dunkelsten Kapitel der deutschen Geschichte. Nicht in der gewohnt erzählerischen epischen Brillanz des Ausnahme-Historikers, aber immer noch eine solide und sehr lesenswerte Studie!    

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