Peter M. Hetzel Ernten und Sterben

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Inhaltsangabe zu „Ernten und Sterben“ von Peter M. Hetzel

Wer Radieschen und Möhren von unten sieht, ist zweifellos mausetot. Das muss sich Landärztin Albertine von Krokow nicht erklären lassen. Warum aber mussten die beiden Männer ihr Leben ausgerechnet in den sorgsam gepflegten Gemüsebeeten aushauchen? Während die Polizei im Dunkeln tappt, glauben Albertine und ihr Nachbar Hubertus der Lösung schon ein Stück näher zu sein. Doch als zwei weitere Tote gefunden werden, muss Albertine erkennen, dass sie auf einer tödlich falschen Fährte sind.

Wer Slapstick, Persiflage, Humor, Monty Phyton liebt ist hier richtig aufgehoben- reine Krimifans werden hier enttäuscht.

— vielleser18
vielleser18

Ein Buch, das sich nicht zwischen Regionalkrimi und Parodie entscheiden kann und damit weniger Substanz aufweist als eine Petersiliensuppe.

— progue
progue

Eine, zugegeben stellenweise etwas blutige, Zwerchfellmassage in bester Loriot-Manier!

— LibriHolly
LibriHolly

Massiver Angriff auf die Lachmuskeln - "Ich könnte sterben vor Lachen!"

— MissStrawberry
MissStrawberry

Ernten und Sterben - Letzteres in meinem Fall leider vor Langeweile!

— TochterAlice
TochterAlice

War alles schon mal da und ist mir zu langweilig ;-(

— Bucherhexe
Bucherhexe

Wenn man über logische Fehler hinwegliest, ganz nett..... Mein Debut-Roman-Bonus wird für eine 3 Sterne Wertung vollständig aufgebraucht!

— matthias66
matthias66

Ein Unterhaltsamer Krimi mit Witz, Charme und Bestialischen Morden.... Einfach mal lesen :)

— Manu2106
Manu2106

Schön geschriebener Landkrimi - nicht ganz "mein" Schreibstil, aber nichtsdestotrotz ein gutes Buch

— micluvsds
micluvsds

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  • Leserunde zu "Ernten und Sterben" von Peter M. Hetzel

    Ernten und Sterben
    PMHetzel

    PMHetzel

    Nach jahrzehntelanger Erfahrung im Buchgeschäft und meiner Tätigkeit als Literaturkritiker für das Sat1-Frühstücksfernsehen bin ich nun auch unter die Autoren gegangen und möchte euch meinen Kriminalroman "Ernten und sterben" aus dem emons Verlag vorstellen. Nachdem mir der Fragefreitag hier schon sehr viel Spaß gemacht hat, möchte ich euch nun zu einer Leserunde einladen - der Verlag vergibt 15 Leseexemplare und wer mag - das Buch gibt es natürlich auch in jeder gut sortieren Buchhandlung zu kaufen, dann kann man selbstverständlich ebenfalls teilnehmen! Aber worum geht es überhaupt im Buch? Wer Radieschen und Möhren von unten sieht, ist zweifellos mausetot. Das muss sich Landärztin Albertine von Krokow nicht erklären lassen. Warum aber mussten die beiden Männer ihr Leben ausgerechnet in den sorgsam gepflegten Gemüsebeeten aushauchen? Während die Polizei im Dunkeln tappt, gelangen Albertine und ihr Nachbar Hubertus zu der Überzeugung, dass Öko-Aktivisten hinter den Taten stecken. Doch als zwei weitere Tote gefunden werden, muss Albertine erkennen, dass sie auf einer tödlich falschen Fährte sind ... Ihr könnt auch gern mal in die Leseprobe reinlesen! Und wer bin ich eigentlich? Peter M. Hetzel liebt Kleinstädte, deshalb wurde er anno 1960 in Meisenheim am Glan geboren. Hätte er studiert, wäre er wahrscheinlich Deutsch- und Geschichtslehrer geworden. Aber aus dem bibliophilen Jüngling wurde nach einer Ausbildung zum Verlagsbuchhändler ein begeisterter Lektor, der im Rowohlt Taschenbuchverlag wie am Fließband Krimis redigierte. Im November 1987 saß er in dieser Funktion zum ersten Mal auf der Couch des Sat.1 Frühstücksfernsehens und wurde so lange eingeladen, bis er sich entschloss, seinen alten Job aufzugeben und Journalist zu werden Nun freue ich mich hier bis zum 05. August auf eure Bewerbungen als Teilnehmer und bin gespannt, warum und weshalb und wieso eigentlich ihr gerne meinen Krimi mit mir gemeinsam lesen und rezensieren wollt!

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    • 313
  • Mein erster Landkrimi hat richtig viel Spass gemacht!

    Ernten und Sterben
    pelznase

    pelznase

    Bei solch einem schönen und witzige Cover kann ich einfach nicht widerstehen, und wieso nicht mal ein Landkrimi? Allerdings kam ich bereits auf der ersten Seite ein wenig in's Trudeln. Albertine, Hubertus und Clementine, die drei musste ich erstmal auf die Reihe kriegen. Wer sind sie und wie stehen sie zueinander? Ich kann nicht gut damit, wenn mir Charaktere einfach so vorgesetzt werden und ich sofort in einem Dialog drin bin, der kaum Auskünfte über die Personen gibt. Es dauerte aber nicht lange, dann hatte ich raus, in welcher Beziehung die drei zueinander stehen. So richtig kennengelernt habe ich sie als sie im Gemüsebeet die ersten Leichen finden. In solch einer extremen Situation, die die drei mit bemerkenswerter Coolness meistern, wird natürlich der Charakter einer Person besonders deutlich. Ich mochte die leicht eingebildete Albertine mit ihrem oft bösen Sinn für Humor genauso gerne wie die resolute Köchin Clementine und den kauzigen Nachbarn Hubertus. Eine illustre Truppe, die viel Spass versprach. Es ist dann auch der Spass, der bei diesem Landkrimi im Vordergrund steht. Natürlich, es sind Morde geschehen. Das sorgt für Unruhe in dem kleinen Dorf, und bald schon sind auch andere Bewohner betroffen. Das ruft die Polizei auf den Plan, die sich allerdings nicht gerade mit Ruhm bekleckert, sodass Albertine, Hubertus, Clementine und der Dorf-Paparazzi Egon-Erwin es selbst in die Hand nehmen, den Mörder zu fassen. Das klingt so zwar richtig krimimäßig, aber die Ernsthaftigkeit normaler Krimis darf man trotzdem nicht erwarten. Das sei nochmal erwähnt, obwohl ich finde, dass man das dem Cover sofort ansieht. Der ernsthafte Krimi wird durch mehrere Faktoren spaßig sabotiert. Da wären zunächst die durchweg schrägen und kauzigen Charaktere, über die ich wirklich häufig lachen musste. Sie sind aber nicht nur witzig, sondern lassen auch durchblicken, welch ein Filz in dem Dorf herrscht. Das kann ich mir in solch einem Kaff gut vorstellen. Gelacht habe ich auch über Clementines, Albertines, Hubertus' und Egon-Erwins Ermittlungsarbeit. Die drei sind nun mal keine Detektive, geschweige denn bei der Polizei. Entsprechend chaotisch verlaufen oft ihre Nachforschungen, bei denen sie obendrein noch der Polizei in's Gehege kommen. Die widerum ist ebenfalls so eine eigene Sache für sich. Engagiert ist anders, im beruflichen Sinne zumindest. Dagegen sind die Ermittler sehr engagiert darin, einander das Leben schwer zu machen. Man merkt es sicher schon, in "Ernten und sterben" ist nichts und niemand so, wie man es aus Krimis sonst kennt. In vielerlei Hinsicht wird überspitzt und der Blick auf das Leben und die Menschen in dem Dorf ist oft ganz schön bissig. Glücklicherweise ohne dabei irgendwie albern oder platt zu wirken. So macht es Spass zu verfolgen, wie die Mörderjagd sich entwickelt. Auf die Gefahr hin zu spoilern muss ich aber sagen, dass ich mir die Auflösung anders gewünscht hätte. Ich mag es einfach lieber, wenn ich beim Lesen knobeln kann, wer der Täter ist und wieso er mordet. Entsprechend aufmerksam hatte ich gelesen, nur um am Schluss festzustellen, dass es keiner der Dorfbewohner ist, die man bisher kennengelernt hat. Umsonst geknobelt... Ich fand das Buch so lustig, dass ich es an zwei Abenden ausgelesen hatte. Es liest sich einfach viel leichter, wenn man dabei lachen oder zumindest grinsen kann. Da die Kapitel recht lang sind, kommt man mit jedem Kapitel ein gutes Stück im Buch und der Geschichte voran. Zahlreiche amüsante Dialoge lockern zusätzlich auf. Das Cover hat mir sofort gefallen. Ich finde einfach dieses Radieschen total witzig. Vor allem ist es schön doppeldeutig, eben weil Tote sich ja im sprichwörtlichen Sinne die Radieschen von unten anschauen. Andererseits ist es halt ein Gemüse, das gerne in Gärten angepflanzt wird. Nicht nur auf dem Land. Gegrinst habe ich auch über die Deckelinnenseiten mit dem wunderschön hässlichen Tapetenmuster. Ja, hier wird manches Klischee über das Leben auf dem Land ordentlich breitgetreten. Fazit: Ich werde sicher noch weitere Landkrimis lesen. Mir hat "Ernten und sterben" riesig viel Spass gemacht mit den kauzig-schrägen Charakteren, der turbulenten "Ermittlungsarbeit" und dem Einblick in's Dorfleben. Und auch wenn es kein ernsthafter Krimi ist, habe ich doch gespannt verfolgt, wie Albertine, Clementine, Hubertus und Egon-Erwin dem Täter auf die Spur kommen.

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    • 2
  • Persiflage, Slapstick, Monthy Phyton

    Ernten und Sterben
    vielleser18

    vielleser18

    31. August 2013 um 08:31

    Die adelige Landärztin Albertine und ihr Online-Händler-Nachbar Hubertus finden in ihren Gärten eines Morgens jeweils eine kopflose Leiche. Doch da die Polizei nur herumstochert und ihren Ermittler in Kur schickt, nehmen die beiden nebst der Haushälterin Clementine die Sache selbst in die Hand. Dazu gesellt sich noch der rasende Kleinstadtreporter Egorn-Erwin. Das Quartett nimmt die 900-Seelen-Kleinstadt-Welt unter die Lupe, denn einese ist anscheinend klar: der Mörder, der weiter mordet, kommt aus diesem Örtchen. Wer meint, hier einen reinen Landkrimi zu lesen, der wird wohl enttäuscht werden. Der Autor, Peter M. Hetzel, will eher die Lachmuskeln reizen, das Buch ist voller satirische Beschreibungen, Persiflagen auf Polizei und Obrigkeit, unter dem Strich eine Parodie eines typischen Landkrimis schreiben. Dabei steht die Realität bei dem Krimi im Hintergrund, die Protagonisten im Vordergrund. Bei all den ironischischen Verweisen, die der Autor auch auf lebende Personen der Öffentlichkeit abgibt, der ziemlich übertriebenen Karikatur der Polizei kam bei mir anfangs der Lesespaß nicht richtig auf. Erst im Mittelteil überzeugte mich die Geschichte, um dann beim Show-down wieder zu schwächeln. Positiv hervorheben muss ich die kulinarischen Einschübe und vor allem auch die Gestaltung des Covers. Abschließend: wer Slapstick, Persiflage und Monty Phyton liebt, der ist hier sicher richtig aufgehoben - wer einen Landkrimi hinter den Buchdeckeln vermutet, der ist hier hinterher sicher enttäuscht.

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  • Ein etwas anderer Landkrimi

    Ernten und Sterben
    Grandville

    Grandville

    Albertine von Krokow, aus Hamburg auf das platte Land genauer gesagt Klein-Büchsen geflohen, findet in ihrem perfekten Garten eine kopflose Leiche. Ausgerechnet in ihrem Radieschenbeet! Aber es kommt noch besser: bei ihrem Nachbarn liegt ebenfalls eine kopflose Leiche im Garten. Und wer wird verdächtig? Natürlich Albertine! Was nun? Eine aufregende Jagd nach dem Täter beginnt und bei den bereits erwähnten Leichen wird es nicht bleiben. Wer einen "normalen" bzw. "klassischen" Land/Heimatkrimi erwartet hat, wird erstaunt sein. Dieses Buch ist etwas ganz anderes. Es geht rasant zur Sache und wer gerne sein Allgemeinwissen testet, wird hier auf seine Kosten kommen. Denn dieser Landkrimi geht mehr in Richtung Parodie. Es werden alle auf die Schippe genommen, die einem so in Sinn kommen, von berühmten Köchen über Fernsehsendungen bis hin zu den üblichen Stereotypen und Weinkenner-Gespräche. Dem Autor hat das schreiben merklich Spaß gemacht und sprühte nur so vor Ideen. Nur leider ist es bei mir so, dass ich aufgrund der Beschreibung und des Covers keine Parodie erwartet und mir dementsprechend verwundert die Augen gerieben habe. Den Vorwurf muss man aber in erster Linie dem Verlag machen, denn das sehr gelungene Cover/Buchdesign und die Verlagsbeschreibung ließen etwas anderes erwarten und wird somit bei einigen Lesern vermutlich für Unmut sorgen. Dem Autor könnte man, wenn man denn wollte, ein Übermaß an Ideen vorwerfen. Manchmal ist weniger mehr, allerdings sollte das Buch ja auch wiederum gar kein normaler Heimatkrimi sein. Aber mir persönlich war es einfach etwas zu abgefahren und die vielen Zitate, versteckten Hinweise usw. wurden mir mit der Zeit einfach zu viel und haben gegen Ende dann sogar etwas genervt. Denn ich hatte das Gefühl, das jede eingebrachte Pointe/Spitzfindigkeit zu Lasten der eigentlichen Handlung ging. Denn ab und zu war es schon etwas verwirrend und die Auflösung am Ende war ziemlich plötzlich und fast nebenbei. Wer mal etwas total anderes in der Sparte Heimatkrimi lesen möchte, einen mit Zitaten gespickten Krimi oder einfach nur ein flott zu lesendes total abgedrehtes Buch lesen möchte, dürfte hier fündig werden. Wer einen klassischen Heimatkrimi mit einer logischen und nachvollziehbaren Handlung und sympathischen heimeligen Charakteren sucht, sollte mit vorsicht an dieses Buch gehen. Falls es einen zweiten Teil um Albertine von Krokow gibt würde ich ihn allerdings auch lesen. Man möchte ja doch sehen, in wie weit der Autor die Geschichte weiterentwickelt und vielleicht das ein oder andere abändert. Eine Bewertung in Sternen fällt mir schwer. Ich komme insgesamt auf 3 Sterne: 1 für das Layout, 1,5 für die Handlung und die vielen Ideen und 0,5 für das Erstlingswerk.

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    • 3
    Grandville

    Grandville

    24. August 2013 um 22:55
  • Kopflos verliert man am schnellsten sein Gesicht (Hermann Lahm)

    Ernten und Sterben
    Gurke

    Gurke

    23. August 2013 um 12:19

    Kopflos verliert man am schnellsten sein Gesicht (Hermann Lahm) ..und auch sein Leben, denn dieses tragische Los ereilte zwei noch unbekannte Männer in den Gemüsebeeten der Nachbarn Albertine von Krokow und dem Online-Buchhändler Hubertus, die eben ohne Kopf den Weg ins Jenseits antreten müssen. Dank ihres adligen Blutes weiß die rüstige Frau aber gekonnt die Contenance zu wahren und gerät aufgrund des blutigen Anblicks nicht aus der Fassung – auch nicht, als sie von der Staatsgewalt sowie den Dorfbewohner als potentielle Mörderin beschuldigt wird. Sie beginnt, mit ihren Freunden in alle Richtungen zu ermitteln; schließlich ist in einem 900 Seelen Dorf jeder verdächtig, doch ob es so klug ist, sich selbst als Lockvogel für den „dangerous man“ zu opfern, weiß man im Zweifel immer erst hinterher. Angelockt von dem urigen Subgenre des Landkrimis war ich ganz gespannt auf Peter Hetzels Debüt als Krimiautor, der sich in der Vergangenheit als Literaturkritiker schon einen Namen gemacht hat. Allerdings hat sich dann schnell herausgestellt, dass meine Vorstellung von einem Landkrimi etwas von der Umsetzung durch den Autor abweicht und somit nicht ganz meinen Geschmack treffen konnte. Das Dorf Klein-Büchsen mit seinen Bewohner ist nämlich ziemlich abgedreht, was sich auch sehr auf die Ermittlungsarbeit auswirkt, die eher in den Bereich von totaler Unprofessionalität fällt, sodass ein richtiger Spannungsbogen wie bei einem klassischen Krimi nicht aufkommen kann – was vom Autor aber so gewollt ist (was ich leider erst während der Lektüre erfahren habe). Das Buch ist für meinen Geschmack leider zu überladen mit skurrilen Charakteren, von denen mir nur Hubertus und Clementine sympathisch wurden und gespickt mit allerlei Wortwitz aus allen erdenklich Sparten, zu denen ich nicht immer einen Zugang finden konnte, weil ich evenutell zu jung bin? An einigen Stellen blitzten aber auch Landkrimi typische Elemente auf, wie ein beruhigendes Gespräch während der Gartenarbeit in den Gemüsebeeten oder die legendäre Kuh-Olympiade, welche gerne noch über mehrere Etappen im Mittelpunkt hätte stehen dürfen und den Charme von echter Landidylle und Nachbarschaftsharmonie aufleben ließ. Auch die kulinarische Ausflüge haben mir Spaß gemacht und zum Beispiel großen Appetit auf Hubsis Schmorgurkenpfanne gemacht – doch leider sind sie eher Nebenerscheinungen und werden vom Chaos der Komik überrollt. Humor ist wie immer Geschmackssache und Peter Hetzel ein sympathischer Autor, der aber beim nächsten Teil die „Kirche im Dorf“ lassen und keine hochnäsigen Großstadtcharaktere auf friedliche Bauern loslassen sollte, denn weniger ist zwischen Radieschen und Möhren manchmal mehr.

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  • Tod im Radieschenbeet - Rezension zu "Ernten und Sterben"

    Ernten und Sterben
    mecedora

    mecedora

    Albertine von Krokow, alternde Landärztin in Klein-Büchsen, bleibt erstaunlich ruhig, als sie eines Morgens eine Leiche in ihrem Radieschenbeet findet. Als ihr Nachbar Hubertus Müller, belesener Antiquar mit Online-Handel und einem Faible für guten Wein und schlechtes Fernsehen, wenige Minuten später auch einen Toten in seinem Garten meldet, stellt sich noch immer keine besondere Sorge oder Nervosität ein. Die Polizei wird gerufen, die Ermittlungen werden (mehr schlecht als recht) aufgenommen, die schrulligen Beinahe-Senioren und der engagierte und bisweilen aufdringliche Journalist Egon-Erwin machen sich selbst auf die Suche nach dem ominösen Doppelmörder im Gemüsebeet. Doch dann geschehen noch mehr Morde und die Herrschaften Albertine, Hubertus und Egon-Erwin werden immer tiefer in die bedrohlichen Hintergründe hineingezogen. Peter M. Hetzel, Literaturkritiker des Sat. 1 Frühstücksfernsehens und ehemaliger Lektor für Kriminalromane, schreibt mit seinem Debüt "Ernten und Sterben" einen Roman, der vom Verlag mit dem Etikett "Landkrimi" versehen und entsprechend - äußerst gelungen! - gestaltet wird. Zwar sterben in diesem Buch diverse Menschen auf teilweise sehr grausame (nicht aber wirklich fesselnde oder schockierende) Art, der genrebestimmende Kriminalfall tritt aber deutlich hinter der Schreibweise des Autors zurück, bleibt unstrukturiert und in vielen kleinen und größeren Einzelheiten unlogisch, die Entwicklung ist nicht immer nachvollziehbar und weist immer wieder offensichtliche Ungereimtheiten, ja sogar Fehler auf, der Realitätsanspruch ist äußerst gering (wie auch der Autor selbst zugibt, der den eigenen Spaß am Schreiben über den Inhalt und dessen Logik setzt). Augenmerk wird vor allem darauf gerichtet, im Text eine (Über)Fülle an Zitaten, Seitenhieben auf Medien und medienbekannte Persönlichkeiten, leider nicht mehr, sondern eher minder lustigen Anspielungen und Kalauern unterzubringen, die zumindest mich in ihrer Masse doch in großem Maße gestört und zunehmend genervt haben. Ich muss es zugeben: mit dem Humor, der in diesem Buch so groß geschrieben und an allererste Stelle gesetzt wird (und den Kriminalfall und dessen logische Auflösung völlig überlagert) kann ich nicht viel anfangen, nur manchmal entlockt er mir ein müdes Schmunzeln, mehr aber auch nicht. Ich gehöre wohl zu den humorlosen Lesern, die noch nicht mal im Keller lachen können (und welche eine begeisterte Leserin in ihrer Rezension erwähnte). Schade. Ich hatte von dem Buch viel mehr erwartet als platte Comedy und häufig abgedroschene Witze. Der Kriminalfall bleibt in seiner Entwicklung und Auflösung unbefriedigend, die Struktur ist leider nicht besonders gut konstruiert, und der zwar lockere und flüssige, für mich aber leider nicht wirklich witzige Stil des Autors können mich nicht überzeugen. Einzig Clementine, Haushälterin im Hause von Krokow, konnte mich als Figur überzeugen, handelt in meinen Augen nachvollziehbar und ist für mich in ihrer Schrulligkeit gelungen. Positiv zu erwähnen sind neben Clementine auch die häufigen kulinarischen Exkurse im Buch - das hat mir an vielen Stellen wirklich Appetit gemacht. Für "Ernten und Sterben" kann ich nur zwei Sterne vergeben, einen Extrapunkt gibt es für die wirklich äußerst gelungene Gestaltung des "Landkrimis", die mich etwas gänzlich anderes erwarten ließ, als das Buch mir dann (leider) lieferte. Wirklich gefallen hat mir persönlich dieser (Kriminal-)Roman nicht - viele begeisterte Leserstimmen sprechen allerdings eine andere Sprache.

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    • 4
  • Massiver Angriff auf die Lachmuskeln

    Ernten und Sterben
    MissStrawberry

    MissStrawberry

    Peter M. Hetzel ist mein Lieblings-Buchkritiker und als ich dann erfahren habe, dass er selbst ein Buch geschrieben hat, war ich natürlich sehr gespannt. Das muss ja nun echt gut sein, denn er weiß ja, wo er selbst kritisch mit Autoren umgeht. Und dann noch ein Krimi - der ist ganz sicher was für mich. Doch damit habe ich beim besten Willen nicht gerechnet! Dieser Krimi ist so speziell, ich glaube nicht, dass es etwas Vergleichbares gibt. Albertine von Krakow und Hubertus Müller sind Nachbarn. Sie ist Landärztin, er Antiquar (über das www), beide verbindet die Leidenschaft zur Gärtnerei und Albertines kochbegeisterte Haushälterin Clementine. Doch die Idylle im Dörfchen Klein-Büchsen (exakt 900 Einwohner) wird jäh gestört, als eines morgens sowohl bei Albertine, als auch bei Hubertus im Garten jeweils eine kopflose Leiche liegt. Das Dörfchen steht Kopf, der rasende Reporter Erwin-Egon Wutke nistet sich quasi bei Albertine und Hubertus ein und das muntere Grüppchen macht sich daran, den Mordfall aufzuklären. Total schräg, extrem skurril, genial witzig und atemberaubend wort-witzig erzählt Peter M. Hetzel hier den lustigsten Krimi, den ich je gelesen habe. Auf 221 Seiten serviert er dem Leser nicht nur einen interessanten, spannenden Kriminalfall, er packt auch allerhand reale Personen, affektiertes Getue des Möchtegern- bzw. verarmten Adels, Slangausdrücke, Rezepte, Weingeschwafel, Autoren usw. ins Buch. Keine Seite ohne Lacher oder Extremgrinsen - Slapstik vom Feinsten! Es macht Spaß, dieses Buch zu verschlingen und man weiß doch ganz genau, man hat vor lauter Lachen einen Teil der Gags gar nicht mitbekommen. Es ist somit ein Buch, das man immer mal wieder gern (komplett oder in Teilen) lesen kann und mag, denn hier bekommt jeder sein Fett weg. Sei es nun der "Bayernmanager mit den Wurstfingern" oder die "bekannte Kultfirma aus Cupertino", der "Typ mit dem Zwirbelbart, der durch jede Kochshow geistert und auf rheinische Frohnatur macht" oder Arnie - alle fügen sich so genial ins Buch, als gehörten sie tatsächlich nach Klein-Büchsen. Schlagworte, Phrasen, Redewendungen - auch diese finden ihren Platz und werden genial komisch auf die Schippe genommen. Landflucht, vergreisende Orte, Massenpanik, Lynchjustiz, Generalverdacht - Schlagworte, die in letzter Zeit wirklich extrem abgenutzt worden sind, ergeben einen der witzigsten Absätze in diesem Buch. Der Mörder ist nicht immer der Gärtner und wie es sich für einen dermaßen skurrilen Krimi gehört, ist auch das Ende ein überraschender Show-down! Wie man sieht: ich bin voll des Lobes und könnte Romane über diesen Landkrimi schreiben. Nur wer absolut humorlos ist und noch nicht mal im Keller lachen kann, findet keinen Spaß an diesem Buch. Klar, nicht jede/r versteht alle Gags, aber die meisten müssten doch zu verstehen sein. Von mir eine absolute Lese- und Lachempfehlung. Und ich hoffe, Band zwei lässt nicht allzulange auf sich warten. Klein-Büchsen ist mir fast zweite Heimat geworden und ich würde Albertine und Hubertus gern bald wieder besuchen! Zur Aufmachung des Buches sei gesagt: Das Cover ist wie eine leicht fleckige Leinendecke (Geschirrtuch? Tischdecke?) gestaltet, mit Zickzackstich rundum. Das Innencover erinnert an eine Blumentapete aus dem Salon beim Landadel. Die Kapitelüberschriften sind ausgeschriebene Zahlen, umrankt mit einer Blütenborte. Nach der Auflösung hat Peter M. Hetzel noch einmal die Menüs des Krimis zusammengestellt. Fehlt nur noch die Aufzählung der Weine des Buches! Ebendiese wurden auf typische Sommelier-Art kommentiert. Allein das ließ unsere Albertine immer wieder Hubertus mit Kontersprüchen zum Schweigen bringen. Ach, es ist so schwer, nicht zu viel zu verraten. Deshalb mein Fazit: LESEN!

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    • 2
    LibriHolly

    LibriHolly

    20. August 2013 um 12:41
  • Kopflos sind hier nicht nur die Leichen

    Ernten und Sterben
    progue

    progue

    20. August 2013 um 11:24

    Albertine von Krokow und ihr Nachbar Hubertus Müller sind gut befreundet. Jeden Abend (und meistens auch den ganzen Tag) hängen sie miteinander rum und genießen die Köstlichkeiten, die Albertines Haushälterin Clementine ihnen zubereitet. Als sich eines Tages zwei kopflose Leichen in ihren Gemüsebeeten finden, erkennen die beiden, dass ihre ländliche Ruhe vorläufig einen Schlusspunkt gefunden hat. Um den Verdacht, dass sie die Mörder sind, von sich abzuwenden, schließen sie sich mit dem rasenden Reporter Egon-Erwin Wutke zusammen und versuchen, dem Mörder auf die Spur zu kommen. Immerhin ist dieser so nett, sie von der Verdächtigenliste zu nehmen, als er mal fix noch zwei Leute aus dem Dorf metzelt, zu einem Zeitpunkt, als sich noch gefühlte Millionen Reporter um Albertines und Hubertus' Häusern befinden. Ohne zu wissen, wer der Mörder ist, erfährt man immerhin schon einmal, dass er es auf ein paar Leute abgesehen hat, unter ihnen auch Albertine und Hubertus. Seltsam ist nur, dass er ihnen kein Haar krümmt, als sie ihm quasi freiwillig in die Hände geraten. Er begnügt sich damit, sie mit einem Schlafmittel ins Land der Träume zu schicken und sich mit Clementine einen Karatekidverschnittswettkampf zu liefern. Er ist außerdem auch immer so nett, genau diejenigen Leute zu töten, die Albertine und Hubertus gerade im Verdacht haben. Das tut er zum Beispiel mit einem ultramodernen Hightechsniper, deren Herkunft offensichtlich üüüüüüüberhaupt nicht zurückzuverfolgen ist, weil ... Keks. Weil die Polizei so dermaßen inkompetent und luschig ist, dass man die Hände über den Kopf zusammenschlagen möchte. Das ist durchaus gewollt, habe ich erfahren. Das Buch ist weniger ein Krimi als eine Parodie, aber meiner Meinung nach funktioniert eine Parodie nur, wenn man zwar überzeichnet, aber doch ein bisschen Logik übriglässt. Sämtliche Protagonisten sind schrullig, verpeilt, unfähig oder hyperaktiv --> siehe Parodie. Leider war das Ganze nicht so witzig dargestellt, dass man darüber wenigstens lachen konnte; und nein, ich gehöre eigentlich nicht zu den Leuten, die zum Lachen in den Keller gehen. Die wenigen Male, in denen ich müde schmunzeln konnte, wurden fast sofort durch das Stirnrunzeln über völlig unnötige Aktionen abgelöst. (Zum Beispiel durch die Stelle, als ein Heckenschütze auf den Reporter schießt, und der es in keiner Form für nötig hält, sich selbst in irgendeiner Form zu schützen oder gar die Polizei darüber zu informieren, Gott bewahre!) Die Auflösung des Falls bleibt dann auch konsequent inkonsequent; sowohl der Täter, der durchaus schon vor seinem letzten Mord hätte festgenommen werden können, als auch seine Motivation bleiben eher im Dunkeln. Im Endeffekt kann ich für mich selbst konstatieren, dass ich enttäuscht bin. Das ist schade, weil ich die Vorstellung des Autors witzig und sympathisch fand und bisher mit den Büchern von Emons immer gut gefahren bin. Jetzt bin ich mir unsicher, ob ich überhaupt noch Interesse für die anderen Landkrimis aufbringen kann: Sind sie alle in dem Stil, dass es mehr um schrullige Leute als um einen Kriminalfall geht? Fazit: Nichts für Leute, die sich einen echten Krimi erhoffen.

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  • Bei Mord hört der Spaß noch lange nicht auf!

    Ernten und Sterben
    LibriHolly

    LibriHolly

    20. August 2013 um 10:43

    Das Leben im idyllischen Dorf Klein-Büchsen könnte so schön ruhig und beschaulich sein, wären da nicht plötzlich diese zwei Toten mitten in den Gemüsebeeten der Landärztin Albertine von Krakow und ihres Nachbarn Hubertus Müller, bibliophiler Antiquar, Wein- und Zigarrenliebhaber. Welch Frechheit, einfach so mir nichts dir nichts seine Toten in den wunderschön gepflegten Radieschen und zwischen der perfekten Roten Beete abzulegen und obendrein noch die Köpfe in den Beeten zu vergraben. Wer macht so etwas? Die, zugegebenermaßen etwas überforderte, Landpolizei tappt im Dunkeln. Als dann auch noch zwei weitere Kopflose auftauchen reicht es Albertine und ihrem Freund und Nachbarn. Wer wagt es hier die beschauliche Dorfidylle derart rüde zu stören? In bester Hobbydetektiv-Manier beginnen die beiden zu ermitteln und finden bald bei Albertines Haushälterin Clementine und dem Lokalreporter Egon-Erwin tatkräftige Unterstützung. Dumm nur, dass sie dabei selbst in Lebensgefahr geraten…. Bei Mord hört der Spaß auf! Aber nicht bei Peter M. Hetzel. Und so treffen wir in seinem Buch auf zahlreiche skurrile und exzentrische Persönlichkeiten, beißenden Wortwitz, schwarzen Humor und abgründige Situationskomik. Wer allerdings einen klassischen Ermittlerkrimi sucht, dem sei von diesem Buch abgeraten. Die tollpatschige und etwas trottelig daherkommende Polizei bekleckert sich im Laufe der Handlung nicht gerade mit Ruhm, mehr Karikatur als ernstzunehmende Gesetzeshüter. Die wahren Ermittler in diesem ländlichen Idyll sind die adlige Landärztin Albertine, ihre Haushälterin Clementine, der Nachbar Hubsi und Lokalredakteur Egon-Erwin. Zugegeben die vier sind etwas gewöhnungsbedürftig, kauzig und schrullig wie sie nun mal so sind und sie sind sich auch nicht immer  ganz grün, aber so ist das eben mit „Originalen“. Auch mit dem Realitätsanspruch und der reinen Logik nimmt es der Autor hier und da mal nicht so genau, aber der Humor ist klasse, vorausgesetzt man liebt Loriot, Monty Python und „Neues aus Büttenwarder“. Wer nun meint, dass es in diesem Buch unblutig zugeht, der hat sich aber gewaltig getäuscht. Peter M. Hetzel lässt in seinem Buch morden, was das Zeug hält und geht dabei nicht gerade zimperlich mit den Opfern um. Kurzum: Wer einen klassischen, ernsthaften Krimi sucht, für den ist „Ernten und Sterben“ sicherlich nicht die richtige Lektüre, wer aber einfach mal wieder herzhaft lachen will und sein Zwerchfell massieren, der kann hier beruhigt zugreifen!

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    Ernten und Sterben
    Teewurst

    Teewurst

    18. August 2013 um 18:41

    In Klein-Büchsen rollen die Köpfe: Ein irrer Mörder treibt sein Unwesen. Da staunen Albertine von Krokow und ihr Nachbar Hubertus Müller nicht schlecht, haben sie doch eines Morgens jeder einen Enthaupteten im Garten liegen. Fast noch ärgerlicher findet Albertine allerdings, dass nun Polizisten ihre schönen Beete zertrampeln. Das mag ein Grund dafür sein, dass sie die Polizei nicht darüber informiert, dass wenig später jemand mit einer Waffe durch ihre Terrassentür schießt, zielgenau an ihr vorbei. Ein weiteres Beinahe-Opfer des irren Snipers ist Lokalreporter Egon-Erwin. Auch er ignoriert die offenkundige Drohung, wittert die Story seines Lebens und lässt deshalb die Polizei außen vor. Stattdessen nehmen Albertine, Hubertus und Egon-Erwin die Ermittlungen selbst in die Hand. Unterdessen ist auch der Mörder nicht untätig, was zwei weitere Klein-Büchsener den Kopf kostet, weitere Opfer nicht ausgeschlossen... Ich fange mal mit dem Positiven an. Eigentlich ist mir das Cover eines Buches nicht so wichtig, ich halte es mit Mika Häkkinen: Auf den Inhalt kommt es an. Allerdings ist das Cover von „Ernten und Sterben“ von einer derart schlichten Schönheit, dass ich es ausdrücklich loben möchte! Auch der Inhalt bietet einige Überraschungsmomente, die mich zum Lachen gebracht haben. Hubertus, dem sein Online-Antiquariat allerlei Zeit zu besserwisserischen Monologen lässt, outet sich als Fan von „Berlin Tag und Nacht“ sowie anderem TV-Trash. Egon-Erwin fängt bei einem Maschendraht-Zaun zu singen an, und Albertine, sonst blasiert bis in die Haarspitzen, ist sich nicht zu fein, ihrer besten Freundin bei einer Prügelei mit Radieschen-Blättern das Maul zu stopfen – buchstäblich. Kulinarischer Genuss spielt übrigens eine große Rolle, was besonders der kampf-erprobten Haushälterin Clementine zu verdanken ist. Nun zum Unappetitlichen: Die Mordszenen sind herrlich makaber und ausführlich beschrieben. Weniger gefallen hat mir allerdings der/die Mörder/in (will ja nicht spoilern), oder besser das Motiv; das war mir schlicht zu eindimensional und unausgegoren. Auch mit den Charakteren bin ich nicht recht warm geworden, zumal einige erst zum Ende auftauchen. Am ehesten gefällt mir Hubertus, der irgendwie in die Sache hineingerät, obwohl er eigentlich nur Rotwein trinken, schlemmen und Zeit mit Albertine verbringen will. Und Clementine erschien mir auch ganz rund (nicht nur vom Leibesumfang her). Das Buch wimmelt nur so von Anspielungen auf Filme, Serien, Romane, Politiker, und mir sind bestimmt noch einige entgangen. Lieber hätte ich allerdings ein paar tiefere Einblicke in die Charaktere erhalten. Die Handlung ist manchmal sehr übertrieben, was ich an sich nicht schlimm finde. Aber wo "Landkrimi" drauf steht, sollte auch eine weitgehend logische Krimihandlung drin stecken. In der Leserunde zum Buch hat der Autor Peter M. Hetzel (vielen sicher bekannt als Buchkritiker im Sat1-Frühstücksfernsehen) zugegeben, dass er seinen persönlichen Spaß beim Schreiben über den Realitätsanspruch gesetzt hat. Das finde ich sympathisch, wie überhaupt den ganzen Peter. Ich hätte mir allerdings gewünscht, als Leser ein bisschen mehr mitgenommen zu werden. Vielleicht gefällt mir der Nachfolgeroman besser, der laut Autor schon in Arbeit ist.

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  • Skurrile Dörfler, kopflose Leichen und......

    Ernten und Sterben
    Saphir610

    Saphir610

    17. August 2013 um 23:48

    Ein Landkrimi, beschauliches Landleben in der Nähe von Lüneburg. Die Landärztin Albertine von Krokow genießt entspannt den Abend auf ihrer Terrasse mit ihrem Nachbarn Hubertus. Am nächsten Morgen finden beide in ihren Gartenbeeten Leichen, ohne Kopf. Damit ist es mit der Beschaulichkeit in dem kleinen Dorf vorbei, und es passieren noch weitere Morde. Die Polizei kommt nicht weiter, glänzt eher mit Nichtkönnen. Albertine, Hubertus und der Redakteur der örtlichen Zeitung machen sich auf eigene Faust auf die Suche nach dem Mörder, was nicht ganz ungefährlich ist. Hier trifft man mal auf einen etwas anderen Krimi, dem die reißerischen Schilderungen der verschiedenen Morde völlig abgeht. Im Gegenteil, alles wird eher trocken geschildert, was dem Lesespaß keinen Abbruch tut. Was sich in diesem kleinen Ort für skurrile Gestalten tummeln ist herrlich, die Dialoge gespickt mit so vielen Dingen, dass man manche Stelle eventuell nochmal lesen muss. Dabei eine gute Prise Humor, wo man schon merkt, dass das Schreiben dem Autoren richtig Spaß gemacht hat, und da sollte man über Dinge, die vielleicht etwas übertrieben sind, einfach hinweg sehen, das muss so sein. Das Cover ist schön schlicht, mit erhabener Schrift und abgebildeter Rübe. Dafür sind die Buchdeckelinnenseiten richtig opulent gestaltet, erinnert an eine alte Tapete, oder auch Stoff. Ein Krimi, der etwas aus dem Rahmen fällt, mit trockenen Schilderungen, skurrilen Charakteren und herrlichen Dialogen punktet, und sich herrlich lesen lässt. Ich freue mich auf den Nachfolger.

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  • Eine interessante Geschichte!

    Ernten und Sterben
    merlin78

    merlin78

    16. August 2013 um 07:38

    Ein ganzes Dorf ist in Aufruhr! Direkt auf dem Grundstück von Albertine von Krakow wird in dem Örtchen Klein-Büchsen ein Mitbürger brutal ermordet. Und auf dem Nachbargrundstück von Hubertus Müller passiert dasselbe in der gleichen Nacht. Um sich gegenseitig ein Alibi zu geben, gibt Hubertus vor, die Nacht mit Albertine verbracht zu haben, was der Landärztin vollkommen gegen den Strich geht. Egon-Erwin, Reporter der hiesigen Landeszeitung, wittert in dem Mordfall seine große Chance auf eine Anstellung bei einer der großen Zeitungen Deutschlands. Zusammen mit Albertine, Hubertus und Clementine, die gute Fee an der Seite von Albertine, macht er sich auf die Suche nach dem Mörder.  Aus der Feder des Literaturkritikers Peter M. Hetzel stammt das amüsante und spannende Werk, das den Leser in das kleine Dörfchen Klein-Büchsen führt. Mit einer interessanten Geschichte und einer guten, kriminalistischen Grundidee erzeugt der Autor mit seinem Buch "Erben und Sterben" eine unterhaltsame Lektüre, die sich zu lesen lohnt. Albertine und Hubertus spielen neben dem Reporter Egon-Erwin und Clementine die wichtigsten Charaktere der Geschichte. Dabei liegt das Hauptaugenmerk auf Albertine, die mit ihrer witzigen und ironischen Wortwahl schnell das Herz des Lesers erobert. Hubertus hingegen, der nur Augen für Albertine hat, wirkt als Alkoholiker mit dicker Knollnase eher weniger sympathisch. Dafür hat sein Charakter einen hohen Wiedererkennungswert. Clementine sorgt für den kulinarischen Aspekt in der Handlung und Egon-Erwin für die nötige Spannung. Zu den anderen Persönlichkeiten hingegen fällt es nicht immer ganz so leicht, einen guten Bezug aufzubauen. Hier fehlen ab und an ein paar Beschreibungen, um die Personen lebendig wirken zu lassen.  Auch die Handlung konnte nicht ganz überzeugen, denn einige Begebenheiten und Motive blieben im Dunkeln und lassen ein paar Fragen offen. Die kriminalistische Seite wurde hingegen sehr gut integriert und bildet ein ideales Fundament für den Spannungspunkt der Erzählung. Teilweise schon etwas abartig beschrieben, werden die grausamen Details der schrecklichen Taten in fast allen Einzelheiten beschrieben und der Autor nimmt selten ein Blatt vor den Mund. Fazit: Mit einem passenden Cover versehen und im Taschenbuchformat erschienen, bietet das Buch gute Unterhaltung auf hohem Niveau. Immer wieder wird deutlich, über welches Fachwissen der Autor verfügt, wenn er andere Schriftsteller oder Schauspieler zitiert. Wenn auch nicht immer ganz nachvollziehbar oder logisch, so ist es dennoch lesenswert. Mit "Ernten und Sterben" ist Peter M. Hetzel ein interessantes Werk gelungen, das den Leser für kurze Zeit in eine andere Stadt entführt und dort für eine aufregende Zeit sorgt. Von mir gibt es 4 von 5 Sternen.

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  • Ein wunderschönes, geschmackvoll gestaltetes Büchlein

    Ernten und Sterben
    TochterAlice

    TochterAlice

    15. August 2013 um 17:15

    hält man in der Hand, wenn man zu "Ernten und Sterben", dem Krimidebüt von Peter M. Hetzel greift - entsprechend groß war meine Freude vor dem Lesebeginn, denn wer labt sich nicht an der Schönheit eines solchen Bändchens, die ich im Übrigen im Innenleben  - in der Kapitelmarkierung etc. - fortsetzt. Es geht um eine - kleine - Herde alternder Aussteiger, die sich auf dem Lande in beschaulicher Umgebung mehr oder weniger zusammengerauft - bzw. -gerottet haben und ein friedliches Leben führen - alles Leute mit einem gewissen sozialen und kulturellen Hintergrund, wie man den recht erquicklichen Gesprächen zu Beginn entnehmen kann. Doch dann geraten sie mitten in eine Serie brutalsten und übelsten Gemetzels! Können Sie nicht lesen, weil Ihre Nerven bei sowas nicht mitspielen? Doch, hier schon: das alles ist nämlich so "unspannend" und frei von "Schmackes" dargestellt, dass es zumindest mir rasch richtig langweilig wurde, was mir sehr leidtat: Ich WOLLTE nämlich die Premiere des sympathischen Autors genießen, wollte sie gut finden, mitfiebern und vor Spannung fast platzen - ging aber beim besten Willen nicht. Irgendwie kam ich überhaupt nicht rein in die Story, auch die Charaktere blieben farb- und kraftlos. Aber ich schwöre, eine zweite Chance bekommen  Peter M. Hetzel und sein ländliches Aussteigertrüppchen von mir - bei der Fortsetzung, die wohl nicht lange auf sich warten lässt.

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  • Ein Krimi mit viel Witz und Humor

    Ernten und Sterben
    Susi180

    Susi180

    14. August 2013 um 16:50

    Ein ganz normales Dorf und ganz normale Bewohnen. Jedenfalls scheint es so doch hinter der geputzten Fassade verstecken sich Abgründe des Wahnsinns. Als zwei Leichen gefunden werden die leider Kopflos im Gemüsebeet liegen gerät das Leben von Albertine von Krokow und ihrem Nachbarn Hubertus aus den Fugen. Wer sind die beiden Toten und warum ausgerechnet in ihren Gemüsegärten? Da die Polizei nicht aus dem Quark kommt beschließen die Zwei mit Hilfe des Journalisten Egon- Erwin selbst auf Spurensuche zu gehen. Sie geraten immer mehr ins Visier des Mörders und als weitere Leichen auftauchen droht alles außer Kontrolle zu geraten. Wer ist der Mörder und warum mordet er? Aufmerksam geworden auf das Buch bin durchs Früchstücksfernsehen. Ich schaue Peter Hetzel sehr gerne und habe schon einige gute Buchvorstellungen angenommen und selbst gelesen. Als nun sein Erstlingswerk vorgestellt wurde musste ich es natürlich lesen. Ich war auf die Geschichte sehr gespannt und wurde nicht enttäuscht. Der Schreibstil des Autors ist sehr angenehm und leicht zu lesen. Er bringt die Dinge auf den Punkt und schreibt in gängiger Sprache ohne viel um den heißen Brei zu reden. Das mochte ich sehr. Die Personen werden so sympathisch beschrieben, dass man sie einfach mögen muss. Mann sollte vielleicht dazu sagen, dass es kein Krimi im traditionellen Sinne ist. Es wird zwar ermittelt aber eben nicht so wie man es normalerweise kennt. Und auch sonst steckt das Buch voller lustiger Passagen, skurrilen Momenten und einem verrückten Dorf was es wohl nur einmal auf der Welt gibt. Die Mischung zwischen Spannung und lachen hat mir so gut gefallen das ich hoffe der Autor wird einen Nachfolger verfassen. Zu Geschichte sei zu sagen. Der Fall ist wie jeder andere Mordfall sehr brutal und blutig doch überwiegen diese Szenen im Buch nicht. Die Geschichte ist gut durchdacht und man kommt einfach nicht dahinter wer am Ende denn als Mörder dasteht. Sie wird komplett aufklärt und auch der Schluss ist schlüssig und nachvollziehbar. Das finde ich bei Büchern immer super denn es gibt nichts Schlimmeres als mit einem offenen oder unlogischen Ende als Leser zurückgelassen zu werden. Wenn man dem Buch eine Chance gibt und gerne Krimis der besonderen Art liest wird man nicht enttäuscht. Man sollte sich einfach auf die Geschichte einlassen und nicht zu sehr hinterfragen da der Humor des Autors hier sehr ausgeprägt ist. Und es ist doch auch was Positives wenn man nicht nur Blut um die Ohren gespritzt bekommt sondern auch mal herzhaft auflachen kann. ;) Die Optik des Buches gefällt mir ausgesprochen gut. Der Buchumschlag ist schlicht gehalten und passt sehr gut zu Geschichte. Übrigens ist das kein Radieschen auf dem Buchcover sonder Rote Beete und diese spielt auch eine spezielle Rolle im Buch. Ich habe es aber erst auch falsch gesehen und war wohl nicht die Erste und wohl auch nicht die Letzte ;) Das Innere des Buch ist wunderschön mit Blüten verzieht und auch jedes Kapitel ist nochmal mit einer Grafik liebevoll gestaltet worden. Ich finde man merkt einfach, dass dieses Buch mit Liebe gestaltet wurde und sich da jemand richtig Gedanken gemacht hat. Einfach sehr schön. So abschließend möchte ich sagen, dass ich auf eine Fortsetzung hoffe und ich das Dorf und seine Bewohner sehr liebgewonnen habe. So skurril und einzigartig kann nur die Nachbarschaft um Albertine und Hubertus sein. Kleine Anmerkung noch zu dieser Rezi bei Amazon lasse ich es weg.. Es hat sich doch das ein oder andere Mal der Rechtschreibteufel eingeschlichen und es wäre vielleicht schön wenn man es nochmal überarbeitet damit das Buch dann auch perfekt erstrahlen kann. Aber den Spaß am Lesen hat es mir nicht vermiest ist nur am Rande aufgefallen.

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  • Oh Mann.... Nett, aber voller Fehler

    Ernten und Sterben
    matthias66

    matthias66

    12. July 2013 um 09:54

    Bei Ernten und Sterben handelt es sich um einen Landkrimi! Landkrimi ist eine neue Reihe des emons Verlages. Warum ein Verlag, der im Jahr weit über 100 Regiokrimis (die zum großen Teil zwangsläufig auf dem Lande spielen) auf den Markt bringt nun einen Landkrimi braucht, soll die Marketingabteilung erklären. Die Aufmachung ist jedenfalls sehr hübsch... wenn und der Landkrimi auch 20% teurer als die normalen emons Bücher verkauft wird. Der Autor, Peter M. Hetzel, ist vielen aus dem Sat 1 Frühstücksfernsehen bekannt, wo er als Fachmann für Krimis und Thriller regelmäßig auf dem Sofa erscheint. Diesen Job mache er auch wirklich gut und da er sehr sympathisch wirkt, habe ich also voller Vorfreude zu seinem Debut-Krimi gegriffen. Das Ganze läßt sich auch ganz gut an... skurile Protagonisten, etliche Morde, ein wenig Landleben ... ein humorvoller Landkrimi. Aber doch von Allem zu wenig. Die Charaktäre bleiben blaß, der Krimi kommt nicht so recht in Schwung, richtig ganz doll lustig ist es nicht und allzu tiefe Einblicke in das Landleben (wie immer das auch aussehen soll) gibt es auch nicht. In der zweiten Hälfte, so ab Seite 100, zeichnet sich dann langsam so etwas wie eine Handlung ab. Aber kaum nimmt die Story Tempo auf, häufen sich auch die logischen Fehler und Ungereimtheiten. Ohne Fehler, hätte das Buch 4 Sterne bekommen. Mit all den Fehlern sind 3 Sterne noch sehr wohlwollend. Offenbar gab es keine Testleser und das Lektorat hat auch geschlafen. Einige Beispiele: Da wird auf Jemanden in dunkler Nacht geschossen (übrigens, obwohl es gerade noch früher Morgen war!) ... er flüchtet in ein Haus. Wenig später verläßt er das Haus wieder... ohne sich auch nur einmal Gedanken darüber zu machen, dass der Killer ja noch in der Nähe sein könnte... die Polizei wird auch nicht informiert (das Auto ist dann plötzlich auch durchlöchert).... an anderer Stelle wird Jemand aus großer Distanz mitten in einer Menschengruppe erschossen... die anderen Personen (OBWOHL sie wissen, dass der böse Unbekannte es vielleicht auf sie abgesehen hat) denken nicht im Traum daran, irgendwie in Deckung zu gehen. Gefesselte Personen sind plötzlich frei und machen Fotos, statt sich mit dem Messer auf einen Bösewicht zu werfen (OK, in der Socke war ein Messer versteckt... aber der geneigte Leser möchte vielleicht doch erfahren, wie man sich befreit hat... so gaaaanz einfach ist das im gefesselten Zustand ja nicht)... wie sie es kurz vorher noch getan haben. Plötzlich werden aus "normalen" Leute Spezialisten für High-Tech Waffen (weil sie wohl gerne entsprechende Computerspiele spielen, was aber vorher auch mit keinem Wort erwähnt wurde). Personen befinden sich zur gleichen Zeit am gleichen Ort und scheinen füreinander unsichtbar zu sein... usw. usw. usw.... das ist schlampige Arbeit! Auch ein humorvoller Landkrimi muß logisch sein und das Handeln der Personen irgendwie nachvollziehbar! Hier handeln die Personen häufig einfach nur bescheuert! Die Polizei ist total bescheuert! So etwas wie Spurensuche findet überhaupt nicht statt! Wenn wenigstens mit einem Satz so etwas erwähnt worden wäre (die Spurensuche verlief ergebnislos), aber nööö.... Das wirkt wie der erste Entwurf, der nicht ausgearbeitet wurde, Die Auflösung ist dann auch etwas blutleer. OK, falsches Wort, denn Blut fließt... Aber etwas mehr Hintergrund, Motive etc. wäre schön gewesen! Nett geschrieben ist das Ganze. 3 Sterne inklusive Debut-Bonus! Eine Fortsetzung würde mich interessieren, WENN Alles wesentlich sorgfältiger komponiert wird! Eine echte Empfehlung kann ich nicht aussprechen! P.S.: Da ich ja befürchtet habe, dass es an mir liegen könnte, habe ich das Buch verliehen und um eine Stellungnahme (ohne Kenntnis meiner Meinung) gebeten: Das Resultat spiegelt im Wesentlichen meine Kritikpunkte wieder: Es wäre schön, wenn das Handeln der Protagonisten zumindest ansatzweise nachvollziehbar wäre! (Vorsicht Spoiler:) Der Killer taucht erst kurz vor dem Ende, quasi aus dem Nichts auf. Motive sind kaum nachvollziehbar. Polizeiarbeit: Entweder fahren die Cops in Urlaub, oder laufen recht unmotiviert durch die Gegend! Das Ende ist eine Katastrophe! Hinzu kommt Kritik in Bezug auf das Autorenporträt... Das habe ich nun nicht so sorgfältig studiert! Ich verstehe aber nicht, wie einem Fachmann (und das ist Herr Hetzel... hat er schließlich bei Rowohlt jahrelang Krimis redigiert), so viele und drastische Ungereimtheiten unterlaufen konnten! Aber vielleicht liegt es ja doch an mir.....

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