Peter Stamm Sieben Jahre

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Inhaltsangabe zu „Sieben Jahre“ von Peter Stamm

Sonja ist schön und intelligent und lebt mit Alex. Eine vorbildliche Ehe, er müsste glücklich sein. Aber wann ist die Liebe schon einfach? Und wie funktioniert das Glück? Iwona wäre neben Sonja fast unsichtbar, sie ist spröde und grau. Aber Alex fühlt sich lebendig bei ihr – und weiß nicht, warum. Sie liebt ihn. Er trifft sie immer wieder, und als sie von ihm schwanger wird und das Kind kriegt, das Sonja sich wünscht, setzt er alles aufs Spiel. Peter Stamm erzählt so lakonisch und leidenschaftlich wie kein anderer von widerstreitenden Gefühlen und der Sehnsucht nach dem Leben. ›Sieben Jahre‹ ist ein großer Roman über die Zumutung des Glücks, geliebt zu werden.

Fantastische Literatur! Ein großartiger Roman, der nachhallt.

— MrsAmy
MrsAmy

Du bist was du liebst, nicht wer dich liebt.

— thesmallnoble
thesmallnoble

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    Sieben Jahre
    thesmallnoble

    thesmallnoble

    04. May 2016 um 17:25

    "Ein Roman über die Zumutung des Glücks, geliebt zu werden." So tituliert die Presse über Sieben Jahre.Peter Stamms Roman ist eine Erzählung über einen Mann, der zwischen zwei Frauen steht und sich in zwei Parallelwelten bewegt. Alexs Ehefrau Sonja ist schön und intelligent. Es fehlt aber an Leidenschaft. Alexs Geliebte Iwona ist spröde und unscheinbar. Aber sie liebt. Und bei ihr fühlt Alexander sich lebendig und frei. Der Roman, in dem es um Selbstbestimmung und die verschiedenen Formen der Liebe geht, verkörpert eine Mischung aus Glück und Traurigkeit gleichermaßen.Das Buch kommt sprachlich nur mit Hauptsätzen aus. Selbst wörtliche Anreden fehlen. Doch genau diese minimalistische Ausdrucksweise lässt die Erzählung eindringlich werden. Die nüchterne Sprache, die oft wie eine Aneinanderreihung von Feststellungen wirkt, zieht den Leser beharrlich in einen Sog und weckt auf eine ganz andere Art Emotionen. Dem Buch fehlt es an Wärme (wie den handelnden Personen auch) und dennoch verspürt man beim Lesen ein kühles Mitgefühl.Letztendlich geht es um gelebte Mittelmäßigkeit mit ständig zwiespältigen Gefühlen und im Gegenzug um die Sehnsucht nach dem Leben, einem "wuchernden Leben, das sich den Plänen entzieht." Ungeachtet der leichten Trübseligkeit, die es versprüht, handelt es sich um ein bewegendes, kraftvolles Buch, welches sich zu Lesen lohnt.

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  • Wenn Liebe fassbar wäre

    Sieben Jahre
    Duffy

    Duffy

    20. May 2014 um 16:59

    Die attraktive und kreative Sonja lebt zusammen mit Alex. Beide haben sie ein gutgehendes Architekturbüro. Eine Bilderbuchehe. Doch irgendwann taucht im Leben von Alex die Polin Iwona auf, die sich illegal in Deutschland aufhält und das totale Gegenteil von Sonja ist. Alex ist besessen von dem Gefühl, dass diese unscheinbare Frau sein Besitz ist. Iwona wird schwanger, aufgrund ihres Status und ihrer persönlichen Lage gibt sie das Kind zur Adoption frei und es wächst bei Sonja und Alex auf. Dann häufen sich die privaten und geschäftlichen Schwierigkeiten, denn das Architekturbüro gerät in die Insolvenz. Eine Geschichte über die Facetten der Liebe. Vielleicht auch eine Liebesgeschichte, aber doch viel eher eine Geschichte über das, was sie mit einem Menschen machen kann. Wie die eigenen Gefühle trügen können. Oder wie verletzlich man wird und wie konsequent ein einmal gedeutetes Gefühl verteidigt wird. So kann man Stamms großartigen Roman deuten. Oder auch wieder nicht, wenn man nur einen Roman haben will. Dann ist es ein großartiges Stück Literatur mit eindrucksvollen Szenen und meisterhafter Dramaturgie. Man kann aber auch etwas daraus mitnehmen. Doch Stamm doziert nicht, er erzählt, dieses Buch ist deswegen auch in Bezug auf Deutungsmöglichkeiten unangreifbar, es ist - bei aller Tiefe - ein Roman und zwar ein sehr guter und der Autor gehört ja sowieso schon seit geraumer Zeit in die erste Liga deutschsprachiger Schriftsteller.

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  • Sieben Jahre

    Sieben Jahre
    Ira

    Ira

    07. May 2013 um 21:07

    Die Geschichte wird von vielen als eine Liebesgeschichte bezeichnet, aber ich würde sie nicht so nennen...Es ist eine Story über einen Mann, der im Grunde genommen niemanden liebte, der nicht im stande war, über sich selber und seine Triebe ins Klare zu kommen..Es wurde ihn zwischen zwei Frauen hingerissen, er konnte keine Entscheidung treffen. Es ist eine Geschichte über die Schwäche eines Mannes, so meine Meinung.

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  • Rezension zu "Sieben Jahre" von Peter Stamm

    Sieben Jahre
    Ein LovelyBooks-Nutzer

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    13. November 2012 um 18:32

    Eine Geschichte, in der eine Geschichte erzählt wird.. Ehe ich dahinter gestiegen bin.. ^^' Aber ich finde, der Autor hat es einigermaßen gut umgesetzt. Nur die wörtliche Rede hätte er mehr hervorheben können - so wären manche Wiederholungen erspart geblieben.. (daher auch der Stern Abzug)

  • Rezension zu "Sieben Jahre" von Peter Stamm

    Sieben Jahre
    crooks

    crooks

    11. March 2012 um 08:14

    Eine spannende Sezierung der Liebe. Gelesen an einem Tag.

  • Rezension zu "Sieben Jahre" von Peter Stamm

    Sieben Jahre
    Penelope1

    Penelope1

    08. November 2011 um 18:04

    Alex liebt Sonja - glaubt er zumindest. Aber so ganz sicher ist er da eigentlich ist. Und Iwona liebt Alex, und zwar mit einer Hingabe, die ihm einerseits Angst bereitet, ihn aber auch nicht loslässt. Sonja und Iwona - unterschiedlicher können zwei Frauen kaum sein - die eine hübsch, wohlhabend, gebildet, die andere hässlich, arm und scheinbar dümmlich, doch eins verbindet sie: Alex. Und Alex spürt, dass Iwona Macht über ihn und seine Gefühle hat, obwohl sie keinerlei Forderung stellt. Doch bei ihr findet er die uneingeschränkte und bedingungslose Liebe, die er bei Sonja vergeblich sucht und der er sich kaum entziehen kann, Und obwohl Iwona alles andere als seine Traumfrau ist. Denn die ist Sonja, seine Frau. Er kann und will der Wahrheit nicht ins Auge sehen, hält an seinem Ideal fest, obwohl er inzwischen gar nicht so recht weiß, was dies ist... ******** Obwohl Peter Stamm komplett auf die direkte wörtliche Rede verzichtet, was oft verhindert, eine Verbindung zu den Personen aufzubauen, tritt der Leser ein in Alex' Gefühlwelt, in seine innere Zerissenheit zwischen den unterschiedlichen Arten der Liebe. In einer überraschenden Klarheit und Offenheit erzählt der Protagonist Alex als Ich-Erzähler Antje von seinen Zweifeln, von der heimlichen Macht, die Iwona auf ihn ausübt, und ist sich dabei gar nicht sicher, warum er dies tut: sucht er bei ihr eine Freisprache seiner vermeintlichen Schuld ? Auf jeden Fall aber sucht er immer noch nach dem Sinn der Liebe und fragt sich, wer der Glücklichere ist: der der liebt, oder derjenige, der geliebt wird? Während wir einerseits die aktuellen Geschehnisse rund um sein Geschäft und seine Ehe beobachten, erfahren wir über die Entstehung seiner Zerissenheit, die Suche nach dem Glück, doch da er selbst nicht sicher ist, was genau dies ist, wirkt sich diese Unsicherheit auf sein Leben und seine Beziehung aus. Er scheitert. Ich muss gestehen, ich war anfangs skeptisch, ob ein Buch ohne wörtliche Rede, das dadurch eher nüchtern und leblos wirkt, mich fesseln kann. Aber nachdem ich mich an den eigenwilligen und wirklich leidenschaftslosen Stil gewöhnt hatte, der selbst in dramatischen Situation nicht davon abwich, konnte ich das Buch seltsamerweise nicht aus der Hand legen. Ich zweifelte, ob ich Alex mögen oder verachten soll, entschloss mich dann zu einer Mischung aus beiden, hatte wohl eher schon Mitleid mit ihm, genauso wie mit Iwona. Dieses Buch ist jedoch eines zweifellos: Lesenswert !

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  • Rezension zu "Sieben Jahre" von Peter Stamm

    Sieben Jahre
    *Arienette*

    *Arienette*

    10. March 2010 um 19:41

    Mittelpunkt dieses Romans ist der Ich-Erzähler Alexander. Während seines Architekturstudiums lernt er die schöne und ehrgeizige Sonja kennen. Die beiden heiraten und eröffnen gemeinsam ein Architekturbüro. Sie arbeiten viel, um ihren gesellschaftlichen Status zu sichern. Und da ist Iwona, eine polnische, unscheinbare Frau, die anfangs in einer katholischen Buchhandlung arbeitet. Iwona ist das Gegenteil von Sonja: ungebildet, eher häßlich, nichtssagend und demütig. Merkwürdigerweise fühlt Alex sich zu Iwona hingezogen und besucht sie sporadisch. Er gibt ihr sogar Geld - für mich kam es so rüber, als wenn er sie wie eine Prostituierte bezahlen würde. Iwona nimmt alles widerspruchslos hin. Was mir ein Rätsel bleibt, wieso Alexander fast "vergeht vor Lust", wenn er bei Iwona ist. Sie gefällt ihm überhaupt nicht, was das Äußerliche angeht und unterhalten kann er sich mit ihr auch nicht. Aber anscheinend braucht Alexander eine "graue Maus", die nicht widerspricht. Und es kommt, wie es kommen muss, Iwona gibt nach und nach einer Weile wird sie schwanger. Für mich ist der Roman voller Klischees, das Verhalten der Personen unverständlich und auch unrealistisch. Die Sprache ist einfach gehalten, der Roman lässt sich flott lesen - aber gefallen hat er mir nicht.

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  • Rezension zu "Sieben Jahre" von Peter Stamm

    Sieben Jahre
    SINN und SINNLICHKEIT

    SINN und SINNLICHKEIT

    21. January 2010 um 13:10

    Was ist es, das Menschen aneinander bindet? In seinem Buch "7 Jahre" geht Peter Stamm dieser Frage nach. Ein Mann lebt seit Jahren in einer Ehe, die man als glücklich bezeichnen würde: seine Frau ist schön und gebildet, er hat eine kleine Tochter, beruflich ist er erfolgeich. Doch seit Jahren gelingt es ihm nicht, sein Verhältnis mit einer anderen Frau zu lösen. Weder Schönheit, noch Liebenswürdigkeit, noch Intellekt binden ihn an sie- aber was ist es dann? Dieser Frage nachzuspüren fand ich sehr spannend, ebenso der Gedanke, welche Rolle Macht in einer Beziehung spielt und wer sie auf welche Weise ausübt. Meine Leseempfehlung!

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  • Rezension zu "Sieben Jahre" von Peter Stamm

    Sieben Jahre
    HeikeG

    HeikeG

    23. October 2009 um 14:55

    "Alles ist anders. Alles ist neu. Alles ist schön" . Dieser Spruch stammt aus dem Mund von Charles-Edouard Jeanneret (1887 - 1965), der sich selbst den Künstlernamen Le Corbusier gab. Er baute die Porsches unter den Häusern. Behausungen für Menschen, denen das Herz beim Anblick eines richtig proportionierten Treppenhauses aufgeht, so wie dem Porsche-Fahrer beim Klang des Boxer- Sechszylinders. Und noch ein Satz steht stellvertretend für den bedeutendsten wie auch umstrittensten Architekten des 20. Jahrhunderts: "Unsere Augen sind geschaffen, die Formen unter dem Licht zu sehen: Lichter und Schatten enthüllen die Formen." Und eben dieses Spiel von Licht und Schatten ist der rote Faden durch Peter Stamms Roman "Sieben Jahre", der es auf die Longlist für den Deutschen Buchpreis 2009 schaffte. . Le Corbusier wird von der begabten Architekturstudentin Sonja, der schönen, gescheiten jungen Frau aus wohlhabendem Haus, die mit ihrer Attraktivität und ihrer natürlichen Sicherheit stets die Blicke vieler auf sich zieht, heiß und innig verehrt. Sie verkörpert den architektonisch-kühlen Charme der Bauwerke des Schweizer Visionärs. Bereits die ersten Worte des Romans weisen ihr die Rolle zu, die sie im Laufe der gesamten Handlung einnehmen wird: "Sonja stand in der Mitte des hellerleuchteten Raumes, im Zentrum wie immer. Sie hielt den Kopf etwas gesenkt und die Arme nah am Körper, ihr Mund lächelte, aber ihre Augen waren zusammengekniffen, als blende sie das Licht oder als habe sie Schmerzen." Den Schatten zeichnet Peter Stamm in Gestalt der Polin Iwona. Sie ist in jeder Beziehung das Gegenteil der schönen beherrschten Sonja. Eine reiz- und anspruchslose Erscheinung, spröde, grau, unattraktiv, ärmlich gekleidet und ihr enges Zimmer mit religiösem Kitsch vollgestopft. Sie hält sich illegal in Deutschland auf und mit Gelegenheitsjobs über Wasser. . Zwei Frauen wie sie unterschiedlicher nicht sein könnten und doch zirkulieren sie beide um Alex, der Zentralfigur des Romans. Er, ein mittelmäßiger Architekt aus kleinbürgerlichen Verhältnissen, ist nicht dem fortschrittsgläubigen Schweizer Konstrukteur verfallen, sondern verehrt den Postmodernisten und Melancholiker Aldo Rossi. Nicht die Idee der lichtdurchfluteten Moderne, sondern Rossis Aussage, "dass es in jedem Zimmer einen Abgrund gebe", ist in Alex' Innerstem präsent. . Egal ob Le Corbusiers Visionen von Licht und Schatten oder Rossis dunkle Zimmerfluchten, sie beherrschen Stamms Helden latent metaphorisch. Die eine - Sonja - wird seine Ehefrau, die andere - Iwona - seine Obsession. "Es war nicht Lust, die mich an sie band, es war ein Gefühl, das ich seit meiner Kindheit nicht mehr empfunden hatte, eine Mischung aus Geborgenheit und Freiheit. Es war, als vergehe die Zeit nicht, wenn ich mir ihr zusammen war, aber gerade dadurch bekamen diese Momente ihr Gewicht. Mit Sonja baute ich mir etwas auf, das nie ganz fertig wurde. (...) Kaum hatten wir ein Ziel erreicht, zeichnete sich schon das nächste ab, wir kamen nie zur Ruhe. (...) Es war, als sei Iwona der einzige Mensch, der mich ernst nahm, dem ich wirklich etwas bedeutete. Sie war die einzige Frau, die in mir mehr sah als den netten Jungen oder den vielversprechenden Architekten." . Peter Stamm erzählt eine Dreiecksgeschichte in einem Liebesroman. Aber nicht derart, wie man es von einer solchen erwarten würde. Seine Sprache ist klar, nüchtern, distanziert, eher schmuck- und teilnahmslos, als romantisch und verklärt. Nicht das Herausarbeiten von romantisierten Glückmomenten zählt zu den Stärken des Buches, sondern das Ausloten menschlicher Unzulänglichkeiten. Dies jedoch mit einer kühlen Zärtlichkeit und Empathie. Als Rahmenhandlung fungiert ein Gespräch von Alex mit der befreundeten Malerin Antje, in deren Marseiller Wohnung vor 18 Jahren die Beziehung zu Sonja begann. In Rückblenden setzt er Puzzle für Puzzle sein vergangenes Leben zusammen, schonungslos, offen und ehrlich - eine Lebensbeichte. . Fazit: Le Corbusiers Kunstwerke zu bewohnen ist anstrengend. Denn um der Schönheit Willen muss man auf solche Eigenschaften wie Gemütlichkeit, Heimeligkeit oder Kuscheligkeit verzichten. Ähnlich verhält es sich mit Peter Stamms "Sieben Jahre". Auch hier sucht man diese Charakteristika vergeblich. Er seziert die Liebe in all ihre Einzelteile, bis auf den letzten freigelegten Nerv, da wo es richtig weh tut. Aber wie er das schafft, zeichnet hervorragende Literatur aus. . "Du bist, was du liebst, nicht wer dich liebt." (aus "Sieben Jahre")

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  • Rezension zu "Sieben Jahre" von Peter Stamm

    Sieben Jahre
    variety

    variety

    10. October 2009 um 09:48

    Einmal mehr ein Buch von Peter Stamm, das sich sehr gut liest. Es geht um einen Architekten (Alex), der seit Jahren eine Beziehung mit einer Berufskollegin (Sonja) führt, bei der nicht klar ist, wie tief sie geht und wohin sie führt. Aus einer "Aussenbeziehung" mit einer Polin (Iwona) ergibt sich die Frage, was mit deren "Resultat" (einem Kind namens Sophie) geschehen soll. Ich möchte hier nicht alles verraten, finde aber den Plot im Ganzen gesehen ziemlich unrealistisch. Trotzdem hat mich die Geschichte sehr gefesselt...! Einfach eine packende Lektüre, dieses neueste Werk von Stamm.

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  • Rezension zu "Sieben Jahre" von Peter Stamm

    Sieben Jahre
    Boris

    Boris

    14. September 2009 um 13:44

    Das erste Buch von Peter Stamm, den ich sonst so wunderbar finde, das mich kalt läßt. Die drei Hauptfiguren, besonders die beiden Frauen bleiben mir sehr, sehr fremd. Liegt vielleicht an mir?????
    Freue mich auf den nächsten.....

  • Rezension zu "Sieben Jahre" von Peter Stamm

    Sieben Jahre
    JulienS

    JulienS

    03. August 2009 um 11:10

    „Autoren sind jene Spezies, denen die rettungslose Einsamkeit des Menschen bewusster ist als anderen.“ Diese Behauptung Robert Musils stimmt wahrscheinlich für keinen Autor der Gegenwart mehr als für Peter Stamm. Füreinander fremd bleiben sich alle Figuren in seinem Werk, gleichgültig, ob sie die Nähe des anderen suchen oder nicht. Am einsamsten bleiben sich wohl diejenigen, die in einer Beziehung leben. Alex studiert Architektur. Er lernt Sonja kennen. Sie ist intelligent, kennt ihren Weg, weiß wohin und weiß auch, wie sie das tun wird. Eine beeindruckende Sicherheit scheint sie zu umgeben. Alex lässt sich an die Hand nehmen, er kann nicht anders, er heiratet sie. Sie gründen gemeinsam ein Büro, mit dem sie zunächst sehr erfolgreich sind. Fast zur gleichen Zeit lernt Alex Iwona kennen. Iwona ist etwas zu dick, nicht schön, nichts sagend, langweilig, irgendwie angegraut, ohne Zukunft. Alex glaubt, er habe nichts zu verlieren und nichts zu befürchten. Ob sie ihm nur leid tut? Aber fängt man deshalb mit jemandem was an? Das Wort Liebe wäre wohl nicht angebracht, nicht bei Iwona. Aber ist es das bei Sonja? Alex jedenfalls lebt sein Leben in der Ehe mit Sonja und trifft sich mit und trennt sich immer wieder von Iwona. Was ihm mit ihr geschieht, versteht er nicht. Über Sonja denkt er nicht nach. Schließlich bekommt Iwona das Kind, das Sonja sich immer gewünscht hat. Und immer noch dauert es etwas, bis es dramatisch wird. Das wird es eigentlich erst, als das Architekturbüro kurz vor der Pleite steht und als Sonja beginnt, etwas zu ändern. Peter Stamm erzählt immer wieder am Rande des Lebens entlang, am Rande, d.h. dort, wo so viele leben, in dem Bereich, in dem das Leben stimuliert wird, indem es simuliert wird. Er beschreibt ein Lebensgefühl, das sich aus totaler Freiheit, also Orientierungslosigkeit speist, in dem die trostlose, weil ungelebte Realität von wilden Imaginationen überblendet werden muss, in dem die Ausbruchsphantasien die Alltagsträgheit zwar überlagern, aber trotzdem Phantasie bleiben. Dieses Nachahmen eines Gefühls, dieses Hoffen auf Veränderung, diese unfassbare Energie, die seltsamerweise zu fast nichts führt als wiederum nur zum Nachahmen und Hoffen, erschreibt Stamm mit einer ganz erstaunlichen Sprache, eine Sprache, die – wie mir scheint – genau auf die Schmuck-Elemente verzichtet, die nichts anderes wären, als das Nachahmen eines Gefühls. Er verzichtet auf die Ausschmückung, auf Sentimentalität erzeugende Adjektive, auf Pathos inszenierende Nebensätze, zugunsten der Genauigkeit. Anders als seinen Figuren spielt ihm die Sehnsucht keinen Streich. Die schmucklose Präzision seiner Sätze lässt das nicht zu. Mit gleichem Recht und mit gleicher Genauigkeit beschrieben, stehen halbe Wahrheiten und halbe Erfindungen seiner Figuren nebeneinander. Sie kleben sie sich zusammen, die zur Hälfte gelebten, zur Hälfte gebastelten Teile des Bildes, das sie von sich haben. Sie lassen sich durch das, was geschieht, irritieren – und reagieren schnell, bevor sie hinsehen müssen: mit Verleugnung. Wir Leser schauen ihnen dabei zu und entdecken im besten Fall uns selbst. Stamm suggeriert und spielt an und hebt Versunkenes ans Licht. Er bildet die Vielschichtigkeit der Wirklichkeit ab, wie kaum ein anderer zur Zeit. Er ist kein Vielredner, kein Großauftreter, keiner, der dauernd im Mittelpunkt steht. Peter Stamm schreibt vielleicht im Moment die Bücher, die unserer Angst, unseren Hoffnungen und Sehnsüchten, unserer Einsamkeit, eben: unserer Realität am nächsten sind. Formal macht er das mit der gleichen Diskretion, unprätentiös, leise, wortkarg fast, aber so schneidend, so genau, so hellsichtig und aufklärend wie sonst keiner.

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  • Rezension zu "Sieben Jahre" von Peter Stamm

    Sieben Jahre
    Greta

    Greta

    31. May 2009 um 15:23

    "damals hatte sie irgendein projekt mit brot. rüdiger lachte. ihr vater war bäckermeister, das hat sie geprägt. eine zeit lang habe sie figuren geknetet aus zerkautem brot, das habe ausgesehen, wie diese salzteigsachen, die wir als kind gemacht hätten. ihre tragödie sei, dass sie nichts zu sagen habe. da helfe es nichts, wenn man tausend ideen habe."