Peter Robinson Before the Poison

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Inhaltsangabe zu „Before the Poison“ von Peter Robinson

A successful Hollywood composer, Chris always promised his wife they would return to the Yorkshire Dales. Now, after his wife's death, Chris rents a house in the Dales so he can come to terms with his grief. (Quelle:'Flexibler Einband/06.08.2012')
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    Before the Poison
    oszillieren

    oszillieren

    17. November 2016 um 13:15

    Ein mittelmäßiges Buch. Es ist keine absolute Zeitverschwendung, aber ich empfehle es auch nicht ausdrücklich. Die Handlung: In einem abgeschiedenen Landhaus in den englischen Yorkshire Dales stirbt im Januar 1953 Ernest Fox an einem Herzanfall. Zunächst sieht alles nach einem natürlichen Tod aus. Als herauskommt, dass seine Ehefrau Grace eine Affäre mit einem sehr viel jüngeren Mann hat und eine Zeugin aussagt, sie habe die beiden beim Schmieden eines Mordplans belauscht, wird Grace verhaftet, verurteilt - und exekutiert. 50 Jahre später kauft der Komponist Chris Lowndes das Haus der Familie. Als er von Graces Geschichte hört, ist er sofort fasziniert … von dem Kriminalfall und der Frau selbst. Schnell vermutet er, dass Grace unschuldig war. Auch um sich von der Trauer über den Tod seiner kürzlich verstorbenen Frau abzulenken, macht Chris sich daran, den Fall neu aufzurollen. Es sei vorab gesagt, dass es sich weder um einen Thriller noch um eine Geister-/Horror-/Gruselgeschichte handelt, wie man vermuten könnte. Es ist ein mäßig spannender Kriminalroman mit Ausflügen in die britische Geschichte nach dem Zweiten Weltkrieg. Zum Protagonisten: Chris ist Komponist von Filmmusik, Anfang 60, wohlhabend, hat lange in Kalifornien gelebt und vor kurzem seine Frau Laura verloren. Seine Kinder sind aus dem Haus. Er beschließt, in seiner ursprünglichen Heimat England ein neues Leben zu beginnen. Er verbringt die Tage damit zu komponieren, Wein zu trinken, sich mit Bekannten in Pubs zu treffen—und mit dem Versuch, Grace Foxes Unschuld zu beweisen. Chris ist außerdem total flach und austauschbar. Der Autor hat ihn nicht mit Leben gefüllt, sondern ihm nur Eigenschaften gegeben. In 400 Seiten ist mir der Hauptcharakter weder sympathisch geworden noch irgendwie unter die Haut gegangen. Er war mir egal. Gute Charaktere zu erschaffen, scheint wirklich nicht Peter Robinsons Stärke zu sein. Die Menschen in diesem Buch sind alles Abziehbilder und klingen identisch. Egal ob alteingesessener Dorfbewohner, in Frankreich lebender Engländer, Kunstmaler hohen Alters—alle sind wohlhabend, schöngeistig veranlagt, lieben teuren Wein & gutes Essen. Ich wollte manchmal nur noch gähnen. Meine Hauptkritikpunkte: 1. … warum eigentlich? Während fast des gesamten Romans konnte ich nicht nachvollziehen, warum Chris sich so sehr für Grace interessiert. Schließlich handelt es sich nicht um einen ungelösten Fall oder ein riesiges Mysterium, das Wellen in die Gegenwart schlägt. Chris hat Geld, Kinder, Freunde, einen Beruf und muss den Tod seiner schwerkranken Frau verarbeiten. Und dann bürdet er sich das noch auf? Zwar erfährt der Leser am Ende, dass es eine Parallele zwischen Chris und Grace gibt, die diese Anziehung verständlicher macht. Dies tröstet jedoch nicht über die Frustration hinweg, die man vorher die ganze Zeit verspürt hat. 2. Die Zeitzeugen Um mehr über den Todesfall in Erfahrung zu bringen, befragt Chris in England, Frankreich und sogar Südafrika Zeitzeugen von damals, die Grace nahe standen. Diese Herren sind ca. 80 Jahre alt und haben alle ein perfektes Gedächtnis, da sie sich bis ins Details daran erinnern können, was sich damals in den 1950ern zugetragen hat ... Zudem sind sie gegenüber Chris—einem für sie Wildfremden--komplett offen und freundlich, fast schon naiv eingestellt. Chris meldet seine Besuche nicht an und klingelt einfach bei den Leuten an der Tür. Die lassen ihn gleich in ihr Haus, bieten ihm (wie immer alkoholische) Getränke an, und gehen nach wenigen Minuten dazu über, einem völlig Fremden intime Geschichten aus ihrer Vergangenheit zu erzählen. Einmal wird er danach sogar zum Essen in ein Luxusrestaurant eingeladen und bekommt Teile einer privaten Kunstsammlung gezeigt, die vorher noch kein einziger Mensch gesehen hat. Und im Dorfpub sitzt er natürlich auch immer rein zufällig neben jemandem, der ihm bereitwillig und ausführlich „von damals“ erzählen kann. („Beyond the Poison“ ist eigentlich das Gegenstück zu A.S. Byatts „The Biographer’s Tale“, wo der Protagonist eine Biographie über jemanden schreiben will und letztendlich feststellt, wie schwer es ist, an authentische Informationen über einen Verstorbenen zu gelangen.) Natürlich gibt es im wahren Leben wie auch in Romanen immer mal Begegnungen zwischen zwei Menschen, die sich von der ersten Sekunde an perfekt verstehen und spüren, dass sie einander (ver)trauen können. Aber Chris passiert das ständig und das ist einfach unglaubwürdig. Die Erklärung dafür lässt sich nicht im Text, sondern natürlich nur auf der Metaebene finden. Der Autor stand vor folgendem Problem: der Tod von Graces Ehemann liegt Jahrzehnte zurück. Nur mithilfe des Berichts über den Gerichtsprozess und offiziellen Dokumenten wäre es schwer möglich gewesen, im Nachhinein Licht ins Dunkel zu bringen. Der Autor brauchte diese gesprächigen und auf Abruf verfügbaren Zeugen als Informations-Download für den Leser. Dass Chris zumindest *einem* mürrischen Alten begegnet, der die Sache mit Grace einfach nur vergessen will (und sie nach einem bewegten Leben und Jahrzehnten im Ausland vielleicht auch schon vergessen hat!), wäre ungleich realistischer gewesen—aber dann hätte der Roman nicht funktioniert. Meiner Meinung nach *kann* ein Roman, der so konzipiert ist wie „Beyond the Poison“ leider auch nicht funktionieren. Zwei kleine Anmerkungen noch: - Es taucht ein Tagebuch von Grace auf. Als jüngere Frau erlitt sie einmal Schiffbruch und trieb mit mehreren Menschen tagelang im Meer auf einem Wrackteil, ohne Sonnenschutz und ohne Vorräte. Jeder kann sich ausmalen, was das bedeutet. Die Kinder sterben zuerst, dann die Erwachsenen. Und was macht Grace? Schreibt in ihr Tagebuch. Ich wollte einfach nur schreien und muss mich auch jetzt zurückhalten, um nicht in Caps Lock auszubrechen … Menschen, die am Verhungern und Verdursten sind, hätten noch nicht einmal die Kraft, den Stift zu halten, geschweige denn die Muße, einen Tagebucheintrag zu verfassen. Vor lauter Not hätte man das Papier schon längst gegessen. - Apropos: In diesem Roman dreht sich alles ums Trinken von Alkohol und Essen. Auch ich bin beidem nicht abgeneigt (;-P), aber ich wollte, dass es mit der Handlung vorangeht. Da ist es mir egal, wer im Pub welchen Burger bestellt hat und dass mal wieder eine Flasche Rotwein geköpft wird. Unnötig! Genauso wie der ganze Handlungsstrang mit der Maklerin … aber ich schweife ab. Fazit: Im Grunde eine interessante Geschichte, die jedoch an ihrem eigenen Ehrgeiz scheitert. Vielleicht hätte ein talentierterer Autor es geschafft, aus diesem Plot ein gutes Buch zu machen. Das Ende ist nicht unbefriedigend, nimmt mir im Nachhinein jedoch nicht die Frustration über die zahlreichen unglaubwürdigen und realitätsfernen Elemente.

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  • Rezension zu "Before the Poison" von Peter Robinson

    Before the Poison
    Lupus

    Lupus

    13. February 2012 um 12:14

    1953 vergiftete Grace Fox ihren Ehemann. Jedenfalls war das Gericht davon überzeugt, als es sie zum Tode verurteilte. Bis zu ihrer Hinrichtung galt die stille Frau als rätselhafte Person. Viele Jahre später wohnt Chris Lowe in dem Haus der vermeintlichen Mörderin. Er lebt sehr zurückgezogen, um den Tod seiner Frau zu verarbeiten. Als er Grace Fox' Geschichte erfährt, recherchiert er verbissen, um Graces Unschuld zu beweisen. Eine spannende Geschichte über Schuld, Aufopferung und Erlösung.

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