Peter Michalzik Kleist

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Inhaltsangabe zu „Kleist“ von Peter Michalzik

Exzessiv, rätselhaft, tragisch – bis heute fasziniert Heinrich von Kleist. Peter Michalzik wirfteinen neuen, unverstellten Blick auf den großen Dichter. Er zeigt ihn als Mann der Extreme,der auf einzigartige Weise zarteste Empfindungen wie auch heftigste Gefühlsausbrüche inWorte zu fassen verstand. Mit seinem kompromisslosen Leben ist Kleist so modern wie keinanderer deutscher Klassiker.

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  • Rezension zu "Kleist" von Peter Michalzik

    Kleist
    HeikeG

    HeikeG

    15. May 2011 um 13:55

    "Ich passe mich nicht unter die Menschen." (H. v. Kleist) . "Wer das Leben Heinrich von Kleists verfolgt, findet im Wesentlichen zwei Geschichten.", beginnt der in Landshut geborene Journalist, Theaterkritiker und Buchautor Peter Michalzik seine Biografie über den deutschen Dramatiker, Erzähler, Lyriker und Publizisten der Weimarer Klassik und Romantik. Allerdings scheinen diese beiden Geschichten kaum etwas miteinander zu tun zu haben. "Es ist zum einen die Geschichte eines schwer zugänglichen, merkwürdig verstockten Menschen, der lange als einer der großen Einsamen der deutschen Literatur galt. Zum anderen ist es die Geschichte eines agilen jungen Mannes in einer Zeit der Umbrüche, Kriege und Neuerungen. Selten fielen die innere und die äußere Geschichte so weit auseinander wie im Fall Kleist." . Heinrich von Kleist war ein Mensch der Krise. Er hat Großes geschaffen, aber auch oft enttäuscht. Nämlich dann, wenn er allzu vollmundige Versprechungen machte, denen keine Taten folgten oder die geweckten Erwartungen wieder einmal enttäuschte. Sein ganzes Leben war ein unruhiges, ein ungestüm voranstürmendes, aber gleichzeitig auch friedlich plätscherndes Bächlein, ein alles mit sich reißender Strom auf der einen Seite, eine stille und romantische Naturschönheit auf der anderen. Kleist Biografie ist die eines Schwankenden, eines unablässig Suchenden, der, eines eingesperrten Wiesels gleich, "das verschreckt am Gitter hin und her läuft", sich zeitlebens unruhig gebärdet und dessen wichtigster Teil letztendlich durch das Schreiben zur Welt kommt. . "Was ist es, das schreibt? Was ist das, das Schriftsteller zum Schreiben zieht? Was macht, dass manche von ihnen meinen, nur leben zu können, wenn sie schreiben?" Diese und noch jede Menge anderer Fragen stellt sich Peter Michalzik in seinem opulenten Buch über diesen Unruhegeist, der sich mit nur 34 Jahren das Leben nahm. Behutsam und äußerst feinfühlig versucht der Autor, sich dem Menschen Kleist zu nähern, ihn als den zu verstehen, der er offensichtlich war. Unnötiger Spekulationen, derer es in den vergangenen Jahren viele gab, schließt sich Michalzik nicht an. Klar und logisch argumentiert er über das wenig Bekannte. Denn anders als bei seinen anderen berühmten Zeitgenossen, deren Leben nahezu lückenlos nachvollziehbar ist, gibt es im Leben Kleists viele Monate ohne ein einziges Zeugnis. Die Quellenlage ist eine mehr als schüttere. . Trotzdem ist Peter Michalzik ein großartiges Porträt eines von extremer Sehnsucht geprägten, einsamen Menschen gelungen, der sich zeitlebens "Hals über Kopf in die Ungewissheit wie der Soldat in die Schlacht" stürzte. Er konnte vieles, aber einfach so dahinleben, das konnte er nicht. "Selten hat jemand heftiger geliebt und war gleichzeitig unfähiger zur Liebe als Kleist.", so der Autor. Michalzik zeichnet ein stimmiges, hochinteressantes und vor allem spannendes Bild dieses zwiegespaltenen Dichters, der "seine Verzweiflung, seinen Hass, seine Hoffnung, seine Liebe und seine Seele erst in Tragödien, dann in Komödien und dann in Erzählungen" legte und wahrhaft eigenartige literarische Wesen schuf. . All die Hoffnungen, Verzweiflungen, den Mut und die Angst Kleists porträtiert Michalzik in einer anschaulichen Geschichte voller Verve und Esprit. Er zeigt die Versuche des Dichters, ein bürgerliches Leben zu führen oder ein Leben außerhalb der Gesellschaft und Konventionen, nimmt Bezug zu seinen Fluchten nach Paris oder in die Schweiz, seiner Ausbildung in Königsberg, seinem Leben als Schriftsteller in Dresden und Berlin, seinen Theaterstücken und Erzählungen. Er zitiert aus seinen hitzigen Briefen, berichtet von "der Wut mit der er zum Gegner Napoleons, der Energie, mit der er zum genialen Zeitungsredakteur und zum Selbstmörder wurde." . Dabei geht es Peter Michalzik nicht primär um neue wissenschaftliche Erkenntnisse in der Kleistforschung, sondern der Autor versucht zum einen Kleists Seele zu ergründen und zum anderen ihn in jenen zeitgenössischen Rahmen zu setzen, in dem er geboren wurde und in welchem er sich bewegte. Entstanden ist eine Geschichte des Krieges: Kleists Krieg im Inneren und im Äußeren. In Michalziks leicht und flüssig zu lesender, aber doch substantiell hochwertiger Biografie erhebt sich der zerrissene Kämpfer, dem es wirklich um das Leben als Ganzes ging, nahezu plastisch aus den Zeilen, so dass der Leser "sich von einem 'unaussprechlichen Menschen', wie Kleist sich selbst nannte, gefangennehmen" lässt, obwohl dieser "in der Welt, auf die er hoffte, nie ankommen sollte und auch nicht ankommen konnte." ("... die Wahrheit ist, dass mir auf Erden nicht zu helfen war." (H. v. Kleist)). Allerdings lebt sein großartiges Werk in uns fort.

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