Nazis in Tibet

von Peter Meier-Hüsing 
2,5 Sterne bei2 Bewertungen
Nazis in Tibet
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Bellis-Perenniss avatar

Das Buch liefert einige interessante Ansätze zu Schäfers Tibet-Expedition, hat aber nicht ganz überzeugt

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Die Beschreibung warum die Nazis nach Tibet sind, war sehr informativ und gut. Aber das letzte Viertel war langwierig und eintönig.

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Inhaltsangabe zu "Nazis in Tibet"

Am 21. Dezember 1938 überschritt eine Karawane den hohen Himalayapass Nathu-La zwischen Sikkim und Tibet. Es waren fünf junge Männer, die als erste Deutsche eine offizielle Genehmigung zum Besuch der ›verbotenen Stadt‹ Lhasa erhalten hatten.
An ihrem Gepäck flatterten Hakenkreuzwimpel und SS-Runen. Die Männer waren SS-Offiziere, ihre Expedition stand unter besonderer Förderung Heinrich Himmlers und seiner SS-Organisation ›Ahnenerbe‹. Was trieb die fünf auf das Dach der Welt? Ging es nur um zoologische Forschungen, anthropologische Vermessungen und erdphysikalische Experimente? Oder auch um den Aufbau geheimer diplomatischer Kontakte im Rücken des britischen Empire? Oder sollten sie in Tibet womöglich nach Relikten der Ur-Arier suchen?
Bis heute ranken sich um die Expedition 1938/39 viele Spekulationen. Peter Meier-Hüsing rollt Geschichte und Nachspiel der Unternehmung auf und liefert dazu eine kritische Betrachtung der ideologischen Versatzstücke, die zu dieser Expedition führten.

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783806234381
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Fester Einband
Umfang:288 Seiten
Verlag:wbg Theiss in Wissenschaftliche Buchgesellschaft (WBG)
Erscheinungsdatum:01.03.2017

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    Bellis-Perenniss avatar
    Bellis-Perennisvor 4 Monaten
    Kurzmeinung: Das Buch liefert einige interessante Ansätze zu Schäfers Tibet-Expedition, hat aber nicht ganz überzeugt
    Was sucht Nazi-Deutschland in Tibet?

    Autor Peter Meier-Hüsing bearbeitet in vorliegendem Buch ein Thema, das schon seit langem Anlass zu wilden Spekulation bietet: Die Expedition des Ernst Schäfer nach Tibet. 

    Im Dezember 1938 überschreiten fünf junge Deutsche den Himalaya-Pass Nathu-La und streben der verbotenen Stadt Lhasa zu. Diese Tibet-Expedition in das bislang unerforschte Gebiet ist eine Marotte zweier schwieriger Personen: Zum einem Ernst Schäfer selbst, der sich in den Kopf gesetzt hat, die verbotene Stadt Lhasa zu betreten sowie biologische Studien zu betreiben. Zum anderen Heinrich Himmler, der mit seinem okkulten Glauben vom „Urarier“ Schäfers Expedition fördert, um seiner SS-Organisation „Ahnenerbe“ wissenschaftlichen Touch zu verleihen. 

    Wer waren nun die fünf Deutschen? Neben Ernst Schäfer, dem Ornithologen und Leiter, waren der SS-Hauptsturmführer und Anthropologe Bruno Beger, der Geophysiker Karl Wienert, der Entomologe und Fotograf Ernst Krause und Karawanenführer Edmund Geer. 

    Die fünf Deutschen haben neben Wagemut noch jede Menge Hakenkreuzwimpel und Messinstrumente im Gepäck. Was sollen die Deutschen dort oben, am Dach der Welt erforschen?

    Ging es nur um zoologische Forschungen, anthropologische Vermessungen und erdphysikalische Experimente? Oder hat diese Reise vielleicht auch politische Ziel? Sollten hier, hinter dem Rücken des britischen Empire diplomatische Kontakte geknüpft werden? Nur mit wem? Mit China? Oder sollten sie in Tibet doch das Geheimnis der Ur-Arier lüften? 

    Die Spekulationen rund um diese Expedition 1938/39 sind bis heute nicht gänzlich verstummt. Der Autor versucht nun, aufgrund erhalten gebliebener Unterlage den Sinn dieser Unternehmung zu rekonstruieren. 

    Recht bald ist klar, dass sich die Vertreter mit ursprünglich naturwissenschaftlichen Interesse willfährig vor den ideologischen Karren spannen lassen. Damit verraten sie die Wissenschaft und gehen in weiterer Folge ruhigen Gewissens über Leichen.

    Doch nicht nur die Expeditionsteilnehmer entpuppen sich als wenig wissenschaftlich. Auch das als asketisch betrachtete Tibet erweist sich als Mythos. Man zecht mit den Deutschen und grölt (Reichs)deutsches Liedgut, was wiederum ein wenig später Heinrich Harrer verwundern wird. 

    Meine Meinung: 

    Der Autor versucht Licht ins Dunkel der Expedition zu bringen, der nach wie vor der Mythos des Okkulten anhängt.

    Hin und wieder widerspricht sich der Autor diesbezüglich. Letztendlich scheint der Beweis gelungen, dass die Expedition eben nichts mit okkultem Gedankengut eines Heinrich Himmlers zu tun hatte (z.B. S. 266). 

    Sehr aufschlussreich und interessant finde ich den weiteren Werdegang der Expeditionsteilnehmer während des Zweiten Krieges und natürlich danach. Gerade Ernst Schäfer ist kein „Mitläufer“, wie er gerne erklärt, nein er ist ein skrupelloser Opportunist.  

    Bruno Beger widmet sich weiter den anthropologischen Studien und benützt dafür KZ-Häftlinge aus Auschwitz. Er wird von den Amerikanern verhaftet und trotz Beteiligung an mehrfachem Mord in seinem Entnazifizierungsverfahren als „minder belastet“ eingestuft.  

    Der Schreibstil ist der eines Journalisten. Manches wie die Beschreibung der Reise selbst, liest sich wie ein Abenteuerbericht. Allerdings orte ich eine Menge Tipp-Fehler.

    Immer wieder verlässt Peter Meier-Hüsing die chronologische Abfolge und springt durch Zeit und Raum.

    Was mich persönlich stört, ist die, ein wenig selbstgerechte, Darstellung mit dem Wissen von heute. Hier hätte ich mir eine objektivere Berichterstattung gewünscht, auch wenn viele Taten der Protagonisten zu verurteilen sind.  

    Fazit: 

    Das Buch ist wichtig, dennoch muss ich weitere Informationen zu diesem Thema einholen, daher nur drei Sterne.


    Kommentare: 4
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    lesemauss avatar
    lesemausvor einem Jahr
    Kurzmeinung: Die Beschreibung warum die Nazis nach Tibet sind, war sehr informativ und gut. Aber das letzte Viertel war langwierig und eintönig.
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