Peter Straub Esswood House

(6)

Lovelybooks Bewertung

  • 5 Bibliotheken
  • 0 Follower
  • 0 Leser
  • 3 Rezensionen
(2)
(0)
(1)
(2)
(1)

Inhaltsangabe zu „Esswood House“ von Peter Straub

Die Karriere von William Standish scheint so gleichförmig wie langweilig zu verlaufen. Er hat einen Lehrstuhl an einem unbedeutenden amerikanischen Provinz-College, seine Frau ist nach einer Abtreibung wieder schwanger, und er versucht seinen Doktortitel zu machen. Da bietet sich ihm die Gelegenheit in Esswood House, England, die Nachlaßpapiere der Schriftstellerin Isobel Standish, seiner Stiefgroßmutter, zu studieren. Doch seine Forschungen werden in dem merkwürdigen Haus bald von etwas Schrecklichem gestört. Peter Straub gehört neben Stephen King und Dan Simmons zu den ganz großen Horrorautoren. Für seine Werke – dazu zählen so bedeutende Romane wie Geisterstunde, Schattenland, Der Hauch des Drachen oder Koko – wurde er mit dem British Fantasy Award, dem Bram Stoker Award und dem World Fantasy Award ausgezeichnet. Esswood House ist die zum Roman ausgearbeitete Novelle Mrs. God.

mmer mehr verlässt ESSWOOD HOUSE die konventionellen Genre-Bahnen und endet in einem experimentellen Strudel.

— Elmar Huber

Peter Straub ist der Literat unter den "Horror-Autoren". Diese an den "Magischen Realismus" erinnernde Geschichte ist eine Perle der Zunft.

— Ein LovelyBooks-Nutzer

Stöbern in Fantasy

Bitterfrost

Ich liebe liebe liebe die Mythos Academy!

Shellan

Coldworth City

Konnte mich leider nicht begeistern. Es fehlte an Spannung und Tiefe..

enchantedletters

Hot Mama

Eine gelungene Fortsetzung

Arianes-Fantasy-Buecher

Götterblut

Humorvoll, skurril und unglaublich liebenswert ♥

EmelyAurora

Opfermond - Ein Fantasy-Thriller

Bildgewaltig, fesselnd, düster und spannungsgeladen! In Ghor-el-Chras wird eine Schauergeschichte zur Wirklichkeit!

RineBine

Der Schwarze Thron - Die Königin

Eine super Fortsetzung, die nicht weniger süchtig macht, als Band 1!

buecherschlucker

  • Rezensionen
  • Leserunden
  • Buchverlosungen
  • Themen
  • Esswood House

    Esswood House

    Elmar Huber

    23. June 2017 um 15:17

    „Es gibt nichts Vergleichbares“, hatte ein anderes, damals noch als Freund angesehenes Fakultätsmitglied zu Standish – dem gutgläubigen, jungen Standish – gesagt. „Der Ort ist trotz allem, was die Bibliothek beherbergen soll, praktisch ein Geheimnis. Er ist noch in Privatbesitz, und die Seneschals akzeptieren nur einen oder zwei Forscher pro Jahr. Offenbar hat sich seit den Ruhmestagen, als Edith Seneschal uneingeschränkt herrschte und Künstler im Westflügel, ganz zu schweigen vom Heuschober, Lustbarkeiten nachgingen, viel verändert. Die Familie lebt noch dort, aber in geregelten – und recht seltsamen – Verhältnissen, munkelt man.“ Er war ein in jeder Hinsicht guter Munkler, dieser vorgebliche Freund. STORY Der junge Englisch-Professor William Standish fliegt New York nach England, um dort, in der berühmten Bibliothek von Esswood House, Recherchen über Leben und Werk von Isobel Standish anzustellen, die selbst eine beträchtliche Zeit auf dem Anwesen verbracht hatte. Insgeheim träumt er davon eine Biographie zu verfassen, möglicherweise sogar eine Gesamtausgabe ihres literarischen Werkes vorzubereiten. Wahrhaft ein besonderer literarischer Coup, handelt es sich bei Isobel doch um Williams „Beinahe-Großmutter“, nämlich die Schwester seine Großmutter und die erste Ehefrau seines Großvaters. Die Besitzer von Esswood House, die Seneschals, gelten als unberechenbar, was die Vergabe und den Rückzug ihrer Stipendien angeht, sollte sich ein Bewerber, aus welchen Gründen auch immer, des Gastrechts als nicht würdig erweisen. So bedeutet die Einladung für Standish eine einmalige Chance, sich einen akademischen Satus zu erwerben und sich einen Namen im Literaturbetrieb zu machen. Mit widerstreitenden Gefühlen lässt William also seine schwangere Frau in New York zurück, und tritt seine Reise an. Schon der Weg vom Flugplatz nach Esswood House wird für Standish zu einer Nervenprobe; nirgends scheint eine vernünftige Ausschilderung und Wegbeschreibung vorhanden. Endlich im Haus angekommen, wird er von einer unbekannten Schönheit empfangen, die ihn an den Verwalter Robert Wall weiterreicht; die Seneschals selbst bekommt Standish nie zu Gesicht. Auf viele, teils skurrile Ereignisse im Haus kann er sich keinen Reim machen und auch Isobels Werke und persönliche Aufzeichnungen geben Rätsel auf. Und auch der Vikar des nahen Ortes ergeht sich in vagen und beunruhigende Andeutungen: Wenn Standish tatsächlich auf Esswood House wohnen würde, dann wäre er wohl alleine dort. „Auf der anderen Seite befanden sich ein kahler Treppenabsatz aus glanzlosem Holz und eine Flucht schmaler Stufen, die an einem Fenster in einem Erker vorbei nach unten führten und dann auf eine Weise, die Standish fast heimlichtuerisch erschien, weiter abwärts gewendelt verliefen. […] Nach der dritten oder vierten Krümmung der Treppe sah er hinauf, von wo er gekommen war, konnte aber nur die glatte Haut der Wände und die nackte, steile Spirale der Stufen erkennen. Er fragte sich, ob er den Ausgang zum ersten Stock irgendwie übersehen hatte und in die Waschküche oder das Verließ, oder was immer sie hier im Keller hatten, hinabstieg.“ MEINUNG Der Amerikaner Peter Straub gilt als Meister der Form, was er nicht zuletzt durch seinen „Blaue Rose“-Zyklus (KOKO, MYSTERY, DER SCHLUND) untermauert hat, der auf hohem sprachlichem Niveau zwischen Thriller, Drama und Mystery balanciert. Seine Novelle ESSWOOD HOUSE beginnt – ebenso redegewandt – wie klassisches Gruselgarn mit einem Protagonisten, der alleine und unsicher auf fremden Terrain agieren muss und dieses Abenteuer schon mit einer grundsätzlichen inneren Unruhe angeht. Die merkwürdigen Geschichten über Esswood House, die an seiner Universität im Umlauf sind, verfehlen nicht ihre Wirkung. Nervös deswegen, doch gleichzeitig aufgekratzt, seinen akademischen Status mit einem Schlag festigen und gleichzeitig seine eigenen Wurzeln erkunden zu können, entscheidet sich Standish, diese einmalige Chance für seinen akademischen Aufstieg zu nutzen. Im Gegenzug muss er seine schwangere Frau quasi schutzlos in New York zurück zu lassen und es besteht die Möglichkeit, dass er bei der Geburt seines Kindes gar nicht anwesend sein wird. Die befremdlichen Anekdoten, die William Standish auf seinem Weg passieren, die absonderlichen Gepflogenheiten, die in Esswood House herrschen, Gestalten, die nur aus der Ferne zu sehen sind, bis hin zu seinen Träumen, einer ungewohnten sexuellen Spannung und dem Unverständnis der Bevölkerung, wenn er sich als Bewohner von Esswood House zu erkennen gibt, deuten auf eine klassische Geisterhausgeschichte. Tatsächlich wollte Straub, wie er im Nachwort schreibt, eine „Geschichte, fünfzig Seiten oder so, über eine Gouvernante schreiben […], die ein entlegenes Landhaus besucht, um dort zwei sehr verstörte junge Menschen zu unterrichten und zu versorgen“, nur um festzustellen, dass dies bereits Henry James mit dem Geisterhauklassiker DIE DREHUNG DER SCHRAUBE erledigt hatte und zur Überzeugung kam, dass diesem unbestrittenen Meisterwerk nichts mehr hinzu zu fügen ist. Unter dem Einfluss von Robert Aickman – Straub sollte zu der Zeit ein Vorwort für Aickmans THE WINE DARK SEA schreiben – legte Straub den Fokus der Geschichte auf Standishs malträtiertes Innenleben die Handlung von ESSWOOD HOUSE nahm einen eher ungeordneten, stimmungsgesteuerten Verlauf. Der Akademiker verliert dabei mehr und mehr den Boden unter den Füßen und zwar schon sehr viel früher, als dass man es eindeutig verorten könnte. So ist dies dem Leser lange Zeit nicht bewusst und er wähnt sich immer noch in einer Spukhausgeschichte, in der der Schrecken von außen kommt. Straub hinterlässt zwar einige Hinweise, doch sind diese schwer zu entdecken. Erst das langgestreckte und anstrengend zu lesende Finale macht deutlich, dass hier gar nichts mit konventionellen Dingen zugeht. Wie es oft bei Aickman passiert, bietet auch Straub hier kein „rundes“ Ende an. Ein literarisches Experiment, von dem Straubs Stammverleger wenig begeistert waren. Dankenswerter Weise wurde das Nachwort in die deutsche Ausgabe übernommen, das Straubs dahingehende Intention und einige Dinge in ESSWOOD HOUSE erklärt, und den Roman auf diese Art doch noch angenehm abrundet. Die ursprüngliche, sehr viel kürzere Version der Geschichte mit dem deutschen Titel FRAU GOTT (OT: MRS. GOD) ist in Peter Straubs Kurzgeschichtensammlung HAUS OHNE TÜREN enthalten. FAZIT Immer mehr verlässt ESSWOOD HOUSE die konventionellen Genre-Bahnen, unterläuft die Erwartungen an eine Geistergeschichte und endet in einem experimentellen Strudel.

    Mehr
  • Hervorragender Schreibstil, aber rätselhafter Plot...

    Esswood House

    Creed

    10. May 2017 um 15:17

    Die Lektüre dieser nur 160 Seiten langen Novelle hat sich für mich unheimlich lange hingezogen und dauerte durch viele Unterbrechungen über einen Monat. Woran lag's? Ich habe das Buch nicht verstanden. Vielen Rezensionen zufolge bin ich zum Glück jedoch nicht der Einzige, der zu doof ist, den Plot zu kapieren. Die Geschichte (ein amerikanischer Professor kommt durch ein Stipendium zu Literaturstudien ins britische Esswood House und erlebt dort etliche merkwürdige, bizarre Ereignisse) ist mir zu wirr, zu wenig greifbar. Ich bin durchaus in der Lage, zwischen den Zeilen zu lesen und vom Autor Unerwähntes für mich selbst zu interpretieren (wie unlängst bei Henry James' "Das Durchdrehen der Schraube" geschehen), bei "Esswood House" jedoch war ich am Schluß völlig überfragt. Peter Straub gibt zwar in seinem kurzen Nachwort den einen oder anderen Hinweis, aber selbst diese Wegweiser bleiben zu schwammig und sind für mich keine wirkliche Hilfe. Stilistisch ist Peter Straub überhaupt nichts vorzuwerfen. Elegant, wortreich und vielschichtig (und ebenso wohlklingend eingedeutscht von Joachim Körber) ist Straub sprachlich definitiv einer der besten Autoren in der zeitgenössischen Phantastik. Aber auch das konnte nicht verhindern, dass das Werk für mich vor allem eines war: quälend langweilig. Ich mußte mich immer wieder zwingen, ein paar Seiten hinter mich zu bringen, und dies ist ja nun wahrlich nicht die beste Voraussetzung für angenehme Lesestunden. Insgesamt eine wirkliche Enttäuschung für mich, da die Novelle durchaus interessant und atmosphärisch begann, je mehr die Story jedoch voranschritt, desto merkwürdiger und unverständlicher wurde sie für mich. Dies ist natürlich (wie bei jeder Rezension) ein absolut subjektiver Eindruck meinerseits, andere Leser mögen das Ganze für ein Meisterwerk halten. Fazit: Hervorragend geschrieben, aber von der Geschichte her ein völliges Rätsel für mich. Straub erklärt im Nachwort, dass die Novelle "verwirrend sein sollte". Nun, das hat er auf jeden Fall geschafft. Für mich eher nervig als unterhaltsam.

    Mehr
  • Perle der Phantastischen Literatur

    Esswood House

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    Esswood House wird in der Edition Phantasia als ungekürzte Version angeboten, nachdem die Story bereits in "Haus ohne Türen" als Mrs. God erschienen ist, allerdings hier und da eingedampft. Für jene, die eher den trivialen Horror suchen und sich nicht so sehr mit phantastischer Literatur anfreunden können, ist dieses kleine Meisterstück allerdings nichts. Straub ist ein Meister seines Fachs, der sich hinter amerikanischen Größen der Hochliteratur wie John Barth, Robert Coover oder Philip Roth nicht verstecken müssen. Zum Horror-Sektor kam Straub ohnehin nur zufällig, weil das, was er zu schreiben beabsichtige (wie es mit Literatur meistens so ist), keinen Ertrag versprach. Für die gehobene Leserschaft ist das natürlich ein Glücksfall, wenn auch Straub ständig mit dem Spagat zu kämpfen hat, daß er jene zu befriedigen hat, die unter "Horror" etwas sehr Einfaches und Spannendes verstehen, auf der anderen Seite aber den Anspruch seiner literarischen Ambitionen nicht verleugnen will. Das mag der Grund sein, warum sein Oeuvre großen Schwankungen unterworfen ist. Esswood House liest sich wie ein surreal angehauchter Trip des Magischen Realismus. Das Gefühl, das dabei heraufbeschworen wird, bekommt man auch bei der Lektüre des Meisters der phantastischen Literatur schlechthin: Julio Cortàzar. Auch er zeigt, aus welchen Grund die Phantastik von der kurzen Strecke lebt und in einem Roman kaum aufrecht zu erhalten ist. Borges nannte den Roman ein unsinniges Auswalzen der Idee, und der "Ehrenvorsitzende" unserer Gilde, Edgar Poe, hat für die kurze Form einen Essay parat, indem er den "Effekt" einer Story und deren ästhetische Einheit herausarbeitet. Das allerdings führt jetzt schon etwas zu weit, denn Esswood House ist nicht so kurz, kommt bei der vorliegenden Ausgabe immerhin auf 165 Seiten. Die "Handlung" wiederzukäuen halte ich für eine Buchbesprechung für unschicklich, zumindest so weit es mich betrifft, ich spreche lieber "über" ein Buch. Das hier ist großartig.

    Mehr
    • 3
  • Was ist LovelyBooks?

    Über Bücher redet man gerne, empfiehlt sie seinen Freunden und Bekannten oder kritisiert sie, wenn sie einem nicht gefallen haben. LovelyBooks ist der Ort im Internet, an dem all das möglich ist - die Heimat für Buchliebhaber und Lesebegeisterte. Schön, dass du hier bist! Mehr Infos

    Buchliebe für dein Mailpostfach!

    Hol dir mehr von LovelyBooks