Peter Stamm Der Lauf der Dinge

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Inhaltsangabe zu „Der Lauf der Dinge“ von Peter Stamm

Sämtliche Erzählungen von Peter Stamm in einem Band jetzt als FISCHER Taschenbuch

'Hohe literarische Qualität. Sprachlich souverän, modern und zeitlos zugleich.'

Charles Linsmayer, NZZ am Sonntag

Peter Stamm erzählt gelassen und mit großer Präzision, mit wenigen Worten entfaltet er Welten: Momentaufnahmen eines Glücks entstehen oder der Sehnsucht nach Veränderung. Seine Figuren erleben Enttäuschungen und Wunder. Und in wenigen Sätzen und bewegenden Bildern entstehen Augenblicke größter Intensität.

'So wird der Dichter der Dunkelheiten und Unwägbarkeiten, der Schilderer schiefer Liebesbeziehungen zu einem bewegenden Deuter heutiger Befindlichkeiten.'

Beatrice von Matt, Neue Züricher Zeitung

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  • ich war bitter enttäuscht

    Der Lauf der Dinge

    Petra54

    13. June 2015 um 19:25

    Ich mag Kurzgeschichten und war von den Rezensionen, Empfehlungen und Bewertungen absolut hingerissen. Leider fand ich die Stelle nicht, auf die "meisterhafte Texte" oder "mitreißend" passen. "Komprimierte Texte" stimmt, allerdings derart leidenschaftslos, dass ich bereits in der ersten Geschichte die Lust am Weiterlesen verlor und nur kurz kreuz und quer herumblätterte - es wurde nicht besser. Alles klingt wie ein ungeschickter Aufsatz eines Schulkindes.

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  • Mitten ins Leben…..

    Der Lauf der Dinge

    michael_lehmann-pape

    07. November 2014 um 12:48

    Mitten ins Leben….. …..der Gegenwart schaut Peter Stamm mittels seines Instruments der Kurzgeschichten. In konzentrierter Sprache, in einfachen Sätzen verdichtet, nicht immer in gleichem Maße den Leser emotional treffend, doch oft genau auf den Punkt dessen, was das moderne Leben ausmacht. Äußerlich wie innerlich. Wenn das Alter kommt, der Mann gestorben, die Kinder aus dem Haus sind, „…seitdem Regine alleine darin wohnte, war es größer geworden“, dieses Haus. Emotional nahe kommt dem Leser die stille Hoffnung der alternden Frau, die immer wieder diese Hoffnung enttäuschenden Momente, wenn die Kinder auch bei Feiern nicht mehr übernachten. Die einfachen Symbole, wenn die Kinder den Hausschlüssel zurückgeben, braucht man ja doch nicht mehr. „Ganz langsam hatte sie sich aus den Räumen zurückgezogen, war ihr ein Zimmer nach dem anderen fremd geworden, abhanden gekommen“. Bis hin zu der Frage, welchen Sinn es überhaupt gehabt hatte, ein Haus zu erwerben in diesem Leben, weil sich ja alle Häuser irgendwann einmal leeren und nur Erinnerungen zurückbleiben. In einem Leben des materiellen Strebens, des „sich Einrichtens“ und doch an allen Ecken spüren und erfahren müssen, wie diese Wichtigkeiten alle belanglos vergehen werden. Es schmerzt beim Lesen fast, zu sehen, wie Regine beim Erleben ihrer erwachsen werdenden Enkelin und deren Freundes, beim Riechen am Handtuch der Beiden noch einmal von Erinnerungen befallen wird. Aber auch das vergeht. Wie alles. Oder der Blick auf den „modernen Nomaden“, dessen Innenleben dann alleine in der neuen Wohnung (nur für ein Jahr geplant) auf den ersten Blick befremdet, dann aber langsam das Erkennen beim Leser weckt, wie die fehlende emotionale Verankerung ihn hin- und hergeworfen sein lässt. Tief lakonisch dagegen die Eröffnung des Reigens der (vollständigen) Sammlung von Kurzgeschichten. Das Schützenfest im Dorf. Die „Zeiger“ an den Zielscheiben, von denen der Ich-Erzähler den jungen Herbert auffordert, mal nachzusehen, wer denn da auf seine Scheibe so schlecht zielt. Mit gravierenden Folgen für Herbert und dessen Vater. Neben solchen emotional nahekommenden Geschichten finden sich allerdings auch solche, die wenig berühren, deren Sinn sich nicht wirklich erschließt wie jener notgedrungene Abend im Hafen Lissabons, weil das Ablegen des Schiffes sich verspäten wird. Oder der Wartende in New York. Einige Seiten voller Schnee und alltäglicher Verrichtungen, die seltsam distanziert vorliegen, Worte, die wenig auslösen. Um dann aber wieder intensiv Tod und Leben, verzweifelten Glauben und nackte Realität nebeneinander zu stellen auf diesem in brütender Hitze liegenden Bahnhof an der Bahnstrecke nach Lourdes. Wie auch jene vermeintliche Friseuse den Leser anrührt, die mit ihrer besonderen Art zu wohnen aufzeigt, wie schwierig der Start in ein ganz eigenständiges Leben mittlerweile im Land geworden ist. Vielleicht aber kann es auch der „Lauf der Dinge“ sein, sich von all dem zu trennen und das ganz einfache aufzusuchen? Ob einen die Welt vergessen wird? Dort in Ruhe lässt? Fragen, die offen bleiben in der letzten Erzählung des Buches. „Bei diesem Wetter ist es besser, zu Hause zu bleiben. Da draußen verliert man leicht den Verstand“. Ein Satz aus einer der kürzesten Geschichte im Buch, der wie ein Motto über all den vielfachen Erzählungen mit ihren starken Anhaltspunkten im Alltag der Gegenwart stehen könnte. Denn wie leicht das ist, „den Verstand zu verlieren“ und das an vielfach noch nicht einmal jemand merken würde, selbst die engste Familie nicht, das rückt Peter Stamm in seiner hervorragenden, dichten Sprache immer wieder neu in den Blick des Lesers. Nicht in allen Erzählungen mit der gleichen Intensität, im Gesamten jedoch nachhallend beeindruckend führt Peter Stamm den Leser in den über fünfzig Kurzgeschichten an die verschiedensten Orte des Lebens und in die verschiedensten, immer wieder besonderen, Umgangsweisen mit diesem Leben hinein.

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