Peter O. Chotjewitz

 4,1 Sterne bei 7 Bewertungen

Lebenslauf von Peter O. Chotjewitz

Peter O. Chotjewitz (1934–2010) machte mit 17 Jahren die Gesellenprüfung als Maler und mit 21 Jahren auf dem zweiten Bildungsweg das Abitur. Nach drei Semestern an der Musikakademie studierte er später unter anderem Jura und legte 1965 die zweite juristische Staatsprüfung ab, arbeitete jedoch vorwiegend als freier Schriftsteller. Er erhielt mehrere Stipendien und lebte jahrelang in Italien, wo er auch Studien für das Buch «Malavita – Mafia zwischen gestern und morgen» trieb. Chotjewitz schrieb Gedichte, Erzählungen, Drehbücher, Schauspiele, Kinderbücher und Romane. Im Rowohlt Verlag erschienen die Prosatexte «Hommage à Frantek: Nachrichten für seine Freunde» (1965), «Die Insel: Erzählungen auf dem Bärenauge» (1968), der Bericht «Malavita: Mafia zwischen gestern und morgen» (1976) sowie «Der dreißigjährige Friede: Biographischer Bericht».

Quelle: Verlag / vlb

Alle Bücher von Peter O. Chotjewitz

Cover des Buches Eine italienische Familie (ISBN: 9783462402391)

Eine italienische Familie

 (6)
Erschienen am 20.08.2018
Cover des Buches Meine ersten sieben Jahre und ein paar dazu (ISBN: 9783462036312)

Meine ersten sieben Jahre und ein paar dazu

 (2)
Erschienen am 18.11.2005
Cover des Buches Ehrenwerte Leute (ISBN: 9783293403680)

Ehrenwerte Leute

 (2)
Erschienen am 10.08.2016
Cover des Buches Der Ritter und der Tod.Ein einfacher Fall (ISBN: 9783803127631)

Der Ritter und der Tod.Ein einfacher Fall

 (1)
Erschienen am 23.09.2016
Cover des Buches Tristano (ISBN: 9783518125793)

Tristano

 (0)
Erschienen am 21.09.2009
Cover des Buches Urlaub auf dem Land (ISBN: 9783935843355)

Urlaub auf dem Land

 (0)
Erschienen am 01.05.2004
Cover des Buches Hommage à Frantek (ISBN: 9783688100057)

Hommage à Frantek

 (0)
Erschienen am 23.09.2016
Cover des Buches Das Wespennest (ISBN: 9783957322364)

Das Wespennest

 (0)
Erscheint am 15.06.2022

Neue Rezensionen zu Peter O. Chotjewitz

Cover des Buches Der Ritter und der Tod.Ein einfacher Fall (ISBN: 9783803127631)JulesBarroiss avatar

Rezension zu "Der Ritter und der Tod.Ein einfacher Fall" von Leonardo Sciascia

Eine symbolisch-satirische Erzählung
JulesBarroisvor 5 Jahren

Der Ritter und der Tod. Ein einfacher Fall - Leonardo Sciascia (Autor), Peter O. Chotjewitz (Übersetzer), 128 Seiten, 9,90 €, ISBN 978-3-8031-2763-1

 Eine italienische Geschichte: die Geschichte einer stillen Macht, drückend, bedrohlich, tödlich. Dieses Monster ist schwierig zu bekämpfen. Man braucht eine große Frustrationstoleranz und breite Schultern. Und die hat unsere Hauptfigur, ein Polizeikommissar, der uns nur vorgestellt wird mit dem Namen Vize, das sowohl Stellverstreter bedeutet, als die Andeutung von Sucht, Laster (vizio) enthält.

Der Vize untersucht den Mord an dem prominenten Anwalt Sandoz, einem Freund des einflussreichen Cesare Aurispa, Präsident der Industrievereinigung. Je länger die Untersuchung dauert umso überzeugter ist der Vize von der Schuld des Aurispa. Aber die Mauer der Selbstzufriedenheit ist undurchdringlich, und es scheint unmöglich, ihn zu überführen. Bis ein tragisches Ende den Fall abschließt.

Unser Protagonist wird von einer unheilbaren Krankheit verzehrt, er arbeitet aber trotz der körperlichen Schmerzen und verliert weder seinen Humor, noch seine Sensibilität und seine Intelligenz.

Der Vize hat die Reproduktion eines berühmten Stiches von Albrecht Dürer in seinem Büro hängen, Ritter, Tod und Teufel. Und das scheint mir eine Synthese des verborgenen Sinns dieser Geschichte zu sein. Vize ist wie der von Dürer porträtiert Ritter: zäh und mutig, ohne zu zögern geht er weiter seinen Weg, obwohl er das Böse (den Teufel) und auch das Ende (den Tod) kennt. die Größe des End-Adressierung (Tod) und Böse (der Teufel).

Auch in der kurzen Geschichte „Ein einfacher Fall“ stellt sich heraus, dass er eher kompliziert ist. Mord oder Selbstmord? Daraus entwickelt Sciascia eine breit gefächerte Handlung, in der sowohl die sizilianischen Behörden als auch der Mythos der sizilianischen Familie entzaubert werden.

Sciascia spielt mit den klassischen Zutaten eines Krimis: Mord, Opfer, Untersuchung, Hinweise, Zeugen, Verdächtige, Mörder und schließlich die Wendung. Mir scheint es aber besonders wichtig hier auf den psychologischen Unterton zu achten, den der Autor mit ungeheuren erzählerischen Fähigkeiten, in einer Sprache mit feiner Ironie und doppelter Bedeutung, von interpretierbaren Dialogen filigran durchbrochen, in Vollendung präsentiert, unterbrochen durch unterschiedliche Betrachtungen über die Menschen in einer modernen Gesellschaft

Sciascia Themen, wie in vielen seiner Veröffentlichungen, ist die Macht und ihre kriminellen Seiten, die Ungeschicklichkeit oder Korruption der Strafverfolgung, politische und geheime Finanzverflechtungen, die zivile und moralische Krise Italiens.

Lesen Sie dieses Buch, nicht nur wegen seiner klaren und brillanten Formulierungen, wegen seiner literarischen Qualitäten. Sondern auch und vor allem wegen seines prophetischen Charakters.

Hier geht es direkt zum Buch auf der Seite des Wagenbach Verlages

https://www.wagenbach.de/buecher/demnaechst-erscheinen/titel/1055--der-ritter-und-der-tod-ein-einfacher-fall.html

Fragen Sie in Ihrer örtlichen Buchhandlung nach diesem Buch. Wenn Sie in meiner Gegend „Landkreis Merzig-Wadern“ leben, dann wenden Sie sich an die Rote Zora: http://www.rotezora.de

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Cover des Buches Machiavellis letzter Brief (ISBN: 9783203760193)Camposolensiss avatar

Rezension zu "Machiavellis letzter Brief" von Peter O. Chotjewitz

Rezension zu "Machiavellis letzter Brief" von Peter O. Chotjewitz
Camposolensisvor 12 Jahren

Das war für mich eine echte Entdeckung. Ich hatte es mal irgendwo mit dazubestellt und nun als Lektüre für eine längere Bahnfahrt eingepackt. Es geht um ein Manuskript aus der Hand Niccolo Macchiavellis, das die letzte Nachfahrin dem Herzog August dem Jüngeren von Braunschweig-Wolfenbüttel 1663 zum Kauf für seine Bibliothek anbot. Der Herzog kriegt das Manuskript nicht und zum Ende stellt sich heraus, daß es wohl auch nur eine Fiktion war. Der Reisebericht, den der Beauftragte des Herzogs verfaßt, und der das Manuskript und Teile eines (ebenfalls fiktiven) Tagebuchs von Macchiavelli zitiert, ist aber sehr spannend und detailfreudig geschrieben. Das Nachwort des Autors gibt noch einige Aufschlüsse zur Einordnung der Geschichte - für einen historischen Roman eher ungewöhnlich, aber mir gefällt so etwas.

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