Peter Michel Kulturnation Deutschland?

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Inhaltsangabe zu „Kulturnation Deutschland?“ von Peter Michel

Über den Umgang mit DDR-Kunst:

Peter Michel zeichnet eine 'Spur der Schande'.

In der 'Kulturnation Deutschland' ist der Umgang mit Kunst der DDR – trotz hoffnungsvoll stimmenderAusnahmen – noch immer weitgehend geprägt durch eine 'Aufarbeitung des DDR-Unrechts' nachden starren Regeln der Totalitarismus-Doktrin.

Doch was in der Vergangenheit galt, gilt auch heute: Trotz aller Bilderstu¨rmerei u¨berlebenam Ende die Kunst und das humanistische Erinnern. Und die Vandalenakte fallen aufdie Vandalen und ihre Hilfswilligen zuru¨ck.

Auch ku¨nftig im Brechtschen Sinne den Finger auf jeden Posten zu legen, bleibt eineunverzichtbare Aufgabe, denn es geht bei alledem nicht nur um einen Racheakt an einemgescheiterten Gesellschaftsversuch, sondern um einen Wesenszug kapitalistischen Umgangsmit Kultur, der in ganz Deutschland wirkt.

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  • Rezension zu "Kulturnation Deutschland?" von Peter Michel

    Kulturnation Deutschland?

    hans-kahle

    07. March 2013 um 18:15

    Worum es geht? Die „Streitschrift wider die modernen Vandalen“ setzt sich erst einmal überhaupt damit auseinander, was man als Kultur-“Vandalismus“ verstehen sollte. Das Herumtrampeln der vermeintlichen „Sieger der Geschichte“ auf den Werte der Besiegten. Ob nun die alten Ägypter oder Römer die Monumente ihrer Vorgänger schleiften, um sich selbst zu erheben, ob die Nazis Bücher verbrannten, die DDR Schlösser und Kirchen und historische Stadtkerne entwertete oder vernichtete oder die heute Herrschenden die Aussagen der DDR-Kunst so bedrohlich erscheinen, dass die Kunstwerke verschwinden müssen – alles belegt die Menschheits-Unreife. Logischerweise kommen die aktuellen Schandtaten besonders schlimm vor, weil sie Werte einfach aus dem Grund politischer Delegitimation vernichten. Eine Kulturlandschaft wird zerschlagen. Nicht alle Beispiele finde ich stark. Es dürfte aber jeder die ihn besonders schockierenden finden. Wehren wir uns! Angeblich sind wir ein Land von Dichtern und Denkern … Die Gliederungsüberschriften sprechen Bände: Gegen den objektiv-realen Nebel Eine Typologie des Vandalismus Unbequeme Wahrheiten Recht und Gesetz Eine Spur der Schande Dummheit entschuldigt nichts Antisemitismus – maskiert, aber erkennbar Beschlussgetreu und demokratisch in die falsche Richtung Es geht auch anders Kultur statt Gewalt

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  • Rezension zu "Kulturnation Deutschland?" von Peter Michel

    Kulturnation Deutschland?

    slov

    07. March 2013 um 17:59

    Wer einen solchen Titel liest mit dem Untertitel „Streitschrift wider die modernen Vandalen“ erwartet Polemik, in der die Titelfrage mit einem klaren Nein beantwortet wird. Das Coverfoto verstärkt diese Erwartung noch, weil es einen geplagten Mann zu zeigen scheint. Doch das kleine Büchlein verweigert sich einseitiger Parteilichkeit. Gerade das aber macht es so wertvoll. Es zieht einen roten Faden von der Römerzeit über die Araber zu den Faschisten, der DDR ins Deutschland nach einem sogenannten Einigungsvertrag. Er verschont niemanden, der sich jeweils zum Sieger der Geschichte erkor und zur vermeintlichen Selbsterhöhung das Kulturschaffen der Vorigen zu vernichten sucht. Er versucht die Arten des Vandalentums zu Gruppieren und die Beweggründe dafür auch. Insofern kommt die DDR noch relativ gut davon. Bei ihr wirkte hauptsächlich eine Mischung aus geistiger Borniertheit der politisch Verantwortlichen und der langen Nachkriegsarmut, wo Anderes als der Erhalt von Kulturgütern wichtig schien. Michel verliert sich im hinteren Mittelteil ein wenig in Details einzelner Beispiele, bei denen nicht alle gleich nachvollziehbar wesentlich erscheinen. Insgesamt gelingt ihm aber gerade dadurch der rote Faden, dass die geistige Tiefschlagleistung einer Bundeskanzlerin Merkel, dass in einer Diktatur wie der DDR gar keine Kunst entstehen konnte, ein Schlaglicht auf den bevorzugten Umgang mit DDR-Kunst wirft: Gerade die Künstler, die stets ein besonders individuelles und damit nuanciert kritisches Verhältnis zu den sie umgebenden Verhältnissen haben müssen, werden geopfert: Es muss alles, was zum Leben der DDR gehörte, „delegitimiert“, nuanciert schlecht gemacht werden. Politik vor Kultur. Kaum denkt man, jetzt wird’s zur linken Polemik, zeigt Michel aber Beispiele, dass es eben in der deutschen Kulturwirklichkeit auch anders geht. Ich teile allerdings nichts die Meinung, dass sich dabei ein positiver Trend abzeichnet. Die politische Verbannung von DDR-Kultur weicht nur subtilerem ideologischem Bekämpfen. Und einer der Schwerpunkte, nämlich die Alltagskultur, ist bereits mit ihren Werken so weit vernichtet worden (siehe Palast der Republik), dass die verbliebenen Reste musealen Wert gewinnen. Beinahe freundlich naiv wird das Buch, wenn es recht umfassend nachweist, wie viele Verhaltensweisen geschriebenem Recht, also Grundgesetz und „Einigungsvertrag“ widersprechen. Als ob sich die Machtverfestigung der herrschenden Klasse darum kümmerte, womit sie den anderen Staat einst eingekauft hatte. Eine lesenswerte Verteidigungsrede für den Umgang mit überlieferten Schätzen aller Vergangenheit ist das Ganze allemal. Und eine für aktive Einmischung ohne Scheuklappen.

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  • Rezension zu "Kulturnation Deutschland?: Streitschrift wider die modernen Vandalen" von Peter Michel

    Kulturnation Deutschland?

    Heike110566

    02. February 2013 um 21:09

    Seit der Annexion der DDR durch die BRD am 3. Oktober 1990 besteht die oberste Priorität der Herrschenden in der BRD darin, die DDR zu delegitimieren. Die DDR soll als das Böse an sich in die Geschichte eingehen. Frau Merkel behauptete allen Ernstes anlässlich einer Ausstellung zum 60. Jahrestag des Grundgesetzes, dass es in der DDR keine Kunst gegeben habe, da Kunst nur in Freiheit entstehen könne und Freiheit gab es, wie sie behauptet, in der DDR nicht. [S. 111]. Bei solcher Doktrin wird verständlich, mit welcher Akribie die Kunst der DDR, insbesondere auch die Bildende Kunst, die im öffentlichen Raum existierte, durch die Herrschenden der BRD beseitigt wird. Bilderstürmerei und Kulturvandalismus sind kein Phänomen, das neu ist. Schon immer gab es Herrscher, die versuchten das kulturelle Gedächtnis zu manipulieren, Geschichte zu fälschen, Erinnerungen an andere Kulturen auszulöschen. Aber: noch nie hatten die Herrschenden mit dieser Methode Erfolg. Dennoch wird es immer wieder von Herrschern versucht, so auch von der Bourgeoisie der BRD und deren politischen Marionetten. Peter Michel zeichnet eine "Spur der Schande" in diesem Buch. Er zeigt mit welcher Beflissenheit und geistigen Beschränktheit einmalige, unwiederbringliche Kulturgüter vernichtet wurden, nur weil sie den neuen Machthabern nicht passten. Als Makel reicht es schon, dass man DDR-Künstler war. Die gesamte Epoche des Sozialistischen Realismus soll ausgelöscht werden. Die Botschaft soll heißen: Die in der DDR Herrschenden waren ein kulturloser Menschenschlag! Nur: Sie, die heute herrschenden, werden mit dieser Methode scheitern, so wie es auch alle anderen sind, die es versucht haben zu ihren Zeiten. Die Herrschenden der BRD können noch so sehr versuchen, die Erinnerung an 40 Jahre DDR auszulöschen: Es wird ihnen nicht gelingen. Die DDR-Kultur ist und wird bleiben: ein Bestandteil der Kultur der gesamten deutschen Bevölkerung. Der Autor macht mit seiner Streitschrift auf das Thema eindringlich aufmerksam. Er listet bereits vernichtetes Kulturgut auf, aber auch Erinnerungsorte, wo man noch aktiv dafür eintreten kann, dass DDR-Kunst an Ort und Stelle und damit erhalten bleibt. Aber: Wir dürfen nicht blauäugig sein. Es wird ein harter Kampf sein, wenn DDR-Kulturgut im Original erhalten bleiben soll. Und es wird viele Niederlagen für die Kulturbewahrer geben. - Deshalb stellt sich im Anschluss an die Lektüre des Bändchens aus dem Verlag Wiljo Heinen die Frage: Wie können wir soviel wie möglich DDR-Kulturgut retten? Sei es als Original-Kunstwerke, sei es in Form von möglichst genauer Dokumentation. Wir, nur wir, deren Kultur dies ist, können sie bewahren. Von anderen in diesem kapitalistischen Staat können und haben wir nichts gutes zu erwarten. Und dies betrifft leider nicht nur die Bildende Kunst im öffentlichen Raum, sondern auch alle anderen Bereiche der DDR-Kultur, sei es Literatur, Musik, Theater, Filmkunst ... Dieses Buch ist für viele Menschen sicher interessant. Genauso für Kunstinteressierte, wie für politisch Interessierte. Den Text ergänzen zahlreiche Fotos von Kunstwerken, auch von bereits verlorenen.

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