Peter Pohl

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Autor von Du fehlst mir, du fehlst mir!, Jan, mein Freund und weiteren Büchern.

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Du fehlst mir, du fehlst mir!

Du fehlst mir, du fehlst mir!

 (38)
Erschienen am 13.01.2017
Jan, mein Freund

Jan, mein Freund

 (24)
Erschienen am 01.09.2011
Du fehlst mir, du fehlst mir!

Du fehlst mir, du fehlst mir!

 (21)
Erschienen am 01.11.1999
Nennen wir ihn Anna

Nennen wir ihn Anna

 (8)
Erschienen am 01.01.1998
Anton, ich mag dich

Anton, ich mag dich

 (2)
Erschienen am 01.02.2012
Unter der blauen Sonne

Unter der blauen Sonne

 (0)
Erschienen am 01.01.2013

Neue Rezensionen zu Peter Pohl

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Lilith79s avatar

Rezension zu "Nennen wir ihn Anna" von Peter Pohl

Berührende zeitlose Geschichte über Mobbing
Lilith79vor 4 Jahren

"Nennen wir ihn Anna" habe ich bestimmt schon fünf oder sechs Mal gelesen, zuerst als Kind, als mir ein Freundin das Buch geliehen hatte. Schon damals fand ich das Buch einfach unheimlich gut und sehrbedrückend, man wird richtig wütend wenn man die Geschichte von Anders liest und niemand ihm helfen kann, nicht mal Micke, sein Jugendleiter, dem Anders vertraut.

Als Erwachsene habe ich das Buch vor einigen Jahren wieder hervorgeholt und festgestellt, dass es rein gar nichts von seiner Brisanz und Genialität verloren hat. Dass das Buch anscheinend der dritte Teil einer Trilogie um Micke ist, wußte ich übrigens gar nicht.

In dem Buch geht es um Anders, einen eher schmächtigen zurückhaltenden Jungen, der in ein Sommer-Camp für Jungs geschickt wird. Statt dem vermutlich erhofften Neuanfang, geht es für Anders dort erst richtig schlimm los. Einige der anderen Jungen erkennen in Anders ein leichtes Opfer und machen ihm die Zeit im Camp zur Hölle. Erzählt wird das Buch aus einer ungewöhnlichen Erzählperspektive, nämlich einerseits von Micke, Anders' Jugendleiter, der die Geschichte in der "Ich" Perspektive erzählt und zweitens von Anders selbst, in der "Du" Perspektive, an Micke gerichtet.

Das Buch schildert Anders Zeit im Jugendlager und später auch einige Zeit, als er wieder zuhause in der normalen Schule ist. Dort erfährt man schließlich mehr über Anders häusliche Situation, die fast noch schlimmer ist, als die Situation in der Schule und im Lager (wenn das überhaupt geht...).

Die Geschichte ist sicherlich keine leichte Unterhaltung und bietet wenig Hoffnung, von dem her ist sie vermutlich nicht für jeden was. Sie ist aber dermaßen realistisch aus dem Leben gegriffen, dass man jedes Wort glauben kann und schildert Anders' Verzweiflung und Micke's Überforderung glaubhaft und berührend. Für mich ist das eines der besten Jugendbücher, die ich kenne und Peter Pohl generell einer der besten Autoren (auch seine anderen Jugendbücher sind überdurchschnittlich und ich finde es schade, dass die älteren Bücher teilweise gar nicht mehr so einfach zu finden sind).

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gsts avatar

Rezension zu "Du fehlst mir, du fehlst mir!" von Peter Pohl

„Wenn du stirbst, kann ich nicht leben“
gstvor 5 Jahren

Zwillingsmädchen in der Pubertät sind für Eltern bestimmt nicht leicht zu ertragen. Sogar dann, wenn sie so unterschiedlich sind wie Tina und Cilla. Doch für die Mädchen ist diese Zeit auch nicht leicht. Das merkt man, wenn man dieses Buch liest.

Obwohl schon von Anfang an klar wird, dass die tiefsinnige Cilla am Geburtstag ihrer Mutter jäh aus dem Leben gerissen wird, können wir Leser erst mal in das Gefühlschaos der 13jährigen Schwestern eintauchen. Das ist wichtig, um Tinas – durch den Verlust ihrer Schwester ausgelöste – Wandlung miterleben zu können. Und nicht nur sie verändert sich durch die tiefe Trauer grundlegend, auch die Klassenkameraden bemerken, dass es im Leben wichtigere Dinge gibt als Neid und Missgunst.

Wer dieses Buch liest, sollte sich auf jeden Fall Taschentücher bereit legen. Peter Pohl gelingt es hervorragend, Kinna Gieths (alias Tina) Einsamkeit zu spiegeln. Anstatt sich ihrer Trauer hinzugeben, versucht sie die Eltern zu trösten und hat gleichzeitig den Verlust des Bruders zu verkraften, der die Gefühle im Elternhaus nicht mehr aushält und auszieht. Dazu kommt, dass bei jedem Blick in den Spiegel die Schwester herausschaut.

Der Autor hat die ergreifende Thematik in eine wunderbare Sprache gebettet. Da tragen die Beileid aussprechenden Menschen „Gewichte in den Wangen“ und „Der Sprache fehlen die Worte, die einem zutiefst betrübten Menschen helfen können.“ (Seite 74)

Es macht Mut, wenn man liest, wie Tina nach Monaten allmählich wieder aufersteht, wie sich ihre Interessen ändern und sie im wahrsten Sinne des Wortes reift: sie wird aufmerksamer für Dinge, die sie früher kaum tendiert haben. Ihr extremer Leistungsabfall in der Schule gehört auch dazu: „Wer im tiefsten Inneren heimgesucht worden ist, schafft es nicht, in einem Schulzimmer stillzusitzen und Phrasen wiederzukäuen, schafft es nicht, den Schmalspurmonologen vorne an der Tafel zu folgen, schafft es nicht, den Blick auf einen Zettel voller gleichgültiger Fragen zu heften und schafft es natürlich auch nicht, diese Fragen zu beantworten.“(Seite 153)

Ein Jahr nachdem der schreckliche Unfall Cilla aus dem Leben gerissen hat, endet dieses Buch. Es lässt mich als Leser tief betroffen zurück. Ich wünsche jedem Jugendlichen, nicht nur dem, der einen lieben Menschen verloren hat, dass er dieses Buch in die Hände bekommt. Es zeigt so deutlich, was Trauer ist und wie sie sich im Laufe der Zeit verändert. Es zeigt die Ängste der Zurückgebliebenen und der Umwelt, die das Weiterleben erschweren. Und es macht Mut sich zu öffnen und zu zeigen, wer man ist!


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The iron butterflys avatar

Rezension zu "Du fehlst mir, du fehlst mir!" von Peter Pohl

"Es weht der Wind ein Blatt vom Baum, ein kleines nur, man glaubt es kaum..."
The iron butterflyvor 5 Jahren

Die eineiigen Zwillinge Cilla und Tina werden im Alter von gerade mal vierzehn Jahren auf die wohl grausamste Weise getrennt. Ein Verkehrsunfall auf dem Weg zur Schule entreißt Tina die Schwester, den Zwilling, ihr lebendiges Spiegelbild, die Vertraute. Ein gravierender Verlust, den ich nicht im Detail umschreiben muss, um klarzustellen, dass es sich hier um eine tragische Geschichte handelt. Eine Geschichte, die wirklich geschehen ist. Die Mit-Autorin Kinna Gieth ist Tina, die zurückblieb und damit leben lernen musste, dass ihr nicht nur die Schwester fehlte. Sie hat auch ein Stück von sich selbst verloren und musste sich neu definieren. Erschwert wurde Tinas Verlust maßgeblich durch ihr eigenes Antlitz, schließlich blickte jedem auch das Antlitz von Cilla entgegen. Dabei war sie doch gar nicht mehr da...und doch blieb sie mit Tina immer präsent. Grausam für die Eltern, den Stiefbruder, schmerzlich auch für Freunde und Bekannte, die sich doch immer so schwer damit taten Tina und Cilla zu unterscheiden. Peter Pohl erzählt auf Basis von Kinnas Tagebüchern und langen Gesprächen, aber auch mit einem Stück schriftstellerischer Freiheit vom Prozess der Trauer, des Abschiednehmens und dem frühen Erwachsenwerden eines jungen Mädchens.
Eindringlich, emotional und sehr lebendig, nie weinerlich oder dramatisierend. Eine Geschichte mit dem Leben als Co-Autor.

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