Peter Unfried Autorität ist, wenn die Kinder durchgreifen

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Inhaltsangabe zu „Autorität ist, wenn die Kinder durchgreifen“ von Peter Unfried

Die aufreibende Suche nach der zeitgemäßen Erziehung

Was tun, wenn man die Kinder zu eigenständigem Denken ermutigt und die genau das tun – und zwar bevorzugt im Umgang mit den Eltern? Als cleverer Vater arbeitet man dann mit allen Tricks und sogar mit Humor – aber so viel Humor kann ein normaler Mensch gar nicht haben. In Peter Unfrieds Geschichten geht es um die Kernfragen zeitgemäßer Erziehung: elterliche Autorität, Vertrauen und die Werte und Kompetenzen, die man Kindern heute vermitteln sollte. Die bringt er eindringlich, mit Situationskomik und garantiertem Wiedererkennungseffekt auf den Punkt.

Penelope (13) und Adorno (11) sind fixiert auf elektronische Geräte, lesen nur 'Kicker' und 'Gala' und mutieren zu radikalen Vegetariern. Die Mutter, genannt 'die Macht', zieht bedauerlicherweise nicht immer an einem Strang mit dem Vater – der natürlich der einzig Normale in dem Haufen ist. Unter lebensgefährlichen Bedingungen ('Wenn du das aufschreibst, bist du tot, Papa!') plaudert Peter Unfried, Chefreporter der taz, aus dem Familien-Nähkästchen und erzählt, wie er seinen pubertierenden Nachwuchs zeitgemäß zu erziehen versucht. Das liest sich höchst unterhaltsam und witzig, doch nie geht es nur um den vordergründigen Gag, sondern immer um die zentralen Fragen, die in der heutigen Zeit alle Eltern umtreiben. Peter Unfried lässt sie teilhaben an seinem unerschütterlichen Optimismus, für jedes familiäre Problem eine Lösung zu finden.

Leider ohne roten Faden, daher wollte der Funke nicht so recht überspringen ....

— fuffel

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    Autorität ist, wenn die Kinder durchgreifen

    fuffel

    Buch:             Wir saßen beim Tatort und Adorno sagte fachmännisch: "Bumsen die? Ich glaube, die bumsen." "Die bumsen nicht, die fummeln erst noch ein bisschen", sagte ich. "Ich glaube, die bumsen", brummte er. Und so weiter. Bis die Macht genug hatte. "Mir wird in diesem Haus zu oft >bumsen< gesagt." "Wie?" Adorno schaute sie verwirrt an. "Wir drücken uns hier mal bitte etwas gewählter aus. Wir können doch auch >Liebe machen< dazu sagen." "Liebe machen?" Adorno war entsetzt. "Also, ich sage auf keinen Fall >bumsen<", sagte Penelope, die die ganze Zeit geschwiegen hatte. "Ich sage >ficken<". Peter Unfried erzählt das Drama der modernen Familie als hinreißende Komödie. Dahinter steht die entscheidende Erziehungsfrage des 21. Jahrhunderts: Was kann man tun, damit die Kinder ein geglücktes Leben führen können - und man selbst nicht verrückt wird?  Fazit: Aufgrund des Titels und des Textes auf der Rückseite, habe ich anscheinend zu hohe Erwartungen an das Buch gestellt und wurde leider enttäuscht.  Es handelt von dem Leben einer Familie in Berlin, in der die Kinder im Mittelpunkt stehen. Einen Vater, der erkennt, dass es nicht schlimm ist aus dem Schwabenland zu kommen. Sachen, die er in der Vergangenheit nicht gut fand und die ihn samt Frau regelrecht nach Berlin fliehen ließen, sieht er heute teilweise ganz anders. Seine Kinder sind modern, Vegetarier und wissen, wie sie sich durchsetzen. Er greift des Öfteren zu Sätzen, die seine Eltern schon nutzten und die er selbst nie benutzen wollte. Im Ernstfall greift "die Macht" (seine Frau) durch, aber auch sie muss ab und zu resignieren.  Mir fehlte ein roter Faden im Buch. Es gibt einzelne Kapitelüberschriften, die ihre eigene Kurzgeschichte enthalten, welche teilweise einen minimalen Bezug haben. Ich hatte manchmal das Gefühl das gleiche zu lesen, nur etwas anders beschrieben. Weiterhin fehlte mir der Witz im Buch. Lediglich als er von der schwäbischen Verwandtschaft berichtet, fand ich es ansprechend. So leid es mir tut, aber ich gehöre nicht zu dem Leserkreis des Buches. 

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  • Rezension zu "Autorität ist, wenn die Kinder durchgreifen" von Peter Unfried

    Autorität ist, wenn die Kinder durchgreifen

    LilStar

    30. November 2012 um 00:04

    Peter Schwind ist Chefreporter bei der taz, verheiratet und zweifacher Familienvater. In “Autorität ist, wenn die Kinder durchgreifen” zieht er in sehr amüsanter und humorvoller Weise Bilanz seiner bisherigen Erziehungserfolge. Und erzählt in 25 kurzen Episoden aus dem Familienleben der Unfrieds, die da sind: Tochter Penelope (13), Sohn Adorno (11), Mutter ‘Macht’ (um einiges jünger als der Herr selbst) und der Vater, kurz Pu genannt. Das Buch entstand aus Peter Unfrieds Kolumne “Neue Ökos” heraus. Welche Familie, die sich selbst als modern ansieht, kennt das nicht. Sobald Kinder auf dem Weg sind, entwirft man die ersten Lebenspläne, man hat die ersten Erwartungen an den zukünftigen Nachwuchs. Natürlich will man modern sein und alles anders machen als die eigenen Eltern, vor allem will man vorbildlich sein und die eigenen Kinder sollen einem vorbildlichen und modernen Weltbild entsprechen und dabei noch möglichst selbstständig und selbstbewusst werden. So jedenfalls der Plan und die Vorstellung. Wie man diese Ziele erreichen will ist auch schon klar, Erziehungsmethoden sind diskutiert und zurecht gelegt worden, Mutter und Vater sind sich in der Regel einig. Das war auch die Idealvorstellung im Hause Unfried. Beim Abendessen sollten weltaktuelle Geschehnisse diskutiert werden, die Kinder sollten engagiert und weltoffen sein. Das dies nur Utopie sein kann, das wissen wohl alle Eltern. Peter Unfried erzählt ganz locker wie es wirklich im Familienalltag ausschaut, wie die selbstbewussten Kinder ihre eigenen Interessen entwickeln, die keineswegs mit den Idealvorstellungen der Eltern übereinstimmen und es auch selbstverständlich schaffen, das Zepter in die Hand zu nehmen und das Familienleben aktiv und selbst mitzubestimmen. Dabei ist natürlich immer wichtig, dass die Entscheidungen gegen die Eltern geht. Normal halt. Der Schreibstil ist wirklich sehr locker, sarkastisch und ironisch und es macht einfach Spaß die kurzen Episoden mit zu verfolgen und sich teilweise selbst in ihnen wieder findet, denn was der Autor in seinem Buch beschreibt sind auf keinen Fall unglaubliche und seltene Vorkommnisse, sondern die ungeschminkte Wahrheit, genau so geht es in Familien heute zu. In unserer jedenfalls ebenso. Jeden Tag. Ach wenn Unfried des Öfteren in seiner Darstellung so klingt, als wäre er sein Familienleben mehr als satt, so spiegelt sich seine Liebe zu seinen Kindern und auch seiner Frau doch in jedem einzelnen Kapitel. Auch die beinahe schon abwertende Beschreibung der schwäbischen Heimat ist doch ein wenig als Liebeserklärung anzusehen. Natürlich immer unter dem Deckmäntelchen des Sarkasmus. Insgesamt ein wirklich schönes und gelungenes Buch für alle modernen Familien, die gerne mal etwas über sich selbst erfahren wollen. Volle Sternzahl für dieses unterhaltende Werk!

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