Peter Maass

 4 Sterne bei 3 Bewertungen
Autor*in von Öl und Die Sache mit dem Krieg.

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Cover des Buches Öl (ISBN: 9783426275290)

Öl

(3)
Erschienen am 19.03.2010

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Cover des Buches Öl (ISBN: 9783426275290)
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Rezension zu "Öl" von Peter Maass

Trishen77
Wichtiges, wichtiges Buch

"Die oberste Priorität darf nicht mehr lauten, an Öl ranzukommen, sondern muss lauten, vom Öl wegzukommen."

Im Grundsatz kennen wir alle das Problem mit dem Öl und wir ahnen auch die Verbrechen die dahinter stehen. Vom Grundsatz ausgehend, breitet dieses Buch die Facetten der weltweiten Hierarchie und Geschichte des Ölgeschäfts aus. Es führt uns in nahezu jedes Land, in dem das Öl eine bedeutende (sprich: zentrale oder große) Rolle als Exportgut spielt. Alle diese Länder, abgehandelt unter schlichten Kapitelüberschriften wie -Gier-, -Plünderung-, -Verkommenheit-, -Entfremdung-, sind auf unterschiedliche Arten mit dem Öl durch die Hölle und durch große Traditions- und andere Umbrüche gegangen, jedes Land hat seine ganz persönliche Odyssee mit dem schwarzen Gold hinter sich. Doch eines zeigt das Buch bei allen auf, subtil und in verhaltener Betrachtung, aber trotzdem eindeutig: In keinem dieser Länder ist das Öl Segen, es bleibt ein großer Fluch. Ganz abgesehen von seiner Wirkung in der Nutzung.

Selten hat mich ein Sachbuch so beeindruckt; es ist eines der besten Bücher, das ich seit langem gelesen habe. Es ist nicht nur exzellent geschrieben, in einem prägnanten, informativen und sehr einfachen Stil, der trotz seiner Leichtigkeit so gut wie nie ausfällt, nein, es ist auch wirklich ein Werk, das man, zwar nicht vom wissenschaftlich-enzyklopädischen, aber vom menschlichen Standpunkt, in Gesamtdarstellung und Botschaft, als ein zentrales Werk über das Öl ansehen kann. Denn aus den Geschichten der einzelnen Katastrophengebiete, den Geschichten der Menschen, entspringt ein Gesamtbildnis des Rohstoffes Öl an sich; ein erschreckend chauvinistisches Portrait. Das Buch schafft es, dass man nicht (nur) Ekel, sondern Furcht, Scham und Demut empfindet. Es ist ohne Zweifel einer der wichtigsten Beiträge zu der Diskussion über die Zukunft!

Denn auch dazu hat das Buch von Maass - wie auch zur (Er-)Klärung der Vergangenheit - viel beizutragen. In einem abschließenden Epilog bringt der Autor nämlich nach seinen Tatsachenberichten und Analysen auch noch eine kleine/s Ideenübersicht und -repertoire an, in dem er relativ unspektakulär, aber klug, uns auffordernd den folgenden Satz nah bringt, in dem dieses abschließende Kapitel gipfelt: "Wir verfügen über genügend Lösungsansätze; woran es mangelt, ist Entschlossenheit." Die Frage ist, "ob wir tun werden, was wir tun können."

Und ich empfehle ausdrücklich dieses Buch, weil das eine ganz wichtige Botschaft ist!

P.S.: Wer ein-zwei bescheidene Beispiele für die sprachliche Brillanz sehen will, lese bitte den ersten Kommentar.

Cover des Buches Öl (ISBN: 9783426275290)
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Rezension zu "Öl" von Peter Maass

Dubhe
Rezension zu "Öl" von Peter Maass

Der Autor von diesem Buch ist ein bekannter Journalist, der auch für die New York Times arbeitet.
Bevor er dieses Buch geschrieben hat, hat er die meisten der genannten Länder in mehreren Jahren bereist und seine eigenen Erfahrungen gesammelt, unabhängig von Geldgebern oder der gleichen.
.
In diesem Buch geht es nicht um Erdöl, wie es gefördert wird oder der gleichen, sondern, was das Erdöl mit den jeweiligen Ländern macht.
Ist euch schon einmal aufgefallen, dass fast jedes Land, welches Erdöl fördert, außer denjenigen die in Europa und Nordamerika liegen, kein Geld besitzt und die Bevölkerung hungert und dergleichen.
Ich muss mich korrigieren, das Land an sich sollte Geld haben, nur reißen sich Diktatoren und Staatsoberhäupter dieses unter den Nagel, bevor auch nur ein Bewohner des Landes es zu Gesicht bekommt.
Der Autor hat auf seinen Reisen die Armut der Bevölkerung gesehen, ebenso den Reichtum der Regierung.
Ihr habt doch sicher schon von den Kämpfen in Nigeria gehört, oder?
Milizien kämpfen gegen das Militär und auch untereinander.
Doch nicht immer war das so.
Früher war das Niger-Delta ein fruchtbares und reiches Land bis man Erdöl gefunden hat.
Große Ölfirmen haben sich niedergelassen, nicht einmal Jobs für die eigene Bevölkerung gibt es.
DIe Natur ist verpessetet durch das schwarze Gold, ganze Landstriche werden zu sogenannten "Todeszonen", nur weil Pipelines Lecks haben.
Über so etwas geht es in diesem Buch, über Korruption und Armut, ausgelödt von Erdöl und Geldgier.
Verschiedene Länder werden unter die Lupe genommen.
.
Dieses Buch ist schrecklich, nicht im Stil oder so, sondern schrecklich ist das, was der Journalist Peter Maass alles aufdeckt.
Da freut man sich schon, dass das eigene Land kein allzu hohes Erdölvorkommen hat.
Der Stil ist gut.
Manche Autoren zwingen dem Leser die eigene Meinung sehr auf, doch Peter Maass bleibt größten Teils sehr objektiv.
Nur manchmal merkt der Leser, dass der Autor auf der Seite der Bevölkerung, der Benachteiligten ist, auf jeden Fall in den meisten Fällen.
Man muss sich sehr konzentrieren, um dieses Buch zu lesen, doch wenn einem das Thema interessiert ist es kein Problem, dass das Buch einen langweilt.
Man braucht zwar länger dafür als für einen Roman, doch ich finde, das zahlt sich aus.
Wen das Thema Erdöl interessiert, sollte dieses Buch unbedingt lesen!

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