Peter Pomerantsev Nichts ist wahr und alles ist möglich: Abenteuer in Putins Russland

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Inhaltsangabe zu „Nichts ist wahr und alles ist möglich: Abenteuer in Putins Russland“ von Peter Pomerantsev

Eine rasante Achterbahnfahrt durch das neue Russland In einer großartigen Mischung aus Reportage und Erinnerung schildert der britische Fernsehproduzent und Autor Peter Pomerantsev seine Erfahrungen aus neun Jahren Leben und Arbeiten in Moskau. Putins Russland erscheint als Realityshow, die völlig der Regie des Kremls gehorcht. Die Medien verbreiten glitzernden Unsinn oder Unwahrheiten im Dienste der Staatspropaganda, die Politik gründet auf Lügen, und das Justizsystem beugt sich den Vorgaben der Herrschenden. Pomerantsev zeichnet sein brennend scharfes Porträt Russlands nach dem Ende der Sowjetzeit mithilfe eindringlicher Anekdoten und Geschichten: von den jungen, Golddigger genannten Frauen auf der Suche nach dem Glück bei neureichen Männern, von Polittechnologen und zynischen TV-Moderatoren, von dem Gangster, der Filme dreht und sich als nächsten Steven Spielberg sieht, den russischen Hells Angels, die sich zu heiligen Kriegern stilisieren, von verlorenen jungen Leuten, die sich Sekten in den Arm werfen, dem Anwalt, der im Gefängnis zugrunde geht. Eine bittere Anklage erzählt als nachtschwarze Gesellschaftskomödie.

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    Nichts ist wahr und alles ist möglich: Abenteuer in Putins Russland
    katze102

    katze102

    22. April 2016 um 17:04

    Der russischstämmige Peter Pomerantsev lebt wieder in England, hat gut 9 Jahre in Russland als TV-Produzent beim Sender TNT gearbeitet, von dem er sagt, dass dieser vom größten Gasunternehmen der Welt gesponsert wird. Bei den Serien, der er für TNT drehte, hatte er die Vorgabe, immer das Positive in den Mittelpunkt zu stellen, egal, worüber er berichtet: über Akademien, die Golddigger schulen oder einen Gangster, der sein Leben verfilmt und richtigstellt, dass die Gangster die Stadt zusammenhalten und für Ordnung sorgen... Im Buch geht es um Steuerfahndung, Schmiergelder, den Anschlag der Schwarzen Witwen auf ein Moskauer Theater, Gesetzesänderungen über Nacht und Verhaftungen deshalb, über Models, die sich umbrachten und Sekten mit hoher Suizidrate und die Neuen Reichen in London und international. Immer wieder wird deutlich, Fernsehen, Bestechung und Propaganda in Russland funktioniert: Alles ist PR und nur die Inszenierung zählt; hauptsache „die russische Sicht“ der Dinge wird wie gewollt vermittelt. Die erzählten Geschichten fand ich sehr beeindruckend, ob die der „verlorenen Mädchen“ oder die Rolle der Medien an sich mit ihren ausufernden Iszenierungen. Auch so offene Worte wie „Russen haben mehr Worte für „Bestechung“ als Eskimos für „Schnee.“ oder die Darstellung der Zerrissenheit, dem Unterschied zwischen öffentlichem und privatem Leben der Bevölkerung waren sehr interessant.

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  • Rezension: "Nichts ist wahr und alles ist möglich" (P. Pomerantsev)

    Nichts ist wahr und alles ist möglich: Abenteuer in Putins Russland
    Anchesenamun

    Anchesenamun

    10. April 2016 um 21:43

    Peter Pomerantsev lebt in London, ist aber selbst russischstämmig. Als TV-Produzent hat er neun Jahre lang in Moskau gelebt und gearbeitet und dort den täglichen Wahnsinn miterlebt, bevor er wieder in den Westen zurückkehrte, weil er die Propagandamaschinerie nicht mehr ertrug. In seinen Erzählungen begegnet der Autor Neureichen, Kriminellen, neureichen Kriminellen, kriminellen Neureichen, und natürlich geldgeilen Gold Diggern - jungen Frauen, die nichts anderes tun, als reichen Männern ("Forbes") aufzulauern.Diejenigen, die nicht zu den Reichen und Mächtigen gehören, gehen in dem korrupten System komplett unter. Da werden Unschuldige für absolut lächerliche Vergehen in Nacht- und Nebelaktionen ins Gefängnis geworfen und kommen nicht durch faire Verfahren, sondern nur durch Schmiergeld wieder raus - wenn überhaupt.Was man hier über Russland lernt, ist schockierend und entmutigend. Die Macht des Kremls ist noch größer, als ich mir das vorgestellt hatte. Die meiste Zeit habe ich den Kopf geschüttelt oder mich gefragt, wie das alles möglich ist - ja, der Titel verspricht tatsächlich nicht zu viel.Pomerantsevs Ausführungen sind kritisch und investigativ, er greift auf eigene Erlebnisse zurück und ergänzt diese mit - so weit ich das beurteilen kann - gut recherchierten Fakten. Der Schreibstil ist eloquent, anspruchsvoll und lässt sich gut lesen. Aber irgendwie hat mir etwas gefehlt. Das Buch hat mich nicht wirklich vom Hocker gerissen. Manche Geschichten, vor allem die Einzelschicksale, waren ganz interessant, aber es gab doch leider viele Stellen, die ich langweilig fand. Ich habe ziemlich lange für die Lektüre gebraucht, da mich die teils langatmigen Ausführungen zu Politik, Architektur oder Infrastruktur Russlands nicht begeistern konnten und ich das Buch öfter zur Seite legte.Außerdem hat es mich auch stellenweise regelrecht ermüdet, all die negativen Dinge über Russland zu lesen. Ich schätze, ich hatte einfach etwas Anderes erwartet. Aufgrund des Covers dachte ich, dass die Erzählungen zumindest teilweise amüsant sind - das ist allerdings nicht der Fall. Man könnte meinen, es gibt nichts Liebenswertes an diesem Land, was ich etwas schade finde, ist doch der Autor selbst Sohn von Russen, mit einer Moskowiterin verheiratet und reist regelmäßig mit seiner Tochter in ihre zweite Heimat. Aber Russland wird hier ausnahmslos als Land voller Korruption, Kriminalität und Kreml-gesteuerter Marionetten gezeichnet, das seine eigenen Kinder auffrisst. In diesem Länderporträt gibt es nichts, das mich dazu bringen würde, Russland jemals in meinem Leben besuchen zu wollen."Nichts ist wahr und alles ist möglich" ist für Russland-Interessierte und Kreml-/Putin-Kritiker sicherlich eine sehr spannende Lektüre. Mich hat das Buch leider ziemlich gelangweilt und mit einem sehr negativen Russland-Bild zurückgelassen. Immerhin weiß ich nach dieser Lektüre wieder sehr zu schätzen, dass ich in einem Land lebe, in dem Grundrechte noch etwas wert sind.

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