Borderland

von Peter Schwindt 
3,6 Sterne bei7 Bewertungen
Borderland
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Positiv (5):
Lagoonas avatar

Eine sehr interessante, aber auch traurige Geschichte, mit ernsthaften Themen, die mir dennoch gut gefallen hat.

Kritisch (1):
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Hatte hohe Erwartungen, aber die Umsetzung war leider nicht meins :/

Alle 7 Bewertungen lesen

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Inhaltsangabe zu "Borderland"

'Es gibt Mädchen, die spielen in einer ganz anderen Liga als man selbst, was ja auch okay ist. Man kann ganz gut aus der Ferne für jemanden schwärmen. Manchmal war das auch besser so. Irritierend wurde es erst, wenn man plötzlich wahrgenommen wurde.'

Vincent ist sechzehn Jahre alt und hat es alles andere als leicht: Seit dem Tod des Vaters lebt er mit seiner Mutter in einer schäbigen Sozialwohnung und kümmert sich eigentlich um alles. Dann bricht die Mutter zusammen und kommt ins Krankenhaus. Vincent muss also nur noch für sich selbst sorgen, was aber gar nicht so leicht ist. Er bekommt unverhofft Hilfe: Am Tag der Toten, dem Día de los muertos, lernt er am Grab seines Vaters Jane kennen. Durch sie begreift Vincent, dass zum Sound seines Lebens auch Freundschaft und Vertrauen gehören. Aber Jane verschwindet immer wieder … Wer ist dieses Mädchen eigentlich?

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783737351324
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Fester Einband
Umfang:272 Seiten
Verlag:FISCHER Sauerländer
Erscheinungsdatum:22.08.2018

Rezensionen und Bewertungen

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    Seelensplitters avatar
    Seelensplittervor 6 Tagen
    Ein Buch das das Leben bejaht

    Meine Meinung zum Jugendbuch:

    Borderland



    Aufmerksamkeit:

    Diesen Punkt gibt es auf meinem Buchblog zu entdecken.

    Inhalt in meinen Worten:

    Vincent ist auf sich allein gestellt, aber nicht weil er das möchte, sondern weil seine Mama in der Klinik liegt und sein Vater vor wenigen Monaten tödlich verunglückt ist.

    So steht er vor einem Scherbenhaufen, wohnt ohne Mama einige Wochen alleine in der gemeinsamen Wohnung und muss irgendwie am leben bleiben und zeitgleich sich selbst wieder sortieren.

    Wie ihm das gelingen kann, ist ihm erst einmal nicht bewusst, bis Jane vor ihm steht, um genau zu sein, neben ihm, als er beim Grab seines Vaters steht.

    Was das bedeutet das Jane in sein Leben kommt und welches düstere Geheimnis seine Mama mit sich trägt, das erfahrt ihr, wenn ihr dieses Buch in die Hand nehmt.



    Wie ich das Gelesene empfand:

    Ich bin sehr schnell in dieser Geschichte angekommen und war richtig erstaunt, das ich das, was ich erwartete nicht bekam, dafür aber etwas besseres.

    Ich kann mich mit Vincent zum Teil wirklich identifizieren und mit ihm mitfühlen. Nicht nur weil ich weiß wie es ist, keinen Vater zu haben, sondern auch wie er sein Leben meistert. Denn als der Vater noch lebte, war die Familie in einem besseren Zustand und hat auch in einem besseren Viertel der Stadt gelebt.

    Doch als der Vater starb, war das alles nicht mehr drin und er musste in einen Brennpunkt ziehen. Dort fühlt er sich aber erst mal gar nicht wohl und als er seine Mutter nach der Schule bewusstlos findet, schlagen alle Alarmsignale an.

    Die Mama kommt mit dem Rettungswagen in das Krankenhaus, warum sie aber im Koma liegt, ist unbekannt.

    Als er dann eben Jane trifft und mit ihr zurück in sein Leben findet, wird ihm einiges klar, das ihm vorher einfach nicht bewusst war.

    In der Schule lernt er erst mal nicht so schöne Sitten kennen und muss verstehen, das Leben ist allein zu hart und er braucht Freundschaften.

    Als er auf ein Mädchen trifft, das er richtig toll findet, wird klar, das diese eigentlich auf Mädchen steht und nicht auf Jungs, so kommt es zu einer Dreierbeziehung, aber auch nicht wirklich, es ist eher eine Freundschaft, wo es Menschen gibt, die ihn nicht aufgeben und verstehen, welches Problem er wirklich hat.

    Jane dagegen ist etwas ganz besonderes, sie ist nämlich irgendwie von dieser Welt und doch gar nicht, denn sie trägt ein mächtiges Geheimnis mit sich mit, und schafft es, eine wichtige Sache zurück in das Leben zu holen, was das ist? Nun das erfahrt ihr wenn ihr das Buch lest.



    Genre:

    Dieses Buch ist nicht wirklich in eine Schublade der Genres zu packen, dazu ist es zu vielschichtig und auch irgendwie zu bunt. Wenn ihr den Film Coco von Walt Disney kennt, dann könnte es sein, das ihr dahin kommt wo das Genre des Buches liegt, andererseits ist es eine Lebensgeschichte, eine Mutgeschichte, eine Geschichte von Verrat und Unglück und zeitgleich eine Geschichte des Lebens und der Hoffnung. Rundherum ist das Buch einfach auch ein bisschen Gruselig und ein bisschen aufrüttelnd und vor allem eines, bis zum Ende geheimnisvoll.



    Spannung:

    Für mich war dieses Buch spannend, es hat mir eine Welt aufgemalt, die ich mir selbst immer wieder gewünscht hätte, als ich selbst in meinen schwersten Zeiten steckte, und zeitgleich ist es aber eine Geschichte, die mit vielen Rätseln gespickt ist, so das ich wirklich nur noch wissen wollte, wer Jane ist, wie Vincent zurück in sein Leben findet und zeitgleich begreift wer er ist.

    Zudem fand ich es spannend, wie die Freundschaften im Buch entstehen.



    Charaktere:

    Es gibt mega viele Charaktere in diesem Buch, manche sind eher Randfiguren, Nebenfiguren, anderer dagegen sind die schillernden und bösen Figuren, anderer dagegen sind die die ungewollt in ein Abenteuer geraten und doch nur eines wollen, eine heile Welt.

    Doch irgendwas hat mir in den Charakteren gefehlt, nämlich das ich sie neben mir auf dem Sofa sitzen habe, und nicht in der Luft finden darf, und das war aber eher öfters der Fall. Für mich war hier also ein kleiner Mango, der sich aber dank den wenigen Protas die mich wirklich erreichten, irgendwie dennoch positiv belegt wurden.

    Ich hoffe aber irgendwie noch einmal auf Vincent und seine Freunde zu treffen und irgendwie noch etwas mehr Griffigkeit in den Figuren zu finden.


    Psychische Krankheiten:

    Ich finde es irgendwie toll, das der Autor sich nicht scheut, Depressionen, Suizid und andere schwere Dinge anzusprechen, dabei bleibt er aber an der Oberfläche und zeigt nicht alles auf, an sich ist das kein Problem, denn diese Geschichte ist keine Selbsthilfe Geschichte, wobei zu einem gewissen Teil schon, sondern eine Jugendgeschichte die aufzeigt, wie man es vielleicht schaffen kann, sich nicht völlig aufzugeben und ein Leben zu leben, das vielleicht nicht das ist, was man sich ursprünglich geplant hatte, aber man kann aus allem das Beste herausholen und hier ist der Autor mit Vincent auf einem wirklich interessanten Weg.

    Am Ende fand ich es heftig wie der Autor den Unfall des Vaters erklärte und musste ziemlich schlucken, gleichzeitig musste ich aber anerkennen, das es überhaupt zur Sprache kam, denn zu einer Zeit wo psychische Krankheiten doch einen gewissen Stellenwert einnehmen ist es wichtig auch die Folgen aufzuzeichnen von gewissen Dingen.


    Empfehlung:

    Dieses Buch empfehle ich Jugendlichen die vielleicht selbst gerade in einer nicht so einfachen Zeit stecken, die Rat und Mut brauchen, die aber auch selbst stark sind, weiter zu gehen und ich wünsche jedem Jugendlichen der ein Täter ist (und eigentlich sind wir das alle in einer gewissen Form) das er durch das Buch wachgerüttelt und vielleicht erschüttert wird, ich wünsche aber auch das Erwachsene die dieses Buch lesen, sich berühren lassen und vielleicht erkennen, das Flucht nicht immer die allerbeste Lösung ist, sondern das es manchmal wichtiger ist, auch wenn das noch so weh tut, sich seinem Kummer in den Weg zu stellen und dabei stärker durchzukommen als vielleicht erwartet wurde.



    Bewertung:

    Mich hat das Buch berührt, gerade weil es immer wieder Überraschungen gab, ich das Gefühl hatte angesprochen zu werden und gleichzeitig dankbar darauf zu schauen, was ich erreichen durfte. Für mich ist dieses Buch also wirklich toll gewesen und ich kann nur zum Teil die negativen Stimmen zu diesem Buch verstehen, weswegen ich fünf Sterne gebe.

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    Samy86s avatar
    Samy86vor 11 Tagen
    Tolle Idee rührend umgesetzt!

    Inhalt:

    Vincent führt mit seinen sechzehn Jahren alles andere als ein leichtes Leben. Statt sich mit typischen Teenagerproblemen rumzuschlagen, kümmert er sich um seine psychisch kranke Mutter, die schäbige Wohnung und grundlegend um alle Dinge, die im täglichen Leben so anfallen.

    Als Vincents Mutter dann nach einem Zusammenbruch ins Krankenhaus eingewiesen wird, nimmt sein Leben eine Wendung an. Allein zu sein und alles zu regeln, hat er sich wahrlich einfacher vorgestellt.

    Am Grab seines Vaters trifft er dann ganz unverhofft auf Jane, die ihm zeigt, dass das eigene Leben mehr als nur geradlinig verläuft und dabei eins sehr wichtig ist : Freundschaft und Vertrauen! Aber wie soll er jemanden vertrauen, der stets dazu neigt spurlos zu verschwinden?

    Wer ist dieses Mädchen eigentlich? Was verbirgt sie vor ihm? Aber vor allem - soll der „Dìa de los muertos“, der Tag der Toten, für ihn am Ende der Tag des großen Glücks werden?

    Meine Meinung:

    Ich muss sagen, dass ich nachdem beenden dieses Buches sehr berührt und überrascht bin. Sehr viel positive und traurige Eigenschaften vermischen Realität und „Zwischenwelt“ miteinander, so dass man selbst an die Macht des Übernatürlichen glauben mag und vor allem an das Gute im Leben glauben lernt.

    Vincent führt ein Leben, dass eine große Bürde für einen Jugendlichen ist. In einer Sozialwohnung pflegt er seine schwer depressive Mutter, die den Verlust seines Vaters nicht überwunden hat. Grundlegen kümmert er sich um einfach alles was so anfällt und hat wenig Freizeit um sich um die eigenen Interessen zu kümmern. Eigentlich ist er davon überzeugt, dass er alles im Griff hat, doch mit dem Zusammenbruch und dem Krankenhaus Aufenthalt seiner Mutter, bricht auch seine Heil geglaubte Welt zusammen, denn wirklich komplett auf sich allein gestellt zu sein, birgt noch eine viel größere Herausforderung als er geglaubt hat. Man spürt deutlich in welchem Schockzustand Vincent nach dem Vorfall steht und wie dieser Zustand ihm das Leben zusätzlich erschwert. Es ist ein ständiger Wandel zwischen dem eigenen Zusammenbruch und dem Kampf alles zu meistern.
    Vincent gefiel mir in seiner Rolle sehr gut und der Autor schildert diesen Kampf des Jungen so authentisch, dass es einem sehr nahe geht.

    Toll sind die beiden sehr unterschiedlichen Mädels, die an die Seite gestellt werden und sein Leben erneut total auf den Kopf stellen.
    Die distanzierte und sehr angesehene Vida passte anfänglich für mich so gar nicht in das Bild der Geschichte. Sie macht keinen Hehl darum, dass Vincent ihr eigentlich total egal ist und doch tritt sie für ihn ein als ein Mitschüler ihn drangsaliert. Verwirrt hat mich dann doch die Nähe, welche Beide zueinander verspüren und die gerade aus den Bedeutungen ihre „Körperdüfte“. Vida duftet für Vincent wie Jasmin und andersherum hat Vincent den Duft von Lavendel den er versprüht. Beide wissen um deren Bedeutung und doch bleibt gerade da die Distanz präsent. Ich war etwas verwirrt, aber egal *lach*

    Und dann gibt es noch Jane. Die geheimnisvolle Obdachlose, die sich in der Nähe des Grabes von Vincents Vater eine Gruft zum Eigentum gemacht hat. Kurzer Hand stimmt Vincent ihrem Wunsch zu, dass sie Übernacht bei ihm schlafen kann. Doch aus der einmaligen Sache wird ein Dauerzustand. Witzig ist die Sichtweise der Beiden, die sich absolut unterscheiden. Während Vincent der Meinung ist, der große Helfer in der Not zu sein, stellt Jane unweigerlich klar, dass sie diese Rolle inne hat und für das Wohl & Glück für Vincent einsteht. Und hier nimmt die wundervolle und sehr herzzerreißende Geschichte ihren Lauf!

    Hier beginnt der sehr authentische Wandel zwischen Realität und „Zwischenwelt“, einen Spagat, den Peter Schwindt so einfühlsam, authentisch und einprägsam gemeistert hat, dass jeder Zweifel daran, dass es wahrlich existieren könnte, ausgeräumt ist. Auch wenn ich am Ende immer noch nicht an diese Dinge glaube, so vermittelte mir dieses Buch einen kleines Stückchen Glaube daran.

    Es ist toll mit Vincent dieses Erlebnis zu machen, zu sehen und zu lernen, zu fühlen und zu kämpfen. Es hat mein Herz zutiefst berührt. Die Verbundenheit zu Jane ist ganz anders als er es kennt. Er spürt keine Verliebtheit gegenüber ihr, sondern hat in ihr die Freundin fürs Leben gefunden. Leider wird aber zu schnell aufgedeckt, welche Bewandtnis das „Grenzland“ für Vincent mit sich bringen wird. Trotz der aufkeimenden Spannung hat es dennoch einen kleinen Riß verursacht, der im Verlauf etwas veränderte.

    Der Schreibst von Autor Peter Schwindt ist sehr lebendig, aussagekräftig und fesselnd. Man sinniert über das Gelesene, wird in den Bann und in die Ereignisse hineingezogen und erlebt sie so auf sehr intensive und sanfte Weise.

    Ich war nicht enttäuscht, keines Wegs, aber es löste etwas in mir aus. Es ist schwer zu beschreiben, denn Enttäuschung ist wirklich das falsche Wort. Es war eher eine entrüstete Begeisterung, etwas ungeahntes, beängstigendes und doch so faszinierend, dass ich nicht mit dem Lesen aufhören wollte.

    Fazit:

    Die Geschichte überzeugte absolut mit ihrem Ideenreichtum, ihrer Präsenz und vor allem mit ihren Charakteren. Daher kann ich nicht anders als eine klare Leseempfehlung aussprechen und hoffe sehr, dass das Buch bei seinen Lesern genau solche Gefühle auslösen wird wie bei mir, denn es sind die Kleinigkeiten, die diese Geschichte so lesenswert macht.

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    Lagoonas avatar
    Lagoonavor 14 Tagen
    Kurzmeinung: Eine sehr interessante, aber auch traurige Geschichte, mit ernsthaften Themen, die mir dennoch gut gefallen hat.
    Ein Buch zum Nachdenken

    Das Cover alleine hat mich schon sehr neugierig gemacht und, wie ich es schon fast vermutet habe, spielt der Mexikanische Feiertag "Dis de los muertos" eine Rolle in diesem Buch.
    Vincent trifft genau an diesem Tag ein Mädchen namens Jane,
    die sein Leben gehörig auf den Kopf stellen wird.
    Die Begegnung mit Jane ist von Anfang an etwas Besonderes, denn die Beiden lernen sich auf dem Friedhof am Grab von Vincents Vater kennen. Seine Mutter liegt im Krankenhaus, da sie den Verlust des Vaters kaum verarbeiten kann und so muss Vincent sich mit seinen 16 Jahren ganz alleine durchs Leben schlagen. Jane wird ihm nach und nach dabei eine große Stütze und weist ihn in die richtige
    Richtung, sie lässt ihn Dinge anders sehen und aufnehmen und Vincent merkt recht schnell, dass es auch noch anderes im Leben gibt als zu trauern. Er lernt plötzlich gleichaltrige neue Freunde
    kennen und sein Leben bekommt eine ganz andere, ganz neue Wendung.

    Träumen lohnt sich also doch.
    Sollte denn nicht jeder von uns seinen ganz eigenen Traum haben und diesen verwirklichen wollen?


    Mein Fazit:

    Vincent und Jane habe ich direkt ins Herz geschlossen.
    Selbst die Lehrer fand ich sehr gelungen. auch die Truppe rund um Vida war mir  sympathisch. Jeder hat zu Vincent's Geschichte wohl einen kleinen Teil beigetragen. Ich fand es schön zu sehen, wie er sich im Laufe des Buches entwickelt hat.
    Alles in Allem eine sehr interessante, aber auch etwas traurige Geschichte, mit ernsthaften Themen, die mir dennoch gut gefallen hat.

    Ich gebe 4 gute Sternchen


    Liebe Grüße
    Lagoona

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    M
    michael_lehmann-papevor 25 Tagen
    Feinfühliger Entwicklungsroman

    Feinfühliger Entwicklungsroman

    Schon vor Beginn der Ereignisse, die das Leben des 16jährigen Vincent wieder „zusammenfügen“ könnten, hat es eine Entwicklung im Lebend es jungen Mannes gegeben. Eine überaus traumatische, unerfreuliche Entwicklung.

    Der Vater bei einem Unfall gestorben. Mit dramatischen Folgen auch finanzieller Natur. Vincent und seine Mutter mussten das Haus in guter Wohngegend aufgeben und in eine heruntergekommene Gegend in eine sehr viel kleinere und abgewrackte Wohnung ziehen.

    Das damit ein Schulwechsel einhergeht und die Mitschüler am neuen Ort nicht sonderlich zimperlich mit behüteten Jugendlichen umgehen, versteht sich dabei fast von selbst. Ebenso, dass sich „ein Neuer“ nicht erfolgreich in der Menge verstecken kann.

    Dass zudem die Mutter jeden Lebenswillen verloren zu haben scheint und weder mit dem Alltag noch mit ihren Tabletten sonderlich gut zurechtkommt, sondern umgehend im Krankenhaus landet, macht es nicht gerade einfacher für Vincent, in seinem immer noch schockierten Zustand, der inneren Verhärtung und dem verzweifelten Versuch, einigermaßen auf den Beinen zu bleiben, sich um alle anfallenden Probleme zugleich zu kümmern.

    Doch zwei Mädchen treten in sein Leben. Unterschiedlich und doch hilfreich. Auch wenn Vincent das zunächst gar nicht wirklich erkennen kann.

    Vida, eine Mitschülerin, schön, umschwärmt, rettet ihn vor Angriffen in der Schule. Ohne aber ihre Distanz zu Vincent aufzugeben. Obwohl sie durchaus weiß, was es bedeutet, dass ihr Geruch für ihn wie Jasmin riecht und sein Geruch für Vida Flieder in den Raum setzt. Oder vielleicht hält sie hohe Distanz gerade weil sie weiß, was diese Gerüche bedeuten.

    „Es gibt Mädchen, die spielen in einer ganz anderen Liga“.

    Und zum anderen Jane. Ein Mädchen, dass in einer Gruft zu schlafen scheint, gegenüber des Grabes seines Vaters. Scheinbar obdachlos. Und weil Vincent ein hilfsbereites Herz ins ich trägt, lässt er Jane, von seiner Seite aus nur für eine Nacht, in der neuen Wohnung übernachten. Was umgehend ein Dauerzustand zu werden scheint.

    Doch, vor allem, jene Jane, die scheint über ihn einiges zu wissen, was nicht unbedingt öffentlich bekannt sein dürfte. Und statt, wie Vincent das sieht, sich als die zu fühlen, um die sich „gekümmert wird“, erdreistet das Mädchen sich doch überraschenderweise, sich als die „Rettung für Vincent“ vorzustellen.

    „Du musst dich mir zuwenden, Vincent. Mich annehmen. Ich muss ein Teil deines Lebens werden, damit ich gehen kann“. Und wenn Jane dann die Entstehung von Grübchen unter der Nase erklärt und dass ein Engel dort seinen Finger auf das noch unfertige Gesicht kleiner Kinder gelegt hat, dann erlebt der Leser Vincent überaus verwirrt.

    Was dem Roman seinen Reiz verleiht, denn gekonnt balanciert Schwindt auf der Grenze zwischen Realität und „Zwischenwelt“, zwischen Verzweiflung und inneren Lebenskräften, die nach außen dringen wollen und bei Vincent sich in der Musik zeigen werden. Zwischen realen Räumen („Das Borderland“, ein Musik Club, in dem Vincent seine Chance bekommt und dem erweiterten Verständnis des „Grenzlandes“ im Leben, vor allem, was die Figur der Jane angeht).

    Schritt für Schritt wird Vincent das Leben anders betrachten können, sich selbst neu entdecken. Und sich dabei lange Zeit fragen, wer diese Jane eigentlich ist, die mal da ist, mal verschwunden bleibt, der er sich überaus verbunden fühlt aber ganz anders, als seine Verliebtheit in Vida.

    Mit einigen Längen allerdings sind die Ereignisse versehen und die geheimnisvollen Andeutungen jener Jane Vincent gegenüber sind zu ofenkundig, um etwa aber der Mitte des Werkes her den Leser weiterhin mit Spannung zu fesseln, im Verlauf der Ereignisse wird doch zu früh zu offenkundig, in welche Richtung das „Grenzland“ für Vincent zu finden sein wird.

    Am Ende gibt Schwindt vor allem jugendlichen Lesern eine Vorlage, auch bei massiven Schlägen und Bedrängungen im Leben das Suchen des eigenen Weges nicht aus den Augen zu verlieren, was insgesamt zwar an Vincent gut dargestellt, aber auch ein wenig sehr optimistisch entfaltet wird.

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    MelEs avatar
    MelEvor einem Monat
    Kurzmeinung: Für mich blieb vieles zu oberflächlich erzählt, daher kann ich leider nur eine eingeschränkte Leseempfehlung an "Borderland" vergeben.
    Borderland = Trauerverarbeitung oder doch Depressive Stimmungen?

    "Borderland" hat sich anders als erwartet zu einem Roman entwickelt, der Trauerverarbeitung und auch psychische Probleme sehr intensiv behandelt, sodass es eben auch mitunter ein klein wenig zu konstruiert auf mich wirkte. Ob es für eine junge Leserschar ab 14 Jahren geeignet ist, ist fraglich. Es gibt zu Beginn wenig schöne Momente, da Vincent gefangen ist, den Verlust des Vaters zu verkraften und die Depression seiner Mutter zu verarbeiten. Hinzu kommt die neue Wohnsituation und das Einleben in eine neue Schule. Finanziell geht es auch bergab und Vincent ist oftmals auf sich alleine gestellt. Der Autor stellt ihm nach und nach einige sehr außergewöhnliche Personen an die Seite, die ihm helfen aus seinem eigenen schwarzen Loch herauszusteigen und weiterzumachen. Es ist interessant und paranormal, was mir sehr gefallen hat, dennoch blieb für mich einiges zu oberflächlich behandelt, um mich zu berühren. Natürlich litt ich mit Vincent und konnte mich in viele Gedanken und Handlungen hineinversetzen, aber komplett überzeugen konnte er mich als Protagonist nicht. Die hohen Erwartungen, die das Cover und auch der Klappentext in mir erweckten, wurden leider nicht gänzlich erfüllt. Ich vermute, dass die ausgelösten Empfindungen jeden Leser / jeder Leserin anders treffen wird. Mich hat es nur bedingt berührt und Zweifel geweckt, ob "Borderland"für die gewählte Zielgruppe junger Leser/-innen nicht überfordernd wirken könnte. Es ist nicht nur Trauer, sondern auch nicht angemessene Sexualität vorhanden, wobei ich damit nicht die dargestellte Homosexualität meine, sondern eine Dreiecksgeschichte, die ich als nicht angemessen empfand. Sexuell ist es mir zu ausschweifend für die gewählte Zielgruppe, da wenig Liebe vorhanden war, sondern Leidenschaft, gepaart mit One - Night - Stands, da hätte ich mir mehr Vermittlungen von Werten gewünscht. Gefallen hat mir die Persönlichkeit der Jane, die immer dann anzutreffen ist, wenn Vincent Unterstützung braucht, jemanden an seiner Seite, der Halt und Sicherheit gibt. All dieses, was er von seiner Mutter nicht erhält, da diese mit ihrer eigenen Trauer und den neuen Lebensumständen nicht umgehen kann. Es ist authentisch erzählt, wie Depressionen sich auf Körper und Geist auswirken können. Für mich blieb vieles zu oberflächlich erzählt, daher kann ich leider nur eine eingeschränkte Leseempfehlung an "Borderland" vergeben. Da Bücher immer unterschiedliche Empfindungen und Meinungen hervorbringen, werden andere diesen Roman sicherlich anders empfinden als ich es tat, daher möchte ich nicht beeinflussen, sondern lediglich meinen eigenen Eindruck darstellen. Mich hat "Borderland" leider wenig berührt und angesprochen. Schade, denn meine Erwartungen waren wirklich sehr hoch.

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    Pearssons avatar
    Pearssonvor einem Monat
    Kurzmeinung: Hatte hohe Erwartungen, aber die Umsetzung war leider nicht meins :/
    blieb mir zu oberflächlich und zusammenhangslos

    Vincent hat es wirklich nicht leicht. Nach dem Tod seines Vaters vor zwei Jahren, versank seine Mutter in einer Depression, aus der sie nicht wieder auftaucht.
    Nach dem sozialen Abstieg, muss er auch noch die Schule wechseln und ist, als seine Mutter plötzlich ins Koma fällt, völlig auf sich alleine gestellt.
    Aber ist er das wirklich? Mysteriöse Umstände und seltsame Ereignisse werden ihn schon bald dazu bringen, sein gesamtes Leben zu überdenken.

    Ok, ich geb´s zu. Dieses Buch war bei mir "Liebe auf den ersten (Cover-) Blick"! Ist bei mir recht selten, obwohl ich natürlich auch auch Cover achte. Aber normalerweise lasse ich mich nicht so einfach um den Finger wickeln. Bei Borderland war ich jedoch sofort Feuer und Flamme! Zum Glück versprach auch der Klappentext eine interessante Story!
    Leider ist das ("interessante Story") aber auch das, was jetzt nach Beenden des Buches am ehesten meinen Gefühlen entspricht, denn es lässt mich doch recht zwiegespalten zurück.

    Aber beginnen wir am Anfang. Der Schreibstil ist jugendlich leicht, lässt sich gut lesen und lässt die Seiten an einem vorbeifliegen.
    Leider folgt darauf aber auch schon mein erster Kritikpunkt, denn das ist auch bei anderen Dingen so.
    Obwohl ich mir, auf Grund der Themen Depression, Verlust, usw., ein Buch mit ernsten Gedanken und Tiefgang erhofft hatte, bleibt Vincent doch recht oberflächlich. Also sowohl er als Charakter, als auch die Geschehnisse um ihn herum wirkten auf mich ziemlich sachlich, kühl und distanziert. Bei einer derart emotionalen Thematik, konnte ich das nicht so recht nachvollziehen und so wollte bei mir der Funke einfach nicht überspringen.

    Und obwohl der Verlauf ein paar wirklich tolle Ideen hervorbringt, wie zum Beispiel die Macht von Musik und Freundschaft zur Heilung, und das Ganze auf Grund eines leicht surrealen Hangs zum Übernatürlichen interessante und spannende Ansätze aufweist, bleibt, durch die von mir empfundene Oberflächlichkeit, alles etwas zusammenhangslos. Ja, wirkt gar oftmals konstruiert, da viele Handlungen und Verhaltensweisen für mich weder nachvollziehbar noch sinnig sind. Ist natürlich schwer zu beschreiben, wenn man nicht spoilern möchte ;)
    Ich fand mich oft irgendwo zwischen zwei losen -von aufgegriffenen, aber für mein Verständnis nicht zu Ende geführten- Enden wieder, was "Borderland" für mich zu weder so recht Fisch noch Fleisch werden lässt.

    Sorry, das war leider nicht meins.

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    Leseeule96s avatar
    Leseeule96vor 2 Monaten
    Kurzmeinung: Eine tolle und berührende Geschichte ♥
    Eine super süße Geschichte <3

    Ich habe dieses Buch vom Verlag als Rezensionsexemplar erhalten. Nochmal vielen Dank dafür!

     

    In dieser Geschichte geht es um den sechzehnjährigen Vincent. Vincent hat vor zwei Jahren seinen Vater verloren und seine Mutter verkriecht sich immer mehr in sich selbst. Sie landen in einer Sozialwohnung, die vom Amt bezahlt wird und Vincent muss sich um alles kümmern, da seine Mutter nicht mehr dazu in der Lage ist. Zu tief versinkt sie in ihrem Kummer. Dann bricht sie komplett zusammen und kommt ins Krankenhaus. Vincent ist auf sich allein gestellt und muss sich ab sofort nur noch um sich selber kümmern. Aber dann lernt er das Mädchen Jane kennen. Und Jane hilft ihm durch die schwere Zeit, gibt ihm wieder Hoffnung und Kraft und Vincent begreift, wie wichtig Freundschaft ist und lernt, mit dem Verlust seines Vaters klar zu kommen und schafft es dann, seiner Mutter wieder Kraft zu schenken.

     

    Eigentlich wollte ich nur mal in das Buch rein lesen, aber dann hatte ich direkt die ersten 70 Seiten hinter mir. Der Schreibstil ist flüssig und leicht und das Buch hat sich so schnell und toll lesen lassen. Der Autor schreibt unglaublich schön und mit einer großen Vielfalt an Worten. Und er findet immer genau die richtigen Worte, um die richtigen Gefühle zu vermitteln. Die Geschichte ist sehr emotional und das merkt man auch. 

     

    Vincent war ein toller Charakter, der mir gut gefallen hat. Getrieben von seiner Trauer, aber auch von der Wut darüber, dass seine Mutter sich selber so hängen lässt und sie nun in einer so schäbigen Gegend wohnen, treibt er durch den Alltag. Er wechselt auf eine neue Schule, die näher an seinem neuen Zuhause ist und lernt dort neue Personen kennen, findet zurück zu seiner Leidenschaft zur Musik, die er seit dem Tod seines Vaters vergessen hat und verliebt sich.

     

    Jane war wirklich ein Engel!! Sie hat Vincent durch diese schwere Zeit begleitet und ihm Mut gemacht. Ihm Kraft gegeben. Eine etwas gewöhnungsbedürftige Persönlichkeit, die man aber einfach ins Herz schließen muss. Was es genau mit Jane auf sich hat, müsst ihr selber herausfinden. Ich hatte da ehrlich gesagt schon eine Vermutung, die sich dann auch bewahrheitet hat, was ich total schön fand. 


    Fazit: Mit “Borderland” hat der Autor einen richtig tollen und emotionalen Jugendroman geschrieben. Der Schreibstil war sehr flüssig und ich bin geradezu durch die Seiten geflogen. Die Geschichte konnte mich sehr berühren und auch die Charaktere haben mir gut gefallen. Ein Buch über Freundschaft, Vertrauen und Trauerbewältigung. Über das zu sich selber finden und übers Verantwortung übernehmen. Klare Leseempfehlung.

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