Peter Nimtsch Finsteres Schweigen - Psychothriller

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Inhaltsangabe zu „Finsteres Schweigen - Psychothriller“ von Peter Nimtsch

*** für kurze Zeit zum Einführungspreis von 0,99 € *** Klappentext Ohne Erinnerungen an sein Leben wacht Marc Beck auf einer Parkbank auf. Kurze Zeit später wird er zum Mörder. Verzweifelt sucht er nach dem Warum, das sich irgendwo in seiner verschütteten Vergangenheit versteckt. Dabei irrt er durch eine ihm völlig fremde Stadt voller Kuriositäten – laut Ausweis seine Heimatstadt. Was ihm dabei widerfährt, lässt ihn zunehmend an seinem Verstand zweifeln. Ständig überfallen ihn Trugbilder und Blackouts. Bald weiß er nicht mehr, was real ist und was er halluziniert. Ist er paranoid oder verfolgt ihn tatsächlich jemand? Versucht man ihn daran zu hindern, die Menschen zu treffen, die ihm helfen könnten? Bevor er es herausfindet, wird er brutal von den Füßen gerissen. Mehr tot als lebendig kommt er auf einer Intensivstation zu sich. Nun ist er gänzlich hilf- und wehrlos den heimtückischen Attacken auf ihn ausgeliefert – zumal Ärzte und Pflegepersonal glauben, dass er sich alles nur einbildet.

Ein Science Fiction und myteriöser Thriller wird zur Geschichte eines Menschen in einer absoluten Ausnahmensituation. Spannend!

— CarolinOlivares
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  • Ein Science Fiction, der sich zu einer Geschichte über die menschliche Psyche entwickelt

    Finsteres Schweigen - Psychothriller

    CarolinOlivares

    17. February 2015 um 11:34

    Finsteres Schweigen von Peter NimtschEin Science Fiction, der sich zu einer Geschichte über die menschliche Psyche entwickelt In einem alptraumhaften Szenario kommt der Protagonist zu sich. An Amnesie leidend begeht er einen Mord, flüchtet vor ferngesteuerten Panzern und Drohnen. Seine Heimatstadt Heilbronn erkennt er kaum wieder. Er erlebt ein apokalyptisches Gemetzel. In einer anscheinend völlig anderen Geschichte liegt ein Patient, der sich in der Aufwachphase nach einem Koma befindet, auf einer Intensivstation. Der Verletzte heißt Marc Beck. Sein psychischer Ausnahmezustand führt dazu, dass sein Gehirn ihm Scheinwelten vorgaukelt, um die Amnesie und fehlenden Sinneseindrücke zu kompensieren. Der Science Fiction scheint geklärt. Im Raum steht nun ein Attentat. Als Beck sich wider Erwarten erholt, beginnt die Wahrheit erneut zu kippen. Ein weiterer Krimi tut sich auf mit Mordversuchen, eingebildet oder real, und einer Entführung Becks. Schließlich landet er an einem Ort des Grauens, den er von früher kennt, aus der Zeit, bevor sein Leben zu einem Alptraum mutierte. Hier wartet eine neue Geschichte. Die Frage bleibt bis zuletzt ungeklärt: Wer ist Beck und was hat er getan? Endgültig aufgeklärt wird das komplexe Geschehen bei der anschließenden Gerichtsverhandlung. Thema des Thrillers ist natürlich ein aufregender Kriminalfall mit Tätern, Opfern und Verwirrungen. Eine besondere Dimension tut sich auf, weil sich die Ereignisse im Umfeld komplexer Verflechtungen und Abhängigkeiten zwischen Wirtschaft und Politik, gesteuert von einer kleinen Machtelite, abspielen, und durch die angedeutete Nähe zum Terrorismus. Es geht aber auch um einen Menschen in einer außerordentlichen Krise. Sich selbst wiederfinden, eine Klärung herbeiführen, kann Beck nur, indem er schonungslos in einen Spiegel schaut, sich mit den eigenen Leichen im Keller befasst. Uns alle betrifft die Frage, wozu der homo sapiens fähig ist, im Guten wie im Bösen, und was er leisten kann, um sich von seinen Zwängen zu befreien. Ebenfalls zur Sprache kommt die Bedeutung von Menschen, die, aus welchen Gründen auch immer, bereit sind, gegen den Mainstream sich eine Meinung zu bilden und dann etwas Außergewöhnliches zu tun. Dies berührt die Frage danach, unter welchen Umständen man dem eigenen Gewissen folgt, auch wenn es bedeutet, sich über Gesetze hinwegzusetzen. Die Umsetzung einer so komplex und vielschichtig angelegten Geschichte stellt eine echte Herausforderung dar! Der dreiteilige Aufbau: Science Fiction, Krankenhausaufenthalt mit Showdown und Gerichtsverhandlung, hilft, den Roten Faden durchzuziehen. Einerseits wird die Geschichte immer wieder ein Stück weit erklärt, so dass der Leser nicht verzweifeln muss, andererseits bleibt vieles bis ganz zum Schluss offen, wodurch die Spannung nie verloren geht. Die Sprache ist dicht, überwiegend expressiv. Auffallend sind die gründlichen Recherchen des Autors. Es verwundert nicht, dass der Roman, der mit einem außerordentlichen Tempo beginnt, gegen Ende schwächer wird. Auf einen hervorragenden Einstieg, der ohne Umschweife direkt loslegt, konsequent erzählt aus der Perspektive eines Menschen, der plötzlich nichts mehr weiß, in einer Sprache, die das Gehetzte des Protagonisten widergibt, folgt ein inhaltlich und sprachlich schwächerer Teil im Krankenhaus. Die Dialoge und inneren Monologe sind zu lang, es gibt zu viel medizinische Information. Zum Ende hin bricht die innere Logik des Romans immer wieder leicht ein, einige Abläufe erscheinen allzu konstruiert wie die Fluchthilfe von Becks Freundin und deren Freundinnen, die irgendwie an „Drei Engel für Charlie“ erinnern. Eine Überarbeitung mit inhaltlicher Straffung wäre, wie so oft, großartig. Trotz der Schwächen - und welches Werk weist nicht die eine oder andere auf? - handelt es sich um einen alles in allem gut geschriebenen Thriller, der überrascht und fesselt. Zu loben ist der Autor für seinen Mut zum Experiment. Wie schreibt man etwas Ungewöhnliches auf ungewöhnliche Weise? Nimtsch hat inhaltlich und sprachlich versucht, etwas Spannendes und Besonderes in einen Guss zu bringen. Dafür hat er Anerkennung verdient. Ich habe den Roman nicht in erster Linie als Thriller gelesen, sondern als die Geschichte eines Menschen in einer extremen Ausnahmesituation und bin voll auf meine Kosten gekommen. An einer Stelle aus dem anfänglichen alptraumhaften Science Fiction, wo weder Beck noch der Leser einen blassen Schimmer davon haben, was vor sich geht, weist der Erzähler auf all die Geschichten hinter der anfänglichen Geschichte hin: „Aber er spürte etwas Gewaltiges in der Luft liegen. Etwas, dass die Dimensionen überstieg, in denen er bisher gedacht hatte; etwas, das ihn jedoch nicht persönlich betraf. Ihn selber, den Verlust seiner Erinnerungen und das, was er an diesem Morgen getan hatte.“

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