Moorbruch

von Peter May 
4,7 Sterne bei7 Bewertungen
Moorbruch
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Eine absolut stimmige (Kriminal-)Geschichte mit authentischen Figuren vor der großartigen Kulisse der Hebriden-Insel Lewis.

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Inhaltsangabe zu "Moorbruch"

Siebzehn Jahre sind vergangen, seit Roddy Mackenzie, Leader der Band Amran, mit seinem Flugzeug verunglückte und verschollen blieb. Ein halbes Leben später ist Fin Macleod, früher Roadie der Band, zurück auf der Hebrideninsel Lewis. Im Auftrag eines Gutsbesitzers bekämpft er Wilderer. Doch der Erste, den Fin zur Strecke bringen soll, ist ausgerechnet sein alter Freund Whistler. Die beiden werden Zeugen eines Moorbruchs, der das Wrack von Roddys Flugzeug zu Tage befördert. Fin erkennt an Whistlers Reaktion sofort, dass etwas nicht stimmt. Dabei ahnt er noch nicht, dass es gar nicht Roddys Leiche ist, die sie gefunden haben. Ein packender literarischer Krimi aus Schottland.

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783552058170
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Fester Einband
Umfang:336 Seiten
Verlag:Zsolnay, Paul
Erscheinungsdatum:30.01.2017

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    WinfriedStanzickvor 8 Monaten
    Ein spannend erzählter Kriminalroman mit einer sich über Jahrzehnte hinziehenden Vorgeschichte



    Mit seiner Serie um den Polizisten Fin Macleod aus Edinburgh hat der 1951 in Glasgow geborene schottische Schriftsteller und Drehbuchautor Peter May in seiner Heimat großen Erfolg gehabt und wurde mehrfach ausgezeichnet.

    Auch in dem nach „Beim Leben deines Bruders“ nun folgenden Band lebt der ehemalige Polizist Fin Macleod auf seiner Heimatinsel Lewis auf den Hebriden, eine rauen Landschaft, die der ortskundige Peter May sensibel und spürbar nachvollziehbar beschreibt, die entsprechende Menschen hervorbringt, die versuchen, dort in einer ebenso faszinierenden wie unwirtlichen Umwelt ihr Leben zu fristen. Um seinen  Lebensunterhalt weiter bestreiten  zu können, verdingt sich Fin dazu, für einen großen Gutsbesitzer Wilderer zu bekämpfen. Der erste, den er dingfest machen soll, ist sein alter Jugendfreund Whistler. Auf einer gemeinsamen Tour, bei der sie versuchen, ihrer alten Beziehung wieder Leben einzuhauchen, werden sie Zeugen eines seltsamen Naturschauspiels, einem Moorbruch, der das Wrack eines Flugzeugs freilegt, das vor siebzehn Jahren mit ihrem gemeinsamem Freund Roddy Mackenzie abgestürzt und verschollen gemeldet wurde. Roddy war die Leader einer damals sehr erfolgreichen Band namens Amran, in der auch Whistler mitspielte und für die Fin jahrelang als Roadie arbeitete.
    An Whistlers Reaktion auf diesen Fund und das was, sie Inneren des Flugzeuges vorfinden, erkennt Fin, dass irgendetwas nicht stimmt. Über Nacht sieht sich Fin mit längst vergangenen aber nicht vergessenen Ereignissen aus seinem Leben konfrontiert. Wie schon im letzten Band lässt Peter May Handlungsstränge aus der Gegenwart sich abwechseln mit solchen aus der Vergangenheit und mit literarisch hochwertiger Qualität langsam und spannend zu einer Geschichte zusammenwachsen, die voller Geheimnisse scheint. Es geht um Freundschaft, um Liebe, um scheinbaren Verrat und lebenslange Loyaliäten.

     



    „Moorbruch“ ist wie sein Vorgänger nicht nur ein spannend erzählter Kriminalroman mit einer sich über Jahrzehnte hinziehenden Vorgeschichte, sondern auch ein gewaltiges und liebevoll sinnlich gezeichnetes Porträt einer rauen Inselwelt und ihrer historischen Abgründe.

    Atemberaubend schöne Naturbeschreibungen erzählen von einer Landschaft, in der das Meer, das Klima und die Armut die Menschen schon immer in ihrer dramatischen Gefangenschaft gehalten haben.


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    Gulanvor 9 Monaten
    Kurzmeinung: Eine absolut stimmige (Kriminal-)Geschichte mit authentischen Figuren vor der großartigen Kulisse der Hebriden-Insel Lewis.
    Wehmut.

    Fin ließ Whistlers Fernglas sinken. „Du weißt, wessen Flugzeug das ist?“
    Whistler nickte.
    „Was zum Teufel macht es da unten, Whistler? [...]“
    Whistler zuckte mit den Achseln, sagte aber nichts dazu.
    „Das schau ich mir mal aus der Nähe an“, sagte Fin.
    Whistler hielt ihn am Arm zurück, einen seltsamen Ausdruck in den Augen. Angst, hätte Fin gemeint, wenn er es nicht besser gewusst hätte.
    „Das sollten wir lieber lassen.“ (S.191-192)


    Fin Mcleod hat einen neuen Job als Sicherheitschef eines großen Guts auf Lewis. Sein erster Auftrag: Er soll ausgerechnet die Wilderei seines alten Freundes Whistler stoppen. In den Bergen werden beide von einem extremen Gewitter überrascht, Whistler rettet Fin in eine Höhle. Als sie am anderen Morgen wach werden, hat sich in der Nacht ein bizarres Naturschauspiel zugetragen: Ein Moorbruch. Der unterhalb ihrer Höhle liegende Loch ist verschwunden, das Wasser abgelaufen – und mitten im schlammigen Seegrund liegt das seit langem verschollene Kleinflugzeug des Rockstars Roddy Mackenzie.


    Roddy war der Bandleader der keltischen Rockband Amran, die als Jugendband auf Lewis angefangen hat und später den großen Durchbruch in Glasgow schaffte. Fin war lange Zeit Roadie der Band, Whistler spielte keltische Flöte, stieg aber vor dem großen Erfolg aus der Band aus. Mitten auf dem Höhepunkt des Banderfolgs verschwand Roddy damals bei einem Flug. Als Fin und Whistler nun die Leiche im Wrack finden, ist schnell klar, dass es sich um Mord handeln muss, denn die Leiche hat massive Gewalteinwirkungen, während das Flugzeug relativ unversehrt, also wohl nicht abgestürzt ist.


    „Moorbruch“, im Original „The Chessmen“ (die berühmten Lewis-Schachfiguren spielen tatsächlich eine Nebenrolle), ist der dritte Teil der Lewis-Trilogie des schottischen Autors Peter May. Kehrte Fin Mcleod im ersten Teil (Blackhouse) noch im Dienst als Detective Inspector auf seine Heimatinsel) in den Äußeren Hebriden zurück, hatte Fin im zweiten Teil (Beim Leben deines Bruders) bereits als Konsequenz aus dem Unfalltod seines Sohnes und des Scheiterns seiner Ehe den Dienst quittiert und war endgültig nach Hause zurückgekommen. Nun ist Fin zu seiner Jugendliebe Marsaili zurückgekehrt, allerdings merkt Fin selbst, dass der alte Glanz sich nicht so recht wieder einstellt. Und nun muss er auch noch seinem besten Freund, der ihm zweimal das Leben rettete, das Wilderer-Handwerk legen. Und der Fund der Leiche im Flugzeug bringt eine weitere Geschichte aus der Vergangenheit zurück.


    Fin begann den Abstieg, zunächst langsam, jeden Schritt vorsichtig setzend. Er glitt aus und schlitterte ein paar Meter, bevor er sich fangen konnte und wieder sicheren Stand hatte. Nun kam er schneller voran, von seinem eigenen Körpergewicht gezogen, vom Wind wie mit einer Hand im Rücken geschoben. Das Licht seiner Taschenlampe flog über ein Gewirr aus Farn und Heide und landete schließlich auf einem Teppich aus Geröll, der einen zu schartigen Felsen abfallenden Hang bedeckte. Der Regen floss in Bächen und Rinnsalen den Berg hinab, schlängelte sich durch die Steine zu Fins Füßen. Er hatte rutschend erst ein paar Meter zurückgelegt, da verbreiterte sich der Geröllteppich nach links und nach vorn und ließ ihn öfters ausgleiten. Erfasste ihn schließlich wie eine Lawine und riss ihn mit, und Fin stürzte hilflos ins Dunkel, das Geräusch kullernder Steine in den Ohren. Dann schlug er hart auf etwas auf, das ihm den Atem nahm. Sah Sterne und fiel in ein Dunkel, aus dem es, wie er wusste, keine Wiederkehr gab. (S.191-192)


    Peter May erzählt in „Moorbruch“ eine Geschichte von Freundschaft und Rivalität. Äußerst fein und sehr versiert werden immer wieder Rückblicke eingestreut. Bemerkenswert ist die sehr präzise Figurenzeichnung. Fast alle der Figuren aus Fins Freundeskreis durchleben mehr oder weniger eine Lebenskrise, eine Mid-Life-Crisis. Dadurch erhält die Story einen melancholischen, fast wehmütigen Ton. Dazu passen auch die sehr genauen und intensiven Beschreibungen von Natur und Landschaft. Zwar ist der Spannungsbogen nicht so hoch wie bei anderen KrImis, aber dennoch wird man immer weiter hineingezogen in die Geschichte von der alten Clique rund um die Band Amran, mit den sich kongenial ergänzenden Antipoden Roddy und Strings sowie der undurchsichtigen und umschwärmten Sängerin Mairead als weitere Figuren.


    Neben Fin Mcleod und Whistler spielt aber ebenso die Hebrideninsel Lewis (eigentlich Lewis and Harris) eine Hauptrolle. Die Landschaft mit den Torfmooren, Lochs, steinigen Hügeln und felsigen Klippen und das dazu gehörende raue Wetter wird prominent und gekonnt in Szene gesetzt. Dabei werden auch historische Ereignisse wie der Untergang der Iolaire am Neujahrstag 1919 in die Handlung eingeflochten.

    Dieser Roman zeigt es mal wieder: Gute (Kriminal-)Literatur braucht keine ausgefallenen Plots oder skurrile, exzentrische Figuren. „Moorbruch“ bietet authentische Figuren, ein tolles Setting, einen realistischen Plot und literarisch gehobenes Handwerk. Peter May liefert hier einen absolut exzellenten Roman ab.

    Kommentare: 3
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    sapperlotvor einem Jahr
    Atmosphärischer Inselkrimi

    Dieser 3. Teil der Lewis Trilogie (Lewis bezeichnet die äusserste Insel der Hebriden nordwestlich von Schottland im Atlantik gelegen) von Peter May ist ein struktureller Mix aus dem 1. und 2. Band. Die beiden ersten Bücher unterscheiden sich in ihrer Ausstrahlung oder Wirkung auf den Leser. "Blackhouse" war mehr ein ruhig erzählter Roman mit kriminalistischen Spannungselementen. "Beim Leben deines Bruders" fand ich einen tadellosen Krimi der in zwei Zeitebenen spielt. Dieser Dritte Band verbindet die Stärken der beiden vorherigen Bücher.

    Wieder ist Fin Macleod der Protagonist und der rätselhafte Fall dreht sich um eine Zeitspanne in seiner Vergangenheit. Ein Moorbruch bringt ein verschollenes Kleinflugzeug ans Tageslicht und Fin sieht sich mit längst vergangenen aber nicht vergessenen Ereignissen aus seinem Leben konfrontiert. Wieder spielen Stränge in der Gegenwart und Vergangenheit gleichermassen wichtige Komponenten für die Gesamthandlung.

    Peter May steht in deutschsprachigen Gefilden nicht in der ersten Reihe der Krimiautoren. Eigentlich schade, da er einen sehr gepflegten Schreibstil hat und seine Geschichten ruhig aber atmosphärisch Dicht erzählt. Definitiv kein Buch für Thriller-Leser die kurze aber harte Schnitte und Szenen brauchen die die Nervenfasern triezen. Es bereitet aber dennoch Lesespass, wenn es ein talentierter Autor im Genre der Krimis versteht, die ruhigen Saiten der Gefühlsklaviatur anzuschlagen und trotzdem ein "ich will weiterlesen" Gefühl erzeugen kann. Und bei 336 Seiten ist man als Lesern dennoch ratzfatz am Schluss angelangt. Und Inselkrimis mag ich wegen dem be- und eingegrenzten Raum sowieso. Irgendwo vom tosenden Meerwasser umgeben liegt die Rätsels Lösung begraben. Macht euch auf die Suche nach der Wahrheit!

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    Mira20vor 2 Jahren
    Kurzmeinung: Ich bin restlos begeistert!
    Vergangenes wird lebendig!

    Als ich diese Neuerscheinung in meinen Händen hielt, da gab es nur eins: Aufschlagen und Lesen! 
    Wie die vorangegangen Bücher rund um den ehemaligen Polizisten Fin Macleod handelt ein grosser Teil der Geschichte im Vergangenen. Perfekt verschmelzen die Handlungsstränge ineinander und Stück um Stück löst sich auch der Kriminalfall auf. 

    Als Fin mit seinem Jugendfreund Whistler von einem Unwetter in der Wildnis überrascht wird, kommt es zu einem Naturphänomen – dem Moorbruch. Dabei entleert sich ein See und gibt ein Flugzeug frei, das vor 17 Jahren spurlos verschwand. 
    Darin der verschollene Roddy, Fin und Whistlers Freund aus der Jugendzeit. Was aber geschah vor 17 Jahren und weshalb zieht sich Whistler komplett zurück und weigert sich mit Fin über das Vergangene zu sprechen? Als die Obduktion ergibt, dass Roddy ermordet wurde, wird Fin noch neugieriger. Er will um jeden Preis wissen, was damals geschah…

    Die Rückblenden werden von Fin in der ICH-Form erzählt. Dagegen tritt Finn in der Gegenwart als ER- Erzähler auf. Diese Erzählweise fand ich sehr gelungen. Auch der Wechsel zwischen Erinnern und Nachforschen machen die Handlung sehr abwechslungsreich und spannend. Überhaupt ist das Buch farbig und lebendig erzählt. Naturschauspiele verstärken die Atmosphäre zusätzlich. 

    Aber das Panorama, das der Autor aus frühere Zeiten entwirft, ist einfach nur grandios. Das Leben des jungen Finn auf den Hebriden wird farbig und wir tauchen mit all unseren Sinnen in eine noch gar nicht so lange vergangene Zeit ein. 
    Nicht historische Hintergründe stehen dabei im Vordergrund, sondern das Alltägliche. Der Roman erzählt von Jugendfreundschaften und vom sich Verlieben, von Konkurrenz und Eifersucht und schmerzlichen Einsichten einer ersten zerbrochenen Liebe.

    Auch vom sprachlichen Stil des Autors bin ich begeistert. Der Autor weiss wie man Worte lebendig macht, ihnen Leben einhaucht.

    Das Buch hat mich stilistisch wie auch inhaltlich vorbehaltslos überzeugt. Alle drei Teile können unabhängig voneinander gelesen werden. 

    Von mir eine absolute Leseempfehlung!

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    Girl56vor 8 Monaten
    SLAutor76s avatar
    SLAutor76vor einem Jahr
    Stefan0161s avatar
    Stefan0161vor einem Jahr

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    Pressestimmen

    Fin Macleod ist zurück! In einem packenden Schottland-Krimi von Peter May

    „Absolut souverän verknüpft May die verschiedenen Fäden und Ebenen dieses vielschichtigen Romans. (.) Das Finale ist großartig. Toll geschrieben. Kriminalliteratur vom Feinsten." Martina Bittermann, Radio Bremen, 02.02.17
    „Meisterhaft nutzt nutzt May die Form des Lokalkrimis, um einen Mikrokosmos zu schaffen, in dem Mensch und Umwelt eigenwiligen Gesetzen gehorchen müssen. " Benedikt Mahler, Süddeutsche Zeitung, 04.04.17

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