Peter Temple Wahrheit

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Inhaltsangabe zu „Wahrheit“ von Peter Temple

Es ist die Zeit der großen Waldbrände, die alles zu vernichten scheinen und auch die Stadt Melbourne bedrohen. Die Feuerwalze versetzt die Menschen in einen Ausnahmezustand, in dem es keinerlei Gewissheiten mehr gibt. In einem neu erbauten Luxuskomplex wird eine junge Frau ermordet aufgefunden. Stephen Villani, der die Ermittlungen leitet, wird von Politikern an der Aufklärung gehindert. Aber es beschäftigt ihn nicht nur die Frage, warum der Mord vertuscht werden soll. Viel mehr zermürbt ihn die Tatsache, dass die Ermordete wie seine Tochter aussieht, die spurlos verschwunden ist …

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    Wahrheit
    Pashtun Valley Leader Commander

    Pashtun Valley Leader Commander

    17. June 2013 um 11:43

    Der Kriminalroman ist der Gesellschaftsroman des 20. Jahrhunderts postulierte der Inhaber der Kriminalbuchhandlung Alibi, Manfred Sarrazin, bevor er in die grosse Kurve hinaus getragen wurde. Australien, ich dachte bei der Nennung dieses Kontinents an pubertäre Witze über Sex in Gummistiefeln/mit/und/oder/unter Schafen, Ayers Rock, Crocodile Dundee und sein grosses Messer. Ich habe eine Woche geweint, geheult, gelitten als ich dieses Schwarze Loch des amerikanischen Creative Writings "Fürchtet Euch" zu Ende gelesen habe. Ich war skeptisch, schon wieder ein gelber Einband? (ich kaufe Bücher visuell). Nch 15 Seiten war ich drin im Buch..... Wenn Roger Smith und Don Wilson die Likeabikes der Kriminalliteratur sind, handelt es sich hier um ein ausgewachsenes Motorrad. High High Society, ein mehrfach gebrochener zynischer Bulle, Kollegen die das Gestez selbst in die Hand nehmen (zuviel Metzgerblume gelesen), Buschfeuer, Korruption und und. Die Pointe, es handelt sich hier nicht um eine rohe Blutgrätsche, soder es finden sich immer wieder Passagen im Werk, in denen Herr Temple seinen Helden zwingt über dessen Verhältnis zur Aussenwelt zu philosophieren..... Also Six Pack Monster in den Kühlschrank, vier Tüten Chips und das Wochenende ist gerettet 

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  • Wenn die Wahrheit nicht interessiert

    Wahrheit
    Stefan83

    Stefan83

    06. October 2012 um 15:24

    „Wahrheit“ ist nun bereits der dritte von mir gelesene Roman von Peter Temple, und, soviel kann vorab gesagt werden, diesmal auch endgültig der Letzte. Bereits „Spur ins Nichts“ konnte mich, trotz im Kern durchaus überzeugender Geschichte, nicht für sich gewinnen bzw. krankte an unausgegorener und teils ausschweifender Erzählweise. Das „Wahrheit“ überhaupt noch in mein Bücherregal gewandert ist, verdankt es nur den überbordenden internationalen Lobpreisungen, die auch letztlich in Deutschland ihren Widerhall gefunden haben. Als belletristischer Krimi und Darstellung einer sich in Gewalt auflösenden Gesellschaft beworben, ließ Temples neuestes Buch Großes erwarten und konnte mich so noch einmal breitschlagen. Genützt hat es nichts. Auch zu „Wahrheit“ blieb letztlich stets diese Distanz, dieses Gefühl, eine Geschichte zu betrachten, aber nicht von ihr in den Bann gezogen zu werden. Woran lag es? Im Gegensatz zu „Spur ins Nichts“ oder „Vergessene Schuld“, zwei Vertretern aus der Reihe um Jack Irish (der übrigens im vorliegenden Buch einen kleinen Cameo-Auftritt hat), fällt es mir jetzt wesentlich schwerer, Gründe aufzuführen, warum mir auch diesmal Temples Werk keinerlei positiven Überschwang entlocken kann. „Irgendetwas fehlt“ ist eine knappe, aber auch wenig erhellende Erklärung, die aber gut deutlich macht, wie kompliziert sich eine Kritik hier gestaltet, denn Fakt ist: Die Geschichte um den abgestumpften und heruntergearbeiteten Mordkommissionsleiter Steve Villani hat alle Zutaten für ein hervorragendes Rezept nach meinem Geschmack. Und der Ansatz, die in Kriminalität versinkende Millionenstadt Melbourne aus der Sicht eines Mannes (und nur dieses Mannes) zu zeigen, ist mehr als lobenswert. Durch Villanis intensiven, von der schmutzigen Arbeit geschärften Blick wirft der Leser einen Blick direkt ins das Herz der Probleme, welche die Stadt plagen: Ignorante, dekadente Staatsbeamte. Ein marodes, funktionsuntüchtiges Verkehrssystem. Eine unterbesetzte und bis in höhere Etagen hin korrupte Polizeitruppe. Temple legt den Finger genau in die Wunde, will bewusst schockieren, den Leser mit knappen, aber drastischen Schilderungen emotional berühren. Aber gerade an diesem letzten Punkt scheitert er. Oder ist es sogar doch eher der Übersetzer? Egal wie wohlwollend ich es betrachtet, wie fest entschlossenen ich das Buch an den Seiten gepackt habe – der Funke ist einfach nicht übergesprungen, was in erster Linie daran lag, dass Temples Stil es einem unmöglich macht, näheren Kontakt herzustellen, und nicht nur durchs Villanis Augen zu sehen, sondern letztlich auch von dem berührt werden, was man sieht. Oft machen ganze Abschnitte in Wortwahl und Satzbau keinerlei Sinn, wirken Dialoge gestelzt, holprig oder gänzlich auf Effekt gebürstet. Und das wohlgemerkt für einen Leser, der mit David Peace, James Ellroy oder einem James Joyce (um nur ein paar zu nennen) weit „Schlimmeres“ gewohnt ist. Wenn das Rezept also stimmt und es dennoch nicht schmeckt, muss der Koch versagt haben. Ob das jetzt hier der Autor oder der Übersetzer war, kann ich mangels Kenntnis des australischen Originals nicht sagen. Schade ist es in jedem Fall, da immer wieder zwischendurch die Klasse Temples durchblitzt, der es mit teils harten Kehren innerhalb der Story zumindest manchmal schafft, mich in den Bann zu ziehen und mein Interesse zu wecken. Das erlahmt allerdings oft dann genauso schnell wieder, wie es gekommen ist, was „Wahrheit“ zu einer wahrhaft zähen Lektüre macht. Bei dem Potenzial der Geschichte umso ärgerlicher. Hier hat mir eigentlich thematisch und inhaltlich zu Vieles zu gut gefallen, um es letztlich dann doch derart hart kritisieren zu müssen. Insgesamt ist „Wahrheit“ eine düstere Milieustudie über verrottete Moral, falsche Versprechungen und einen fehlerbehafteten Mann, die in einem stilistisch etwas anderen Gewand weit oben in meiner Bestenliste hätte landen können. So reicht es, bei allem ohne Zweifel vorhandenen literarischen Anspruch, nur für das Mittelmaß. Freunde von Pete Dexter, David Peace, Derek Raymond und Co. sollten aber vielleicht trotzdem einen kurzen Blick riskieren – es ist nur meine bescheidene Meinung und „Wahrheit“ könnte unter Umständen etwas für sie sein.

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  • Rezension zu "Wahrheit" von Peter Temple

    Wahrheit
    michael_lehmann-pape

    michael_lehmann-pape

    25. March 2011 um 10:20

    Zerfallendes Leben Obwohl das Sujet des Buches durchaus in den Bereich eines Kriminalromans oder Thrillers passen würde (immerhin geht es um Morde und der Leiter der Mordkommission in Melbourne ist die Hauptfigur des Romans), sollte dieses Buch von Peter Temple tatsächlich eher der Belletristik zugeordnet werden. Die Verbrechen im Buch dienen in letzter Konsequenz nur als Aufhänger, als Beiwerk für eine intensive Persönlichkeitsstudie, einen ebenso intensiven Blick auf schwierige und erodierende Familienbeziehungen und eine Darstellung einer sich in Gewalt auflösenden Gesellschaft (nicht nur in Melbourne). Die verschiedenen Randbemerkungen im Buch über immer unsicher werdende Lebensbereiche in der Millionenstadt in Australien, das um sich greifen von Gangs und die ebenso verrottete Moral auf der dekadenten, reichen Seite des gesellschaftlichen Lebens unterstützen dieses düstere Bild, dass Peter Temple in klarer, direkter, harter Sprache verfasst und damit dem Leser in bester Weise einen teils brutalen Spiegel des modernen Lebens vorhält. Schon die ersten Zeilen mitsamt der Schilderung eines wie achtlos nebenbei zertretenden Kopfes eines Kindes mitsamt der zwar vorhandenen, dennoch aber abgestumpften Reaktion des Leiters der Mordkommission, Stephen „Steve“ Villani, führt den Leser mitten hinein in diese sich auflösende Welt. Ein Mord in einem der neuen, luxeriösen Hochhäuser ist die nächste Station des Inspektors und seiner Mitarbeiter. Eine Gruppe von Polizisten, von denen keiner unbeschadet bisher durch sein Leben gekommen ist. Männer, die in ihrer Kommunikation sich meist auf das Notwendige beschränken, in Teilen nur noch in Andeutungen miteinander sprechen. Die sich einerseits überbordender Gewalt gegenüber sehen im Rahmen der Gangs, die in einigen Vierteln der Stadt die Straßen in ihrer Gewalt haben. Die anderseits beim jüngsten Mord in der feinen Gesellschaft auf einer Mauer der Ignoranz bis in höchste Ämter hinein treffen. Steve Villani selbst übt sich durchaus im jahrelang erprobten, aufrechten Gang, doch auch er sieht ein ums andere Mal, wie wenig es weiter geht. Auch privat. Mit seiner Frau in einer „schwierigen“ Phase, die 21jährige Tochter mit Unverständnis. Ein wenig Sex nebenbei löst seine inneren Spannungen auch nicht. Das Bild seiner Herkunftsfamilie passt in diese Sprachlosigkeit, die Ausdruck inneren Beziehungslosigkeit letztlich ist. In Sorge um seinen Vater, in dessen ländlicher Heimat Feuerbrünste toben, erlebt Villani auch hier mit Vater und Bruder kaum mehr als eine angedeutete Kommunikation. Eine fortschreitende, menschliche Isolierung, die beim Lesen fast schmerzt. Einzig in der Erinnerung an intensive Jugendzeiten, das Anpflanzten eines ganzen Waldes, taucht am Rande so etwas auf wie eine befriedigende Welt. Noch mehr Morde werden passieren. Seine Tochter verschwindet. Die Brände sind nicht unter Kontrolle zu bringen. Aber wie die Feuerwehrleute, die verzweifelt gegen die Brände kämpfen, ist eines klar: Kampflos wird Villani seine Werte und Wichtigkeiten, seine Tochter und Familie, seine Kollegen und Freunde nicht preisgeben. Wie viele der vorhergehenden Bücher von Peter Temple ist auch dieses bereits mit einem Preis ausgezeichnet worden und das zu Recht. Peter Temple legt den Finger auf Wunden. Es brennt! Und das nicht nur im wörtlichen Sinne im Buch, sondern dieses Bild der überbrodenden Brände um Melbourne herum ist ein durchkomponiertes Buch über eine Gesellschaft und ein Miteinander einzelner Menschen darin, das einen trostlosen Eindruck hinterlässt, auch wenn er ein oder andere Etappensieg im Buch noch einmal davon getragen werden kann. Es wird nicht mehr alles gut werden. Bestens beschrieben, geschrieben und vor Augen geführt durch Peter Temple.

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