Peter Orontes

 4.2 Sterne bei 34 Bewertungen
Peter Orontes

Lebenslauf von Peter Orontes

Peter Orontes ist das Pseudonym des Autors Peter Glowotz, er wurde in Venezuela geboren und wuchs in der Nähe des Bodensees auf. Nach einem Grafikdesign-Studium, arbeitete er in diversen Agenturen als Artdirektor. Seit vielen Jahren ist er als freier Kommunikationsdesigner und Texter tätig. Sein Interesse gilt fremden Kulturen sowie der Literatur und der Geschichte. 2009 veröffentlichte er seinen ersten historischen Kriminalroman »Der Seelenhändler«. 2015 folgte sein erster Thriller »Die Stunde des Kraken«, den er unter seinem richtigen Namen im Gmeiner- Verlag veröffentlichte. »Tochter der Inquisition«, Orontes’ zweiter Historischer Roman, ist ebenfalls im Gmeiner- Verlag erschienen.

Alle Bücher von Peter Orontes

Der Seelenhändler

Der Seelenhändler

 (22)
Erschienen am 07.02.2011
Tochter der Inquisition

Tochter der Inquisition

 (12)
Erschienen am 03.08.2016

Neue Rezensionen zu Peter Orontes

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mabuereles avatar

Rezension zu "Tochter der Inquisition" von Peter Orontes

Unbedingt lesen!
mabuerelevor 9 Monaten

„...Der Glaube ist schließlich eine Sache der inneren Überzeugung und nicht etwas, das mit Gewalt von außen erzwungen werden kann. Wer das Evangelium mit den Mitteln der Angst und der Willkür zu verteidigen sucht..., macht aus der Botschaft des Heils eine Botschaft des Schreckens...“


Wir schreiben das Jahr 1388. In Steyr im Ennstal zieht der Fischer Hermann Luger einen Toten aus dem Fluss. Keine drei Wochen später sind die Gerichtsknechte Bodo und Siegbert im Auftrag des Stadtrichters unterwegs. Da sehen sie am Waldrand eine Tote. Es ist Klara von Ternberg, die Frau Wernher von Ternbergs, Kaufmann und Magistrat der Stadt Steyr.

Da die Ermittlungen vom Burggrafen und vom Stadtrichter ins Leere laufen, ruft Wernher Falk von Falkenstein und seine Frau Christine zur Hilfe. Falk soll den Fall übernehmen. Gleichzeitig aber ist der Inquisitor Petrus Zwicker auf den Weg nach Steyr. Dem aber möchte Falk ungern begegnen.

Der Autor hat einen spannenden und sehr gut recherchierten historischen Roman geschrieben. Er verknüpft gekonnt mehrere Kriminalfälle mit dem Schicksal der Waldenser, die von der katholischen Kirche als Abtrünnige und Kerzer behandelt werden.

Das Buch hat mich schnell in seinen Bann gezogen. Der Schriftstil lässt sich gut lesen.

Die Protagonisten werden gut charakterisiert. Das geschieht weniger durch Worte, mehr durch ihre Taten. Außerdem lässt mich der Autor an ihren Gedanken teilhaben.

Falk ist ein Adliger aus Salerno. Allerdings liegt ein Teil seiner Vergangenheit lange Zeit im Dunkeln. Selbst seiner Frau hat er dies verschwiegen. Ab und an aber zeigen seine Reaktionen, dass die Inquisition und ihre Folgen ihn mehr berühren, als er zugeben will. Christine ist die starke Frau an seiner Seite. Sie hat in Salerno Medizin studiert, verfügt über ein logisches Denkvermögen, kann Situationen gekonnt analysieren und setzt sich für Gerechtigkeit ein.

Paulus Zwicker ist ein sehr widersprüchlicher Charakter. Einerseits nutzt er die grausamen Methoden der Inquisition, um die Waldenser zu bekämpfen, andererseits kommt ab und an seine menschliche Seite durch. Außerdem belastet ihn ein Fehlurteil aus seiner Vergangenheit. Als begabter Redner vermag er Menschen zu manipulieren.

Der Autor beherrscht das Spiel mit Worten. Das zeigt sich unter anderen an kurzen romantischen

Naturbeschreibungen, die für einen Moment der Ruhe in der sonst rasanten und fesselnden Handlung sorgen. Das folgende Zitat ist ein Beispiel dafür.


„...Das erzene Leuchten des Mondes lässt den Horizont schmelzen; wie flüssiges Silber ergießt sich sein Licht in die glatte, ruhige See...“


Zu den stilistischen Höhepunkten gehören fein ausgearbeitete Dialoge. Im Verhör von Mohr durch Zwicker stimmt jedes Wort. Mohr kontert geschickt. Das Gespräch zwischen Falk und Christine über die Freiheit der Gedanken und den Wert des Glaubens dagegen geht in die Tiefe. Daraus stammt das Eingangszitat. Beide wissen, wovon sie reden und sehen die Schattenseiten, die durch den Machtanspruch der Kirche entstehen. Ein drittes Beispiel ist die Aussprache unter den Meistern der Waldenser. Es gibt erste Stimmen, die auf Gewalt mit Gewalt reagieren wollen.

Sehr detailliert werden die Ermittlungen von Falk und Christine geschildert. Als Leser bin ich immer auf den gleichen Stand wie die beiden und darf oder muss mit ihnen in die dunklen Tiefen der menschlichen Psyche blicken, denn der Fall weitet sich erschreckend aus.

Auch die Einblicke in die Gerichtsbarkeit der damaligen Zeit und den Glauben der Waldenser fand ich spannend. Erstaunt war ich über deren umfassende Kenntnisse der Bibel. Der Autor lässt mich dabei nicht im Ungewissen, wie es dazu kam. Das folgende Zitat des Augustus wird thematisiert, als sich Christine um einen verletzten Waldenser kümmert:


„...Irren ist menschlich. Aber aus Leidenschaft im Irrtum zu verharren, ist teuflisch...“


Die Geistlichkeit der Zeit wird vielschichtig dargestellt. Zu Zwicker habe ich schon genug geschrieben. Bodo von Schachnitz, Prior des Klosters Melk, sieht manches großzügiger. Er setzt nicht auf menschliche, sondern göttliche Gerechtigkeit. Über den Pfarrer von Steyr möge sich der zukünftige Leser selbst ein Urteil bilden.

Ein ausführliches Personenverzeichnis, ein informatives Nachwort des Autors, drei Glossare und ein Literaturverzeichnis ergänzen die Geschichte.

Das Buch hat mir ausgezeichnet gefallen. Es enthält von mir eine unbedingte Leseempfehlung.


Kommentare: 4
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specialangs avatar

Rezension zu "Tochter der Inquisition" von Peter Orontes

Dieses Buch hat alle Sterne verdient
specialangvor 9 Monaten

Rückentext:

Steyr, im Jahr des Herrn 1388. eine Serie grauenvoller Morde, renitente Ketzer und der fanatische Inquisitor Petrus Zwicker stürzen die Stadt in Angst und Schrecken. Angehörige der Waldenserbewegung werden als Ketzer gejagt und gefoltert, Scheiterhaufen lodern auf. Inmitten des rabenschwarzen Geschehens ermittelt ein unerschrockenes Paar: Falk von Falkenstein und seine Frau Christine. Dann aber gerät Falk, der selbst ein fruchtbares Geheimnis hütet, ins Visier des Inquisitors und damit in tödliche Gefahr.

Meinung:

Ein sehr fesselnder und gut recherchierter historischer Roman. Bereits von Anfang an ist die Spannung sehr hoch gehalten und lässt bis zum Ende nicht nach. Die knappen 550 Seiten fliegen nur so dahin und es kommt bei keiner Seite irgendwelche Langeweile auf. Die damalige Zeit wird sehr bildhaft wiedergegeben und man fühlt sich mittendrin. Einige Szenen sind etwas brutal, aber es wird hier nichts schön geredet. Die Charaktere sind facettenreich und authentisch dargestellt. Falk und Christine sind zwei mutige Charaktere, die ich sofort in mein Herz geschlossen habe. Bei ihren Ermittlungen konnte ich regelrecht mitfiebern und ab und zu musste ich sogar mal vor lauter Spannung die Luft anhalten. Das Leben der Waldenser war sehr interessant und ich finde es klasse, wenn ich mir beim lesen einiges Wissen aneignen kann.

Ich habe dieses Buch regelrecht verschlungen und kann ich nur weiterempfehlen kann. Top!

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Jacobs avatar

Rezension zu "Tochter der Inquisition" von Peter Orontes

Dem Autor ist hier ein Meisterwerk gelungen! Überzeugend vom Anfang bis zum Ende.
Jacobvor 9 Monaten

Petrus Zwicker ist ein tiefgläubiger Cölestinerpater, vom Bischof zu Passau eingesetzter Inquisitor. Gnadenlos verfolgt er die Angehörige der Waldenserbewegung (Die es wirklich gibt!) Falk von Falkenstein und seine Frau Christine werden von einem sehr guten Freund um Hilfe gebeten, dessen Frau ermordet wurden ist. Menschen werden gefoltert im Namen der Kirche. Der Leser hört die Schreie, und die Knochen der armen Seelen brechen. Kinder vergewaltigt, misshandelt und ermordet Frauen, Kinder, Männer werden auf dem Scheiterhaufen hingerichtet. Jeder hat Angst der Nächste zu sein. Der Einstieg fällt mit dem Prolog sehr leicht. Die Spannung wird von der ersten Seite aufgebaut. Es kommen sofort mehrere Fragen auf. Es geht auch unverzüglich mit einem Mord weiter. Diesem folgen noch mehrere grausame Morde, es nimmt kein Ende. Hervorzuheben sind: Das Personenregister (Dramatis Personae), was sehr hilfreich ist. Ein sehr interessantes Nachwort. Glossar Teil 1 mit erwähnte historische Persönlichkeiten Glossar Teil 2 Geografische Hinweise und Bezeichnungen Glossar Teil 3 weitere in diesem Roman erwähnte Begriffe Ein hochkarätiger spannender historischer Roman, der seines Gleichen sucht. Basierend auf wahre Begebenheiten und Fiktion. Dem Autor ist hier ein Meisterwerk gelungen. Er überzeugt den Leser vom Anfang bis zum Schluss. Eine Zeitreise ins Jahr 1388. Mit gewitzter Wortgewandtheit entführt der Autor Peter Orontes den Leser, und schenkt ihm wundervolle Lesestunden. Auch ein Thema das zum Nachdenken bewegt. Glauben und Toleranz anderen Menschen gegenüber. Es geht um Glauben, Hoffnung, Vertrauen und Verrat. Ein fesselnder historischer Roman, den ich jeden nur empfehlen kann. Das Cover, finde ich, ist sehr ausdrucksstark und einnehmend. Es strahlt eine uneingeschränkte Macht aus. Passend zum Thema symbolisiert es für mich Macht und erbarmungslose Grausamkeit, die unter einem Deckmantel Kirche und Glaube versteckt liegt. Mit dem Hintergrundwissen das es ein "Porträt eines Kardinals" von Raffael ist, wirkt das Cover noch dramatischer und unterstreicht die historischen Ereignisse.

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Gespräche aus der Community

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O

Grauenvolle Morde, renitente Ketzer
und ein fanatischer Inquisitor …

Hallo liebe Community!

Ich freue mich sehr, auf diesem Weg eine Leserunde zu meinem Roman „Tochter der Inquisition“ starten zu können. Der Roman wurde vor drei Monaten mit dem Literaturpreis „Goldener Homer 2017“ in der Sparte »Historischer Krimi/Thriller« ausgezeichnet.

Hier, eine kurze Zusammenfassung der Handlung:
Steyr, Oberösterreich, im Jahr des Herrn 1388. Eine Serie grauenvoller Morde, renitente Ketzer und der fanatische Inquisitor Petrus Zwicker, (ein Mitglied des Cölestinerordens), stürzen die Stadt in Angst und Schrecken. Angehörige der Waldenserbewegung werden als Ketzer gejagt und gefoltert, Scheiterhaufen brennen, ein Brandanschlag auf das Haus des Pfarrers erhitzt die Gemüter, eine junge Frau verschwindet auf rätselhafte Weise. Inmitten des raben-schwarzen Geschehens, zwei unerschrockene „Ermittler“: Falkmar von Falkenstein und seine Frau Christine. Und ein gefährliches Labyrinth mysteriöser Hinweise und Spuren, von denen einige tief ins Ketzermilieu zu weisen scheinen. In einem unterirdischen Gewölbe stoßen Falk und Christine auf einen grausigen Fund: mehrere mumifizierte Mädchenleichen lassen auf ein vor vielen Jahren verübtes, unfassbares Verbrechen schließen. Verstörende Parallelen zu den jüngsten Mordfällen tun sich auf. Für Falk und Christine beginnt eine mörderische Jagd nach den Tätern. Dann aber gerät Falk, der selbst ein furchtbares Geheimnis hütet, ins Visier des Inquisitors und damit in tödliche Gefahr …

Interessiert? 

Dann macht doch bei der Leserunde mit! 

In Zusammenarbeit mit dem Gmeiner-Verlag verlose ich im Rahmen dieser Runde 15 Bücher. Wer mitmachen möchte, kann sich gerne bis einschließlich 23. Januar 2018 bewerben. 

Jetzt bewerben*

Wenn ihr euch für die Teilnahme bewerben möchtet, teilt mir doch mit ein paar Worten mit, weshalb euch das Thema „Inquisition“ interessiert.
* Wer gewinnt, verpflichtet sich zur zeitnahen, aktiven Teilnahme an der Leserunde und zum Schreiben einer Rezension auf LovelyBooks und/oder Amazon.

Leserunde mit Autor
Ich werde an der Leserunde teilnehmen und mich während der Dauer der Runde zwei bis drei Mal in der Woche zuschalten. Gerne beantworte und diskutiere ich Fragen, die euch bewegen.

Leseprobe gefällig? 

https://www.amazon.de/Tochter-Inquisition-Historischer-Historische-GMEINER-Verlag/dp/383921906X    



"GOLDENER HOMER 2017" – Begründung der Jury:

„Mit flüssigem Schreibstil zieht der Autor den Leser von Beginn an in die Geschichte hinein … Die Jury der Kategorie historischer Krimi/Thriller entschied sich für ‚Tochter der Inquisition’, weil in diesem Werk einfach alles stimmte: historische Fakten wurden exzellent in eine intelligente Story integriert. Die Figuren besitzen ein hohes Identifikationspotenzial, die Protagonisten sind sympathisch, die Handlung entblättert sich Stück für Stück, wobei niemals der belehrende Zeigefinger auftaucht … Peter Orontes ist mit ‚Tochter der Inquisition’ eine überzeugende Verquickung von Kriminalgeschichte und Historie gelungen.“    


Zur Leserunde

Zusätzliche Informationen

Peter Orontes wurde am 20. Juni 1951 in Valencia (Venezuela) geboren.

Community-Statistik

in 69 Bibliotheken

auf 5 Wunschlisten

von 2 Lesern aktuell gelesen

von 1 Lesern gefolgt

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