Wir fliegen

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Inhaltsangabe zu „Wir fliegen“ von Peter Stamm

Heidi zeichnet das junge Mädchen, das sie nie gewesen ist. Vor Jahren wollte sie Künstlerin werden, in Wien studieren an der Akademie, aber die Reise ging nur bis Innsbruck. Jetzt hat sie Mann und Kind, die sie nie gewollt hat. Erst durch Carmen, die hübsche Lehrtochter aus der Bäckerei, fängt sie wieder an zu träumen. – Bruno arbeitet seit dreißig gleichmäßigen Jahren als Portier in einem Hotel. Er war beim Arzt, ein schlimmes Ergebnis könnte ihn erwarten. Noch weiß er nichts endgültiges, es ist seine letzte Nacht vor dem Resultat. Aber es wird nichts sein, bestimmt nicht. Für einen Moment ist er ganz glücklich.Es sind diese Momente, in denen sich etwas verändert im Leben, in denen etwas geschieht, man merkt es kaum. Momente, die der Zeit enthoben scheinen. Eine neue Welt tut sich auf, man erkennt die Sackgasse, in die man vor langer Zeit geraten ist. Und plötzlich herrscht ein anderes Licht.In seinen neuen, wunderbaren Geschichten zeigt sich Peter Stamm als Meister im Erzählen unerwarteter Wendepunkte, des flüchtigen Glücks, mit dem man nicht mehr gerechnet hat. Denn kann man wünschen, was man nicht einmal sich selbst gegenüber zugibt? Und widerspricht der Wunsch, auserwählt zu sein, dem Wunsch nach Liebe?

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  • Rezension zu "Wir fliegen" von Peter Stamm

    Wir fliegen
    Duffy

    Duffy

    01. May 2011 um 17:48

    Gute Kurzgeschichten schreiben gehört nicht zu den entwickelten deutschen Schrifstellerdisziplinen, sagt man gemeinhin. Das ist allerdings auch auf die stiefmütterliche Behandlung durch die Verlage zurückzuführen, die teilweise Kurzgeschichten gar nicht annehmen wollen. Da lobt man sich doch den anglo-amerikanischen Bereich, wo die Kurzgeschichte nicht nur gepflegt, sondern geachtet und vom Leser geschätzt wird. Wie dem auch sei, mit Peter Stamm gibt es einen Autoren in diesem Lande, der dieses Genre bedienen kann und auch tut. Seine Erzählungen haben den Geruch des Allgegenwärtigen, flüchtige Erlebnisse, die das Leben zwar nicht erklären, aber ein wenig sinngebend wirken können, da, wo der eine oder andere kommentar-oder fassungslos das offensichtlich Sinnlose einfach hinnimmt. Mit leisen unaufdringlichen Sätzen baut Stamm seine Geschichten zu kleinen Häusern zusammen, in denen ab und an unerwartet ein Fenster aufgeht. Gutes Handwerk trifft unaufdringliche Poesie.

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  • Rezension zu "Wir fliegen" von Peter Stamm

    Wir fliegen
    mehrsonntag

    mehrsonntag

    11. August 2010 um 21:18

    Wir sind uns näher, wenn wir nicht zusammen sind, wenn wir einander nur hören.
    Dort, in der Wohnung über ihr, liegt er. Es ist gar keine Frau. Und sie dachte, das "P." am Namenschild steht für eine Frau. Hören sich Frauen und Männer unterschiedlich an, wenn sie durch die Nachbarwohnung gehen, den Wasserhahn laufen lassen, sich ein Bad einlassen oder die Toilettenspülung betätigen? Ich strecke die Arme nach ihm aus, komm, flüstere ich, komm. Komm! Er ist so nah, ich kann ihn fast berühren.
    Und wie ist das, wenn man tief unter der Erde in einer Höhlenspalte feststeckt, sich nicht mehr rühren kann. Nicht vor. Nicht zurück. Sabine nennt das "die Erde ficken" und reichte Christoph die Hand.
    Manchmal muss man einen Zug verlassen, um an sein Ziel zu gelangen. Manchmal vergißt man sein Kind in der Krippe. Heidi zeichnet. Mit klarem Strich, vor dem Spiegel. Er versteht nichts. Sie zeichnet Organe, aus ihrer Fantasie. Schade, sagt Susa, lauter Muschis und schnippt die Zigarette aus dem Fenster ihres Abteils. Schlafen kann sie eh nicht. Manchmal wartet man Jahre, spart sich auf, für den Anderen, der nie zurückkommt. Ein paar Mal rief ich Luzia an. Du kommst nicht zurück, hatte Luzia vor vier Jahren gesagt. Sie küßte Elio auf den Mund und nahm ihr Weihnachtsgeschenk aus meiner Hand ohne hinzuschauen, zuckte mit den Achseln und ging davon. Einmal, als sie aus dem Wasser gestiegen war, verrutschte ihr Bikinioberteil und bevor sie es zurechtrücken konnte, sah Lukas für eine Sekunde ihre nackte kleine Brust, die dunkle, von der Kälte des Wassers steife Brustwarze. Er konnte irgendjemand sein oder niemand. Ihm hatte nichts gefehlt in ihrer Beziehung, er war nicht aus einem Mangel fremdgegangen, sondern aus jenem Überschuss an Liebe und Neugier und Bewunderung, mit dem er allem begegnet war, Kindern und Tieren, der Natur, seiner Arbeit, der ganzen Welt. Sie begann zu schreiben, Sätze, wie sie sie nie zuvor geschrieben hatte. Und manchmal trifft man einen Engel und darf ihn beherbergen.
    Peter Stamm fliegt. Wir fliegen. Seine Erzählungen sind selten mehr als fünfzehn Seiten lang und beinhalten doch viel mehr, manchmal ein ganzes Leben. In kleinen wie großen Worten schafft er es, Atmosphäre zu erzeugen, persönliche Dinge, die kleinen, groß scheinen zu lassen, den Leser teilhaben zu lassen an Momenten, den kleinen, den wundersamen Begebenheiten, die manchmal ein Leben verändern, endgültig. Man taucht ein, man spürt, man muss Luft holen und taucht doch einfach weiter, bis das Saugen nachlässt und man das Gefühl hat, man könne ewig tauchen. Auf den letzten Seiten stößt man die Luft aus, die man noch in den Lungen hat und dann schiesst der Kopf dicht am Beckenrand aus dem Wasser. Buch vorbei.

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  • Rezension zu "Wir fliegen" von Peter Stamm

    Wir fliegen
    damentennis

    damentennis

    03. January 2010 um 18:29

    och nee, nicht schon wieder ein buch von peter stamm zum rezensieren! manchmal ist der job hier kein vergnügen. zu peter stamm habe ich doch schon alles geschrieben und gesagt, jeder witz ist gemacht, auch die billigen wortwitze: er hat einen stammplatz in meinem regal, haha. oh je, echt, da gibt es nichts mehr zu schreiben.

    außerdem habe ich an dieses buch keinerlei erinnerungen mehr. null. dabei ist es noch nicht lange her, dass ich es las. es geht wahrscheinlich um liebe und menschen, das ist mal ein wenig mutiger tipp von mir. vielleicht sollte ich einfach eine andere stamm-rezension hier hineinkopieren, das würde sowieso keiner merken, oder doch, wahrscheinlich alle, außer mir. wäre dann für mich okay, aber das hier ist ja dienstleistung: von usern für user, für andere user müsste es eigentlich ja heißen, dann wäre das motto aber nicht mehr so kurz und nur noch halb so knackig.

    naja, dann mache ich halt noch ein bisschen werbung. für peter stamm: kauft alle seine bücher, verneigt euch leise, aber bitte bleibt dezent! macht peter stamm reich und zufrieden, das würde mich freuen.

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  • Rezension zu "Wir fliegen" von Peter Stamm

    Wir fliegen
    JulienS

    JulienS

    21. October 2008 um 17:35

    Mandy ist schwanger, doch einen Vater gibt es nicht. Das Kind wird ihr wohl der liebe Gott gemacht haben, heißt es im Dorf. Seit wenigen Monaten betreut Michael die Gemeinde. Und wenn es wahr ist?, fragt er sich. Wenn Mandy doch unbefleckt empfangen hat? Der Herr wird mir helfen, denkt er, nimmt sie bei sich auf und fürchtet sich nicht. Denn einige haben schon, ohne es zu wissen, Engel beherbergt. So geht eine Geschichte. Eine andere erzählt von Bruno. Bruno arbeitet seit dreißig gleichmäßigen Jahren als Portier in einem Hotel. Er war beim Arzt, ein schlimmes Ergebnis könnte ihn erwarten. Noch weiß er nichts endgültiges, es ist seine letzte Nacht vor dem Resultat. Aber es wird nichts sein, bestimmt nicht. Für einen Moment ist er glücklich.

    Es sind diese kleinen Momente, hier zeigt sich Peter Stamm als Meister im Erzählen unerwarteter Wendepunkte: Das flüchtige Glück eines eigenen Lebens, mit dem man nicht mehr gerechnet hatte. Eine neue Welt tut sich auf, man erkennt die Sackgasse des Lebens, in der man schon so lange seine Kreise dreht. Und plötzlich herrscht ein anderes Licht.

    Für mich gehören die Erzählungen von Peter Stamm zum Besten, was zur Zeit in dieser Gattung geschrieben wird. Und seine Sprache, sein Ton, seine Atmosphäre kommen hier so zur Geltung, wie sonst nirgends.

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  • Rezension zu "Wir fliegen" von Peter Stamm

    Wir fliegen
    variety

    variety

    27. August 2008 um 18:21

    Peter Stamm erzählt in seinen 12 Geschichten von Wendepunkten in den Lebensläufen diverser Personen. So zum Beispiel erzählt er von Heidi (nicht die aus dem Buch von JS mit dem Geissenpeter), die gerne Künstlerin werden möchte, aber den Mut dazu nicht hat, dafür jedoch "mutige" Bilder malt. Oder da wäre Daphne, die ihren Nachbarn vom oberen Stockwerk zuerst nur hört, dann kennenlernt und ihm doch nicht wirklich nahe kommt. Beinahe jede der Geschichten liesse sich zu einem ganzen Roman ausbauen, was bei den faszinierenden Beispielen leider nicht geschieht und bei den schwächeren Episoden ein "Zum Glück nicht!" auslöst. Stamm ist ein begnadeter Erzähler und schafft es immer wieder, dass man in seine Welten eintaucht. Fast 5 *.

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  • Rezension zu "Wir fliegen" von Peter Stamm

    Wir fliegen
    zooey

    zooey

    19. June 2008 um 14:11

    grossartig

  • Rezension zu "Wir fliegen" von Peter Stamm

    Wir fliegen
    Gelöschter Benutzer

    Gelöschter Benutzer

    11. April 2008 um 21:22

    Schöne Erzählungen über Menschen, deren Leben sich ein Stückchen verschiebt und sie selbst ein wenig darin verrutschen. Alle irgendwie unglücklich und auf der Suche nach dem Sinn, der Liebe oder was auch immer. Hab Peter Stamm ein paar davon live lesen gehört (und gesehen), war dann nochmal ganz anders.