Peter Longerich Hitler

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Inhaltsangabe zu „Hitler“ von Peter Longerich

Die große Hitler-Biographie – eine Darstellung, die neue Maßstäbe setzt Tyrann, Psychopath, Vollstrecker eines rassenideologischen »Programms« – oder gar charismatischer »Führer«, dem seine Anhänger »entgegengearbeitet« haben? Peter Longerich geht in seiner neuen Biographie über die bisherigen Hitler-Deutungen hinaus: Er entwirft das Bild eines Diktators, der weit mehr und viel aktiver als bisher angenommen in die unterschiedlichsten Politikbereiche persönlich eingriff. Erst das Zusammenspiel der Kräfte, die Hitler bewegten, mit jenen, die er selbst in Bewegung setzte, lässt uns erkennen, was das »Dritte Reich« im Innersten zusammenhielt.

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    Hitler
    JulesBarrois

    JulesBarrois

    27. December 2015 um 09:05

    Hitler: Biographie - Peter Longerich (Autor), 1296 Seiten, Verlag: Siedler Verlag (9. November 2015), 39,99 €, ISBN-13: 978-3827500601 Vorweg eine persönliche Anmerkung: Ich bin 1944 geboren und weder in der Schule noch in der Familie kam die Zeit der nationalsozialistischen Herrschaft vor. Und das obwohl, oder gerade weil zwei Cousins meiner Mutter in Dachau inhaftiert waren. Aber gerade das hat mich schon sehr früh dazu gebracht mich intensiv mit dieser Zeit zu beschäftigen. Es gibt wohl kaum eine Hitlerbiographie, die ich nicht gelesen habe, ebenso die Biographien anderer Größen der Nazizeit. Ich habe mich durch die Tagebücher von Goebbels gequält, mir die Kriegstagebücher der deutschen Wehrmacht und die Tischgespräche von Adolf Hitler zu Gemüte geführt. Da taucht natürlich die Frage auch: Was soll uns oder mir noch eine neue Hitler-Biographie bringen? Wir brauchen sie, heute dringender als je. Nicht um neue Fakten zu finden. Diese sind alle hinlänglich bekannt. Wir brauchen sie um uns selbst Klarheit darüber zu verschaffen, wie eine Figur wie Hitler entstehen und sein unseliges Wirken in Szene setzen konnte. Alan Bullock interpretierte den NS-„Führer“ in den 1950er Jahren als machtfixierten Nihilisten. Eberhard Jäckel wies in den 1960ern den Weg, Hitler als Ideologen mit einem Kern klarer Ziele. Joachim Fest hat ihn in seiner Hitlerbiographie als den „Dämon der Deutschen“ dargestellt und wo Hitler vor allem als konzentriert-radikale Rettungsprojektion namentlich des deutschen Bürgertums erschien. Hans Mommsen nimmt die Gesellschaft insgesamt in die Verantwortung, die nur von beschämend wenigen Ausnahmen im nationalsozialistischen Sinne handelten und so Hitler und ein paar SS-Schergen Weltkrieg und Genozid möglich machten. Ian Kershaw hält Hitler die Zeitumstände zu Gute und sieht ihn als Projektionsfläche einer Massensehnsucht. Volker Ullrich liefert eine chronologisch orientierte Ereignisbeschreibung und schlägt in die Kerbe, dass Hitler einer der taktisch raffiniertesten, machiavellistisch intelligentesten und skrupellosesten Politiker seiner Epoche war. All diese Autoren haben versucht, Hitler aus seiner Zeit und der Umgebung heraus zu verstehen, für sie war er vor allem ein Produkt der Umstände. Welchen Weg wählt Peter Longerich in seiner neuen Biographie? Er geht vor allem davon aus, dass wir längst noch nicht alles über den Nationalsozialismus wissen. Und vor allem möchte Longerich beweisen, dass Hitler größer ist als zuletzt dargestellt. Das wird schon deutlich an der Kapitelunterteilung: Im Prolog belegt Longerich, dass Hitler bis zu seinem 30. Lebensjahr ein Niemand war. „Alles deutete vielmehr darauf hin, dass er […] sich im Strom der millionenfach in ihre Heimatgarnisonen zurückkehrenden Soldaten mit treiben ließ und einfach abwartete, wie sich die Situation entwickeln würde.“ (Seite 53) In 7 weiteren Kapiteln zeigt er einen Diktator mit einem ungewöhnlichen Handlungsspielraum, der in einem Rahmen wirken konnte, den er selbst geschaffen hatte: Das öffentliche Selbst (ca. 1919 – 1924) Hier ist er der Suchende, der seine politischen Überzeugung findet und die notwendigen Werkzeuge lernt: „das Denken in Freund-Feind-Kategorien, Durchsetzungsfähigkeit gegen Widersacher in der eigenen Gruppe, das kleine Abc von Agitation und Propaganda, die Gewinnung und Pflege von Sponsoren und anderes mehr.“ (Seite 93) Inszenierung (ca. 1925 – 1932) Hier zeigt Longerich den politischen Neubeginn des „Führers“ der „gesamten Bewegung“. „Die politische Linie der Partei war nicht an ein präzises Programm gekoppelt, sondern an eine abstrakte Idee, die einzig und alleine der Führer verbindlich interpretieren konnte. (Seite 165) Eroberung (ca. 1933 – 1934) Die Machtergreifung war krönender Abschluss dieser langen Phase der Inszenierung. In mehreren Stufen wurde aus der Kanzlerschaft langsam aber stetig die Diktatur Hitlers. „Er sei, so Albert Speer rückschauend, zu einem abweisenden, beziehungsarmen Despoten geworden.“ (Seite 370) Zementierung (ca. 1935 – 1936) Nach der Entmachtung der SA kennzeichnen Nürnberger Gesetze, Außenpolitische Erfolge, Sein Vier-Jahresplan und seine Kriegsorientierung diese Phase, die in der Errichtung der Alleindiktatur gipfelte. „Nach nationalsozialistischer Auffassung beruhte der Führerstaat auf einer mysteriösen Identität von Führer und Volk, auf der Annahme also, dass der Wille des Volkes nur durch den Führer rein und unverfälscht hervorgehoben wird.“ (Seite 541) Täuschung (ca. 1937 – 1939) Antibolschewismus und Antisemitismus, die Allianz mit Italien und Lebensraumpläne, Anschluss Österreichs, die Sudetenkrise und das Münchener Abkommen zeigen Hitlers taktische und strategische Raffinesse und diente in erster Linie der Kriegsvorbereitung. „Rüstungspropaganda […], um das Selbstvertrauen des deutschen Volkes zu stärken und das Vertrauen auf die militärische Macht zu festigen.“ (Seite 649) Triumph (ca. 1939 -1942) Auf den Erfolgen seiner Blitzkriege und auf verschiedene außenpolitische Sondierungen nutze er zu einer Erweiterung des Krieges. „...wesentliche Erfolge an der Ostfront, […] die insgesamt ein sehr positives Lagebild ergaben und dazu führten, dass in den Stimmungsberichten wieder ein optimistischer Ton vorherrschte. Doch dieses Stimmungshoch sollte nicht lange anhalten. (Seite 803) Verfall (ca. 1943 – 1945) Der Verfall begann schon 1942. „In dieser schwierigen […] Phase des Krieges war das Charisma nur zu retten, wenn er mit einer überzeugenden Erfolgsmeldung auf die Bühne zurückkehrte.“ Darauf „setze Hitler im Jahre 1942 all seine Hoffnung – und an dieser Festlegung sollte das Charisma endgültig zerbrechen. [Seite 886] Von den Fakten nichts wesentlich Neues. Peter Longerich verschiebt lediglich die Akzente. Dabei entlässt er das deutsche Volk und Hitlers Mitkämpfer keineswegs aus ihrer Verantwortung. Er zeigt Hitler als einen ausgebufften Politakteur, mit einem ganz klaren Programm, das er konsequent mit seinen ausgefeilten Herrschaftstechniken der Personalisierung, der Repressionen, durch Beherrschen der Öffentlichkeit und sehr engen Kontrollen umsetzte. „Seine fast unbegrenzte Machtstellung, die Eliminierung formalisierter Entscheidungsfindung und extreme Verkürzung der Entscheidungswege, seine starke Präsenz in der Außen- als auch in diversen Bereichen der Innenpolitik erlauben es Hitler […] ad hoc effizient und mit weitreichenden Folgen zu reagieren.“ (Seite 1005) Peter Longerich zeichnet ein äußerst nüchternes Bild von Hitler. Er ist weder das Ergebnis gesellschaftlicher oder sozialer Faktoren noch ein Ausnahmemensch, kein Dämon und kein pathologische Persönlichkeit. Er attestiert Hitler eine übergroße Furcht vor Beschämung, die die Niederlagen für ihn unerträglich machten. Dazu gehören auch sein emotionale Unterentwicklung und seine Unfähigkeit sich an andere Menschen zu binden und seine übersteigerte Angst vor Kontrollverlust, die sich unter anderem in der Weigerung ausdrückt, sich in Strukturen jeder Art einbinden zu lassen. Auffällig an Hitler war seine Neigung zum Größenwahn. Hitler war war unfähig, Niederlagen zu akzeptieren. Er habe sie nachträglich in einen Sieg umdeuten müssen, wie den kläglich gescheiterten Putsch von 1923. Oder er habe tatsächliche oder vermeintliche Gegner radikal zu vernichten gesucht, bevor sie ihm eine Niederlage hätten beibringen können. Auch ist bei Longerich der Führer kein Verführer, die Macht über das Volk erklärt sich bei ihm nicht aus Hitlers Charisma, sondern vor allem aus den "Machtmitteln der Diktatur". Die Menschen wählten Hitler nicht in eine starke Position, weil sie in ihm eine Art Messias sahen oder den Parolen der Nazis wie z.B. Volksgemeinschaft und ähnliches verfielen. Sie wählten ihn, weil sie mit der scheinbar abgewirtschafteten Weimarer Demokratie abrechnen und nun schauen wollten, wie sich denn der Führer der größten Partei, der äußerst geschickt um ihre Stimmen warb, nun so machen würde. Danach errichtete er sukzessive, mit Entschlossenheit und zielgerichtet ein Regime, das ganz auf seine persönlichen Bedürfnisse zugeschnitten war und nur wenige Jahre nach dem Aufstieg zur Macht eine unumschränkte, maßgeblich von Hitler geprägte Autokratie war. Von dieser unbeschränkten Machtposition aus lenkte er alle wichtigen Politikbereiche, organisierte er Partei, Staat, Außen- und Wirtschaftspolitik, und die Verfolgung Missliebiger. Er griff persönlich in die Verwaltungs-, Propaganda- und Besatzungspolitik ein - selbst bei Details. Er zerschlug sukzessive alle ihm unbequemen oder hinderlichen Strukturen, richtete alle Entscheidungsprozesse der Politik auf seinen Willen hin aus. Die wichtigsten Entscheidungen in der Judenverfolgung waren durch Hitler zu verantworten so in einem Brief von Heinrich Himmler Heinrich Himmler, der am 28. Juli 1942 in einem Brief bekannte, die "Durchführung" des soeben vollendeten Auftrages, die Juden der besetzten Ostgebiete zu vernichten, habe "der Führer auf meine Schultern gelegt." (S. 865) Den am Ende unausweichliche Weg des Regimes in den Untergang liegt bei Longerich in Hitler selbst und seinen Willen zum "Kampf bis zum Untergang". (S. 962). Auch hier war er der entscheidende Akteur, die übrige Führung von ihm und seinen Entscheidungen abhängig. Wann immer Hitler den Bedarf danach hatte, setzte er neue "Sonderbevollmächtigte" ein, schuf neue Strukturen, marginalisierte etablierte, entmachtete und wertete auf. Es gab keinerlei konkurrierende Machtzentren - bis zum Ende des Krieges. Der Autor zeichnet ein System, das von Hitlers direkten Eingriffen geprägt und bestimmt war. Alles geschah auf Initiative Hitlers. Longerichs Darstellung ist zwar nüchtern und manchmal trocken, doch hier schreibt ein souveräner Kenner der die Hintergründe von Hitlers Herrschaft solide, durchdacht und intelligent wirklich offenlegt. „Niemals zuvor hat ein Mensch so viel Macht auf sich vereinigen können - um diese Macht dann derart skrupellos und verbrecherisch zu missbrauchen.“ (S. 9) Gleichzeitig entzaubert Longerich Hitler und nimmt im viel von seinem Mythos des Genies, Feldherrn und Künstlers, dem alles gelingt. Und genau das, macht diese Biographie so wichtig und so lesenswert. Hier geht es direkt zum Buch auf der Seite des Siedler Verlages http://www.randomhouse.de/Buch/Hitler/Peter-Longerich/Siedler/e478253.rhd Fragen Sie in Ihrer örtlichen Buchhandlung nach diesem Buch. Wenn Sie in meiner Gegend „Landkreis Merzig-Wadern“ leben, dann wenden Sie sich an die Rote Zora: http://www.rotezora.de

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  • Beschreibung des Nationalsozialismus

    Hitler
    aftersunblau

    aftersunblau

    26. November 2015 um 11:16

    Beschreibung laut Amazon Die große Hitler-Biographie. Eine Darstellung, die neue Maßstäbe setzt Tyrann, Psychopath, Vollstrecker eines rassenideologischen »Programms« – oder gar charismatischer »Führer«, dem seine Anhänger »entgegengearbeitet« haben? Peter Longerich geht in seiner neuen Biographie über die bisherigen Hitler-Deutungen hinaus: Er entwirft das Bild eines Diktators, der weit mehr und viel aktiver als bisher angenommen in die unterschiedlichsten Politikbereiche persönlich eingriff. Und dabei nicht selten überraschend flexibel handelte. Ob Außenpolitik und Kriegführung, Terror und Massenmord, Kirchenpolitik, Kulturfragen oder Alltagsleben der Deutschen – überall bestimmte Hitler, bis in Details hinein, die Politik des Regimes. Durch seine persönlichen Entscheidungen prägte er es auf eine Weise, die bislang unterschätzt wird. Konsequent zerschlug er Machtstrukturen, die ihn behinderten, und schuf stattdessen eine Führerdiktatur – in seiner schließlich fast grenzenlosen Macht war er auf die Zustimmung der Bevölkerung nicht mehr angewiesen. Diese Biographie rückt die Person Hitler und ihr Handeln in das Zentrum der Geschichte des Nationalsozialismus: Denn erst das Zusammenspiel der Kräfte, die Hitler bewegten, mit jenen, die er selbst in Bewegung setzte, lässt uns erkennen, was das »Dritte Reich« im Innersten zusammenhielt. Meinung Es fällt mir sehr schwer dieses Buch zu bewerten denn ich hatte etwas anderes erwartet. Mehr über die Person Hitler selbst, sein aufwachsen und wie er zu der Peron wurde die er dann letztendlich war. natürlich geht es in der Biografie um ihn als Person, jedoch ist es vielmehr ein Buch über den Nationalsozialismus, der sehr detailreich beschrieben wird. Mir war das Ganze dann schon zu politisch. Hätte ich mich vorher über den Autor erkundigt, dann hätte ich es besser wissen müssen und hätte die Finger von diesem Buch gelassen, das sich mit über tausend Seiten auch nicht gerade nebenher lesen lässt. Politikinteressierte dürften in diesem Buch ein Lesehighlight für sich entdecken, mir war es leider zu anstrengend die komplexen Zusammenhänge nachzuvollziehen. 

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